Lauren Oliver: Delirium

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Lauren Oliver: Delirium
Verlag
ET (D)
2011
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Delirium
ET (Original)
2011
ISBN-13
9783551582324

Informationen zum Buch

Seiten
416

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
amerikanisch
Erster Satz
Es ist jetzt vierundsechzig Jahre her, dass der Präsident und das Konsortium die Liebe als Krankheit identifiziert haben, und vor dreiundvierzig Jahren haben die Wissenschaftler ein Heilmittel dagegen entwickelt.

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Handlungsort

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Früher, in den dunklen Zeiten, wussten die Leute nicht, dass die Liebe tödlich ist. Sie strebten sogar danach, sich zu verlieben. Heute und in Lenas Welt ist Amor Deliria Nervosa als schlimme Krankheit identifiziert worden. Doch die Wissenschaftler haben ein Mittel dagegen gefunden. Auch Lena steht dieser kleine Eingriff bevor, kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Danach wird sie geheilt sein. Sie wird sich nicht verlieben. Niemals. Aber dann lernt sie Alex kennen. Und kann einfach nicht mehr glauben, dass das, was sie in seiner Anwesenheit spürt, schlecht sein soll.

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Ist Lieb ein zartes Ding? Sie ist zu rauh, zu wild, zu tobend; und sie sticht wie Dorn.
(Romeo & Julia, Akt 1/ Szene 4, Zeile 25ff.)

Lena lebt in einer Welt, in der die Liebe als auszurottende Krankheit gilt und in der die Menschen deshalb im Alter von achtzehn Jahren einem operativen Eingriff unterzogen wird, der sie immun gegen die "Amor Deliria Nervosa" machen soll. Die Kranken, die Invaliden und Infizierten werden gnadenlos verfolgt und bestraft - oder gar getötet. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Hannah genießt sie den letzten Sommer ihrer Freiheit und doch freut sie sich auf die Operation, denn die Angst davor, infiziert zu werden und wie ihre Mutter Selbstmord zu begehen ist zu groß. Nur noch wenige Wochen sind es, die sie ausharren muss. Danach wird alles besser. Alles erträglicher. Doch dann lernt sie Alex kennen und plötzlich erkennt sie, dass das einzige, wofür es sich zu leben lohnt die Liebe ist.

Lauren Oliver ist das Pseudonym der US-amerikanischen Jugendbuchautorin Laura Suzanne Schechter. Ihr Buch "Wenn du stirbst zieht dein ganzes Leben an dir vobei, sagen sie" wurde 2011 für den Deutschen Jugendbuchpreis nominiert. "Delirium" ist der erste Teil der Amor-Trilogie und leider ist das Ende recht traurig und offen geraten. Die sympathische, ruhige Lena und den nicht minder sympathischen Alex konnte ich auf Anhieb in mein Herz schließen. Doch auch den Nebenfiguren wie Hannah oder Grace, Lenas Schwester, konnte die Autorin viel Leben einhauchen. Daneben stehen die (gewollt!) blassen Menschen, die ihren Eingriff bereits hinter sich gebracht haben. Sie wandeln fast wie Schaufensterpuppen durch das Leben, können keine Gefühle mehr zeigen. Die Welt ist merklich abgekühlt und doch ist das alles für sie völlig normal. Musik, Bücher und Filme werden strikt kontrolliert und Shakespeares "Romeo und Julia" ist gar ein abschreckend wirkendes Lehrstück im Gesundheitsunterricht. Doch es gibt eine Widerstandsbewegung und diese ist größer als die meisten "Gesunden" vermuten würden.

Die Geschichte so wunderschön, so spannend, traurig und romantisch, dass "Delirium" für mich bereits jetzt als ein Highlight des Jahres zählt. Lena macht eine Wandlung im Verlaufe des Buches durch und manchmal fragt man sich wirklich: Wie wäre es, wenn die Liebe wirklich eine Krankheit wäre? Vielleicht ist etwas dran, dass Hass nur durch Liebe entstehen kann und sobald die Liebe von der Welt verschwunden wäre, gäbe es vielleicht keine Kriege, keine Gewalt mehr? Ein sehr beklemmender Gedanke, der von Lauren Oliver sehr einfühlsam gesponnen wird. Lena muss lernen, selbst zu denken und ihren Gefühlen zu trauen.

In der Flut der Dystopien, die speziell auf die Zielgruppe Jugendliche abgestimmt sind, hebt sich "Delirium" ganz besonders positiv hervor. Natürlich gibt es auch hier Standardthemen, die wir bereits aus "1984" kennen: Ein totalitärer Staat, Überwachung, Zensur, Todesstrafe. Und dennoch wirkte die Geschichte so frisch und leicht auf mich, wie ein Neugeborenes. Die Erzählform im Präsens wird von manchen Lesern als eher negativ empfunden, aber wie in "Die Bestimmung" von Veronica Roth fühlte ich mich auch hier wieder ganz nah dran an der Protagonistin und am Geschehen.

Fazit für mich: Ich glaube nicht, dass ich auf die deutsche Ausgabe der Fortsetzung warten kann. Die englische Ausgabe des zweiten Teils namens "Pandemonium" ist seit Februar 2012 im Handel erhältlich. Ich muss unbedingt wissen, wie Lenas Geschichte weitergeht!
SK
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