Andreas Steinhöfel: Die Mitte der Welt

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Andreas Steinhöfel: Die Mitte der Welt
Verlag
ET (D)
1998
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783551580290

Informationen zum Buch

Seiten
460

Sonstiges

Erster Satz
Eines nasskalten Aprilmorgens bestieg Glass, die linke Hand am Griff ihres Koffers aus abgewetzem Lederimitat, die rechte am Geländer einer wackeligen Gangway, einen Ozeanriesen, der ihm Hafen von Boston zum Auslaufen nach Europa bereitlag.

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Ein normales Leben hat der siebzehnjährige vaterlose Phil nie kennengelernt. Mit seiner Zwillingsschwester und seiner noch sehr jungen Mutter wohnt er in einem verfallenen Anwesen am Rande der Stadt. Phil weiß kaum etwas über seine Vergangenheit, die Gegenwart ist chaotisch, von seiner Zukunft hat er überhaupt keine Vorstellung. Umso mehr sehnt er sich nach Orientierungshilfen und vor allem danach, mehr über sich zu erfahren. Ein Roman für Jugendliche und Erwachsene.

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Die Mitte der Welt

Meine Meinung:

Die Geschichte des siebzehnjährigen Phil, seiner Zwillingsschwester Dianne und ihrer beider Mutter Glass ist fesselnd genug erzählt, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann, bis man endlich die letzte Seite erreicht hat. Es ist eine Geschichte übers Aufwachsen, übers Erwachsenwerden, über Freundschaft, Liebe und Verrat.

Phil ist homosexuell, seine Mutter ist aus den USA in die kleine Stadt zugezogen und gehört also nicht zu den Alteingesessenen, sie leben ein eher ungewöhnliches, sozial abgeschiedenes Leben in einer alten Villa. Phil ist also auf vielerlei Weise Außenseiter. Vielleicht ist das der Grund, warum ich ihm bis über die Hälfte des Buches hinaus nicht richtig nahekam.

Die aktuelle Gegenwartshandlung im Buch umfasst nur ca. 5 Monate, in die die Kindheitsgeschichte von Phil und Dianne in Form von Rückblenden eingearbeitet ist. Es dauerte eine Weile, bis ich die unterschiedlichen Zeitlevels auseinanderhalten konnte, da die Rückblenden auch nicht immer chronologisch sind. Hilfreich sind dabei die verschiedenen Zeitformen (die gegenwärtige Handlung ist in der Gegenwartsform geschrieben).

Das Schönste am Buch sind die Erinnerungen an Kindheitserlebnisse, die Steinhöfel sehr treffend und mit viel Einfühlungsvermögen für kindliches Empfinden schildert. Doch unter der schönen, idyllisch scheinenden, alternativen Kindheitsoberfläche lauern tiefe Abgründe. Die vermeintlich heile Familie baut sich auf eine Lüge. Zwischen Phil, Dianne und ihrer Mutter herrscht Sprachlosigkeit und teilweise Unverständnis. Immer wieder geschehen sehr brutale Dinge. Deshalb wirkte das Buch auf mich ziemlich deprimierend. Fast hat Steinhöfel hier ein wenig übertrieben mit der Häufung von Schicksalsschlägen - es erinnert an das Pathos griechischer Tragödien. Man kann sich natürlich nur auf die Oberfläche konzentrieren und das ganze als eine nette Geschichte übers Erwachsenwerden lesen, in der halt nicht alles glatt läuft (wie das so ist im Leben). Man kann sich aber auch vorstellen, dass einiges zusammenhängt und kann sich Ursachen für einige Geschehnisse denken. (Der (Spitz-)Name "Glass" für die Mutter ist meines Erachtens nicht zufällig gewählt). Steinhöfel deutet hier nur an, er bleibt genug im Ungefähren, so dass all das möglich ist. Und dennoch gibt es keinen "Sündenbock", man kann Mitgefühl für jede Person aufbringen.

Gestört hat mich, dass einige Klischees gedroschen werden und nicht gefallen hat mir die Beschreibung der Bewohner der kleinen Stadt bzw. Phils Sicht auf diese: natürlich sind sie alle verklemmte, degenerierte Spießer, die keine Ahnung vom wirklich Wichtigen haben. Das wirkt doch gerade in Phils Lage etwas ignorant und arrogant.

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"Die Mitte der Welt" ist die Geschichte des 17-jährigen Phil, der mit seiner Mutter Glass und seiner Zwillingsschwester Dianne in einem riesigen Haus namens "Visible", das von einem großen verwilderten Garten umgeben ist, lebt. Den Bewohnern des kleinen Städtchens sind Phil und seine Familie nicht geheuer, das Haus steht nicht bei ihnen in der Stadt und ähnelt sowieso eher einem zerfallenen Schlösslein, Glass ist Amerikanerin und hat regelmäßig Affären mit irgendwelchen Männern, und Phil und Dianne sind als "Hexenkinder" bekannt. Und dann beginnt Phil zu erzählen, von seinem Leben, seiner besten Freundin Kat und dem undurchsichtigen Nicholas, in den Phil verliebt ist. Und zwischendrin immer wieder Szenen aus seiner Kindheit, denn ohne Vergangenheit gibt's keine Gegenwart, das ist das Gesetz der Zeit. Andreas Steinhöfel's Jugendbuch ist einfach eine wunderschön geschriebene Geschichte vom Anderssein. Ein fesselndes Buch, das man am liebsten gar nicht weglegen möchte.

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Das Buch ist einfach Klasse! Die Geschichte, die von einem Jungen auf dem Weg zum Erwachsenwerden erzählt wird ist einfach mitreißend und schön zu lesen. Es ist allerdings nicht nur ein tolles Jugendbuch, sondern tiefgründiger als zunächst scheint, sodass es sogar Erwachsene zum nachdenken anregen dürfte.

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Hach ein Buch meiner Jugendzeit *gg* Nein im Ernst als ich Die Mitte der Welt das erste mal gelesen hab war ich 12 Jahre alt und fand das Buch einfach nur großartig! Eine Glaubhafte Jugendliche Hauptfigur die sich ertmal selbst finden muss - was ja in der Pupertät ganz normal ist- wunderbar Skurile Nebenfiguren und eine noch viel schönere traurigkomische Geschichte. Die Figuren sind mir seit damals sehr ans Herz gewachsen und ich leide jedesmal aufs Neue mit. Ja genau ich hab das Buch bestimmt schon 10 mal gelesen *g* Zurück zum Thema. Nach und nach spinnt sich aus Vergangenem und Heutigem eine Geschichte um Freundschaft, Familie und natürlich Liebe. Schön erzählt - der Autor macht das meiner Meinung nach so gut das er den Anspruch eines Reinen Jugendsbuches übertrifft.

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