Anne Freytag: Den Mund voll ungesagter Dinge

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Anne Freytag: Den Mund voll ungesagter Dinge
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783453271036
Empfohlenes Alter

Informationen zum Buch

Seiten
400

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Es schüttet.

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Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.

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Ein echtes Buch über das echte Leben

Inhalt:
Die siebzehnjährige Sophie lebt mit ihrem Vater in Hamburg. Ihre Mutter hat sie gleich nach der Geburt verlassen. Doch nun hat der Vater Lena kennen- und liebengelernt und beschlossen, mit Sophie zu Lena nach München zu ziehen. Obwohl vieles perfekt scheint, sträubt Sophie sich gegen die heile Patchworkfamilie, sehnt sich danach, ungeteilt und bedingungslos geliebt zu werden. Zwar gab es schon den ein oder anderen Jungen in Sophies Leben, aber keiner hat ihr wirklich etwas bedeutet. Erst durch die Freundschaft zu dem Nachbarsmädchen in München, Alex, gelingt es Sophie, sich neu zu entdecken und ihren Weg zu finden.

Meine Meinung:
Anne Freytag hat es drauf! Sie versteht es, Menschen genau zu beobachten. Worüber sie schreibt, das ist so echt, das könnte jeder von uns selbst erfahren haben. Sehr präzise legt sie das Seelenleben von Sophie, aber auch von Alex und anderen Jugendlichen offen. Nicht zu wissen, wo man hingehört, erleben wohl die meisten Pubertierenden irgendwann einmal. Dieses Gefühl, von aller Welt verlassen zu sein, Liebeskummer im höchsten Grad … wer hat das nicht selbst schon erlebt? Und dann noch die Irritationen, weil man irgendwie anders ist als die anderen, anders, als alle es von einem erwarten, sogar man selbst.

Ich habe mit Sophie mit gelitten, mich mit ihr gefreut, ich hatte Schmetterlinge im Bauch und Herzschmerz pur. Die Emotionen, die Anne Freytag erzeugt, gehen unter die Haut und mitten ins Herz. Dieses Buch beherbergt eine Achterbahn der Gefühle. Ich konnte mich nicht davon losreißen, zumal mir die Protagonistin Sophie sehr sympathisch war, obwohl oder vielleicht auch gerade weil sie zuweilen etwas zickig ist, aber das war für mich sehr gut nachvollziehbar. Sie wirkte auf mich einfach hundertprozentig authentisch. Die inneren Unsicherheiten der Protagonisten, das nicht Aussprechen gewisser Dinge kann man sehr gut verstehen. Manchmal möchte man die jungen Leute trotzdem schütteln, weil sie sich dadurch nur selbst im Weg stehen.

Zum Glück erfährt Sophie aber sehr viel Rückhalt und Verständnis von ihrer Umwelt. Sehr süß ist dabei auch ihr kleiner Nicht-Bruder Leon, der für einen Sechsjährigen erstaunlich viel Durchblick hat. Am liebsten hätte ich den Kleinen die ganze Zeit geknuddelt. ;-)

Dieses Buch hat mich total geflasht. Ich habe mich beim Lesen zwischen den Seiten verloren. Ich habe alles um mich herum ausgeblendet, weil mir diese Geschichte fast wirklicher vorkam als die Wirklichkeit. Am Ende habe ich es zufrieden zugeklappt und noch lange nachwirken lassen.

Fazit:
„Den Mund voll ungesagter Dinge“ ist ein wunderbar warmherziges und emotionales Jugendbuch mit Charakteren, die wie mitten aus dem Leben gegriffen wirken. Ein Stück von ihnen steckt wohl in jedem Leser.

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Ein beeindruckendes Buch

Inhalt
Obwohl Sophie es nicht möchte, zieht sie mit ihrem Vater nach München zu seiner Freundin und ihrer Familie. In ihrem Leben lief noch nie etwas so wie sie es wollte. Schon ihre Mutter hat sie nach der Geburt verlassen und nun muss sie sich einem neuen Leben stellen. Ihr Vater war noch nie so glücklich, doch Sophie, die noch nie verliebt war, ist es nicht, bis sie das Nachbarsmädchen Alex kennenlernt...

Meine Meinung
Nachdem "Mein bester letzter Sommer" ein absolutes Highlight für mich war, war ich gespannt auf das neue Werk der Autorin, das sich mit einem Thema befasst, das eher selten in Jugendbüchern zu finden ist. Denn die 17-jährige Sophie verliebt sich in das Nachbarsmädchen Alex, versucht zu sich selber zu finden und herauszufinden, wer sie wirklich ist.
Ich habe noch nicht oft Bücher gelesen, in denen es um Mädchen auf der Schwelle zum Erwachsenwerden geht, die merken, dass sie lesbisch sind. Hier hat die Autorin mit viel Gefühl dargestellt, wie das alles für Sophie ist.

Dabei ist Sophie ein sympathischer Mensch mit Fehlern. Sie gibt ihrer neuen Heimat und ihrer neuen Familie keine Chance, was fast wie eine kindliche Trotzreaktion wirkt. Sie versucht gar nicht das Positive zu sehen. Dabei konnte ich mich aber sehr gut in sie hineinversetzen. Denn die Autorin versteht es, dass man als Leser tief in die Protagonisten hineinblicken kann. Sophie macht im Laufe des Buches eine tolle Entwicklung durch. Macht aber auch immer wieder Fehler, aber gerade ihre Fehler machen sie menschlich und authentisch. Und auch die anderen Figuren konnten mich überzeugen.

Die Probleme des Buches und die hier dargestellte Liebesgeschichte sind voller Gefühl geschrieben und bieten einiges an Herzschmerz, Drama, aber auch Glück und Zufriedenheit, mit einigen lustigen Stellen. Als Leser macht man ein Wechselbad der Gefühle durch. Es ist nicht nur ein Buch über die erste Liebe, sondern auch über das Erwachsenwerden.

Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass ein bisschen mehr auf die Probleme eines Coming Outs eingegangen werden würde. Denn in der heutigen Gesellschaft ist das alles noch längst nicht so einfach, wie es eigentlich sein sollte. Über das Thema wurde ein bisschen hinweggegangen, was ich etwas schade fand. Dennoch war es wirklich ein tolles Buch.
Was mich auch etwas gestört hat, war wie viel Sex in dem Buch vorkommt, weil es für mich einfach zu viel war, ein bisschen weniger hätte der Story auch nicht geschadet.

Der Schreibstil ist mehr als authentisch, leicht und locker und voller Emotionen, teilweise sogar frech, was aber zu Sophie passt. Die Autorin schafft es den Leser abzuholen und mitzureißen. Ich liebe ihren Schreibstil und könnte ihre Bücher ewig lesen. Der Plot wird aus Sophies Ich-Perspektive geschildert, was ich hier mehr als gelungen fand.

Das Ende rundet das Ganze überzeugend und toll ab, sodass ich das Buch trotz meiner Kritikpunkte mehr als gelungen fand. Ich freue mich schon jetzt auf weitere Werke der Autorin.

Fazit
"Den Mund voll ungesagter Dinge" sorgte bei mir für ein Wechselbad der Gefühle. Es ist ein beeindruckendes Buch über Homosexualität und dem Erwachsenwerden, das ich nur empfehlen kann, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass mehr zum Thema Coming Out gekommen wäre und weniger Sex. Dennoch ist es ein großartiges Buch über ein Thema das noch gerne totgeschwiegen wird.

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Glaubwürdige Geschichte über gleichgeschlechtliche Liebe und die Erkundung eigener Sexualität

Klappentext
„Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.“

Gestaltung
Da rot meine Lieblingsfarbe ist, finde ich das Cover natürlich ziemlich cool! Mir gefällt auch die Skizze des Mädchens mit Dutt sehr gut, da die Haare sehr realistisch gezeichnet sind und da das Mädchen vor dem einfarbigen Hintergrund gut zur Geltung kommt. Die Schrift ist zwar sehr gradlinig und einfach, fällt aber durch die Regenbogenfarben auf. Insgesamt gefällt mir das Cover sehr gut, auch wenn ich finde, dass der Titel vor dem roten Hintergrund besser zu lesen wäre, wenn der Titel etwas dicker geschrieben wäre.

Meine Meinung
„Den Mund voll ungesagter Dinge“ ist mein erstes Buch von Anne Freytag, die schon durch ihren Jugendroman „Mein bester letzter Sommer“ große Bekanntheit in der Jugendbuchszene erlangt hat. Darum war ich natürlich sehr gespannt, was hinter all dem Lob für ihren Schreibstil und ihre literarischen Werke steckt. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Protagonistin Sophie erzählt. Dabei fand ich es sehr beeindruckend, wie Anne Freytag erzählt, denn durch ihre Wort- und Satzwahl wurde die Geschichte für mich nahezu lebendig. Sie kombiniert lange und kurze Sätze und erzeugt so, wenn beispielsweise eine der Figuren rennt, das Gefühl, als würde ich als Leser mitrennen. So fühlte ich mich beim Lesen sehr nah an den Geschehnissen, denn sie wirkten für mich sehr real.

Die Handlung ist eine besondere, denn sie behandelt die Erkundung der eigenen Sexualität. Dabei wird hier besonders auf Homosexualität eingegangen, denn Sophie verliebt sich in ein Mädchen, in Alex. Diese Thematik ist zwar nichts Neues, denn sie findet sich heutzutage immer mal wieder in (Jugend-)Büchern, aber trotzdem ist es wichtig und gut, dass die Autorin es aufgreift. Viele junge Menschen sehen sich mit den Fragen, die sich Sophie im Buch stellt konfrontiert und darum bietet das Buch einiges Identifikationspotenzial.

Was ich sehr gerne an der Geschichte mochte war, dass ich durch Sophies Handlungen immer wieder überlegt habe, wie ich mich an ihrer Stelle verhalten würde. Würde ich genauso reagieren? Was würde ich an ihrer Stelle tun? Anne Freytag regt den Leser dazu an, sich intensiv mit Sophie und ihren Erlebnissen sowie Gefühlen auseinander zu setzen. Dabei fand ich es klasse, wie die Autorin Sophies Identitätskrise bzw. ihre Entwicklung dargestellt hat, denn dies war für mich sehr glaubhaft. Es kamen viele Gefühle vor, die man selber noch aus seiner Jugendzeit kennt: Glück, Unsicherheit, Zweifel, Liebe… Was mir vielleicht etwas zu viel war, war der Sex zwischen Sophie und Alex. Beim Lesen hatte ich den Eindruck, dass sie sehr oft miteinander schlafen.

Sophie war für mich auch eine sehr realistische Protagonistin. Sie ist menschlich und reagiert so, wie 17jährige reagieren würden (oder wie ich in dem Alter vermutlich auch reagiert hätte). Da hier mit der gleichgeschlechtlichen Liebe etwas beschrieben wurde, das ich nie selbst so empfand, musste ich mich hier auch sehr auf Sophie verlassen, denn ohne sie, hätte ich nie einen Einblick in die Gefühlswelt eines Menschen, der sein Coming Out noch vor sich hat, werfen können. Dies hat die Autorin in meinen Augen sehr gut gelöst und beschrieben, denn ich habe zu keinem Zeitpunkt an Sophie oder ihren Handlungen gezweifelt. Sie erschienen für mich sehr authentisch.

Fazit
Mein erstes Buch von Anne Freytag hat mir sehr gut gefallen, denn der Schreibstil der Autorin hat mir die Erlebnisse der Figuren sehr nah gebracht. „Den Mund von ungesagter Dinge“ ist eine Geschichte über die Erkundung der eigenen Sexualität und über gleichgeschlechtliche Liebe, die aus meinen Augen sehr authentisch und glaubwürdig geschildert wurde, auch wenn es für meinen Geschmack etwas zu viel Sex gab. Die emotionale Berg- und Talfahrt hat die Geschichte dafür aber sehr spannend gemacht und mir die Identitätsentwicklung von Sophie sehr glaubhaft dargestellt.
4 von 5 Sternen!

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