Antje Babendererde: Isegrim

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Antje Babendererde: Isegrim
Verlag
ET (D)
2013
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783401067537

Informationen zum Buch

Seiten
410

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Sie gab einen überraschten Laut von sich, als das Eisen ihr Herz durchbohrte.

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Handlungsort

Handlungsorte
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Ein ungesühntes Verbrechen. Ein düsteres Geheimnis. Und ein Mädchen, das nicht bereit ist, wegzusehen. Der Wald ist Jolas Refugium. Hier kennt sie jeden Winkel, jeden Baum, jedes Tier. Hier ist sie weit weg von ihrer überängstlichen Mutter, der Langeweile in ihrem Heimatdorf und dem besitzergreifenden Freund. Doch in der letzten Zeit gehen Veränderungen im Wald vor sich. Irgendetwas oder irgendjemand treibthier sein Unwesen, beobachtet sie, folgt ihr. Als Jola auf einen fremden Jungen trifft, der sie seltsam fasziniert, scheint das Rätsel gelöst. Sie ahnt nicht, welches düstere Geheimnis der Wald nochhütet. Und dass hinter allem ein furchtbares Verbrechen steht, das Jola seit fünf Jahren zu vergessen versucht.

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Isegrim. [Mittelhochdeutsch: Îsengrîn, aus îsen = Eisen und grînen = knurren; Plural: die Isegrime u

Die jugendliche Jola lebt in einem sehr beschaulichen Dorf mitten im thüringischen Wald. Ihr Vater ist Förster und auch Jola hat ein echtes Faible für den Wald: nur zu gerne streift sie in ihrer Freizeit durch die freie Natur und vergisst beim Beobachten der Tiere gerne einmal die Zeit, was sowohl ihre Eltern als auch ihr Freund Kai nur zu gut kennen. Doch dann überschlagen sich plötzlich die Ereignisse: Jola fühlt sich neuerdings irgendwie sonderbar, wenn sie alleine unterwegs ist - so als würde ihr jemand folgen und sie beobachten. Und auch sonst nimmt das Mädchen, dass die Gegend fast wie ihre eigene Westentasche kennt, allerlei Veränderungen wahr… Kann es wirklich sein, dass sich langsam aber sicher wieder Wölfe in Deutschland ansiedeln oder ist das Tier ein verwilderter Hund, der seinem Vorahn nur sehr ähnlich kommt? Als Jola dann auch noch einem fremden Jungen begegnet, ist ihre Neugier spätestens geweckt - doch der geheimnisvolle Olek ist ziemlich verschlossen. Und als wäre dies alles noch nicht genug, heimst sich Jola gemeinsam mit ihren Freunden mit einer Projektarbeit für ihre Schule noch mächtig Ärger mit der eingeschworenen Dorfgemeinschaft Altenwinkels ein… Alte Wunden brechen wieder auf und ein fünf Jahre altes Verbrechen, dass auch Jola schwer belastet kommt wieder an die Oberfläche. Kommt nun die Wahrheit ans Licht?

Antje Babendererde war mir schon vor diesem Buch ein Begriff, da ich einige ihrer Indianerromane für Jugendliche gelesen und für äußerst toll befunden habe. So war es für mich keine Frage, ob ich dieses Buch, das dieses Mal im Thüringischen spielt, lesen möchte - zumal ich Wölfe für großartige Tiere halte. Als ich "Isegrim" dann endlich in der Hand hielt, war ich erst einmal restlos begeistert, denn das Cover gefällt mir ausgesprochen gut! Zugegebenermaßen ist das für mich sonst eigentlich nie ein Kriterium für oder gegen ein Buch, aber dieses Mal sprang sofort der Funke über, denn der Wolf, der aus Wald entsteht, ist in meinen Augen sehr gelungen. So habe ich das Buch natürlich gleich noch ein bisschen lieber zur Hand genommen…
Die Figuren - allen voran natürlich Jola - sind wirklich liebeswert gezeichnet: mit Ecken und Kanten, aber für mich komplett authentisch und nachvollziehbar. Auch wenn ich Jolas Begeisterung für den Wald nicht in solchen Maßen teile, so konnte ich mich sehr gut in die Hauptfigur und ihre Probleme einfühlen: die scheinbare Dorfidylle, die schnell auch trügerisch für einen werden kann, die Gefühle rund um die erste Liebe und den ersten Sex oder die Schwierigkeiten, die man als Teenager zum Beispiel mit einer kranken, auf sich fixierten Mutter haben kann. Doch Jola hat auch noch mit anderen Dingen zu 'kämpfen', denn sie leidet sehr unter dem Verlust ihrer ehemals besten Freundin und gerät im Laufe des Romans immer weiter in eine Spirale, die durchaus auch bedrohliche Züge annimmt.
Die Autorin schafft es aber nicht nur, dass die Figuren auf mich bestens wirken, sondern auch die ganze Atmosphäre ist sehr stimmig: die Naturbeschreibungen und die Beobachtungen der Tiere haben für mich so gut gepasst, dass ich die Bilder förmlich vor mir sah und ich mit Jola gemeinsam durch den Wald streifen konnte. Aber auch die Spannungskurve nahm stetig zu: die Schuldzuweisungen innerhalb des Dorfes, die Verdächtigungen, in die sich einzelne Bewohner immer mehr versteift haben, die Angst davor, dass alte, streng gehütete Geheimnisse ans Licht kommen könnten - all das wächst kontinuierlich an, so dass ich zum Ende wirklich fast atemlos die Seiten gelesen habe. Dabei konnte ich zwar den ein oder anderen Dörfler nicht mehr sofort und richtig zuordnen, aber das hat dem Handlungsverlauf dennoch nicht im geringsten geschadet, weil die für mich sehr überraschende Auflösung wirklich toll gestrickt und plausibel war.
So ist "Isegrim" für mich letztlich ein absolutes Wohlfühlbuch, mit dem ich in den thüringischen Wald und eine feine Liebesgeschichte eintauchen konnte und gleichzeitig einen wirklich spannenden Thriller zu lesen bekommen habe. Vielleicht erwartet der ein oder die andere mehr 'Wolf' im Buch, aber sind wir mal ehrlich: ist das bei einem solch menschenscheuen Tier wirklich realistisch? Für mich waren die Wolfszenen jedenfalls das i-Tüpfelchen und nach der Lektüre ist mir eines klar: so sehr ich die USA-Romane auch liebe - Antje Babendererde kann auch anders und das lese ich genauso gerne! Für mich eine glasklare Leseempfehlung!

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Trügerische Dorfidylle, ein ungelöstes Verbrechen und die Rückkehr des Wolfes

Die junge Jola Schwarz verbringt so viel Zeit wie möglich im Wald, um Wildtiere zu beobachten und Ruhe zu finden. Durch ihren Vater, den Förster im thüringischen Altenwinkel, hat sie sehr früh ihre Liebe zum Wald entdeckt, dort hat sie Zeit, immer wieder über das Verschwinden ihrer besten Freundin Alina vor 5 Jahren nachzudenken. Ihre Leiche wurde zwar nie gefunden, aber da sich ein blutiges Kleidungsstück bei einem der Dorfbewohner gefunden hat, der sich kurz nach seiner Verhaftung umbrachte, ist für die Altenwinkler der Fall klar.
Bei ihren Waldbesuchen beobachtet Jola einen wildernden Hund und kurz darauf einen jungen Mann, der sich im Wald aufhält und den sie noch nie zuvor gesehen hat; alles deutet darauf hin, daß der Hund zu ihm gehört.
Für Jola kommt das von ihr geliebte Dorfidyll ins Wanken, als sie im Rahmen einer Projektarbeit von dem Mord an einem US-Soldaten im Ort erfährt, kurz nach Ende des Krieges. Nur eine einzige Zeitzeugin ist bereit, über diesen Fall zu sprechen: sie erzählt, daß damals der falsche Mann zur Rechenschaft gezogen wurde, und der wahre Mörder unbehelligt blieb.

„Isegrim“ ist mein erster Jugendroman von der Autorin, aber es wird sicherlich nicht mein Letzter bleiben, da mir die Geschichte sehr gut gefallen hat. Bereits im Prolog und auf den ersten Seiten wird eine tolle Spannung erzeugt, bei der man eine ungefähre Ahnung bekommt, in welche Richtung das Geschehen gehen wird. An die Erzählperspektive im Präsens mußte ich mich erst ein paar Seiten lang gewöhnen, aber danach hatte ich das Gefühl, viel näher am Geschehen zu sein.

Die verschiedenen Handlungsstränge des Buches – Jolas Beobachtung des Jungen im Wald, die Geschichte des ermordeten Soldaten und das Verschwinden von Alina – scheinen im ersten Moment nichts miteinander zu tun haben, aber zum Schluß wird klar, daß sie doch teilweise eine Verbindung haben bzw. durch das gegenwärtige Geschehen miteinander verknüpft werden. Die Auflösungen haben mich trotz ein paar Ahnungen überrascht, vorallem auch dadurch, daß die Autorin den Leser geschickt an der Nase herumführt. Sehr gut finde ich, daß alle offenen Fragen beantwortet wurden.

Die Figuren fand ich nachvollziehbar und liebevoll gestaltet. Jola ist mir mit ihrer Liebe zur Natur und speziell zum Wald sehr sympathisch, ihre Liebe zur Beobachtung der Wildtiere kann ich gut verstehen. Für sie ist der Wald eine Möglichkeit, den krankhaften Panikattacken ihrer Mutter zu entkommen und sich nicht von deren Angst einnehmen zu lassen. Leider teilt ihr Freund Kai nicht ihre Vorliebe für den Wald. Kai kennt sie zwar schon ewig, aber erst seit kurzer Zeit haben die Beiden eine Liebesbeziehung, wobei Jola spürt, daß ihre Gefühle gegenüber Kai nicht so stark sind wie andersrum. Sehr gut beschrieben fand ich daher ihre innere Zerrissenheit, als sie sich zunehmend in Olek verliebt, aber nicht den Mut hat, Kai die Wahrheit zu erzählen, nicht nur, weil sie ihn nicht verletzen möchte, sondern weil auch niemand von Olek erfahren darf.
Ihre Unsicherheit betrifft auch ihren Vater, dem sie sich im entscheidenden Moment nicht anvertraut und darauf hofft, daß sich für den zurückgekehrten Wolf alles zum Guten wenden wird.

Das Cover des Buches, welches mir sehr gut gefällt, deutet zwar eher auf eine Fokussierung des Wolfes hin, aber das Thema steht nicht allein im Mittelpunkt. Es geht genauso um die erste Liebe und ihre Probleme, um Vergangenheitsbewältigung und der Aufklärung des Verschwindens von Alina. Die Idylle des Dorflebens bekommt Risse durch das Totschweigen vergangener Taten und der Abneigung Fremden gegenüber, welche gerne als Vorwand benutzt wird, um einen Sündenbock zu präsentieren.

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