Bewertungsdetails

Kinder- & Jugendbücher 1815
Langatmig und unbefriedigendes Ende
Gesamtbewertung
 
2.3
Plot / Unterhaltungswert
 
1.0
Charaktere
 
3.0
Sprache & Stil
 
3.0
Mattheo, genannt Matt, ist kein gewöhnlicher 17jähriger. Auf ihm ruhen Englands Hoffnungen auf die Goldmedaille im Turmspringen bei den nächsten Olympischen Spielen. Er kommt aus einem reichen Elternhaus und hat eine wundervolle Freundin. Doch nach einem wichtigen Wettkampf geschieht etwas, das seine Welt aus den Fugen geraten lässt. Matt wacht morgens ohne Erinnerungen an die vergangene Nacht verletzt in seinem völlig verwüsteten Zimmer auf. Was ist passiert?

Ein großer Pluspunkt bei diesem Buch ist der Schreibstil der Autorin. Ihr gelingt es außerordentlich gut, die Stimmung und die Gefühle von Matt, aber auch den anderen Charakteren einzufangen und zu vermitteln. Die Worte wirken locker, aber auch eindringlich. Dafür nimmt sich Tabitha Suzuma viel Zeit, was gleichzeitig allerdings auch eins der Mankos der Buches ist. Da der Fokus so auf dem Innenleben Matts liegt, passiert lange Zeit nicht viel und manche Kleinigkeiten werden immer wieder durchgekaut. Die Handlung baut sich nur schleppend auf, langatmige Szenen und Beschreibungen sind keine Seltenheit und ich habe mich zeitweise wirklich gelangweilt.

Dazu kommt noch: Die Inhaltsbeschreibung des Verlags verrät viel zu viel über das Buch (der Klappentext selbst ist nicht so ausführlich), was zwar zunächst für Interesse an der Geschichte sorgt, dann beim Lesen allerdings fast alle Spannung nimmt, da man Dinge weiß, die erst in der zweiten Hälfte (!) des Buches aufgedeckt werden.

Matts Freundin Lola ist für mich die Sympathieträgerin der Geschichte. Sie ist das Mädchen, das man gerne zur besten Freundin haben möchte - trotz eines schweren Schicksalsschlags in ihrer Kindheit ist sie fröhlich und lebenslustig. Ihre außergewöhnlich gute Beziehung zu ihrem chaotischen Vater stellt einen krassen Kontrast zu Matts äußerlich perfekten, aber an den Befindlichkeiten und Wünschen ihrer Kinder völlig uninteressierten Eltern dar. Neben Lola habe ich mich auch in Matts kleinen Bruder Loic verliebt, der als 8jähriger sehr unter der Stimmung zu Hause zu leiden hat.

Matt selbst stand im Mittelpunkt des Buches und trotzdem habe ich seine Entscheidungen nicht immer verstanden und war teils genervt von ihm. Er befindet sich in einer Ausnahmesituation, weshalb es wahrscheinlich auch schwer ist, sich in ihn hineinzuversetzen - von außen lässt sich immer alles objektiver betrachten. Trotzdem machte er es mir durch schlicht dumme Aktionen und langwierige philosophische Betrachtungen der Natur auch nicht wirklich leicht, ihn ins Herz zu schließen.

Vom Ende der Geschichte war ich leider sehr enttäuscht. Ich möchte nichts verraten, aber es war für mich nicht wirklich nachvollziehbar und ich hätte mir eine andere Auflösung der Situation (egal welcher Art) gewünscht. Auch emotional hat es mich nicht berühren können.


Fazit: Man erfährt viel über Matts Gefühle, die durch den ausführlichen Schreibstil der Autorin regelrecht greifbar werden. Die Charaktere und die erzeugte Stimmung sind eindeutig die Stärken von "Broken". Leider können die Handlung und der (auch aufgrund der Spoiler durch die Verlagsbeschreibung nicht vorhandene) Spannungsbogen dabei nicht mithalten, auch wenn ich größten Respekt davor habe, dass sich Tabitha Suzuma hier wieder einmal einem schwierigen Thema gewidmet hat. Nachdem "Forbidden" zu meinen Lieblingsbücher zählt, konnte "Broken" mich leider nicht überzeugen.
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