Michael Kobr, Volker Klüpfel: In der ersten Reihe sieht man Meer

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Michael Kobr, Volker Klüpfel: In der ersten Reihe sieht man Meer
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783426199404

Informationen zum Buch

Seiten
320

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Die Geschichte meiner sonderbarsten Reise beginnt so wie alle anderen Reisen unserer Familie, an die ich mich erinnere: mit Geschrei, Gezeter und dem festen Vorsatz, nie wieder einen solchen Urlaub anzutreten.

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Teutonengrill trifft Dolce Vita

Mensch, war das schön: Im Morgengrauen ging’s los, eingepfercht auf der Rückbank der vollbeladenen Familienkutsche. Zehn Stunden Fahrt an die Adria, ohne Klimaanlage und Navi, dafür mit Modern Talking aus dem Kassettenradio.Am Strand ein Duftgemisch aus Tiroler Nussöl und Kläranlage, und statt Cappuccino gab’s warme Limo.

Willkommen zurück im Urlaubsparadies der 80er Jahre. Darin findet sich Familienvater Alexander Klein wieder, als er über einem Fotoalbum einnickt und als pickliger Fünfzehnjähriger erwacht – dazu verdammt, die Italien-Premiere seiner Jugend noch einmal zu erleben. Und zwischen Kohlrouladen und Coccobellomann die beste Zeit seines Lebens hat.

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Wenig Handlung - viel Spaß!

Alexander Klein hat sich überreden lassen, wieder einmal mit der ganzen Familie an die Adria zu fahren. Am Vorabend des Reisebeginns schläft er über einem alten Fotoalbum und mit den Erinnerungen an damals ein – und erwacht am nächsten Morgen als sein 15jähriges Ich, dazu verdammt, den typisch deutschen Italienurlaub in den 80er Jahren noch einmal zu erleben!

In den 80er Jahren war ich selbst noch relativ jung, dennoch kamen beim Lesen dieses Buches viele Erinnerungen hoch! Vollgepackte Urlaubsautos, 3 Kinder auf der Rückbank, den halben Hausstand im Kofferraum oder unter den Sitzbänken, Grenzkontrollen, trostlose Feriensiedlungen aus Beton, Vorurteile, wohin man blickt und vieles mehr!

Natürlich strotzt das Buch nur so vor Klischees! Aber haben die meisten Klischees nicht auch immer irgendwo einen wahren Kern?
Aus Sicht von Alex, der zwar in seinem dicklichen, pickligen 15jährigen Körper steckt, geistig aber 3 Jahrzehnte voraus ist, erleben wir das alles hautnah mit! Peinliche Momente voller Fremdschämen gibt es reichlich und man fragt sich immer wieder, warum man damals überhaupt ins Ausland in Urlaub gefahren ist, wo man doch so voller Vorurteile steckte und daheim doch sowieso alles besser war?

Ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert! Manchmal waren die Witze etwas zu derb, wurden zu häufig wiederholt und die Klischees etwas zu sehr übertrieben, aber dennoch war das damals ja teilweise wirklich so!

Die Story muss man suchen, eine wirkliche Handlung gibt es nicht. Die Urlaubsgeschichte der Familie Klein dient in erster Linie als Rahmenhandlung, um das Jahrzehnt des modischen Grauens noch einmal ordentlich durch den Kakao zu ziehen.

Das Buch bietet amüsante Unterhaltung, einige Stunden grinsenden Lesevergnügens – nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Die Kapitel sind mit Songtiteln aus den 80ern überschrieben und der eine oder andere Ohrwurm hat sich direkt bei mir eingenistet! Das Ende bietet dann noch eine kleine Überraschung zum Nachdenken.

Insgesamt hat mir das Buch richtig Spaß gemacht, zumindest nachdem ich mich von meinem Anspruch an Handlung und einen roten Faden verabschiedet hatte!

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Zurück in die 80er

Inhalt
Für Alex Klein, Mittvierziger und erfolgreicher Marketing-Spezialist, verheiratet und Vater zweier pubertierender Teenager, bedeuten Ferienreisen Flugreisen. Diese Sommerferien jedoch wird es eine Autofahrt nach Italien geben, denn es ist ein Nostalgie-Revival-Urlaub geplant. Alex hat sich breitschlagen lassen, eine große Familienreise zusammen mit seinen Eltern und seiner Schwester zu unternehmen – genau so wie früher in den 80er Jahren.

Am Abend vor der Abreise sind alle gereizt, nur Alex Vater nicht. Der kommt noch schnell vorbei und bringt Alex den „Großen Shell-Atlas“ vorbei, schließlich müsse man ja wissen, wo es lang geht... Auf der Suche nach den Reisepapieren fällt Alex das Fotoalbum mit den Bildern ihres ersten Italienurlaubs in die Hand. Er holt sich eine Flasche Rotwein und schwelgt in Erinnerungen, bis ihn die Müdigkeit überfällt.

Das Aufwachen ist dann ein Schock. Er befindet sich im Körper seines jugendlichen Ichs kurz vor der Abreise in den Urlaub. Zu fünft, Oma kommt auch mit, wird sich in den Ford Sierra gezwängt und gen Süden gefahren – hinein in den 80er-Jahre-Italienurlaub.

Meine Meinung
Das Buch ist ein Muss für alle, die ebenfalls zur damaligen Zeit ähnliche Urlaube gemacht haben. Aber auch jüngere Generationen werden ihren Spaß haben können, wenn sie lesen, wie es den Eltern damals in etwa ergangen ist. Ich jedenfalls habe Anfang der 80er Jahre den damals von gefühlt allen Bekannten unternommen Bibione-Ferienhaus-Urlaub gemacht und es kamen beim Lesen des Buches viele Erinnerungen hoch und ich musste an vielen Stellen einfach nur lachen. Ich erinnere mich noch gut, wie wir drei Geschwister auf dem Rücksitz kreuz und quer gelegen haben (Kindersitze waren ja unbekannt), an gruselige Grenzübergänge (uhh, Uniformierte, bloß nicht auffallen) und das besondere Gefühl, nun in einem anderen Land zu sein. Und auch daran, dass die Spaghetti gar nicht so schmeckten, wie zuhause meine geliebten Miracoli. ;)

Viele Details wie Walkmen, Nena, Dolomiti-Eis, die Mode etc. lassen einen gemeinsam mit Alex in die Zeit zurückfallen. Es werden viele Klischees über die deutschen Urlauber und die Vorurteile gegenüber dem fremden Land („Italien ist ja schön, wenn hier nicht so viele Italiener wären“) aufs Korn genommen. Vieles wirkt überspitzt dargestellt, aber ehrlich gesagt wirkte es auch erschreckend realistisch. Die Familie Klein wird nicht die einzige Familie gewesen sein, die bergeweise Proviant aus Deutschland mitgebracht hat, weil man ja dem fremden Essen nicht trauen kann („Die haben andere Mägen hier“).

Natürlich bietet die Familie Klein hier alles in sich vereint, was eine typische deutsche Familie damals so erleben haben konnte und wie sie gezielt in alle Fettnäpfchen treten konnten. Und der besondere Reiz war dabei für mich, dass Alex dies nun alles aus der Sicht eines Erwachsenen der heutigen Zeit miterlebt und ich mich mit ihm gemeinsam aufregen, fremdschämen oder amüsieren konnte. Lustige Momente waren dabei natürlich seine Ausrutscher, wenn er von Handys sprach oder davon, dass er etwas auf Facebook posten wird. Er ist 30 Jahre reifer, für ihn ist die italienische Küche natürlich längst ein Muss und das Miteinander vieler Nationen selbstverständlich. Und so drängt es ihn oft, bei den „Vergehen“ seiner Eltern einzugreifen.

Als er dann ganz selbstverständlich die einzige und leere italienische Verkaufsbude ansteuert, um als bisher wohl einziger Deutscher dort italienische Häppchen zu essen, freundet er sich mit dem einheimischen Jungen Andrea an - und verliebt sich in dessen Tante. Spontan macht er es sich zum Ziel, die stoffeligen Deutschen Urlauber dazu zu bringen, die italienischen Köstlichkeiten nicht länger zu verachten. Hier kommen seine Marketingkenntnisse zum Tragen und es hat Spaß gemacht, seine Bemühungen zu beobachten.

Das Buch ist ein Gute-Laune-Buch, das die 80er Jahre wieder auferleben lässt. Alex’ Ziel, der italienischen Familie mit ihrer Verkaufsbude zum Erfolg zu verhelfen ist dabei ein kleiner roter Faden, der von vielen kleinen Erlebnissen und Katastrophen im Urlaub begleitet wird. Man kann das Buch daher immer schön zwischendurch lesen, falls einem die „Gagdichte“ zu viel wird, die kurzen Kapitel bieten dies an.

Mir hat die Geschichte riesigen Spaß gemacht, gerade wohl, weil ich die Zeit damals auch miterlebt habe. Ich habe oft gelacht, mich auch fremdgeschämt aber auch das ein oder andere Mal ein warmes Gefühl bekommen, wenn ich z. B. durch die Sonnencreme mit dem „besonders hohen Schutzfaktor 6“ zwar an meine eigenen Sonnenbrände, aber damit auch an schöne Sommerferien in meiner Kinder- und Jugendzeit erinnert wurde, die ich stundenlang mit meiner besten Freundin im Freibad verbracht hatte.

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Nostalgietrip in die schrillen 80er

Am Abend, bevor Alexander Klein mit seiner vierköpfigen Familie in Urlaub fahren will, ist alles wie immer vor einer Urlaubsreise: Ehefrau Mona ist total entnervt, die halbwüchsigen Kinder zicken sich an, und Alex ist vom Job so erschöpft, dass er schon fast keine Lust mehr hat, überhaupt wegzufahren, vor allem, wenn er dran denkt, dass auch noch seine Schwester und seine Eltern mitkommen. Wieso er sich zu dieser irrsinnigen Neuauflage seiner Kindheitsurlaube hat breitschlagen lassen, weiß er selbst nicht mehr so genau, als er sich mit einer Flasche Rotwein und einem alten Fotoalbum auf dem Sofa niederlässt.

Vom Rotwein ist nicht mehr viel übrig, als Alex aufwacht. Und auch von seinem Leben ist nicht viel wiederzuerkennen. Oder doch ... es ist sein Leben vor dreißig Jahren, in dem er wach geworden ist. Als dicklicher, pickliger Teenager quält er sich auf einmal wieder mit seiner älteren Schwester und seinen Eltern mitsamt Oma in einem vollgestopften Ford Sierra mit Fließheck genau wie Horden anderer Urlauber auf der stauverstopften Brennerroute gen Süden. Die Unterkunft ist ewig weit vom Meer entfernt (und wird von Mama und Oma erst mal kräftig geputzt), der Strand ist voll, das Wasser dreckig und das Essen, das Mutter Klein tagtäglich in der Ferienwohnung auftischt, genauso deutsch wie des Vaters vorsintflutliche Ansichten über die Italiener.

Für Alex ist vorwiegend Fremdschämen und Langeweile angesagt, bis er am Strand etwas tut, das niemand aus der Familie bisher gewagt hat, und sich an einer italienischen Essensbude eine Piadina kauft. Dabei lernt er nicht nur den gleichaltrigen Andrea kennen, mit dem er sich anfreundet, sondern verliebt sich auch Hals über Kopf (pubertärer Hormonrausch lässt grüßen) in dessen hübsche Tante Maria, die aber mindestens fünfzehn Jahre zu alt für ihn ist.

Der Einstieg ist höchst amüsant. Die Zeitreise in die 80er Jahre hat einen hohen Wiedererkennungswert für alle, die diese Zeit der abscheulichen Klamotten und grauenvollen Haar- und Barttrachten live erlebt haben, und es gibt zudem einiges an Situationskomik, die die Lachmuskeln reizt, vor allem, wenn Alex mal wieder vergessen hat, dass er äußerlich kein Mittvierziger mit Marketingtalenten mehr ist.

Allerdings flacht der Witz mit der Zeit erheblich ab, und der Versuch, ein Gagfeuerwerk nach dem anderen zu zünden, bleibt oft ein Rohrkrepierer. Vieles, was da beschrieben wird, ist eher peinlich als lustig und wäre ohne den Filter durch Alex' Perspektive, der mehr als einmal zusammenzuckt, wenn sein Vater mit dem ebenfalls deutschen Nachbarn über Land und Leute lästert, manchmal regelrecht unerträglich gewesen. Es fehlt ein wenig an einem roten Faden, der die Episoden deutscher Urlauberbräsigkeit zusammenhält.

Im letzten Viertel nimmt die Handlung etwas mehr Fahrt auf, was dem Lesespaß sehr zuträglich ist, und es kommt sogar zu so etwas wie Völkerverständigung, wenn auch mit Hindernissen. Das Ende überrascht dann noch mal mit einer unerwarteten Wendung und versöhnt mit dem schwächelnden Mittelteil.

Herrlich gelungen ist dem Autorenduo auf jeden Fall, Italienisch mit deutschem Akzent aufs Papier zu bannen. Man kann es förmlich hören, wie der Signore redet, der eine Weile "bei de MAN - mache Motore für die Schiffe!" in Deutschland gearbeitet hat. Und auch der Nostalgiefaktor stimmt. Die vielen kleinen Details aus den Achtzigern von der Musik über die Klamotten bis zu Sunkist im Tetrapack sind wunderbar eingefangen und laden förmlich dazu ein, mal in den eigenen Urlaubserinnerungen zu kramen, ob es da nicht auch beige "Männerhotpants" und broteschmierende Mütter vor der Abfahrt gegeben haben könnte. Oder Legwarmers, Nena-Poster, Vokuhilas oder ... Schlimmeres?

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(Aktualisiert: 02 Mai 2016)
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Bitte nicht mit den Kluftinger-Krimis vergleichen!

Inhalt:
Der Mittvierziger Alexander Klein nimmt sich am Vorabend der Italienreise mit seiner (Groß-) Familie ein altes Fotoalbum und eine Flasche Wein vor, um in Erinnerungen an frühere Urlaube zu schwelgen. Dabei muss er wohl eingeschlafen sein. Doch als er aufwacht, steckt er im Körper seines 30 Jahre jüngeren Ichs in den 1980er Jahren. Und so erlebt er den ersten Italienurlaub mit Papa Norbert, Mama Renate, Oma Ilse und Schwester Nicole. Doch natürlich läuft das etwas anders ab als damals.

Meine Meinung:
Ich habe alle Kluftinger-Krimis gelesen und mag sie recht gerne. Im Gegensatz zu den Krimis fehlt es diesem nostalgischen Roman aber ein wenig am roten Faden. Okay, ein dünnes Fädchen ist schon vorhanden, aber im Großen und Ganzen handelt es sich hier um eine Aneinanderreihung mehr oder weniger witziger Episoden. Wie das oft bei so humorvollen Büchern der Fall ist, nutzt sich der Witz beim Lesen ein bisschen ab. Ich habe daher immer wieder eine Pause eingelegt, um das Lesevergnügen zu erhalten.

Mit viel (Selbst-) Ironie, Sarkasmus und Humor beschreiben die beiden Autoren das Verhalten der Deutschen, aber auch der Italiener der damaligen Zeit. Dabei wird an Klischees und Übertreibungen nicht gespart. Anderenfalls wäre aber auch kein so witziges Buch entstanden. Ob es sich um die Vorurteile der Deutschen gegenüber Ausländern handelt oder um seltsame Eigenarten unserer deutschen Landsleute, alles wird punktgenau auf die Schippe genommen und durch den Kakao gezogen. Als besonderer Gag sind die einzelnen Kapitel mit entsprechenden Songtiteln überschrieben und mit Urlaubsfotos der Autoren geschmückt.

Sicherlich wird sich jeder Leser in der ein oder anderen beschriebenen Situation wiedererkennen, auch wenn er, so wie ich, nie mit der Familie Urlaub in Italien gemacht hat.

Am meisten musste ich immer grinsen, wenn Alex im pickligen Körper eines Pubertierenden, aber mit seinem erwachsenen Bewusstsein, die wesentlich ältere Maria anhimmelt. Oder wenn er sich verplappert und seiner Familie versehentlich etwas von Facebook oder Handys erzählt. Besonders gut hat mir der Schluss gefallen, der noch einmal mit einer Überraschung aufwarten konnte.

Fazit:
Eine prima Lektüre für den Urlaub oder einfach für zwischendurch, wenn man sich mal in Erinnerungen an die modischen und musikalischen Entgleisungen der 1980er Jahre verlieren will. Daher würde ich das Buch bevorzugt den Altersklassen empfehlen, die diese Zeit bewusst erlebt haben.

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Back to the 80's

INHALT
Der Familienvater Alexander Klein plant eine nostalgische Reise. Mit Frau, Kindern, Eltern und Schwester soll es wieder an die Adria gehen. Doch bevor der heitere Generationentrip starten kann, nickt Alexander zuhause ein und träumt von der letzten Fahrt nach Italien, als er noch 15 gewesen ist und Babyspeck mit sich herum trug.

MEINUNG
Das Autorenduo Volker Klüpfel und Michael Kobr nimmt den Leser mit auf eine ganz besondere Reise, zurück in die 80er Jahre. Wer schon immer einmal wissen wollte, wie Urlaub in einer gutbürgerlichen, westdeutschen Familie zu dieser Zeit aussah, wird hier fündig werden. Familie Klein mit Vater Norbert, Mutter Renate, Tochter Nicole, Sohn Alexander und Oma haben in mir Erinnerungen an den Heinz-Erhardt-Film "Das kann doch unseren Willi nicht erschüttern" wachgerufen. Jedes Familienmitglied wurde so wunderbar authentisch beschrieben, dass man meint selbst mitzureisen - eine Art Zeitreise zu machen. Besonders die heutigen Best Ager werden sich in dieser Geschichten bzw. der ein oder anderen Szene wiederfinden und nickend zustimmen, weil's genau so oder so ähnlich bei ihnen auch gewesen ist. Ich habe vor allem über den Mode- und den Musikgeschmack der 80er lachen müssen. Leggings, Walkman, Nena oder Vokuhila, wer erinnert sich nicht gern oder gar mit Grausen an diese verrückte Zeit zurück. Ich war damals selbst noch ein Kind, kann mich aber gut in Alexander & Co hineinversetzen. Damals gab es noch kein Navi, von Smartphone oder Eurogeld ganz zu schweigen. Es war eine ruhigere und natürlichere Zeit. So erleben es auch die Kleins, wenngleich sie sich anfangs gegen alles Ausländische bzw. Fremde sträuben und lieber das mitgebrachte Essen genießen. Diese so herrlich lustigen Klischees sind alles andere als unwahr. Ob nun Vaters Geiz, Mutters Hygieneeifer oder Omas vehementes Eintreten für deutsche Hausmannskost, vieles wirkt und ist zeitlos. Als es dann am italienischen Strand auch noch zu einer Art Völkerverständigung a la "Maria ihm schmeckt's nicht" kommt, sind bei mir alle Dämme gebrochen und ich musste mir vor Lachen den Bauch halten. Es ist diese überaus stimmige Mischung aus Autobiografischen und Situationskomik, die überzeugt und die 320 wie im Fieber weglesen lässt.

FAZIT
Ein heiteres Urlaubsbuch, das man besten in der prallen Sonne mit einen Cocktail im 80's-Style genießen sollte. Buon viaggio!

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(Alb-) Traumurlaub in der Vergangenheit

Inhalt:
Alex Klein am Vorabend einer Urlaubsreise nach Italien: Nach dem ganzen Stress schnell ein Gläschen Rotwein eingeschenkt und alte Urlaubsbilder angeschaut. Er schläft ein und erwacht als pubertierender Jugendlicher in den Achtzigern, der mit Eltern, ebenfalls pubertierender Schwester und Oma an die Adria fährt. Im Ford Sierra, ohne Navi und Klimaanlage, dafür mit geschmierten Broten als Reiseproviant. Am Urlaubsort schließt er Freundschaft mit Familie Berlusconi (!). Er erlebt den Urlaub in Körper eines Jugendlichen - aber mit dem Wissen und der Erfahrung eins Mittvierzigers.

Meine Meinung:
Die Krimiautoren Volker Klüpfel und Michael Kobr wagen sich an einen Roman über ihre (?) Kindheitserinnerungen. Leider kenne ich noch keinen Krimi der beiden, also kann ich mir keinen Vergleich erlauben. Der Roman ist sehr leicht zu lesen. Er bedient alle Klischees deutscher Urlauber in Italien, wobei mir einiges doch sehr überspitzt vorkommt. Eine richtige Handlung ist nicht oder nur im Ansatz zu erkennen, das stört aber nicht weiter. Manche Szenen sind sehr flach und langatmig, anderes hat mir Lachtränen in die Augen getrieben, z. B. eine Aussage von Vater Klein: "Nix gegen Italien, aber diese ganzen Italiener hier überall..." Man erlebt und erleidet den Urlaub mit Sohn Alex. Der hat manchmal Mühe, seine Erfarung hinter dem Berg zu halten und ab und zu rutscht ihm eine Bemerkung raus, mit der die anderen nichts anfangen können ("das poste ich auf deinem Facebook-Account"). Die dummen Gesichter kann man sich gut vorstellen! Der Schluss, als Alex in der Gegenwart wieder aufwacht, bietet dann noch eine gelungene Überraschung.

Fazit:
Wenn man leichte Unterhaltung sucht, ist man mit diesem Buch über einen (Alb-) Traumurlaub an der Adria gut bedient.

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Nostalgie an der Adria

Familie Klein bereitet sich auf den Urlaub vor. Am nächsten Tag soll es los gehen – ausnahmsweise mit dem Auto Richtung Italien. Alex‘ Eltern und seine Schwester werden mit ihnen dort den Urlaub verbringen. Schon jetzt fühlt sich Alex gestresst und meint, alles würde an ihm hängen bleiben. Nachdem sich Frau und Kinder zurückgezogen haben, macht sich Alex auf die Suche nach den Ausweisen. Eine Flasche Wein und ein altes Fotoalbum lassen ihn in Erinnerungen schwelgen. Er schläft ein und erwacht als Fünfzehnjähriger und damit im ganz normalen Wahnsinn einer Urlaubsreise der 80er Jahre. Man lebt in einem Wettkampf mit den Richters aus der Nachbarschaft, ganz besonders, wenn es um den Urlaub geht. Jeder ist bestrebt, den schöneren Ort und die bessere Unterkunft gebucht zu haben und natürlich dem Stau gerade noch entkommen zu sein.
Vater Norbert handelt dabei immer nach dem Motto: „Gute Planung ist die halbe Miete.“ Fünf Leute im Ford Sierra mit Fließheck, denn Oma fährt mit, bieten genügen Konfliktpotential. Wenn dann die italienische Grenze gerade überfahren ist, wird angehalten, die eingepackten Brote verzehrt und das Urlaubsfeeling beginnt. Selbst der Himmel ist blauer auf einem Rastplatz in Italien zwischen lauter anderen deutschen Urlaubern. Und bald schon ist man an der Adria und dann ist Urlaub, auch wenn man stets ein waches Auge auf alles haben muss, denn die Einheimischen sind bekannt dafür, dass sie klauen wie die Raben.
Das Buch lässt sich einfach mal so runterlesen und ist sehr vergnüglich. Wer erkennt sich nicht darin wieder, auch wenn es überspitzt dargestellt ist. Selbst wenn man später geboren ist oder es Deutschland statt der Adria war, vieles hat man so oder ähnlich auch erlebt.
Für Alex ist es nicht besonders einfach, mit der Reife von heute im Körper von damals das alles zu erleben. Er ist einfach komisch, aber das wird auf die Pubertät geschoben.
Ich habe bisher noch kein Buch des Autorenduos Volker Klüpfel und Michael Kobr gelesen und habe mich wundervoll unterhalten lassen von Alexander Kleins Erlebnissen in einer vergangenen Zeit. Es ging auch ohne Navi und Internet und ist ein wenig Abenteuer pur.
Ein unterhaltsames Buch – auch für den nächsten Urlaub.

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Ein selotsamer Traum

Ein seltsamer Traum
Vater Alex Klein muss sich kurz vor dem Urlaub noch mit seinen Kindern rumreißen. Die Tochter schimpft über ihren Bruder, und der meckert, weil der Proviant nicht unterwegs gekauft wird. Am nächsten Morgen solls losgehen…
Beim Rotwein trinken und betrachten der Bilder aus einem früheren Italien-Urlaub, schläft Alex plötzlich ein. Und es beginnt ein seltsamer Traum…
Er sah im Spiegel sein Ich von damals, als sie an die Adria gefahren waren, doch er hatte sein Wissen der Gegenwart… Doch außer ihm wusste das niemand und er konnte es auch niemandem sagen, das hätte keiner geglaubt… Denn er befand sich ja auch in den Achtzigern.
Und so fuhr er mit seinen Eltern, seiner Oma und seiner Schwester Niki zu seinem ersten Italien-Urlaub…
Er half einer italienischen Familie mit ihrer Imbissbude, verknallte sich in eine vierzigjährige Frau (na ja, eigentlich war er ja selbst schon 45, aber im Körper eines Fünfzehnjährigen) und musste höllisch aufpassen, dass er keine Ausdrücke aus seiner Welt benutzte…
Was war dann wirklich am nächsten Morgen? Konnten sie wie geplant losfahren? Doch erst der Traum. Was für ein seltsamer Traum war das denn? Eine Reise in die Vergangenheit mit dem Wissen von heute? Und dann auch noch in diesem Teenagerkörper? Würde Alex es schaffen, zukünftige Ausdrücke zu vermeiden? Ausdrücke mit welchen man damals noch nichts anfangen konnte? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.

Meine Meinung
Zunächst einmal bin ich der Meinung, dass die beiden Autoren bei ihren Krimis besser aufgehoben sind. Sie haben sich hier an ein ganz anderes Genre gewagt. In diesem Buch passierte nicht allzuviel. Die Spannung war dadurch nur mäßig. Erst in der zweiten Hälfte nahm sie etwas zu. Gut, es ließ sich leicht und flüssig lesen. Auch war es unkompliziert geschrieben. Es ist eben kein Krimi, sondern ein lustiges, humorvolles Buch, das beschreibt, wie sich Deutsche wohl oft in Italien benahmen. Oft daneben, immer nur dem Essen vertrauend, das sie kannten. Ich vermute allerdings, dass das in der Regel nur, oder zumindest fast nur, in Ferienanlagen so war. Und das kann ich selbst nicht bestätigen, denn dort war ich nie. Es war auf jeden Fall ein amüsantes Buch, ich hätte mich oft kringeln können vor Lachen. Und ich nehme an, dass dies in der Absicht der Autoren lag. In dieser Hinsicht hat es mir gut gefallen. Das Ende mutet allerdings ein wenig seltsam an. Ob die beiden eine Fortsetzung geplant haben? Das wissen nur die Autoren selbst und vielleicht der Verlag. Allerdings finde ich, die Autoren sollten doch besser bei ihren Krimis bleiben, denn das können sie definitiv besser.

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urlaub in der Vergangenheit

Alexander Klein möchte dieses Jahr mit seiner Frau Mona und den Kindern in den Urlaub an die Adria, dort hat er sehr viele Kindheitserinnerungen. Natürlich dürfen Opa Norbert, Oma Renate und Schwester Nicole auch nicht fehlen. Vor der Abfahrt genehmigt er sich noch ein Gläschen Wein und schwelgt in Erinnerungen in dem er alte Fotos anschaut und dabei einschläft. Das Erwachen ist dann äußerst sonderbar, den auf einmal ist Alexander 30 Jahre in die Vergangenheit katapultiert worden und liegt in seinem ehemaligen Kinderzimmer. Als er den anfänglichen Schreck überwunden hat, muss sich der erfolgreiche Werbefachmann im Körper eines 15 jährigen,pubertierenden Teenagers auf die Reise an die Adria machen. Mit Oma, Schwester Niki und einem vollbepackten Kofferraum mit deutschen Konserven, selbstgemachter Marmelade usw. (den man isst nur das was man kennt) geht es auf die Fahrt. Alexander kommt dabei immer wieder an seine Grenzen, den zu der Zeit gab es noch kein Handy,Laptop oder Klimaanlage fürs Auto. Am Urlaubsort angekommen wird erst mal geputzt, Alex sucht sie derweil Abwechslung bei der kaputten Imbissbude von Familie Berlusconi am Strand. Außerdem hat er sich sofort unsterblich in Maria verliebt die dort arbeitet. Leider läuft das Geschäft schlecht den viele Urlauber wollen kein italienisches Essen. Und so möchte Alex der eigentlich ein erfolgreicher Werbefachmann ist der Familie Berlusconi zu mehr Erfolg verhelfen, in dem sie den Deutschen das italienische Essen schmackhaft machen. Was ist am Ende des Romans, hat sich nun die Zukunft verändert oder nicht ? Das kann nur der Leser des Buches feststellen.

Meine Meinung:
Das 320 Seiten dicke Buch der Autoren Klüpfel/Kobr bekannt auch von den Kluftinger Krimis besticht durch die damaligen Klischees der Deutschen im Urlaub. Diese werden im Buch humorvoll dargestellt und so fand ich mich sofort in vielen Szenen wieder und fühlte mich gleich ebenso in meine Jugend versetzt. Bestechend genau schildern sie die Gegebenheiten aus dem Urlaubsalltag der Familie Klein. Jeder der in den 80 er oder davor Urlaub gemacht hat wird sich oder seine Familie, in der einen oder andern Szene wiederfinden. Aber auch die jüngeren Leser werden sich amüsieren,bekommen sie doch so einen Einblick in den Urlaub ihrer Eltern oder Großeltern.
Diejenigen die allerdings die Kluftinger Krimis kennen und schätzen, könnten etwas enttäuscht sein, bedienen doch die beiden Autoren dieses Mal ein ganz anderes Genre. Im Buch werden dann die einzelnen Kapitel jeweils nach einem Musiktitel benannt (z.B. Azzurro, Like Ice in the Sunshine,Männer usw.) und mit Bildern der beiden Autoren ausgeschmückt. Bis auf wenige Seiten fand ich dieses Buch absolut gelungen und vergebe deshalb gute 4 von 5 Sterne.

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