Thomas Thiemeyer: Das verbotene Eden. David und Juna

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Thomas Thiemeyer: Das verbotene Eden. David und Juna
Verlag
ET (D)
2011
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783426283608

Informationen zum Buch

Seiten
464

Sonstiges

Erster Satz
Wenn unsere Welt zusammenbricht, dann schneller, als wir uns das im Moment ausmalen können.

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Männer und Frauen. Feuer und Wasser. David und Juna. Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Seit den »dunklen Jahren« leben Männer und Frauen in erbitterter Feindschaft. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in den Ruinen der alten Städte hausen, haben die Frauen in der wilden Natur ein neues Leben angefangen. Nichts scheint undenkbarer und gefährlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen der 17-jährigen Kriegerin Juna und dem jungen Mönch David. Und doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer ...

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Dystopie mal anders

Inhalt:

Deutschland 2080: Vor 65 Jahren wurde die Menschheit durch die Auswirkungen eines Virus in einen Vernichtungskrieg gestürzt, den nur wenige überlebten. Seitdem stehen sich Männer und Frauen unversöhnlich gegenüber und leben voneinander getrennt. Doch einiges ändert sich, als die 17jährige Kriegerin Juna dem gleichaltrigen Mönch David begegnet.

Meine Meinung:

Sehr interessant und originell finde ich Thomas Thiemeyers Idee, eine Dystopie zu entwickeln, in der Männer und Frauen nicht mehr zusammenleben. Das birgt ein weites Betätigungsfeld für den Autor und daneben auch viel romantisches Potential, eine Romeo-und-Julia-Geschichte zu schreiben (und darauf läuft es ja dann auch hinaus und folgerichtig spielt sogar Shakespeares "Romeo und Julia" eine tragende Rolle im Buch - allerdings dauert es bis in die Mitte des Buches, bis sich David und Juna endlich begegnen).

Die Hauptpersonen sind charakterlich so geschildert, daß man sich als Leser gut mit ihnen anfreunden und mitfühlen kann. Einige Wendungen im Verhalten von Juna empfand ich allerdings als zu plötzlich und unbegründet.

Eine Welt, in der die meisten Menschen durch einen Krieg ausgerottet sind, der größte Teil der Technologie nicht mehr funktioniert und zudem Männer und Frauen getrennt leben und sich unversöhnlich gegenüberstehen, bildet jede Menge Potential für eine interessante Ausarbeitung. Leider finde ich, daß Thiemeyer es hier an Tiefe fehlen läßt. Gute Ansätze sind zwar da, doch gerade bezüglich des Verhaltens der Männer/Frauen und wie sie sich jeweils organisieren, rutscht Thiemeyer meiner Meinung nach schnell in Klischees.

Auch die Details der Welt nach der Katastrophe hätten realistischer ausgearbeitet werden können. Hier empfand ich eine gewisse Beliebigkeit in der Auswahl. Beispiele: warum gibt es nach 65 Jahren noch funktionierende Fahrzeuge und auch Benzin, um diese zu betreiben, sowie funktionierende Schußwaffen und offenbar ausreichend Munition? Warum sind z.B. Webstühle noch bekannt, aber der Buchdruck in Vergessenheit geraten, obwohl es noch Überlebende aus der Zeit vor den "dunklen Jahren" gibt, die das Prinzip eigentlich kennen müßten? (Stattdessen sitzen die Mönche in Schreibstuben wie im Mittelalter.) Warum gibt es keinen Kontakt zu eventuellen Überlebenden in anderen Ländern? Warum ist von allen möglichen Büchern ausgerechnet der "Hexenhammer" erhalten geblieben, nicht aber ein Buch, anhand dessen man z.B. einen Generator bauen und elektrischen Strom erzeugen könnte, oder sonst eines der unzähligen technischen Fachbücher? Warum halten die Männer am Christentum fest, fallen aber ins Mittelalter zurück, und die Frauen greifen innerhalb so weniger Jahre auf eine archaische heidnische Religion zurück?

Das alles wird meiner Ansicht nach nicht genügend erklärt, es bleibt an der Oberfläche. Es ist ein Jugendbuch - ich weiß nicht, wie tief Jugendliche, denen die Lebenserfahrung noch fehlt, über solche Fragen nachdenken oder ob sie einfach nur der Geschichte folgen. Wenn man sich mit solchen Gedanken nicht weiter aufhält, gibt es durchaus Spannung, überraschende Wendungen und Unterhaltung in der Geschichte von Juna und David.

Fazit: Trotz der genannten Schwächen finde ich es gut, daß das Buch dazu anstößt, nachzudenken, wie die Welt nach einer Katastrophe aussehen würde, die einen Großteil der Menschheit und ihrer Ressourcen vernichtet, wie die Gesellschaft sich unter diesen Mangelbedingungen organisiert und ob es Verhaltensweisen gibt, die wirklich typisch für Männer oder für Frauen sind. Außerdem hat das Buch mich recht gut unterhalten.

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Nach den dunklen Jahren

2015 irgendwo in Deutschland: Es wurde ein neuer Grippeimpfstoff entwickelt, der Viren mutieren lässt. Die von diesem mutierten Virus befallenen Menschen erleiden eine ganz besondere Nebenwirkung: Sie entwickeln einen Hass auf das jeweils andere Geschlecht. So kommt es, dass die Gesellschaft zusammenbricht. Später wird diese Zeit „die dunklen Jahre“ genannt. Männer und Frauen bauen sich ihre eigenen Gemeinschaften auf und bekämpfen sich gegenseitig, wobei es nach langem Ringen endlich einen, wenn auch labilen, Frieden gibt. Wir finden uns nun 65 Jahre später. Die Frauen leben auf dem Land und bestellen es, während die Männer sich die vorhandenen Fahrzeuge, Treibstoff und Waffen unter den Nagel gerissen haben und in der Stadt leben. Es gibt eine Übereinkunft zwischen den Geschlechtern, die den Männern das Recht zubilligt, regelmäßig einen Teil der Ernte der Frauen einzufordern. Bei dieser Gelegenheit bieten sich auch empfängnisbereite Frauen den Männern dar, um ein Aussterben der Menschheit zu verhindern. Doch leider geben sich einige Männer nicht mit ihrem Anteil zufrieden. Sie verlangen mehr und greifen zu Gewalt. Als die Frauen sich dagegen wehren, droht eine Eskalation der Situation.

Die Hauptcharaktere sind Juna, mit 17 schon Priesterin der Brigantia und der etwa gleichaltrige David, der im Kloster in der Bibliothek arbeitet. Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht der Frauen (meist Junas) und aus der Sicht der Männer (meist Davids) geschildert, wodurch der Leser Einblick in die Welt der Frauen und die der Männer bekommt. Das ist sehr gut gelöst. Die Figur der Juna gefällt mir sehr gut. Eigentlich hat sie eher männliche Eigenschaften. Sie ist recht kriegerisch, entschlossen und mutig. Dagegen ist David anfangs ein eher unscheinbarer, ruhiger und unsicherer Typ. Die zwei entsprechen so gar nicht dem weiblichen und männlichen Klischee. Und so ist es nicht verwunderlich, dass ausgerechnet sie aus der Reihe tanzen werden. Die Wege der beiden kreuzen sich schon bald, und die Vermutung, dass sie sich verlieben werden, liegt schon früh nahe, zumal auch Shakespeares Werk „Romeo und Julia“ eine große Rolle spielt.

Dem Autor ist es gelungen, von der ersten bis zur letzten Seite die Spannung zu halten, wobei es zwischendurch mehrere Höhepunkte gibt. Ich wollte das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen. Die groben Züge der Handlung waren zwar von Anfang an klar und vorauszusehen, doch hat Thomas Thiemeyer auch einige nette Überraschungen eingebaut, die dem Ganzen die Würze geben.

Es wurde zwar nicht wirklich schlüssig dargelegt, wie die beschriebene Dystopie entstehen konnte, doch das stört mich nicht weiter, das kann ich hinnehmen. Allerdings habe ich mich die ganze Zeit gefragt, warum die Frauen sich den Männern einfach unterwerfen. Dafür gab es meiner Meinung nach keine Veranlassung. Die Männer hätten genau wie die Frauen selbst das Land bestellen und so für ihren Unterhalt sorgen können. Die Liebe zwischen Juna und David hat sich in meinen Augen etwas zu sprunghaft entwickelt. Dafür, dass Juna anfangs alle Männer abgrundtief hasste, ging mir das etwas zu schnell und reibungslos. Da hätte ich mir noch etwas mehr an (zwiespältigen) Gefühlen gewünscht.

Ich lese sehr gerne dystopische Romane. Dabei trifft man in den verschiedenen Büchern oft auf die gleichen oder doch ähnliche Motive. Thomas Thiemeyer hat hier allerdings etwas ganz Außergewöhnliches geschaffen. Von einer Welt, die Männer und Frauen trennt, habe ich noch nie gelesen. Von Thiemeyer kenne ich bisher nur Romane für Erwachsen. Jetzt weiß ich, dass er auch in der Lage ist, einen tollen Jugendroman zu schreiben. Laut seiner Homepage plant der Autor noch zwei weitere Eden-Bücher. Ich freue mich darauf.

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David und Juna

Die Grundstimmung des Buches ist oft sehr düster. Da werden Frauen als Hexen bezeichnet und für den Inquisitor ist der „Hexenhammer“ ein Buch in dem die Wahrheit über Frauen steht. Doch auch die Frauen gehen mit männlichen Gefangenen nicht zimperlich um. Die hierbei beschriebene Gewalt und die abfälligen Bemerkungen über das andere Geschlecht machen es mir unverständlich, wie das Buch ab 12 Jahren empfohlen werden kann.

Gut gefallen haben mir die zwei Gesichter dieser Welt. Auf der einen Seite sind da die Männer, die in den düsteren verfallenen Städten hausen und die Mönche, die ein etwas friedlicheres Leben führen. Auf der anderen Seite stehen die Frauen, die eine ganz eigene neue Kultur für sich entwickelt haben. Es kam mir vor wie eine Mischung aus Antike und Mittelalter, in der die Frauen sich sehr wohl fühlen.

Interessant fand ich, dass nicht bekannt ist, ob in anderen Ländern oder Kontinenten ähnliche Zustände herrschen, oder ob der Virus dort nicht ausgebrochen ist. Ich hoffe, dass wir darüber in den Fortsetzungen mehr erfahren.

Der Autor erzählt seine Geschichte ausführlich. Vieles wird genau beschrieben und ich konnte mir die Atmosphäre gut vorstellen. Dabei wechseln sich ruhige Abschnitte mit Action und Spannung ab, wodurch sich das Buch gut lesen ließ.

Leider waren einige Entwicklungen vorhersehbar, was für mich etwas die Spannung drosselte.

Insgesamt war das Buch eine kurzweilige Lektüre, die mich neugierig auf die Fortsetzung gemacht hat.

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