Lukas Hainer: Das dunkle Herz

 
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Lukas Hainer: Das dunkle Herz
Verlag
ET (D)
2018
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783492704724
Empfohlenes Alter

Informationen zum Buch

Seiten
384

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Der alte Mann schritt durch die staubigen Straßen der Stadt.

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Handlungsort

Handlungsorte
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Während einer Gedenkfeier für ihren verschwundenen Bruder wird Anna schwarz vor Augen, und sie erwacht am Rande einer verlassenen Wüstenstadt. Als alle Versuche scheitern, Kontakt zu ihren Eltern aufzunehmen, sucht sie in der Stadt nach Antworten und stößt auf weitere Ankömmlinge, unter ihnen der junge Nick. Bald entbrennt ein Kampf ums Überleben, sowohl mit ihrer unwirtlichen Umgebung als auch unter den Gestrandeten selbst. Während die Spannungen eskalieren und es sogar zu Toten kommt, findet Anna plötzlich Hinweise auf ihren Bruder – ist es möglich, dass er noch lebt? Als sie der Spur folgen, stoßen Nick und sie auf ein furchtbares Geheimnis, das dieser Ort und seine Bewohner hüten: das dunkle Herz. Und plötzlich geht es um weit mehr als nur um ihr eigenes Schicksal.

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Wie kann man dem dunklen Herzen entkommen?

Anna verliert während des Gedächtnisgottesdienst für ihren seit zehn Jahren vermissten Bruder Ben das Bewusstsein, als sie wieder erwacht, befindet sie sich in einer völlig fremden Welt. In der Ferne erkennt sie die Gebäude und Ruinen einer Art Wüstenstadt und als sie in der Stadt ankommt, entdeckt sie weitere Menschen unterschiedlichen Alters und Herkunft, die sich ebenfalls nicht erklären können, wie sie plötzlich dorthin gelangt sind. Was bedeutet dieser Albtraum? Und gibt es eine Möglichkeit, wieder nach Hause zu kommen? Dann findet Anna Anzeichen, die zu ihrem Bruder Ben führen.

Die Thematik des Buches, sich plötzlich in einer wildfremden Umgebung zu befinden, ohne zu wissen, wie und warum man dorthin gelangt ist, hat mich direkt angesprochen. Und bereits nach den ersten spannenden Seiten häuften sich bei mir die Fragen: wo sind Anna und die Anderen gestrandet, befindet sich dieser Ort in unserer Welt? Nach welchen Kriterien wurden die Menschen ausgesucht, gibt es Gemeinsamkeiten zwischen ihnen? Welches Ziel wird mit der Entführung der Menschen verfolgt – und von wem? Werden sich noch andere Menschen an diesem Ort befinden, die schon länger da sind? Gibt es eine Möglichkeit, diese Welt wieder zu verlassen? Von wem stammen die Worte „Du sollst nicht töten“, die sich an der Wand einer Kirche befinden – und warum?

Der Versuch von Anna und den anderen Gestrandeten, Antworten auf diese Fragen zu finden, bilden eine packende und spannende Handlung, so dass es mir nicht leicht gefallen ist, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen. Neben der Suche nach den Hintergründen ist auch die Bildung von Gruppen und Zweckgemeinschaften sehr spannend und wie die einzelnen Menschen unterschiedlich mit der neuen Situation zurechtkommen bzw. welche Rolle sie einnehmen werden.

Es gibt einen Beobachter, eine alten Mann, der sich den Angekommenen zwar nicht offenbart, aber scheinbar genau weiß, warum sie hier sind. Auch weiß er von dem Bösen, welches unter der Stadt lauert: dem dunklen Herzen.

Die Charaktere der unfreiwilligen neuen Bewohner der Stadt sind sehr unterschiedlich und ihre jeweilige Entwicklung ist spannend zu verfolgen, zumal sie sich aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zusammensetzen. Interessant wären noch mehr Hintergrundinformationen zu den Ankömmlingen gewesen, was ihre Vergangenheit und ihr Leben in der richtigen Welt angeht. Aber da dieses Buch der Auftakt zu einer dreiteiligen Serie ist, könnte ich mir gut vorstellen, dass man das noch in den nächsten beiden Büchern thematisieren könnte.

Anna und Nico, eine griechischer junger Mann, mit dem sie sich anfreundet, gefallen mir besonders gut, da sie Einblick in die verschiedenen Gruppen bekommen. Außerdem ist Anna ziemlich mutig und will mehr über die Stadt und ihre Umgebung herausfinden, was auch daran liegt, dass sie immer wieder Anzeichen dafür findet, dass es an diesem Ort eine Verbindung zu ihrem vermissten Bruder gibt.

Das Buch wird zwar als Jugendroman eingestuft, kann aber sehr gut von Erwachsenen gelesen werden. Sehr gut hat mir der leichte Grusel gefallen, der permanent über der ganzen Handlung liegt.
Zwar ist das Buch der erste Teil, es ist aber in sich abgeschlossen, ohne einen fiesen Cliffhanger am Ende. Trotzdem bin ich sehr gespannt, wie es weitergehen wird und freue mich darauf, wenn der zweite Band erscheint.

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(Aktualisiert: 08 April 2018)
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Guter erster Teil

Vor zehn Jahren ist ihr Bruder spurlos verschwunden. Als Anna mit ihrer Familie zur jährlichen Trauerfeier in der Kirche sitzt, verliert sie plötzlich das Bewusstsein. Als sie erwacht, findet sie sich in einer fremden dystophischen Welt wieder. Es ist eine Wüste durch die sie irrt, bis sie Häuser, Ruinen und eine eigenartige Kirche findet. Und schließlich trifft sie auf immer mehr Menschen verschiedenen Alters und aus unterschiedlichsten Ländern, die ebenfalls aus ihrer Realität katapultiert und hier gelandet sind. Was haben sie alle gemeinsam? Warum sind sie hier und gibt es ein zurück in ihr altes Leben? Und gibt es eine Bedrohung, die über allem schwebt?


Lukas Hainer entwirft eine beängstigende Szenerie. Es mutete mir bald wie eine Mischung zwischen "Die Tribute von Panem" und Stephen Kings "Arena" an. Die Menschen sind irgendwo in einer begrenzten, unwirtlichen Gegend gefangen. Man weiß nur nicht genau, worauf das Alles hinauslaufen soll.


Schnell bilden sich unter den Entführten Gruppen, die zuerst nur um Wasser und Nahrung kämpfen aber bald auch um eine Art Vormachtstellung. Anna schließt sich einer großen Gruppe Kinder und Jugendlicher an. Sie fragt sich die ganze Zeit, ob nicht das Verschwinden ihres Bruders etwas mit all dem zu tun hat und findet bald Hinweise, die diese Vermututung nahe legen. Dem Leser ist die Bedrohung schon viel schneller bewusst, denn er weiß Dinge, die die Eingeschlossenen nicht wissen. Aber die Geheimisse und Rätsel dieser Geschichte werden auch dem Leser erst nach und nach präsentiert, ja einige bleiben sogar bis zum Schluss im Dunkeln, da es sich ja um den ersten Teil einer Trilogie handelt.


Hainer hat einen schönen Erzählstil, der gut zu einem Roman für Jugendliche passt. Die Spannung steigt zum Ende hin stetig an und es gibt durchaus einen Showdown und ein vorläufiges Ende, mit dem man leben kann. Allerdings werden erst die Folgebände alle Fragen beantworten, das sollte einem vor dem Lesen bewusst sein. Für meinen Geschmack hätte man gerne die Charaktere noch etwas intensiver herausarbeiten dürfen. Bei den Jugendlichen Darstellern ist das gut gelungen, die Erwachsenen blieben in dieser Geschichte alle etwas farblos. Und was das dunkle Herz wirklich ist, habe ich noch nicht wirklich rausgefunden. Man ahnt, was es will, man fürchtet das Böse dahinter, weiß, dass es auch die reale Welt bedrohen könnte. Aber dennoch ist es ein Mysterium. Es bleibt mir also nur, auf den zweiten Band zu warten, der wohl bereits in Arbeit ist.

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Toll erzählt

?Das Buch:

Während einer Gedenkfeier für ihren verschwundenen Bruder wird Anna schwarz vor Augen, und sie erwacht am Rande einer verlassenen Wüstenstadt. Als alle Versuche scheitern, Kontakt zu ihren Eltern aufzunehmen, sucht sie in der Stadt nach Antworten und stößt auf weitere Ankömmlinge, unter ihnen der junge Nick. Bald entbrennt ein Kampf ums Überleben, sowohl mit ihrer unwirtlichen Umgebung als auch unter den Gestrandeten selbst. Während die Spannungen eskalieren und es sogar zu Toten kommt, findet Anna plötzlich Hinweise auf ihren Bruder – ist es möglich, dass er noch lebt? Als sie der Spur folgen, stoßen Nick und sie auf ein furchtbares Geheimnis, das dieser Ort und seine Bewohner hüten: das dunkle Herz. Und plötzlich geht es um weit mehr als nur um ihr eigenes Schicksal. Quelle Amazon


Der Autor:

Lukas Hainer ist aktuell einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Liedtexter. Vom ersten Album an gehörte er zum Team der Erfolgsband Santiano. Die Gelegenheit, ein Kinderbuch zu schreiben und in Zusammenarbeit mit Santiano zu einem musikalischen Hörspiel zu entwickeln, erfüllte ihm einen lang gehegten Wunsch. In Flensburg, nahe am Salzwasser, entstand so der König der Piraten. Mittlerweile lebt der junge Familienvater wieder in München, seinem Geburtsort. Er genießt dort von ganzem Herzen die Freiheit, jeden Tag an seinen Geschichten und Songs arbeiten zu dürfen. Quelle Amazon


Meine Meinung:


Lukas Hainer erzählt uns diese Geschichte auf wunderbare, zauberhafte Weise. Die Protagonisten sind liebevoll und realistisch dargestellt und bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Man lernt sie dadurch schnell und gut kennen, so das man am Ende oder zwischendurch, wenn es jemandem nicht gut geht, so richtig mitfiebert und mitleidet, sich aber auch mit freut. Die Atmosphäre in diesem Buch ist wahnsinnig geheimnisvoll und mystisch.

Schon nach wenigen Seiten fällt man zusammen mit Anna mitten ins Buch und kommt auch nicht mehr raus.. Es ist und bleibt packend bis zur letzten Zeile.

Anna trifft auf ihrer Reise viele gute und weniger gute Menschen und muss mit ihnen versuchen das Rätsel dieser geheimnisvollen Welt zu lösen. Und wie auch in unserer Welt ist nicht immer alles schön und einfach und um etwas aussrichten zu können, muss man zusammenhalten. Das ist für mich auch eine ganz wichtige Botschaft in diesem Buch. Auch mit Menschen die man vielleicht nicht so mag, muss man sich arrangieren. Und in Gefahr sind alle immer wieder ! Am Ende bleibt die grosse Frage ob es alle nach Hause schaffen und ob Anna Ben finden wird....


Für mich ein grandioses Buch

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Wie gehen wir in Ausnahmesituationen um?

Das Buch hat eine ganz besondere Grundstimmung, die irgendwas zwischen mystisch, spannend, gruselig und düster ist. Auch die Thematik des Buches fand ich sehr faszinierend und anders. Anfangs fand ich die Wortwahl an manchen Stellen sperrig, aber trotzdem bin ich schnell in die Geschichte gesogen worden. Eben auch weil mich die Geschichte um Anna und diesen Ort, wo sie landet sehr fasziniert hat.
Wie gehen wir in Ausnahmesituationen um? Wie würde ich mich verhalten, wenn ich irgendwo auf unerklärliche Weise strande?
Die Handlungsentwicklungen empfand ich als nachvollziehbar und sehr positiv empfand ich, dass es nur eine dezente Liebesgeschichte gab. Das Buch an sich hat mich sehr (positiv) überrascht und sehr nachdenklich zurückgelassen. Leider blieben einige der Charaktere sehr flach, obwohl sie immer wieder erwähnt wurden und man dadurch das Gefühl bekam, dass sie noch eine wichtige Rolle im Verlauf des Buches spielen würden.

Auch wenn einige Charaktere recht flach blieben und die Wortwahl zu Beginn manchmal etwas sperrig war, hat mich die besondere Stimmung und Thematik des Buches sehr fasziniert und durch die Seiten fliegen lassen. Ich freue mich schon auf die Folgebände und kann "Das dunkle Herz" auf jeden Fall empfehlen zu Lesen.

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Super geheimnisvoll und spannend – Sogwirkung garantiert

Klappentext
„Während einer Gedenkfeier für ihren verschwundenen Bruder wird Anna schwarz vor Augen, und sie erwacht am Rande einer verlassenen Wüstenstadt. Als alle Versuche scheitern, Kontakt zu ihren Eltern aufzunehmen, sucht sie in der Stadt nach Antworten und stößt auf weitere Ankömmlinge, unter ihnen der junge Nick. Bald entbrennt ein Kampf ums Überleben, sowohl mit ihrer unwirtlichen Umgebung als auch unter den Gestrandeten selbst. Während die Spannungen eskalieren und es sogar zu Toten kommt, findet Anna plötzlich Hinweise auf ihren Bruder – ist es möglich, dass er noch lebt? Als sie der Spur folgen, stoßen Nick und sie auf ein furchtbares Geheimnis, das dieser Ort und seine Bewohner hüten: das dunkle Herz. Und plötzlich geht es um weit mehr als nur um ihr eigenes Schicksal.“

Gestaltung
Das Cover passt super zur Geschichte, denn der dunkle Fleck in der Mitte, vor dem der Titel geschrieben steht, wirkt so, als würde er wachsen und den hellen Hintergrund immer weiter einnehmen. Zudem mag ich die Schattenrisse der zwei Bäume und der Vögel sehr, da diese wie ein Kreislauf angeordnet sind, was auch super gut zum Inhalt des Buches passt. Die Farbkombinationen und die goldene Schrift des Titels ergänzen sich auch wundervoll und sehen einfach klasse aus!

Meine Meinung
Es fällt mir sehr schwer, diese Rezension zu schreiben, da mich „Das dunkle Herz“ beim Lesen so gefangen genommen hat und so viele Gedanken in mir angeregt hat, dass ich immer noch damit beschäftigt bin, all meine Gefühle und meine Einfälle zu sortieren. Ich empfand die Handlung von „Das dunkle Herz“ als super einnehmend und fesselnd, da sie voller Rätsel, Geheimnisse und Mysterien steckt. Ich wurde beim Lesen von der ersten bis zur letzten Seite dazu angeregt, Vermutungen aufzustellen, mitzudenken und zu überlegen, was hinter all den rätselhaften Ereignissen stecken könnte.

Rätselhafte Ereignisse ist nämlich sozusagen das Hauptthema des Buches: Protagonistin Anna steht im einen Moment mitten im Gedenkgottesdienst für ihren verschwundenen Bruder und findet sich dann im nächsten Moment nach einem Schwindelanfall mitten in einer Art Wüstenstadt wieder. Wo ist sie und wie konnte sie überhaupt herkommen? An dem geheimnisvollen Ort trifft sie auf andere Menschen aus allen möglichen Ländern: da sind beispielsweise Nick aus Griechenland, Chloe und Arthur aus Frankreich, Jelena aus Polen oder Lev aus Russland. Auch der Suche nach Antworten sieht sich die Gruppe mit immer mehr Mysterien konfrontiert: unheimlichem Monsterbrüllen, einem diktatorischen Machthaber und vielem mehr…

Es gefiel mir sehr, wie Autor Lukas Hainer in diesem Buch Spannung erzeugt hat, indem er den Leser zusammen mit Anna an einen Ort versetzt hat, von dem niemand wusste, wo er liegt und was überhaupt passiert ist. Dabei hat der Autor es trotz dieser Abstraktheit des Ortes geschafft, dass vor meinem inneren Auge ein Bild des Ortes entstanden ist, weil er alles sehr lebendig und bildhaft beschrieben hat. Allerdings war es für mich manchmal etwas schwer, dem Aufbau des Ortes zu folgen, da er aus einer Ruinenstadt, einem Friedhof, mehreren moderneren Kuppeln und anderen Bauten besteht, die über eine weitläufigere Fläche angeordnet waren. Hier hätte ich eine Karte im Buch als sehr hilfreich empfunden, um den Geschehnissen besser folgen zu können bzw. sie mir besser vorstellen zu können, da Anna und Nick doch des Öfteren ihren Aufenthaltsort wechseln.

Durch die Rätsel, mit denen sich Anna und der Leser konfrontiert sehen, entstand für mich eine tolle Sogwirkung, da ich unbedingt erfahren wollte, was das für ein Ort ist, wieso all die verschiedenen Menschen dort sind, wie sie überhaupt dort hingekommen sind und ob sie auch wieder nach Hause kommen. Erhöht wurde für mich dieses Frage und Antwort Spiel durch immer wieder eingestreute Passagen des sogenannten „Alten“. Durch diesen habe ich als Leser mehr erfahren, als die Figuren, wobei sich dennoch erst ganz zum Schluss die Fäden zusammen gezogen haben.

Das Ende war für mich das Beste am ganzen Buch, da es hier wirklich rasant zugeht – manchmal sogar etwas zu rasant. Hierbei liebte ich vor allem die Atmosphäre und die Beschreibungen des Autors, welche die Geschehnisse sehr lebendig und nachvollziehbar haben werden lassen. Ich fand es genial, wie sich alle Stricke verdichten sowie zusammenziehen und ich als Leser einige Antworten erhalten habe. Gleichzeitig ließ das Ende aber auch einige Fragen offen, wobei mich die Geschehnisse einfach unheimlich gespannt auf die Fortsetzung gemacht haben. Ich hätte Band 2 jetzt am liebsten sofort in den Händen, denn es passiert zum Schluss von „Das dunkle Herz“ so vieles, das mich auf die weitere Entwicklung dieser Geschichte unfassbar neugierig macht. Es endet unheimlich verheißungsvoll, da am Ende eine große Bedrohung steht, die auch unserer Welt gefährlich werden könnte…

Sehr gefallen hat mir an der Geschichte auch, dass es immer wieder kleinere eingestreute Verweise auf politische Geschehnisse oder Vorurteile gab, die mich zum Nachdenken angeregt haben. Auch gab es Szenen, in denen ich Parallelen zu unserer Lebensweise oder unserer Welt entdecken konnte. Durch solche Vergleiche hat mich „Das dunkle Herz“ auch dazu angeregt, weiter zu denken und über den Tellerrand der Geschichte hinauszublicken, was ich gerne mochte.

Neben solchen tollen „Gimmicks“ hätte ich es klasse gefunden, wenn ich auch mehr über manch eine Nebenfigur erfahren hätte. Anna wird im Buch sehr gut beleuchtet und auch Nick hat eine etwas größere Rolle, aber doch hätte ich mir hier mehr Infos zu seinen Hintergründen gewünscht. Auch bei anderen Figuren, die namentlich erwähnt wurden, wären ein, zwei weitere Sätze zu ihrer Person nett gewesen, einfach weil ich denke, dass Figuren eine Bedeutung haben, sobald sie einen Namen erhalten. Aber dies ist schon „Meckern“ auf hohem Niveau wie ich finde. Was mich diesbezüglich eigentlich etwas mehr gestört hat, war dass es drei Figuren gab, die zu Beginn handelnd und aktiv tätig waren, aber am Ende höchstens noch namentlich erwähnt wurden, ohne überhaupt wirklich anwesend zu sein. Dies fühlte sich für mich ein wenig so an, als wären diese drei Figuren wie Maschen, die zu Beginn aufgenommen wurden, aber später einfach fallen gelassen worden sind.

Die Atmosphäre von „Das dunkle Herz“ mochte ich auch unheimlich gerne, da ich beim Lesen geradezu spürte, wie es unter der Oberfläche brodelte – nicht nur durch all die Fragen und Spekulationen, sondern auch durch etwas Böses, Geheimnisvolles, das im Buch eine große Rolle spielt. Für mich begann das Buch als Jugend-Fantasy-Buch, aber am Ende bekam die Geschichte auch leichte Sci-Fi-Züge, wobei ich diesbezüglich auf die Folgebände und dortige eventuelle Enthüllungen gespannt bin. Die Idee des Buches fand ich einmalig und grandios, denn ich habe bisher noch kein Buch gelesen, das an einem solchen Ort wie diesem gespielt hat und welches dann durch den Twist am Ende in eine solche Richtung gegangen ist, wie „Das dunkle Herz“. Genaueres kann ich diesbezüglich leider nicht verraten, da ich sonst spoilern würde, aber vielleicht so viel: meiner Meinung nach sollte man unbedingt zu „Das dunkle Herz“ greifen, da dieses Buch voller Spannung, Rätsel, Geheimnisse und Überraschungen ist, die am Ende eine sehr interessante und neuartige Wendung nehmen.

Fazit
Alles in allem hat mir der Auftaktband „Das dunkle Herz“ unheimlich viel Spaß und Lesefreude bereitet, da ich von der ersten Seite an mitten im Geschehen war und mit den Figuren rätseln und spekulieren konnte. Gerade das letzte Drittel des Buches ist dabei sehr temporeich und fesselnd, da hier einige gefährliche und brenzlige Geschehnisse auf die Figuren und den Leser warten und ein großes Feuerwerk an Antworten und weiteren Fragen entfacht wird. Ich hätte eine Karte des Settings als sehr hilfreich empfunden und hätte mich auch über mehr Hintergründe zu manchen Figuren gefreut, aber eigentlich kann ich als Fazit zum Buch nur eines sagen: Ich brauche unbedingt Band 2! Am liebsten jetzt sofort!
Gute 4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
1. Das dunkle Herz
2. ???
3. ???

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4.0

Solider 1. Teil einer Trilogie

Das dunkle Herz ist ein Fantasy-Jugendroman und soll eine Trilogie werden. Leider wird das vom Verlag nicht kommuniziert, was für viele Leser aber durchaus wichtig zu wissen ist.
Die Geschichte dreht sich um Anna, aus deren Perspektive hauptsächlich erzählt wird, die vor 10 Jahren ihren großen Bruder verloren hat. Beim 10jährigen Gedächtnistag in der Kirche wird Anna plötzlich in eine gänzlich andere Welt mitten in der Wüste katapultiert. Wie ihr ergeht es so noch anderen Menschen unterschiedlicher Nationalität und Alter, die sich nun in diesem Ausnahmezustand und in einer sehr beklemmenden Atmosphäre zusammenraufen müssen. Interessant dabei ist zu lesen, wie unterschiedlich die Protagonisten in dieser Situation reagieren.
Die Geschichte ist rasant und spannend erzählt in einem flüssigen, teilweise nüchternen Schreibstil, der leider die meisten Figuren, besonders die Erwachsenen, ein wenig oberflächlich und farblos wirken lässt. Da hätte ich mir ein wenig mehr Tiefe gewünscht.
Die Rätsel um diesen geheimnisvollen Ort und das dunkle Herz, die vielen Fragen, die aufkommen und die Entwicklung der Geschichte sind sehr spannend erzählt und nimmt zum Ende hin richtig Fahrt auf.
Einige Fäden werden leider nicht weiterverfolgt und es bleiben Fragen offen, die sich hoffentlich im Folgeband klären werden.
Das Ende ist für mich für eine Trilogie sehr gut umgesetzt, die eigentliche Geschichte ist in sich abgeschlossen, aber man erfährt als Leser, dass es irgendwie in anderer Form weitergeht. Das macht neugierig auf den Folgeband.
Das dunkle Herz ist ein solider 1. Teil mit Entwicklungspotenzial, das nicht nur für Jugendliche lesenswert ist.

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