Juan Villoro: Das wilde Buch

 
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Juan Villoro: Das wilde Buch
Verlag
ET (D)
2014
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
El libro salvaje
ET (Original)
2008
ISBN-13
9783446246393

Informationen zum Buch

Seiten
240

Sonstiges

Originalsprache
spanisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Alles begann mit dem Duft von Kartoffelbrei.

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Mit Büchern kann der 13-jährige Juan wenig anfangen, bis er die Sommerferien bei seinem buchvernarrten Onkel Tito verbringt. Der lebt in einer gigantischen Bibliothek und er hat gleich einen Auftrag für Juan: Er soll das wilde Buch finden, ein rebellisches Buch, das sich dem Gelesenwerden widersetzt und lange von niemandem gefunden werden konnte. Juan lässt sich auf das Abenteuer ein. Zwischen sonderbaren Buchtypen entdeckt er die tollsten Geschichten – nur das wilde Buch nicht. Erst als er seine erste Liebe, die Apothekerstochter, von der Magie der Bücher überzeugt und eine Verbindung zum echten Leben herstellt, offenbart es sich … Ein fantasievolles Jugendbuch über die Liebe zum Lesen.

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(Aktualisiert: 17 Februar 2015)

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Ein wunderbares Abenteuer für junge und ältere Leseratten

„Bücher sind das allerbeste Transportmittel: Sie bringen dich in weite Ferne, verschmutzen nicht die Umwelt, sind immer pünktlich, kosten wenig und seekrank wird man auch nicht.“

Mit 13 Jahren haben die meisten Jungs besseres zu tun, als in ihrer Freizeit die Nase in Bücher zu stecken. Nur leider hat Juan da ausgerechnet in den Sommerferien nicht viel Mitspracherecht. Seine Eltern haben sich gerade getrennt und die Mutter braucht nun Zeit für sich. Bis zum letzten Schultag glaubt Juan fest daran, dass nur seine kleine Schwester Carmen die Ferien nicht zu Hause verbringt. Doch die Koffer werden gepackt und während Carmen die nächsten Wochen mitsamt ihren Kuscheltieren zu ihrer besten Freundin reisen darf, erwartet Juan ein Aufenthalt in der schier unendlichen Bibliothek seines bibliophilen Onkel Tito, dem sogar weiße Haare aus der Nase wachsen. Nein, das gehört definitiv nicht an die erste Stelle der liebsten Urlaubsziele des Teenagers.

Trotz des anfänglichen Heimwehs lebt sich Juan aber schnell ein und besonders die Apothekertochter, Catalina mit den schönen Augen, hat es ihm angetan. Auch der Aufenthalt in der Bibliothek gestaltet sich anders, als Juan sich das vorgestellt hatte, denn Onkel Tito erkennt in dem Jungen einen Menschen, der nicht nur in Büchern liest (was er nur selten macht), sondern vor allem einen Menschen, in dem Bücher lesen: Einen Lector Princeps. Aus diesem Grund soll Juan nun ein ganz besonderes Buch finden: Das wilde Buch. Ein Buch, das nur ganz besondere Menschen sehen, geschweige denn berühren können. Ein Buch, das erst geschrieben werden muss.

Juan Villoro ist einer der bekanntesten mexikanischen Autoren. "Das wilde Buch" ist sein erstes Jugendbuch und es wurde schnell ein Bestseller - über die mexikanischen Landesgrenzen hinaus. Kein Wunder, ist es doch eine einzige Liebeserklärung an die abenteuerliche Reise in die Welt der Literatur junger Leser. Es gilt gemeinsame Abenteuer zu bestehen und gegen Gefahren anzukämpfen. Die Bücher der Bibliothek werden nicht nur im übertragenen Sinne lebendig und ich glaube, jeder Buchliebhaber möchte gerne mit Juan, Catalina oder gar Onkel Tito die Rollen tauschen.

"Manche Menschen glauben, sie verstehen ein Buch allein deswegen, weil sie lesen können. Aber wie ich dir schon gesagt habe: Bücher sind so etwas wie Spiegel – jeder findet in ihnen das, was er in seinem Kopf hat."

Die Bücher der Bibliothek sind lebendig. Sie suchen sich ihre Leser oder verstecken sich vor ihnen. Sie lesen in den Menschen so, wie die Menschen in ihnen lesen und sie wissen auch, was ein guter Leser ist. Es gibt sogar gefährliche Piratenbücher, die anderen Büchern Schaden zufügen. "Das wilde Buch" bietet eine Reihe von Metaphern: Als Juan und Catalina dasselbe Buch lesen, erleben sie es doch jeder auf ihre eigene Art und Weise, deuten die Geschichte neu.

Doch es geht bei weitem nicht nur um Bücher. Es ist auch eine Geschichte des Erwachsenwerdens. Die Eltern trennen sich, die Vater ist weit weg in Paris, um eine Brücke zu bauen, die Mutter hat genug mit sich selbst zu tun und kann sich nicht um ihre Kinder sorgen. Interessant ist die raum- und zeitlose Darstellung der Geschichte. Telefon gibt es, Internet nicht. Die Bibliothek erscheint unendlich groß und Villoro hat ein Auge für kleine, schöne Details, die dem Leser Charaktere und Geschichte nahe bringen.

"Das wilde Buch" ist ein wunderbares Abenteuer für junge und ältere Leseratten und eine Liebeserklärung an jedes Buch, das bisher geschrieben wurde oder erst noch geschrieben werden muss.

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