Bewertungsdetails

Kinder- & Jugendbücher 1605
Gegensätze ziehen sich an?
Gesamtbewertung
 
2.7
Plot / Unterhaltungswert
 
3.0
Charaktere
 
2.0
Sprache & Stil
 
3.0
Das Buch "Worst best friends" erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft. Die zurückhaltende Weltverbesserin Gracie und die extrovertierte, egozentrische Savanna sind beide 16 und aus unerklärlichen Gründen allerbeste Freundinnen. Doch kann das auf Dauer gut gehen?

Der Klappentext des Buches ist etwas irreführend. Er suggeriert, dass sich die Freundschaft ändert, weil Gracie sich in einen Jungen verliebt. Das ist nicht der Fall. Im Gegenteil: Es ist Savanna, die jemanden kennenlernt, obwohl sie bereits einen Freund hat, und durch die Lügen, in die sie Gracie damit hineinzieht, beginnt diese sich unwohl zu fühlen.

Die beiden Charaktere sind so gegensätzlich, wie es nur geht. Savanna denkt nur an sich, redet nur über sich und ist eine richtige Tussi. Kurzum: Savanna ist einer der unsympathischsten Buchcharaktere, die ich kenne. Auch ihre Art, Sprichwörter falsch zu verwenden (z.B. "Du bist auf dem Holzpfad") gefolgt von einer obligatorischen Korrektur durch Gracie ("Holzweg") ging mir schnell auf die Nerven. Gracie selbst ist bodenständig, liebt die Natur und versucht, die Umwelt zu retten. Keine Sekunde lang habe ich verstanden, warum sie sich mit diesem Mädchen abgibt. Das machte es dann auch schwer, mich in Gracie hineinzuversetzen, aus deren Ich-Perspektive das Buch geschrieben ist. Auch die Nebencharaktere sind zwar recht deutlich dargestellt, wie z.B. die graue Maus Marilouise oder der witzig-schräge Kumpeltyp Cooper, doch gleichzeitig sehr schematisch und eindimensional. Charakterliche Weiterentwicklungen gibt es in der Geschichte nicht wirklich, was schade ist.

Der Schreibstil der Autorin ist in Ordnung, allerdings wusste ich oft nicht, ob Gracie etwas nur überlegt oder auch wirklich ausspricht. Manchmal ist ihre wörtliche Rede ganz klassisch in Anführungszeichen und manchmal auch in indirekte Rede umgewandelt; manchmal jedoch auch keins von beidem. Teilweise konnte man deshalb erst durch die Reaktionen des Gegenübers erkennen, ob es Gedanken oder Aussagen waren.

Das Lesealter wird vom Verlag mit 14-17 Jahren angegeben, doch da das Hauptthema des Buches die Freundschaft ist, würde ich es auch schon 12jährigen Mädchen zum Lesen geben. Wer die "Freche Mädchen, freche Bücher"-Reihe verschlingt, der wird sicherlich auch an diesem Buch seine Freunde haben, trotz dessen Schwächen.
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