Bewertungsdetails

Kinder- & Jugendbücher 986
Alltäglich und besonders
Gesamtbewertung
 
4.7
Plot / Unterhaltungswert
 
4.0
Charaktere
 
5.0
Sprache & Stil
 
5.0
Alisa und Felix sind beide Studenten Anfang 20. Sie begegnen sich, während er mit Kreide Menschen auf den Asphalt malt. Sofort ist da eine Verbindung zwischen ihnen. Doch Alisa hat ein Geheimnis, dass sie sehr belastet. Wird sie sich Felix anvertrauen und ihre Vergangenheit hinter sich lassen können?

Auf den ersten Blick könnte es sich hier um eine normale Liebesgeschichte handeln - läge da nicht ein ganz besonderer Zauber über dem Geschehen. Ulla Scheler, die zu Recht für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017 nominiert wurde, schafft mit ihrem Schreibstil wie bereits in ihrem Erstlingswerk "Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen" eine spezielle Atmosphäre, die dafür sorgt, dass man sich als Leser mit der Geschichte treiben lassen kann. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive der beiden Protagonisten, die sich in kurzen Abschnitten abwechseln.

Da ist einerseits Alisa. Sie ist spontan und witzig, aber gleichzeitig auch in sich gekehrt und einzelgängerisch. Ihr großes Geheimnis scheint mit einem Wendepunkt in ihrem Leben zusammenzuhängen, der sie innerlich zerstört hat. Und andererseits gibt es Felix. Felix ist einfühlsam und nett, aber auch von Selbstzweifeln erfüllt. Seine große Leidenschaft ist das Malen. Mit Kreide fängt er auf der Straße das ein, was die vorübergehenden Passanten ausmacht und schaut dabei hinter ihre Fassaden. Alisa und Felix ergänzen sich wie zwei Puzzlestücke und es ist schön, ihre gemeinsame Entwicklung zu beobachten.

Die Geschichte erstreckt sich über einen Zeitraum von einem halben Jahr, so dass trotz des Funkens, der direkt beim ersten Blick der beiden überspringt, genügend Raum bleibt, um eine realistische Beziehung entstehen zu lassen. Ich habe mich beim Lesen keine Sekunde gelangweilt und zusammen mit Felix gerätselt, was sich wohl hinter Alisas Geheimnis verbirgt, das sie manchmal so traurig und ängstlich werden lässt.

Das Buch hat mich verzaubert, auch wenn das letzte Drittel ernster war. Durch die Auflösung des Geheimnisses wurde die lockere, entspannte Atmosphäre gestört, was jedoch auch verhinderte, dass "Und wenn die Welt verbrennt" zu einer langweiligen, austauschbaren Liebesgeschichte wurde. Ich freue mich schon auf weitere Bücher von Ulla Scheler, die für mich mit ihre beiden bisherigen Titeln zu den vielversprechendsten deutschen Nachwuchsautorinnen gehört.
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