Juno Dawson: Clean

 
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Juno Dawson: Clean
Verlag
ET (D)
2018
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Clean
ET (Original)
2018
ISBN-13
9783551583826
Empfohlenes Alter

Informationen zum Buch

Seiten
400

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Leder unterm Gesicht.

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Handlungsort

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Lexi ist reich, cool, ein It-Girl – und heroinsüchtig. Nach einer Überdosis landet sie in der Clarity-Klinik. Ihr Entzug ist hart, die Therapie schier unerträglich, vor allem die Treffen mit den „Mitinsassen“: Aufputschmittel-Junkie Saif, Trans-Mädchen Kendall, Guy mit der Zwangsneurose, Bulimikerin Ruby, Ex-Kinderstar Brady. Doch ausgerechnet diese fünf werden zu echten Freunden. Und Brady vielleicht mehr. Lexi öffnet sich vorsichtig, beginnt ihr zerstörerisches Leben zu hinterfragen. Aber ist ein anderer Weg überhaupt möglich?

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2 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
4.2
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0  (2)
Charaktere 
 
4.5  (2)
Sprache & Stil 
 
4.0  (2)
(Aktualisiert: 07 September 2018)
Gesamtbewertung 
 
3.3
Plot / Unterhaltungswert 
 
3.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
3.0

Gossip Girl meets Entzugsklinik

Lexis Erlebnisse und ihre Sucht, das ist kein allzu kuscheliges Thema. Das sollte es meiner Meinung nach auch nicht sein. Egal wie solche Bücher gerne mal wirken können. "Clean" hat mich wohl vor allem deshalb interessiert, weil ich immer diese schrecklichen "Kind nimm bloß keine bösen Drogen"-Bücher aus der Schulzeit im Kopf habe. Darin wurde immer mit erhobenem Zeigefinger darauf hingewiesen, wie schlimm das alles ist und am Ende kam dann der perfekte Entzug und das goldene Happy End. Oder gleich Bücher wie "Wir Kinder vom Bahnhofzoo", die irgendwie auch so weit weg von der eigenen Lebensrealität waren, das sie eher als exotische Schreckensbücher auf mich gewirkt haben. Das lag sicher auch daran, das genau dieses Buch eben eine ganz andere Zeit abgebildet hat.

Instagramstars, Anspielungen auf die momentane Populärkultur, reiche Kids mit all ihren Problemen. Das nimmt die Autorin als Rahmen für ihre Handlung. Erst habe ich mich gefragt warum die Autorin hier eine Welt nimmt die ihren Lesern*innen so weit weg ist wie es nur geht. Andererseits hat es so etwas von Serien wie "Gossip Girl", ein Setting das sicher vielen vertraut ist, da die Serie sehr erfolgreich war.

Die schicke Entzugsklinik ist ein Stück weit trotzdem irgendwie ein Täuschungsmanöver. So toll ist eine Entzugsklinik in der Regel nicht, normalerweise gibt es kein instragramtaugliches Essen und schon gar keine Calvin Klein Schlafanzüge. Andererseits wird durch die schicke Fassade durchaus ein Kontrast zu Lexis Erlebnissen aufgebaut.

Nach und nach wird mir auch klarer, weshalb Dawson vielleicht genau dieses Szenario gewählt hat. Reiche Kids scheinen doch alles zu haben was glücklich macht, die perfekte Photoshopwelt bekommt aber durch die Figuren ihre Risse. Jeder Mensch hat Probleme und niemand ist perfekt. Auch jemand wie Lexi - mit 80.0000 Folowern bei Instagram.

An einigen Stellen merkt man das die Autorin mit Betroffenen gesprochen hat. Vor allem wenn es um die Gründe geht, die zum Teil bei den Figuren durchklingen. Auch das süchtig sein nicht automatisch bedeutet, Drogen zu nehmen.

Der Fokus liegt dabei sehr stark auf Lexi. Die andren Figuren lernt man eher nebenher kennen. Das ist aber eigentlich auch ganz gut so. Lexis eigene Geschichte reicht als roter Faden. Man erlebt wie sie langsam merkt, was eigentlich wirklich mit ihr los ist. Auch Rückschläge werden nicht ausgespart. Bis zu diesem Punkt fand ich das Ganze dann auch recht gut- Vor allem weil die Autorin sich bemüht nichts zu beschönigen.

Was ich überzogen fand, ist tatsächlich das Ende des Romans. Da merkt man, wir sind wieder in der Welt der schönen und Reichen angelangt. Das war mir zu sehr auf Hollywood Happyend getrimmt. Ich finde die Autorin hätte etwas realistischer sein können. Das war dann echt eher wie in Gossip Girl... Aber ok, ich bemühe mich mal im Kopf zu behalten, das vielleicht die Zielgruppe genauso ein Ende haben will.

Aber im Vergleich zu den Büchern die ich selbst mit 14, 15 dazu gelesen habe, ist "Clean" auf jedenfall viel besser geeignet sich dem Thema anzunähern. Wobei ich sagen würde, ja der Zeigefinger ist schon noch da. Aber er kommt etwas subtiler daher und versucht eher zu zeigen, ok. es läuft hier etwas falsch, aber das heißt nicht das es das Ende sein muss. Egal wie schlimm es ist, es kann einen Ausweg geben, wenn Du ihn Dir selbst erlaubst.

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Intensiv und fesselnd

Lexi, die reiche Hotelerbin, wird von ihrem Bruder zwangseingewiesen. Ihr Problem: Drogen. Im Theraphiezentrum für reiche Jugendliche wird sie erstmals mit ihrem Problem wirklich konfrontiert. Doch wird Lexi ihr Problem anerkennen? Wird ihr der Entzug helfen?


Das Buch ist intensiv. Verdammt intensiv. Schon die erste Seite hatte es in sich und geht unter die Haut. Schonungslos verfolgen wir Lexis Entzug direkt am Anfang aus der Ich-Perspektive. Mit knappen Sätzen, die manchmal nur aus wenigen Worten ohne Verben bestehen, verfolgen wir Lexis Trip. Je klarer sie wird, desto klarer wird auch der Schreibstil. So bilden Schreibstil und Handlung eine Einheit. Wahrscheinlich lag es daran, dass das Buch einen unheimlich Lesesog auf mich hatte. Einmal drin habe ich den Reader nur zum Schlafen aus der Hand gelegt, bis ich durch war. Und in der Nacht habe ich von Lexi und ihrer Geschichte geträumt. Sie hat mich also wirklich nicht mehr losgelassen.


Ich habe schon mehrere Bücher über das Thema gelesen, die ich allesamt gut fand. Doch dieses Buch war für mich besonders. Ohne das ich aus Erfahrung sprechen kann, hatte ich das Gefühl ein recht reflektiertes Buch zu lesen. Am Ende erzählt die Autorin, dass sie sich mit vielen Abhängigen und cleanen Menschen über ihre Erfahrungen ausgetauscht hat, so dass sich mein Gefühl von Authentizität bestätigt hat. Besonders gefallen hat mir auch, dass das Buch nicht mit einem erhobenen Zeigefinger daher kommt, auch werden nicht alle Drogen von grundauf verteufelt. Hier wird Lexis Sucht mit einigen ihrer Facetten dargestellt, doch viel mehr ging es dabei darum, was sie fühlt.


Der Klappentext und auch das Cover haben mich zuerst denken lassen, dass es hier um mehrere Jugendliche geht, aber das ist eigentlich nicht der Fall. Klar werden die anderen Patient*innen vorgestellt und auch von ihren Problem berichtet, aber Lexi bleibt immer ganz klar die Hauptfigur, während die anderen Nebenfiguren bleiben. Wenn auch die Nebenfiguren einige Facetten aufweisen und keines ihrer Probleme heruntergespielt wird. Anfangs hat mich das ein wenig enttäuscht, aber nun denke ich, dass die Intesivität so nicht möglich gewesen wäre.


Alles in allem kann ich für das Buch nur eine Leseempfehlung aussprechen, doch sollte sich jeder über die Intensität klar sein. Wenn einen das Thema triggert oder aus anderen Gründen intensive Beschreibungen von Drogenkonsum nicht aushalten kann, sage ich ganz klar: Lasst die Finger davon!

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