Ilsa J. Bick: Atemnot

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Ilsa J. Bick: Atemnot
ET (D)
2014
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
Originaltitel
Drowning Instinct
ET (Original)
2012
ISBN-13
9783863960643

Informationen zum Buch

Seiten
352

Sonstiges

Originalsprache
amerikanisch
Übersetzer/in
Erster Satz
"Hör zu", sagt der Kommissar.

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Handlungsort

Handlungsorte
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Es gibt Geschichten, in denen das Mädchen seinen Prinzen findet, und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. So eine Geschichte ist das hier nicht. Jenna Lords Leben verlief bisher nicht gerade wie im Märchen. Ihr Vater ist ein kontrollbesessener Neurotiker und ihre Mutter Alkoholikerin. Früher war ihr älterer Bruder ihr einziger Halt, doch jetzt ist er im Irak stationiert. Und vor einigen Jahren wäre Jenna beinah bei einem Hausbrand ums Leben gekommen. Es gibt Geschichten, in denen das Monster das Mädchen umbringt und alle um das unschuldige Opfer trauern. So eine Geschichte ist das hier auch nicht. Mitch Anderson hat viele Qualitäten: Er ist ein engagierter Lehrer und Lauftrainer. Ein liebevoller Ehemann. Ein Mann mit einer ziemlichen … Anziehungskraft. Und dann gibt es noch die Geschichten, bei denen man schwer sagen kann, wer der Prinz und wer das Monster ist, wer das Opfer und wer es verdient, bis an sein Lebensende glücklich und zufrieden zu leben. Diese Geschichten sind die besten.

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Ein Roman zwischen Tragödie und Thriller

Inhalt:
Jenna Lord ist 16. Ihre Mutter führt einen traditionsreichen, aber bankrotten Buchladen und trinkt mehr Alkohol, als ihr und der Familie guttut. Jennas Vater ist Schönheitschirurg und betrügt seine Frau, über die Familie herrscht er mit eiserner Kontrolle. Kein Wunder, dass Jenna psychische Probleme hat. Sie macht gerade einen Neuanfang an einer neuen Schule. Hier kümmert sich der sympathische Chemielehrer Mr Anderson um sie. Seit langer Zeit fühlt Jenna sich zum ersten Mal wieder umsorgt. Doch auch Mr Anderson hat seine Geheimnisse …

Meine Meinung:
Das Buch beginnt quasi mit dem Ende: Jenna wurde mitten im Winter aus einem See gefischt, wo sie fast ertrunken wäre. Was ist geschehen? Genau dies will der zuständige Kommissar, Bob Pendleton, von ihr wissen. Um Jenna die Aussage zu erleichtern, drückt er ihr ein Diktiergerät in die Hand, auf das sie ihre Geschichte sprechen soll, und lässt sie dann allein. Als Leser erwartet uns also eine mehr oder weniger ins Unreine gesprochene Erzählung aus Jennas Perspektive.

Diese Art der Erzählung finde ich hier sehr passend und absolut gelungen. Zuweilen hat man den Eindruck, dass die Chronologie nicht ganz stimmt, dass vielleicht auch mal Dinge ausgelassen wurden. Aber das ist ja logisch. Aus dem Stehgreif in der richtigen Reihenfolge zu berichten, ist ja nicht einfach. Man vergisst etwas und fügt es später ein. Man möchte der Polizei auch nicht unbedingt alles sagen. Man betont manche Dinge mehr, als ihnen an Bedeutung zukommt, die Aussage ist schließlich subjektiv. Und so hat man beim Lesen nie die Sicherheit, dass sich wirklich alles so abgespielt hat, wie Jenna das erzählt. Man fragt sich immer, ob sie aufgrund ihrer psychischen Probleme etwas falsch verstanden hat oder sich etwas zusammenreimt, was sie sich wünscht.

Ilsa J. Bick spielt sehr gekonnt ein großes Verwirrspiel mit dem Leser. Im Laufe der Geschichte kommen so viele Fragen auf, und kaum meint man, die Antwort zu kennen, muss man sie schon wieder revidieren, weil weitere Erkenntnisse offengelegt werden, die meist auch eine große Überraschung beinhalten. So werden nach und nach viele Puzzleteilchen aufs Tonband gesprochen. Dabei kommen schockierende Dinge zutage, aber auch große Gefühle. Und was wirklich passiert ist, erkennt man erst ganz am Schluss. Der Weg dahin ist äußerst spannend und interessant.

Die Protagonistin Jenna ist mir schnell ans Herz gewachsen. Trotzdem hätte ich sie manchmal schütteln können, wenn sie gerade dabei war, einen großen Fehler zu machen. Doch meist weiß man ja erst hinterher, dass es ein Fehler war. Und nicht nur Jenna macht hier Fehler. Hätte jemand an einer Stelle anders gehandelt, hätte die Geschichte schon eine ganz andere Wendung nehmen können.

Auch Mr Anderson, der Chemielehrer, war mir über weite Strecken sehr sympathisch, ein richtiger Gutmensch, fast zu gut, um wahr zu sein. Doch schon bald bekommt man Zweifel an seinen guten Absichten. Wie schon im Klappentext erwähnt, ist es schwierig zu entscheiden, wer hier das Opfer und wer das Monster ist. Es gibt eben nicht nur Gut und Böse, Schwarz und Weiß.

Die Autorin versteht es, die Spannung von Anfang bis Ende hochzuhalten, indem sie den Leser lange im Unklaren lässt, indem Jenna immer wieder kleine Andeutungen auf etwas Schlimmes macht, die erst später wieder aufgegriffen werden. So liest man sich atemlos durch das Buch und will es gar nicht aus der Hand legen, bis man endlich weiß, was geschehen ist.

Fazit:
Ein spannender, beeindruckender, aber auch verwirrender und zum Nachdenken anregender Roman für Menschen ab ca. 14 Jahren. Für Jüngere könnten manche Szenen zu schockierend sein.

Meine Empfehlung: LESEN!

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Ich werde bewusst auf eine Zusammenfassung des Inhaltes verzichten und wiederhole nur einen bestimmten Satz der Kurzbeschreibung, weil er meiner Meinung nach am Besten wiedergibt, was es über dieses Buch zu sagen gibt: „Diese Geschichten sind die besten.“

„Atemnot“ von Ilsa J. Bick gehört zu den Büchern, bei denen du schon nach wenigen Seiten weißt, dass es unglaublich sein wird. Und nach dem Lesen der letzten Seite kann gesagt werden, es war mehr als nur unglaublich.

„Atemnot“ wird aus der Sicht von Jenna erzählt, sozusagen als Tagebucheintrag, der die Geschehnisse Revue passieren lässt. Schon bereits auf den ersten Seiten entsteht ein Sog, dessen sich der Leser nicht entziehen kann. Der Schreibstil von Ilsa J. Bick ist direkt. Sie verschönert nichts und lässt den Leser dabei so manches Mal hart schlucken.

Die Geschichte um Jenna strahlt Düsternis, Melancholie und viel Schmerz aus. Es ist keine leichte Kost und mit Sicherheit auch nicht für jedes Gemüt etwas. Aber es ist auch eine wahre Perle unter den Jugendbüchern. „Atemnot“ versteht es zu bewegen, zum Nachdenken anzuregen und vieles zu hinterfragen. Es ist nicht immer alles schwarz und weiß. Im Leben gibt es viele Grautöne und auf diesen bewegt sich „Atemnot“.

Jenna und auch alle anderen Charaktere sind nicht so einfach in eine Schublade zu stecken. Auch hier spielt die Autorin viel mit den versteckten Farben, sodass dem Leser viele Überraschungen und Wendungen geboten werden. Es ist nie sicher, wie die Wahrheit nun wirklich aussieht. Diese Ungewissheit und das Mysteriöse verleihen „Atemnot“ dieses gewisse Etwas und machen das Buch zu einem Leseerlebnis der ganz besonderen Art.

Das Ende lässt den Leser sprachlos und in einer leichten Schockstarre zurück. Auch wenn für viele dieses Ende sehr abrupt erscheinen mag, so ist es meiner Meinung nach verdammt gut gewählt worden von Frau Bick. Es passt zum Rest der Geschichte und katapultiert „Atemnot“ zu meinen bisherigen Highlights in 2014.

Fazit
„Atemnot“ von Ilsa J. Bick ist eines dieser Bücher, die nicht nur von der ersten Seite an fesseln, sondern den Leser bewegen und zum Nachdenken anregen. Melancholie, Düsternis, falsche Wahrheiten und eine Geschichte, die sich auf den Grautönen des Lebens bewegt. Ein wahrer Pageturner, der unbedingt gelesen werden sollte. Absolute Leseempfehlung!

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Atemnot

Atemnot von Ilsa L. Bick
Zum Inhalt:
Jenna Lord ist 16 Jahre alt und liegt im Krankenhaus. Der Polizist Bob besucht sie und bittet sie, ihm ihre Geschichte zu erzählen. Er will verstehen was passiert ist. Und Jenna erzählt ihre Geschichte. Eine Geschichte, die mich atemlos hat lesen lassen.
Meine Meinung:
Ich war gleich von Anfang an total fasziniert von dieser Geschichte. Die Autorin hat es geschafft, mich völlig atemlos lesen zu lassen. Hat es geschafft, mich hin- und her schwanken zu lassen zwischen meiner Meinung. Wer ist gut? Wer ist böse?
Jenna ist die Hauptperson dieser Geschichte. Sie spricht ihre Geschichte auf ein Aufnahmegerät und das was sie erzählt, ist so spannend, das es mir sehr schwer gefallen ist, das Buch aus der Hand zu legen. Jenna ist 16 Jahre alt und sie hat schon so einiges schlimme erlebt. Als Kind hat sie schwere Verletzungen erlitten und danach eine Zeit hinter sich bringen müssen, die sie geprägt hat. Nun soll ein Schulwechsel ihr die Möglichkeit geben, noch einmal neu anzufangen. Ich fand Jenna gleich von Anfang an sympathisch und habe wirklich mit ihr gelitten und mich mit ihr gefreut.
Eine weitere gut gelungene Charaktere ist Mr. Anderson. Der Chemielehrer an Jennas Schule. Er geht auf seine Schüler ein und steht ihnen immer zur Seite. Er leitet die Crosslaufmannschaft der Schule und möchte auch Jenna gerne in die Mannschaft aufnehmen.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung. Mich hat diese Geschichte total überrascht. Die Art, wie diese Geschichte erzählt wurde, ist etwas völlig anderes als gewohnt. Für mich hat diese Geschichte eine Sogwirkung entwickelt, wie ich es selten erlebt habe. Ich werde dieses Buch noch lange in Erinnerung behalten und wie es der Klappentext sagt: Was ist gut? Was ist böse? Bei dieser Geschichte gibt es nicht nur schwarz und nicht nur weiß.

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Lesehighlight 2014

Kurzbeschreibung: "Es gibt Geschichten, in denen das Mädchen seinen Prinzen findet, und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. So eine Geschichte ist das hier nicht. Jenna Lords Leben verlief bisher nicht gerade wie im Märchen. Ihr Vater ist ein kontrollbesessener Neurotiker und ihre Mutter Alkoholikerin. Früher war ihr älterer Bruder ihr einziger Halt, doch jetzt ist er im Irak stationiert. Und vor einigen Jahren wäre Jenna beinah bei einem Hausbrand ums Leben gekommen. Es gibt Geschichten, in denen das Monster das Mädchen umbringt und alle um das unschuldige Opfer trauern. So eine Geschichte ist das hier auch nicht. Mitch Anderson hat viele Qualitäten: Er ist ein engagierter Lehrer und Lauftrainer. Ein liebevoller Ehemann. Ein Mann mit einer ziemlichen … Anziehungskraft. Und dann gibt es noch die Geschichten, bei denen man schwer sagen kann, wer der Prinz und wer das Monster ist, wer das Opfer und wer es verdient, bis an sein Lebensende glücklich und zufrieden zu leben. Diese Geschichten sind die besten."

Nachdem mich die Autorin mit dem ersten Band der Ashes-Quadrologie begeistern konnte, veranlassten mich Brutalität und Langatmigkeit des zweiten Bandes, die Ashes Reihe nicht weiter zu verfolgen. Bei mir eine große Seltenheit. Umso gespannter war ich auf „Atemnot“, ein abgeschlossenes Jugendbuch.

Der Klappentext machte mich neugierig und so dauerte es nicht lange bis ich das Buch in den Händen hielt. Noch kürzer dauerte es bis ich das Buch beendete, denn die Geschichte lies mich nicht mehr los und somit las ich die knappen 350 Seiten an einem Tag, ohne Pause.

Sowohl Cover als auch Titel sind perfekt gewählt. Der Schreibstil von Ilsa J. Bick ist einfach und gut zu verstehen. Trotzdem wirkt er nicht simpel oder stupide, denn Ilsa J. Bick spielt mit vielen Metaphern und wunderschönen Sätzen. Die Kapitel sind kurz und somit fliegen die Seiten nur so dahin.

Die Protagonistin Jenna erzählt dem Polizisten Bob, auf einem Diktiergerät, ihre Geschichte. Die Geschichte wie es zu jener Nacht im Krankenhaus kam. Das Buch bedarf keiner langen Einführungszeit und somit ist man gleich mitten drin. Die Autorin nimmt einen Teil des Endes vorne weg und schreibt anschließend wie es dazu kam. Dennoch war mir bis zum Schluss unklar, wie das Buch ausgehen wird und wer welche Ziele verfolgte.

Als Jenna mit dem erzählen beginnt, erfährt man zunächst viel über sie und ihre Familie. Die Charaktere sind gut gezeichnet und sehr authentisch. Ich konnte mir bei allen schnell ein Bild machen. Jenna hat es nicht leicht. Die Mutter ist Alkoholikerin, der Vater neigt dazu wegen Kleinigkeiten völlig auszurasten und ihr Bruder Matt, ihr engster Verbündeter, kämpft im Irak. Jenna ist also nach ihren „Problemchen“ (so nennt ihr Vater ihren Psychiatrieaufenthalt) völlig alleine und muss zudem noch an ihrer neuen Schule klar kommen. Hier lernt sie auch ihren Lehrer Mitch Anderson kennen. Er kümmert sich um sie und hilft ihr, mit ihrem Leben wieder klar zu kommen. Sie gehen gemeinsam laufen und schnell wird dem Leser klar, dass es dabei nicht bleiben wird.

Was mich an „Atemnot“ faszinierte war unter anderem die Atmosphäre die Ilsa J. Bick erschafft. Als Leser fühlt man mit Jenna mit. Man möchte wissen was Mr. Anderson für sie empfindet, leidet wenn es ihr schlecht geht und fragt sich durchgehen wie es zu dieser Nacht kommen konnte. Ein weiterer Punkt, der mich begeistern konnte, war die Unvorhersehbarkeit des Buches. Klar, auf manche Geschehnisse habe ich bereits gewartet, trotzdem konnte die Geschichte mit absolut unerwarteten Wendungen und einem überraschenden Ende punkten. Mich hat die Geschichte von Jenna wirklich sehr berührt und wie am Anfang der Rezension erwähnt, konnte ich das Buch nicht zur Seite legen, bevor ich nicht das Ende der Geschichte erfuhr.

Die Vorsichtigkeit mit welcher Ilsa J. Bick die psychischen Probleme von Jenna beschreibt hat mir wirklich gut gefallen. Ein großes Tabu-Thema, das „Ritzen“, hat Frau Bick so beschrieben, dass man Jenna und die Auslöser, die dies verursachten, sehr gut verstehen konnte.

Fazit: Ich gehöre definitiv nicht mehr zur Zielgruppe dieses Buches. Dennoch konnte mich die Geschichte um Jenna restlos begeistern. „Atemnot“ ist ein Buch, das ich Jugendlichen, aber auch Erwachsenen ans Herz legen möchte. Nicht nur, wegen der spannenden und berührenden Geschichte, sondern auch, weil die Probleme von Jenna und die Art wie dieses Thema behandelt wurde, für psychische Erkrankungen sensibilisiert.

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Atemnot

Zu Beginn hatte ich ein bisschen Angst, dass es sich bei Drowning Instinct um eine simple Liebesgeschichte handeln würde – doch weit gefehlt. Die Beziehung, die sich zwischen Jenna und Mr. Anderson entwickelt, spielt zwar eine große Rolle, aber ist nicht unbedingt das Hauptaugenmerk der Geschichte. Vielmehr geht es um einzelne Personen und ihre Probleme; die Gründe, warum ein Mensch „still in seinem Leben ertrinkt“. Spannend ist es obendrein, da zu Beginn viele Fragen aufgeworfen werden, die im Laufe der Handlung immer mehr werden. Ich hatte wirklich sämtliche Szenarien in meinem Kopf, was da alles bei dem See passiert sein könnte... Aber genau das ist es irgendwie; die Dinge, die man sich selber im Kopf zusammen spinnt und wie man urteilt, ohne zu wissen, welche Beweggründe eine Person für ihr Handeln hat.

Wie schon oben beschrieben, wird die Geschichte von Jenna erzählt. Zwischendurch richtet sie ihre Worte immer wieder an Detective Pendleton, oder Bob, wie sie ihn nennt. Die Idee fand ich zwar gut, weil's so den Erzählstil via Tonbandaufnahme authentischer erscheinen lässt, aber ab der Mitte haben mich diese kleinen Zwischenkapitel leider ein wenig genervt.

Sehr überrascht war ich über die beiden „Was zum...?!“-Momente, die ich während der Lektüre hatte. Auf diese Entwicklungen war ich wirklich nicht gefasst und konnte sie auch nicht vorhersehen – fand ich toll!

Und nun zum Ende: bis jetzt weiß ich nicht, ob ich das Ende super finde oder ob ich mich ärgere...
1. Auch wenn ich Jennas Gedanken und Taten bis dahin verstehen konnte, am Ende wollte ich sie nur noch nehmen und gegen die Wand klatschen! Sie hat einfach panisch nach Kurzschlussreaktionen gehandelt (sagt man das so?) ohne über die Konsequenzen nachzudenken.
2. Allerdings macht sie das ganz zum Schluss wieder wett – womit ich auch nicht mehr gerechnet habe.
3. Wer sich eine abgeschlossene Geschichte wünscht wird hier enttäuscht sein, denn das Ende ist offen und sehr viele Fragen bleiben leider unbeantwortet.

Trotzdem vergebe ich sehr gerne 4 Sterne, da mich die Story in ihren Bann gezogen hat und ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass dies eines der wenigen Bücher ist, deren gesamte Handlung mir auch noch nach Jahren im Gedächtnis bleiben wird.

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Mit kleinen Schwächen, aber dennoch lesenswert

Klappentext
„Es gibt Geschichten, in denen das Mädchen seinen Prinzen findet, und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. So eine Geschichte ist das hier nicht. Jenna Lords Leben verlief bisher nicht gerade wie im Märchen. Ihr Vater ist ein kontrollbesessener Neurotiker und ihre Mutter Alkoholikerin. Früher war ihr älterer Bruder ihr einziger Halt, doch jetzt ist er im Irak stationiert. Und vor einigen Jahren wäre Jenna beinah bei einem Hausbrand ums Leben gekommen. Es gibt Geschichten, in denen das Monster das Mädchen umbringt und alle um das unschuldige Opfer trauern. So eine Geschichte ist das hier auch nicht. Mitch Anderson hat viele Qualitäten: Er ist ein engagierter Lehrer und Lauftrainer. Ein liebevoller Ehemann. Ein Mann mit einer ziemlichen … Anziehungskraft. Und dann gibt es noch die Geschichten, bei denen man schwer sagen kann, wer der Prinz und wer das Monster ist, wer das Opfer und wer es verdient, bis an sein Lebensende glücklich und zufrieden zu leben. Diese Geschichten sind die besten.“

Gestaltung
Ich finde das Cover von „Atemnot“ ist mal etwas anderes als das, was man sonst so kennt. Es löst beim Betrachter eine gewisse Beklemmung aus aufgrund der Farbwahl, den Wassertropfen, die vom Gesicht laufen und dem Motiv. Die unterschiedlichen Blautöne harmonieren miteinander und wirken besonders dadurch, dass sie von dunkel nach hell verlaufen. So sticht auch der rote Titel hervor, da er auf dem hellblauen Untergrund steht. Der dunklere Mädchenkopf, der so aussieht als sei er gerade aus dem Wasser aufgetaucht, spiegelt dabei gut den Titel „Atemnot“ wieder.

Meine Meinung
Der neue Roman von der „Ashes“-Autorin Ilsa J. Bick ist etwas ganz anderes, als ihre bisherige Buchreihe. Die facettenreiche Autorin zeigt dem Leser hier eine ganz andere Seite, wobei „Atemnot“ zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Dies liegt an dem Erzählstil der Geschichte. Nach einer sehr kurzen Einführung, in der normal mittels eines Erzählers in der 3. Person Präsens berichtet wird, wechselt der Erzählstil zu einem Ich-Erzähler, da die Protagonistin Jenna dann ihre Geschichte zu erzählen beginnt.

Besonders hierbei ist vor allem die Berichtweise, denn die Kapitel sind recht kurz gehalten und spiegeln eine Diktiergerätaufnahme wieder. So gliedert sich das Buch in die einzelnen Kapitel oder Szenen dieser Aufnahme und gehen von 1:a bis 53:g. Dabei kommt es dem Leser wirklich so vor, als würde Protagonistin Jenna zu einem sprechen. Vor allem durch die umgangssprachlichen Formulierungen und auch unvollständigen Sätze erscheint es wirklich realistisch und eben wie ein mündlicher Bericht.

Durch diesen Erzählstil wird der Leser tief berührt, da man Jenna immer besser kennen lernt und ihr Schicksal einen sehr bewegt. Man kann ihre Gefühle sowie Gedanken sehr gut nachvollziehen, auch wenn man sich erst an diese Erzählweise gewöhnen muss.
Der Schreibstil von Ilsa J. Bick war aber wie gewohnt flüssig und angenehm zu lesen, sodass man sich an die „Diktiergerätgeschichte“ schnell gewöhnt hat.

Besonders packend gestaltet sich der bereits angesprochene Anfang der Geschichte. Als Leser weiß man nicht, was passiert ist und wird mitten in eine Szenerie geworfen, die zunächst unverständlich scheint. Das Einzige, das man weiß, ist, dass vermutlich ein Verbrechen passiert ist, in das Jenna vermutlich als Opfer verwickelt ist. Der ermittelnde Kommissar bittet sie ihre Erlebnisse und Geschehnisse auf sein Diktiergerät zu sprechen und so beginnt „Atemnot“. Dieser Anfang macht den Leser neugierig auf den weiteren Handlungsverlauf, sodass man sich fragt, was mit Jenna passiert ist und gespannt weiter liest.

Im weiteren Verlauf erfährt der Leser dann Stück für Stück Jennas Leben, bis hin zu den Ereignissen vom Anfang der Geschichte. Allerdings schweift sie auch schon mal ab beim erzählen (wie Gedanken es eben tun) oder redet über Dinge, die scheinbar nicht viel mit dem eigentlichen Vorfall vom Handlungsbeginn zu tun haben. Leider gab es in Jennas Bericht zusätzlich einige Wiederholungen, die nicht hätten sein müssen.

Fazit
Mit „Atemnot“ hat Ilsa J. Bick ein Werk geschaffen, das sich eindeutig auf dem Buchmarkt durch seine Andersartigkeit abhebt und hervorsticht. Die ernste Thematik des Romans wird dadurch, dass sie immer im Hinterkopf des Lesers schwebt, auch sehr schön aufgegriffen. Besonders gefallen hat mir, dass der Leser die Protagonistin durch diesen ungewöhnlichen Erzählstil in Form der mündlichen Erzählung wirklich sehr gut kennen lernt. Allerdings haben mich die vielen Wiederholungen gestört und das doch recht offene, plötzliche Ende.
4 von 5 Sternen!

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