Bewertungsdetails

Kinder- & Jugendbücher 2076
Schön geschrieben, aber zu viele Klischees
Gesamtbewertung
 
3.0
Plot / Unterhaltungswert
 
3.0
Charaktere
 
2.0
Sprache & Stil
 
4.0
"Pandora" erzählt die Geschichte der jugendlichen Zwillinge Liz und Sophie, die getrennt in Adoptivfamilien aufgewachsen sind und sich nun zum ersten Mal begegnen und erfahren, dass ihr Vater ihre Mutter ermordet haben soll. Die ausgeflippte Liz und das Mauerblümchen Sophie machen sich gemeinsam auf die Suche nach ihrer Vergangenheit. Sie leben im Berlin der Zukunft, in dem jeder, der etwas auf sich hält, mit einem SmartPort ausgestattet ist - einem Chip im Kopf, der gewöhnliche Smartphones ersetzt, aber auch Werbung in die Träume der Träger schalten kann.

Das wunderschöne Cover hat leider keinen Bezug zum Inhalt des Buches. Das stört jedoch nicht weiter, da die Geschichte auch für sich lesenswert ist. Besonders gut hat mir der Schreibstil der Autorin gefallen, der gut zu einem solchen Jugendbuch passt. Es wird genau das richtige Tempo aufgebaut. Die Nachforschungen der Zwillinge gehen schnell genug voran, dass man sich nicht langweilt und gleichzeitig lässt sich die Geschichte genug Zeit, dass man gut hineinfinden kann und dass nichts überstürzt wirkt.

Sehr spannend ist auch die Zukunftsvision, die hier geschildert wird. SmartPorts scheinen mir eine durchaus mögliche Entwicklung zu sein und auch der Unterschied zwischen werbefinanziertem Basis- und werbefreiem Premiummodell wird ja bereits heute bei technischen Geräten und Internetangeboten gemacht. Durch diese Chips wird natürlich auch die Totalüberwachung noch weiter vorangetrieben. Eine gruselige, aber realistische Zukunft.

So gut Stil und Ideen waren, so ambivalent stehe ich leider nach der Lektüre den Figuren und dem grundsätzlichen Handlungsaufbau gegenüber. Die Hauptfiguren Liz und Sophie wirken zunächst wie zwei Seiten einer Medaille: Die reiche Rebellin und die arme, brave, graue Maus. Beide entwickeln sich jedoch in der Geschichte weiter und man schließt sie bald ins Herz. Doch fast alle Nebencharaktere sind leider wandelnde Klischees, bei denen vor allem der "Hot, hot, hot"-Schwule und der ungepflegte, dicke Gamer negativ hervorstechen.

Die Handlung selbst wirkt im Rückblick auch etwas schematisch aufgebaut - von der anfänglichen Skepsis der Zwillinge über die Nachforschungen bis hin zu dem Bösen, der seine Lebensgeschichte erzählt und dem finalen Showdown. Positiv war allerdings, dass wirklich alle Handlungsstränge einigermaßen plausibel aufgelöst wurden.

Alles in allem ein nettes Jugendbuch mit Stärken und Schwächen, dass leider nicht genug aus der Masse hervorsticht. Dennoch eine Leseempfehlung für alle jugendlichen Leserinnen, die sich für die Mischung aus Thriller und Dystopie interessieren.
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