Frances G. Hill: Drachenhaut

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Frances G. Hill: Drachenhaut

Autor

Biografie & Bibliografie von
ET (D)
2011
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783760784533

Informationen zum Buch

Seiten
464

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
So erzählt die Sage: Die Peri Banu, Fürstin der Feen, Herrscherin über das Volk der Djinns, lag im Wettstreit mit Dem Naga, dem listigen Gott der Schlangen.

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Handlungsort

Handlungsorte
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Böse Gerüchte schwirren unaufhaltsam durch das Land Mohor: Der Naga, der Gott der Schlangen, soll den Kronprinzen verflucht haben. Gibt es Rettung für den stolzen jungen Mann? Fernab der höfischen Ängste und Ränke wächst unterdessen das Waisenkind Lilya behütet im Haus ihres Großvaters auf. Ihr Leben ändert sich jedoch von Grund auf, als auch ihr eines Tages der Naga erscheint. Warum greift der Schlangengott in Lilyas Schicksal ein? Als plötzlich feine Zeichnungen auf ihrer Haut erscheinen, wird das junge Mädchen zu einer Gejagten, deren Schicksal mit dem des Prinzen auf geheimnisvolle Weise verwoben ist und der eine magische Vewandlung bevorsteht.

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Märchenhaft, magisch, wunderbar

Inhalt:
Die Peri Banu, Fürstin der Feen, und Der Naga, Gott der Schlangen, schließen eine Wette ab. Der Naga verflucht das Patenkind der Peri Banu, den Kronprinz Massinissa, der ebenso wie sein Vater, der Shâya, der Drachenjagd nicht abgeneigt ist. Kann Massinissa dem Fluch entkommen oder wird er sein ganzes Leben als Panther und Zwerg verbringen müssen?

Das Waisenmädchen Lilya, Enkelin des Beg Kobad, eines angesehenen und mächtigen Magiers, wächst in dessen Haus auf. Wegen ihrer dunklen Hautfarbe und ihrer entstellenden Brandnarben wird sie von den meisten ihrer Tanten und Cousinen gehänselt und gemieden. Doch von Kobad wird sie bevorzugt, und sein Interesse an ihr nimmt mit der Zeit immer mehr zu. Er kennt ihr größtes Geheimnis, von dem sie nicht einmal selbst etwas ahnt.

Schon bald werden Massinissas und Lilyas Schicksal miteinander verknüpft …

Meine Meinung:
Mit ihrem neuen Roman „Drachenhaut“ entführt uns Frances G. Hill aka Susanne Gerdom in ein orientalisch angehauchtes Setting. Man fühlt sich beim Lesen wie in einem Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Das liegt nicht nur an den Schauplätzen und den handelnden Personen, sondern auch an der dazu passenden Sprache, die bildhaft und gehoben, aber trotzdem einfach zu lesen ist. Die orientalischen Begriffe wie „Banu“ oder „Shâya“ sind ebenso wie die meisten Personen im Glossar aufgeführt, was vor allem jüngeren Lesern den Einstieg in das Buch erleichtern dürfte. An ausgewählten Stellen wurde die Handlung mit einigen Prisen Humor aufgelockert, was das Lesevergnügen noch steigert.

Die Autorin hat sich eine spannende, wahnsinnig atmosphärische und fantasievolle Geschichte ausgedacht, in der es viel um Magie geht. Diese Magie wird durchweg schlüssig und logisch beschrieben, so dass man sich fragt, warum das eigentlich im richtigen Leben nicht so funktioniert. Aber auch die übrigen Beschreibungen, z.B. der Bibliothek oder des Basars sind absolut gelungen. Es wirkt alles so plastisch, man möchte direkt ein Buch aus dem Regal ziehen bzw. bekommt den Geruch der verschiedenen Gewürze nicht mehr aus der Nase. Man kann beim Lesen wirklich voll und ganz mit allen Sinnen in das Buch eintauchen.

Die Charaktere sind ganz wunderbar ausgearbeitet, allen voran die Protagonistin Lilya, die eine riesige Entwicklung durchmacht und von einem einsamen, scheuen Mädchen zu einer selbstbewussten Frau mutiert, die ihre Kräfte kennt und einsetzen kann. Aber auch die Nebenfiguren wurden nicht vernachlässigt. Hier hat mir besonders gut Ajja, Lilyas Amme, gefallen, die Lilya mit den allerlieblichsten Kosenamen betitelt. Oder Yani, Udad, Aghilas … Es gibt wirklich keine Figur, an deren Auftreten ich etwas auszusetzen hätte.

Sehr lustig sind die Geplänkel zwischen der Peri Banu und Dem Naga, die den Rahmen für die eigentliche Geschichte bilden.

Fazit:
Wer das etwas andere Buch mit viel Atmosphäre und viel Fantasie sucht, ist hier genau richtig. „Drachenhaut“ ist ein wundervoll märchenhaftes Jugendbuch, das aber auch Erwachsenen viel Spaß bereiten dürfte. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

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Wunderbare Unterhaltung, ganz sicher nicht nur für Jugendliche!

Das neueste Jugendbuch von Frances G. Hill (Susanne Gerdom) führt die Leser in eine orientalisch anmutende Fantasiewelt. Hier gibt es Wüstenleute, Paläste, Drachen, Serails, Eunuchen …
Bildgewaltig beschreibt die Autorin diese bunte Welt, so dass man das Gefühl hat den Bazar wahrhaft riechen und die Hitze der Wüste spüren zu können. Die wunderbaren Beschreibungen bilden dabei nur einen Rahmen für eine ebenso wunderbare Geschichte.
Es passiert so viel, dass einem als Leser unmöglich langweilig werden kann.

Der Kronprinz des Landes wurde vom Schlangengott verflucht, während die junge Lilya geschützt und privilegiert in im Hause ihres Großvaters aufwächst. Aber nichts ist so wie es scheint und auf Lilya kommen große Probleme zu. Bald muss sie für sich selbst gerade stehen.
Lilyas Entwicklung von einem schüchternen Mädchen zu einer selbstsicheren Frau zu verfolgen, macht viel Freude.
Aber nicht nur Lilya entwickelt sich im Laufe der Handlung, sondern auch andere Charaktere.
Und von denen wimmelt es nur so. Auch der kleinste Nebencharakter wird durch geschickt gestreute Details lebendig.
Am Ende kann man sich gar nicht entscheiden, wer denn nun zum persönlichen Lieblingscharakter gekrönt werden soll.

Eines ist am Ende aber klar: Dieses Buch wird man befriedigt zuschlagen und fast traurig sein, dass es sich um eine abgeschlossene Geschichte handelt, weil man nicht mit einer Fortsetzung in dieses märchenhafte Reich zurückkehren darf!

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Märchenhafte Unterhaltung

Die Peri Banu, die Göttin der Feen und Der Naga, der Gott der Schlangen, einigen sich auf eine Wette. Der Naga verflucht Massinissa, den Kronprinzen des Reiches Mohor und Patensohn der Peri Banu. Wird sich der junge Mann von dem Fluch befreien und seinen Thron besteigen können oder ist sein Schicksal besiegelt und er wird als wildes Tier enden?

Lilya wächst in einem sehr behüteten Umfeld als Enkelin eines mächtigen Magiers auf. Doch etwas an ihr unterscheidet sie schon immer von den anderen Frauen des Hauses. Sie hat furchtbare Träume, ihre Haut ist teilweise verätzt und sie hat ein „schlimmes Auge“, mit dem sie manchmal merkwürdige Dinge wahrnimmt. Doch die Zuneigung ihres Großvaters, des Begs, der sich um sie kümmert, sie Dinge lehrt und sie von allen Mädchen der Familie bevorzugt behandelt, lässt sie trotz allem recht sorglos aufwachsen. Nach einem Besuch im Basar ändert sich dies jedoch auf einmal dramatisch!

Das Buch hat etwas von einem Märchen. Nicht nur die Figuren mit ihren vielen phantasievollen Eigenheiten, sondern auch die Beschreibungen sind so wunderbar detailliert und lebendig, dass man sich als Leser direkt hineinversetzt fühlt, egal ob es sich nun um einen orientalischen Basar oder eine von Leoparden bevölkerte Steppe handelt. Abwechslungsreich ist das Buch auf jeden Fall, der erste Teil spielt zwar in der Stadt, aber dann gibt es einen Szenenwechsel und völlig andere Seiten kommen zum Vorschein.

Als Leser fiebert man natürlich insbesondere mit Lilya mit, deren Entwicklung vom verwöhnten hilflosen Mädchen zu einer selbstbewussten jungen Frau ganz toll dargestellt ist. Aber auch die Nebenfiguren sind mir richtig ans Herz gewachsen, so liebevoll werden sie geschildert. Die Entscheidung für einen Lieblingscharakter ist hier eigentlich unmöglich!

Ein besonderes Highlight sind die Peri Banu und Der Naga – über die Dialoge zwischen den beiden Göttern musste ich immer wieder schmunzeln, die beiden sind einfach herrlich!

Absoluter Lesetipp!

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(Aktualisiert: 22 März 2013)
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Drachenhaut

Der Inhalt
Lilya wächst als Enkeltochter des großen Beg auf. Der ist ein mächtiger Mann im Königreich Gashtaham. Doch obwohl es Lilya an nichts fehlt, ist sie doch nicht glücklich. Der Großvater hat nur selten Zeit für sie, ihre Cousinen und Tanten hänseln sie, ihre Eltern sind tot, Geschwister hat sie keine. Sie hat nur ihr Kindermädchen Ajja. Ajja liebt sie aufrichtig. Und dann hat sie noch ihre seltsame vernarbte Haut, für die sie gehänselt wird, und die immer wiederkehrenden Albträume…
Im Königspalast hat derweil der Kronprinz Massinissa ganz andere Sorgen. Als Kind wurde er vom Schlangengott verflucht und kann seitdem kein normales Leben mehr führen…

Meine Meinung
Die Geschichte liest sich wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht; wunderschön!
Bei Fantasybüchern bin ich inzwischen vorsichtig geworden. Seit die „Vampir-Welle“ über den Buchmarkt geschwappt ist, habe ich leider schon viel zu oft schlechte Fantasy gelesen. Die Bücher sind oft gleich aufgebaut und haben alle das gleiche Ende. Da gibt es keine Überraschungen mehr.
Das ist hier ganz anders! Dieses Buch hat mich sofort in seinen Bann ziehen können. Das mag daran liegen, dass die Geschichte einfach bezaubernd ist, aber auch daran, dass die Figuren wirklich sehr liebevoll ausgearbeitet wurden und – trotz fantastischer Elemente – sehr echt und lebendig wirken! Lilya zum Beispiel muss man einfach ins Herz schließen. Auch kann man besonders an ihr sehr gut sehen, dass die Figuren alle eine Entwicklung durchmachen. Lilya ist anfangs ein schüchternes, furchtsames Mädchen, das aber im Laufe der Geschichte immer mehr an Kraft, Stärke und Selbstsicherheit gewinnt. Es ist wirklich eine Freude, sie auf ihrem Weg begleiten zu können!
Die Geschichte ist – wie ja schon gesagt – im wahrsten Sinne des Wortes einfach zauberhaft! Sie ist voller magischer Momente und entführt den Leser in eine fantastische Welt, in der nichts unmöglich scheint.
Es gibt einige Charaktere, mit denen ich sehr mitgefiebert habe, und es gibt Charaktere, die ich am liebsten auf den Mond hätte schießen wollen! Das Buch hat mich wirklich berührt.
Wer Fantasy mag, kann mit diesem Buch nichts falsch machen; es ist wirklich wunderbar und sehr lesenswert!

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Eine zauberhafte und berührende Geschichte aus 1001 Nacht

Die Peri Banu, Fürstin der Feen und Herrscherin über das Volk der Djinns, und der Naga, Gott der Schlangen und König der Drachen, sind aneinander gebunden und tragen einen ewigen Wettstreit aus. Diesmal geht es in ihrer Wette um den Patensohn der Peri Banu, Massinissa, dem Kronprinz des Landes Mohor. Er wird an seinem achten Geburtstag vom Naga mit diesen Worten verflucht: Panther, wenn der Mond wächst. Kamel, wenn der Mond schrumpft. Dunkel, was hell war; trüb, was klar ist; böse, was gut war. Wachse und schrumpfe mit dem leuchtenden Mond, bis die Dunkle Nacht den Fluch von dir nimmt.
Dann wäre da noch Lilya, die behütet und doch einsam im Haus ihres Großvaters aufwächst, bis sich ihr der Naga zeigt. Warum ist ihr dieser listige Gott freundlich gesinnt? Was hat es mit den Zeichen auf sich, die auf ihrer Haut erscheinen? Und wie hängt ihr Schicksal mit dem des Kronprinzen zusammen?

Dieser Roman wirkt wie eine Geschichte aus 1001 Nacht und verbreitet von Anfang an eine märchenhafte Atmosphäre, die für mich mit jeder gelesenen Seite intensiver wurde. Die beschriebene Welt ist so pulsierend, voller Farben und Gerüche und Leben. Dazu passt auch der etwas blumige Stil, den ich jedoch nie als zu “geballt” empfand – die Dosis war für mich einfach stimmig. Beim Lesen hatte ich auch oft das Gefühl, irgendwo zu sitzen und mir von einem Märchenerzähler etwas über die Ereignisse rund um den Fluch des Kronprinzen vortragen zu lassen.

Etwas ganz besonderes war für mich auch der Besuch des Basars! Ich war noch nie auf einem, aber dieses bunte Treiben und die vielen verschiedenen Sinneseindrücke haben mich da förmlich angesprungen. In dem Bereich der Magier wäre ich ja zu gern noch etwas geblieben, obwohl es dort neben faszinierenden auch einige mehr als abstoßende Dinge gab.
Die Beschreibung der Magie hat mir unheimlich gut gefallen – da entstanden wunderbare Bilder in meinem Kopf, die ich nicht nur sehen sondern auch spüren konnte. Das habe ich wieder sehr genossen!

Genauso wie die abwechslungsreichen und individuellen Charaktere, die alle ihre ganz eigene Geschichte hatten. Ich liebe vielschichtige Figuren, denen ich mich nahe fühle und die mich völlig mitreißen – und hier gab es davon wirklich eine große Auswahl. Meine Güte, ich glaube das ist sogar das Buch mit meiner höchsten Lieblingsfiguren-Quote!
Die verschiedenen Wesen, tollen Ideen und vielen Details haben mich ebenfalls begeistert – alles zusammen hat dann dafür gesorgt, dass “Drachenhaut” für mich zu einem absoluten Wohlfühlbuch wurde.

Allerdings gab es auch ein paar wenige Szenen, mit denen ich nicht so ganz glücklich war. Eine Sache, die am Anfang sehr wichtig erschien, sich dann aber im Verlauf der Geschichte für mich etwas unstimmig entwickelte. Und eine Entscheidung, wegen der ich ziemlich geknickt war. Da war er wieder, der Fluch meines emotionalen Lesens – ich stecke einfach viel zu tief drin und bin zu nah dran. ;) Wenn ich mir das Gesamtpaket betrachte, sind das aber wirklich nur Kleinigkeiten. Und vor allem Dinge, die wirklich reine Geschmackssache sind!

Es ist eine zauberhafte, tiefgründige, berührende und komplexe Geschichte, die mich völlig mitgerissen hat. Und wer sie aufmerksam liest, kann viele Dinge entdecken, über die man wunderbar spekulieren und nachdenken kann – und die einen noch länger beschäftigen. Außerdem hinterlässt sie einen runden Eindruck bei mir, da die Art, wie das Ende erzählt wurde, einfach perfekt zu dem ganzen Buch passt!

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Märchenhaft...

Zum Buch:

Die Geschichte beginnt mit einer Wette, die das Leben zweier Menschen verändern wird. Der Kronprinz wird vom Naga dem Gott der Schlangen mit einem Fluch belegt und von dem Augenblick ist dessen Leben eng mit Lilya verbunden. Lilya die als Enkelin eines mächtigen Magiers aufwächst ist seit ihrer Geburt anders als die anderen Menschen in dieser Stadt. Ihre äußere Erscheinung ist das auffälligste an ihr, denn ihr Gesicht ist auf einer Seite von Narben übersät...

Meine Meinung:

Wie diese beiden Schicksale miteinander verbunden sind müsst ihr beim lesen selbst herausfinden! Und glaubt mir dies ist eine Geschichte die einem beim lesen einfach in eine andere Welt entführt.  Frances G. Hill (Susanne Gerdom) hat mich mit ihrem Schreibstil und der Geschichte sehr gefesselt! Sie findet bei den Beschreibungen der Umgebung, der Charaktere und der Gefühle der Propagandisten immer die richtigen Worte so das man das Gefühl bekommt man schlendert gerade selber über den Basar. Man leidet und freut sich mit den Charakteren und man fiebert bei den spannenden Szenen richtig mit. Die Charaktere sind liebevoll mit Leben gefüllt worden und keiner, auch nicht die Nebendarsteller, hat nur eine oberflächige Beschreibung bekommen.

Die Geschichte hat ein abgeschlossenes Ende und man muss nicht, wie so oft, auf den nächsten Teil warten um zu wissen wie diese Geschichte ausgehen wird. Das Ende ist in sich schlüssig, nichts wirkt wie an den Haaren herbeigezogen. Es passt einfach alles zusammen!

Alles in allem eine fantastische Geschichte die sich für alle Altersklassen eignet. Diese Geschichte ist für alle die fantastische und märchenhafte Geschichten mögen.

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Fantasievoll und spannend...

Frances G. Hill – Drachenhaut

Die Götter liegen im Wettstreit: der listige Naga fordert die anmutige Peri Banu zu einer Wette heraus. Ein Teil dieser Wette ist, dass er den Prinzen Massinissa, den Sohn des ebenso mächtigen wie grausamen Shâyas und gleichzeitig das Patenkind der Peri Banu, mit einem Fluch belegt. So fristet der Prinz die eine Hälfte des Monats in der Gestalt eines gefährlichen Werpanthers, die zweite Hälfte dagegen als verwachsener, kamelähnlicher Zwerg. Nur ein Tag im Monat bleibt ihm, an dem er ganz Mensch ist: Dunkelmond.

Lilya wächst als Waise im Haushalt ihres Großvaters auf, dem mächtigen Beg und Magier Kobad. Von den meisten anderen Familienmitgliedern wird das Mädchen wegen ihrer dunklen Haut und ihrer rätselhaften Brandnarben gemieden und zudem werden üble Gerüchte über sie in Umlauf gebracht. Nur ihr Großvater Kobad kümmert sich um sie und gewährt ihr mehr von seiner kostbaren Zeit als jedem anderen Mitglied der Familie – was wiederum Neid auf Lilya heraufbeschwört. Und dann ist da noch ihre liebevolle Amme Ajja, die Lilya liebt wie eine Tochter. Dennoch fühlt sie sich sehr einsam und sie verlässt nur selten das Haus.

Bis sie eines Tages bei einem Basarbesuch auf Den Naga und den Werpanther Amayyas trifft. Eine Begegnung, die ihr Leben in der folgenden Zeit ordentlich durcheinanderwirbelt. Bald weiß sie kaum mehr, wer sie ist und wo sie wirklich hingehört…

Frances G. Hill (Susanne Gerdom) entführt ihre Leser diesmal in eine märchenhaft-orientalisch wirkende Welt, die sie bildhaft und lebensnah vor dem inneren Auge des Lesers entstehen lässt. Ihre Sprache und ihr Stil sind wie immer geschliffen und ausgefeilt, grazil und atmosphärisch und dennoch sehr schnell und angenehm zu lesen.

Wir tauchen in eine Welt mit ausgefeiltem magischen System und vielen interessanten und faszinierenden Figuren ein, so dass es schwer fällt, das Buch wieder aus der Hand zu legen.
Die Charaktere sind sehr tiefgründig, facettenreich und einfühlsam gezeichnet und laden den Leser ein mit ihnen zu leiden, um sie zu fürchten und sich mit ihnen zu freuen. Die Hauptfigur Lilya ist sehr interessant und voller Geheimnisse, wobei sich einige davon auch ihr selbst erst im Laufe der Geschichte enthüllen. Hier ist der Leser hautnah dabei und hat so Gelegenheit, eine sehr interessante Entwicklung zu verfolgen. Ein tragender Aspekt des Romans ist die Selbstfindung der Hauptfigur, das Finden einer eigenen Identität, da ihr das gewohnte Leben gründlich auf den Kopf gestellt wird.

Auch die Entwicklung des Prinzen Massinissa kann sich durchaus sehen lassen. Seinen langen und tragischen Leidensweg durch den Fluch stellt die Autorin sehr eindringlich und gekonnt dar. Auch er hat nur eine richtige Bezugsperson, nämlich den Obersteunuchen Aspantaman, der ihn liebt wie einen Sohn. Die tiefe Verbundenheit zwischen den beiden hat mich sehr berührt.
Daneben wartet das Buch mit zahlreichen weiteren liebenswerten, teilweise aber auch hassenswerten, Nebenfiguren auf, von denen jeder einen neuen interessanten Aspekt mit ins Buch bringt und die so manche Überraschung für den Leser bereithalten.

Der Plot strotzt vor Einfallsreichtum und schönen Ideen, der Spannungsbogen bleibt konstant hoch und insbesondere Der Naga sorgt immer wieder für auflockernde, humorvolle Elemente in der Geschichte. In der Mitte des Buches kommt durch einen Standortwechsel Lilyas noch einmal so richtig Schwung in die Geschichte und der Leser lernt gemeinsam mit Lilya nochmals eine Reihe toller Charaktere kennen.
Auch der Schluss ließ mich sehr zufrieden zurück, denn alle wichtigen Fragen und Konflikte wurden geschickt und zufriedenstellend aufgelöst.

Fazit: „Drachenhaut“ ist ein fantasievoller und spannender Fantasy-Roman, den ich nur wärmstens weiterempfehlen kann.

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