Bewertungsdetails

Kinder- & Jugendbücher 718
So leise wie ein Flügelschlag
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0
Das Buch gehört zwar in die Kategorie "Jugenbuch", trotzdem ist es vom Thema her richtig schwere Kost. Dieser Roman hat mir sehr zu schaffen gemacht. Nicht, weil es irgendwie schlecht gewesen wäre, im Gegenteil, das Buch ist richtig gut, aber es ist auch verdammt intensiv. Bens Geschichte rührte mich zu Tränen.

Zum Glück sind die Kapitel recht kurz gehalten, so hatte ich Zeit zwischendurch mal durchzuatmen. Die Kapitel sind abwechselnd in drei Zeitebenen erzählt. Einmal Bens Erinnerungen an seine Mutter vor ihrem Tod. Dann gibt es Kapitel, die von der Zeit nach der Beerdigung handeln, als wieder so etwas wie Normalität in Bens Familie einkehrt.. Und dann gibt es natürlich auch noch die Kapitel im Jetzt, die Mutter liegt im Schlafzimmer auf den Boden und nichts wird wieder so sein wie vorher. Dieser Teil handelt von Bens Fassungslosigkeit, seiner Hilflosigkeit und dann dem Begreifen, der grenzenlosen Traurigkeit des Vaters die irgendwann in sowas wie Wut umschlägt, von der Beerdigung. Und von Bens kleinem Bruder, der auf seine ganz eigene Art mit dem Tod umgeht. Es ist immer Ben der erzählt, und es ist fast wie ein Tagebuch geschrieben was es dadurch unheimlich persönlich macht. Zu gerne hätte ich ihn in die Arme geschlossen um ihn zu trösten. Weil Bens Geschichte so ran geht, bin ich aber auch froh dass das Buch nicht allzu dick ist. Seltsamerweise wirkt das Buch gerade durch seine Traurigkeit irgendwo auch Lebensbejahend. Es hinterlässt nach der Lektüre kein Gefühl von Verlust.

Zitat
"Der Tod ist wie ein Flügelschlag, hatte Ma einmal gesagt. Sie liebte solche Sprüche. Wie der Flügelschlag von einem großen schwarzen Vogel, der vorbeifliegt, und sein Schatten fällt kurz auf den, der zufällig darunter sitzt, und etwas länger auf diejenigen, die vielleicht gerade drum herum sind. Als hätte sie es geahnt, oder?"
Aus "Der große schwarze Vogel" von Stefanie Höfler

Und dann merkt Ben plötzlich, wie er von allen Seiten anders behandelt wird, dass er sich alles erlauben könnte, dass er die sprichwörtliche "Extrawurst" kriegt.
Ben wird bei seiner Trauer von seinem besten Freund Janus unterstützt. Und dann lernt Ben noch Lina kennen, die "Expertin für den Tod", wie sie von sich selbst behauptet. Beide gehen in Bens Klasse.
Dieses kleine Buch ist wirklich etwas ganz besonderes. Ich bin froh darüber, dass ich es lesen durfte. Ich bin aber auch froh, dass ich jetzt meine Tränen trocknen kann, um etwas anderes, unwichtigeres zu lesen.
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