John Green: Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

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John Green: Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Turtles All the Way Down
ET (Original)
2017
ISBN-13
9783446259034
Empfohlenes Alter

Informationen zum Buch

Seiten
285

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Als mir zum ersten Mal klar wurde, dass ich vielleicht Fiktion bin, verbrachte ich meine Tage an einer öffentlichen Bildungsanstalt namens White River High im Norden von Indianapolis, wo ich von fremden Kräften, die so übermächtig waren, dass ich sie nicht ansatzweise identifizieren konnte, dazu gezwungen wurde, jeden Tag zu einer bestimmten Uhrzeit Mittag zu essen, nämlich zwischen 12 Uhr 37 und 13 Uhr 14.

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Die 16-jährige Aza Holmes hatte ganz sicher nicht vor, sich an der Suche nach dem verschwundenen Milliardär Russell Pickett zu beteiligen. Sie hat genug mit ihren eigenen Sorgen und Ängsten zu kämpfen, die ihre Gedankenwelt zwanghaft beherrschen. Doch als eine Hunderttausend-Dollar-Belohnung auf dem Spiel steht und ihre furchtlose beste Freundin Daisy es kaum erwarten kann, das Geheimnis um Pickett aufzuklären, macht Aza mit. Sie versucht Mut zu beweisen und überwindet durch Daisy nicht nur kleine Hindernisse, sondern auch große Gegensätze, die sie von anderen Menschen trennen. Für Aza wird es ein großes Abenteuer und eine Reise ins Zentrum ihrer Gedankenspirale, der sie zu entkommen versucht.

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Einfach John Green!

Inhalt:
Die sechzehnjährige Aza Holmes hat ihr Leben nicht wirklich im Griff. Es wird bestimmt durch Zwangsgedanken und absurde Ängste. Wie gut, dass ihre beste Freundin Daisy immer für sie da ist.

Als der Milliardär Russell Pickett verschwindet und eine Belohnung ausgesetzt wird, überredet Daisy Aza, Nachforschungen anzustellen, denn Aza kennt Picketts Sohn Davis von früher. Als Aza und Davis sich nun nach einigen Jahren wieder begegnen, scheint es, als würden zwei sich finden, die wie füreinander geschaffen sind …

Meine Meinung:
Ich habe das Glück, ein Exemplar der limitierten 1. Ausgabe zu besitzen. Neben dem farbigen Buchschnitt verfügt es über ein Wendecover und eine Nummerierung.

John Green hat mich gleich wieder von der ersten Seite an gepackt mit seiner ungewöhnlichen Protagonisten, die ein bisschen schräg daher kommt, aber sehr sympathisch ist. Denn Aza finde ich unheimlich interessant. Ich mag Protagonisten, die anders sind, die ein spezielles Problem haben. Es ist spannend, mitzuerleben, wie sie das Problem langsam in den Griff bekommen – oder auch nicht.

Ich wette, einige Menschen haben so wie Aza manchmal das Gefühl, dass ihr Leben nicht echt ist, dass sie selbst vielleicht nur Fiktion sind, eine Rolle in einer Geschichte spielen, die jemand anderes sich ausgedacht hat. Ständig überlegt sie, was das Ich ausmacht. Sind es die Gedanken, ist es der Körper, die Seele oder was sonst? Ist Aza also ihre krankhaften Gedanken?

Die Kombination von ernsthaft und humorvoll ist dem Autor wieder mal hervorragend gelungen. Es macht unheimlich Spaß, diese interessante, berührende, aber auch bedrückende Geschichte zu lesen. Ich habe viel über Zwangshandlungen und über Tuataras gelernt, musste aber auch immer wieder schmunzeln und das ein oder andere Tränchen aus dem Augenwinkel wischen.

John Green schreibt herrlich lebendig und zieht die Lesenden damit mitten in die Handlung hinein. Man hat das Gefühl, Aza und ihre Freunde schon ewig zu kennen. Dabei ist die Erzählung sehr abwechslungsreich. Neben reinem Bericht der Ereignisse aus Azas Perspektive in Ich-Form dürfen wir an Azas Gedanken und Ängsten teilhaben, Chat-Verläufe und Blogeinträge lesen. Das wirkt alles sehr authentisch.

Mehr als fünf Jahre liegen zwischen zwischen dem letzten Werk des Autors, „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, und „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“. Hoffentlich dauert es bis zum nächsten nicht wieder so lange.

Fazit:
John Green konnte mich wie schon mit „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ auch mit seinem neuesten Werk begeistern. Ein gewisses Maß an Empathie sollten die Lesenden schon mitbringen, um sich mit der Protagonistin Aza anfreunden zu können, da sie nicht ganz einfach ist.

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Zwänge und Gedankenspiralen

„Schlaft gut ihr fiesen Gedanken“ ist das neuste Jugendbuch des Bestseller-Autors John Green.

Der Milliardär Russel Pickett ist verschwunden und auf ihn wird eine hohe Belohnung ausgesetzt.
Aza kennt seinen Sohn Davis und ihre beste Freundin Daisy ist - im Gegensatz zu Ava, die mit reichlich eigenen Problemen beschäftigt ist - ganz heiß darauf den Milliardär zu suchen. Avas Leben wird von absurde Ängste und Zwänge beherrscht. Als sie nun nach Jahren Davis wiedertrifft, verlieben sich die beiden ineinander.

Sehr einfühlsam und authentisch beschreibt John Green die Gefühle und Gedanken der 16-jährigen Protagonistin Ava aus deren Sicht das Buch geschrieben ist. Ihre Zwangstörung, die Angst mit Bakterien in Berührung zu kommen und zu sterben wird im Laufe der Handlung immer größer. Ihre Hilflosigkeit kann man als Leser nachvollziehen und regelrecht spüren.

Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich angenehm leicht lesen. Neben amüsanten Stellen zum Schmunzeln, gibt es auch zahlreiche poetische Formulierungen, die zum Nachdenken anregen und bei denen man einfach einmal kurz mit dem Lesen inne halten muss, um die Worte auf sich wirken zu lassen.

Die Anzahl der Charaktere ist übersichtlich, aber jeder wird detailreich und mit liebenswerten Eigenschaften überzeugend beschrieben.
Die 24 Kapitel des Buches beinhalten viel mehr Botschaft, als man beim ersten Lesen erfassen kann. Es wird sehr einfühlsam vermittelt, wie es sich anfühlt mit einer psychischen Erkrankung zu leben und welche Auswirkungen diese auf das familiäre Umfeld und die Freunde haben kann.

„Schlaft gut ihr fiesen Gedanken“ ist wieder einmal ein sehr berührender und emotionaler Roman von John Green, der nicht nur die Zielgruppe der 13- bis 16-jährigen Leser begeistern wird.


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Gefangener der eigenen Gedanken

Die 16-jährige Aza hat sicherlich nicht geplant, sich auf die Suche nach dem verschwundenen Milliardär Russell Pickett zu begeben. Mit ihren Zwangsstörungen und Ängsten hat sie bereits mehr als genug Sorgen. Doch es steht eine Belohnung von Hunderttausend-Dollar auf dem Spiel, die sie und ihre beste Freundin Daisy gut gebrauchen können, um die teuren Studiengebühren zu finanzieren. Außerdem ist Davis. der Sohn des gesuchten Milliardärs, ein alter Bekannter von Aza. Als die beiden sich nach Jahren wiedersehen, kommen sie sich näher. Doch kann Aza ihrer Gedankenspirale entkommen und einfach ein ganz normaler Teenager sein?

Endlich ein neues Buch von John Green! Das musste ich natürlich lesen. John Green ist bekannt für seine ungewöhnlichen Protagonisten und auch Aza passt in dieses Muster.
Aza ist nämlich eine Gefangene ihrer eigenen Gedanken. Tag für Tag hat sie mit Ängsten zukämpfen, die ihr das Leben zur Hölle machen. Ihre Phobie vor Bakterien und Keime aber auch die Befürchtung nicht Herr ihrer eigenen Gedanken zu sein, lassen sie nicht los und zeigen sich in zwanghaften Handlungen. Nach außen hin wirkt sie ruhig und zurückhaltend, doch innerlich trägt sie jeden einzelnen Tag einen Kampf mit sich selbst aus.
Da die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Aza erzählt wird, konnte ich mich gut in sie hineinversetzen und ihre heftigen Gedankenspiralen besser nachvollziehen.
Ihre beste Freundin Daisy ist das genaue Gegenteil. Sie ist quirlig, lebendig und durchbricht jede Stille mit ihrem Geplauder. Auch wenn sie Avas innere Kämpfe und Angstzustände nicht nachempfinden kann, ist sie doch für ihre beste Freundin da und bestreitet mit ihr das Abenteuer auf der Suche nach dem Milliardär.

Die Suche nach Russell Pickett sollte eigentlich den Rahmen der Geschichte bilden, verläuft sich allerdings mit der Zeit im Sand. Ich habe hier kurze Zeit den roten Faden aus den Augen verloren, vor allem da ich stellenweise, das Gefühl hatte, dass die Geschichte sich im Kreis dreht und nicht vorangeht. Jedoch hat John Green hier einen Übergang geschaffen, denn die Suche nach dem Milliardär wandelt sich schließlich für Aza in die Suche nach dem eigenen Ich. Zur Seite steht ihr dabei Davis, dem sie im Verlauf der Geschichte immer näher kommt. Doch ihre Zwangsstörungen und Ängste scheinen eine Beziehung unmöglich zu machen.
Zwar liegt der Hauptfokus auf Azas psychischer Krankheit und Zwangsstörung, dennoch fließen im Hintergrund auch weitere wichtige Themen wie Vertrauen, Freundschaft, Selbstzweifel oder Ehrlichkeit mit ein.
Untermalt wird dies alles von John Greens poetischem und wortgewaltigem Schreibstil. Er schafft es Emotionen im Leser hervorzurufen, aber auch Denkansätze mit auf den Weg zu geben, ohne dass es kitschig oder erzwungen wirkt.

Fazit:
Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken ist ein intensives und emotional packendes Buch, das wichtige Themen anspricht und Denkansätze liefert. Obwohl ich mich zwischenzeitlich in Azas Gedankenspiralen verloren habe, konnte ich mich wieder herauswinden und Aza auf ihrer Suche nach sich selbst begleiten.

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(Aktualisiert: 30 November 2017)
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"Jemand zu finden, der dieselbe Welt sieht, ist ziemlich selten." (S.14)

Vor ein paar Jahren kannte Aza so einen. Davis nämlich, sie waren gemeinsam im Sommercamp. Aber sie haben sich aus den Augen verloren, denn was haben ein attraktiver Millionärssohn, dem die Welt zu Füßen liegt und die neurotische (bestenfalls) Tochter einer verwitweten Mathelehrerin schon gemeinsam?

Jetzt jedenfalls soll der Kontakt wieder aufgenommen werden und zwar auf Initiative von Azas bester Freundin Daisy. Davis' reicher Vater ist nämlich verschwunden und Daisy rechnet sich was aus. Es ist nämlich eine Belohnung ausgeschrieben worden und die will sich Daisy, die ständig klamm ist, unter den Nagel reißen. Und Aza soll mittun - gerade aufgrund ihrer früheren Kontakte zu Davis.

Aza und Kontakte - das ist schon ein Ding für sich, denn eigentlich ist Aza anders. Sie hat Ängste, Ticks, Manien - und gerade die überdrehte Daisy sowie deren Umfeld zögern nicht, dies ihr auch ständig zu vermitteln. Wie auch ihre Mutter, die sehr liebevoll, aber auch überbesorgt ist. Aus gutem Grund zwar, das macht es aber für Aza nicht besser.

Und dann trifft sie Davis wieder und er verhält sich ihr gegenüber ganz anders. Und sie haben sehr viel gemeinsam, was das Zusammensein für Aza aber nicht unbedingt leichter macht. Eben weil sie so ist, wie sie ist.

Das alles ist kein knallharter Krimi, wie man ob des Plots mit der Suche nach dem Vater denken könnte, sondern original John Green. Und der schreibt wirr, neurotisch, liebevoll - eben ganz besonders und sehr Grün, entschuldigung, Green. Und genau deswegen mag ich ihn - weil er mich dazu zwingt, gerade kompliziertere Vorgänge zu ergründen, komplexe Persönlichkeiten - und Aza ist nicht die Einzige davon in diesem Roman - an mich heranzulassen. Als Jugendbuch trotz des Hypes, der darum gemacht wird, mit Vorsicht zu genießen - in dem Sinne, dass man sich gut überlegen sollte, welchem (jungen) Menschen man es schenkt. Der eine wird es nicht verstehen, der andere wird so tun, als ob, weil es eben ein In-Buch ist, den Dritten wird es verstören, also sogar zu tief treffen. Der Vierte, der wird Aza in ihr schwieriges Leben folgen und auch die lustigen Szenen zu schätzen wissen und genau dieser Vierte ist es, den man erkennen sollte - und zwar altersunabhängig , denn für ihn kann das Buch zu einem wahren Lebensbegleiter werden. Oder auch einfach zu einem Buch, mit dem er sich gerne und kritisch auseinandersetzt.

So, wie es bei mir der Fall war. Einiges war mir zu extrem, Aza wurde - gerade durch ihre Busenfreundin Daisy - ganz schön in die Ecke des Freaks gedrängt, wobei das doch gerade nicht so sein wollte. Und manchmal war es mir, auch wenn es sehr "Green" war, doch ein wenig zu verwinkelt, etwas zu wirr. Dennoch eine lohnende, eine besondere Lektüre, die noch lange nachhallen wird.

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