Uticha Marmon: Marienkäfertage

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Uticha Marmon: Marienkäfertage
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783734850059

Informationen zum Buch

Seiten
224

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Ein Elefant stand vor einem Spiegel.

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Handlungsort

Handlungsorte
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Endlose helle Tage, Sonnenlicht, das flirrend durch Baumkronen fällt, kaltes Seewasser und frische Zimtbrötchen – so war ihr Sommer, jedes Jahr. Jetzt sind das alles nur noch Erinnerungen an eine Zeit, als sie Elin und noch nicht Lykke war. Doch was heißt das überhaupt – Lykke sein? Und wie passt dieser fremde Junge in ihr neues Leben, Rasmus, der ihr Angst macht, den sie aber auch ein kleines bisschen mag? Während sie sich vorsichtig an ihre neuen Gewissheiten herantastet, erkennt sie eines: Das Glück ist vielleicht ein scheuer Gast, aber es liegt an uns, ob wir ihm die Tür öffnen.

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Einfühlsames Jugendbuch mit leisen Tönen

Elin erhält einen Brief, der sie völlig aus der Bahn wirft. Während ihre Eltern im Urlaub sind, flüchtet sie heimlich in das Ferienhaus ihrer Familie, um sich dort darüber klarzuwerden, was der Inhalt des Briefes für sie bedeutet. Wer ist sie, wer sind ihre Eltern und wie kann es sein, dass auf einmal alles ganz anders ist, als sie ihr Leben lang geglaubt hat?

Elin ist außer sich und es dauert seine Zeit, bis sie anfängt, wieder Kontakt zu anderen zuzulassen. Zum Glück ist da ihre ehemalige Freundin aus Kindertagen sowie der alte Nachbar, der einiges mehr über sie zu wissen scheint als sie selbst. Und dann ist da noch der Junge, dessen Botschaften sie in einer Flaschenpost am nahegelegenen See findet und mit dem sie ebenfalls eine lange Geschichte verbindet.

Das Cover wirkt harmonisch-sommerlich, doch schon nach den ersten Seiten stellt sich heraus, dass die Geschichte nicht so harmonisch ist. Elin ist verzweifelt und allein und kommt mit der neuen Situation, in der sie sich aufgrund des Briefes befindet, erst einmal gar nicht zurecht. Sie ist wütend und enttäuscht und rebelliert. Für den Leser ist das nicht immer ganz nachzuvollziehen, denn auch wenn wir zuerst nicht genau wissen, warum es so gekommen ist, wie es jetzt ist, scheint es Elin immer gutgegangen zu sein. Die Geschichte entfaltet sich dann nach und nach und immer mehr Details kommen zum Vorschein. Vieles wird aber auch nur angedeutet und der Leser muss hier schon auch mitdenken und die eigene Phantasie anstrengen, um die Ereignisse von heute und früher zu begreifen und in einen Zusammenhang zu setzen.

Mir hat dieses Jugendbuch der leisen Töne sehr gut gefallen, die Autorin hat einen wunderschönen Schreibstil und erzählt die Geschichte auf eindringliche und sensible Art und Weise. Auch als erwachsene Leserin hat mich das Buch sehr berührt und in die Geschichte mitgenommen.

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Familiengeheimnisse und jugendliches Gefühlschaos

Die 16jährige Elin erfährt während der Abwesenheit ihrer Eltern unerwartet ein Familiengeheimnis, das sie in ein Gefühlschaos und tiefe Selbstzweifel stürzt. Sie fährt nach Dänemark ins Ferienhaus ihrer Familie, um den Dingen auf den Grund zu gehen.

Sehr intensiv und eindrucksvoll werden Elins Eindrücke und Empfindungen und die Atmosphäre im Sommerhaus und in dem dänischen Dorf geschildert. Hier gibt es viele eindrückliche Bilder und schöne, treffende Beschreibungen. Sehr schön gestaltet ist auch das Buch - mit einem Cover in sommerlich warmen Farbtönen und vielen kleinen Marienkäfern als Kapiteltrennung.

Als etwas anstrengend empfand ich das schleppende, allmähliche Aufdecken der Zusammenhänge. Relevante Informationen werden nur stückchenweise und verwirrend preisgegeben. Zu oft muss der Leser zurückblättern, weil er frühere Textteile erst durch die Informationen versteht, die er viele Seiten später erhält. Logisch folgerichtige Fragen werden nicht gestellt, und genau da, wo es interessant wird, werden von den Personen in Dialogen gestellte Fragen manchmal einfach nicht beantwortet. Einge Fragen bleiben bis zum Ende ungeklärt.

Elin ist eine eher unsympathische Hauptperson, daher fiel es mir schwer, Mitgefühl für sie aufzubringen. Andere Personen im Buch sind sympathischer, verhalten sich logischer, haben auch das bewegendere Schicksal. Elins Handlungen sind oft nicht nachvollziehbar. Ihr Gefühlschaos wirkt ein wenig unverhältnismäßig bezogen auf ihre reale Situation, gerade auch, weil im Buch zwei Schicksale einander gegenübergestellt werden.

Das Ende des Buches ist unbestimmt. Es gibt die Andeutung einer Entwicklung in eine bestimmte (positive) Richtung. Das Buch wertet nicht, es bleibt konsequent in Elins Sicht, in der Sicht eines Kindes, das in die Ereignisse hineingeboren wird und ihnen ausgeliefert ist, und erhebt sich nicht darüber, auf eine mehr reflektierende Sicht der Dinge. Im Kontext des Buches ist das zwar konsequent, aber trotzdem fehlt mir das schlussendlich ein wenig. Hier spielt auch Elins Persönlichkeitsstruktur eine Rolle, die zum Extremen neigt und es ihr erschwert, den Schock zu verarbeiten, den sie erfahren hat, klare Gedanken zu fassen und ihre Lage rational zu sehen. Die Schlussfolgerung zu ziehen - sich nicht auf eigenes Leid zu fokussieren, sondern auch mal das eigene Glück wahrzunehmen - bleibt dem Leser überlassen.

Vielleicht sollte man seine jugendlichen Kinder dieses Buch nicht alleine lesen lassen. Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen, und dabei hat sich gezeigt, dass "Marienkäfertage" ein erhebliches Diskussionspotential bietet, Fragen aufwirft und zum Nachdenken anregt. Genau das halte ich auch für das sehr sehr große Plus des Buches. Ich meine aber, gerade mit jüngeren Jugendlichen (13/14 Jahre) wird es nach der Lektüre auch einen Diskussionsbedarf geben, insbesondere, was das Thema "Gewalt in der Familie" betrifft, aber natürlich auch das Kernthema des Buches, das ich hier nicht genannt habe.

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Wenn du nicht mehr du selbst bist, was dann?

Wer ein ganz besonderes Jugendbuch sucht, der sollte genau zu diesem hier greifen, denn hier darf der Leser noch richtig Rätsel lösen, verrät der Klappentext doch rein gar nichts vom Inhalt des Buches.

In der Geschichte selbst geht es um Elin, die allein in die Ferien aufgebrochen ist, um ihren Kopf frei zu bekommen. Durch einen Zufall hat sie ein Familiengeheimnis aufgedeckt, das sie einfach nicht mehr los lässt und ihr Leben auf den Kopf gestellt hat. Wird sie das Rätsel hinter dem Geheimnis lüften können?

Ein außenstehender Erzähler leitet uns durch die Ereignisse, so dass wir von allen handelnden Charakteren ein Bild bekommen. Das Augenmerk liegt jedoch ganz klar auf Elin.

Elin ist keine leichte Figur, sie polarisiert und reißt einen förmlich mit hinein in ihre Gefühlswelt. Trotz ihrer leicht zickigen Art mochte ich sie sehr gern und ihr Schicksal hat mich berührt.

Am besten an dem Buch ist die gefühlvolle Erzählweise und das einfach eine unglaublich tolle Sprache verwendet wird. Am liebsten hätte ich mir beim Lesen jeden dritten Satz notiert und in einer Zitatensammlung verewigt, weil diese so schöne sprachliche Bilder im Kopf hervorrufen.

Mich hat die Geschichte bereits von der ersten Seite an gepackt. Die Aufklärung des Geheimnisses war spannend und am Ende blieben für mich keine Fragen offen.

Fazit: Ein bewegendes Jugendbuch, das ich sehr gerne weiterempfehle. Lesenswert und nicht nur etwas für Jugendliche!

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Auf der Suche nach dem eigenen Ich

Was sind Marienkäfertage? Sommersonne, im Garten liegen, mit Papa angeln und das Leben genießen. Schon ihr ganzes Leben lang erlebt Elin ihre Sommer im Marienkäferhaus. Ihre Mutter hat dort Rosen gepflanzt und deshalb wimmelt es dort immer vor Marienkäfern. Doch der Sommer, in dem diese Geschichte spielt, ist anders: Ein seltsamer Brief taucht auf und lässt Elin - oder nun doch Lykke? - verwirrt zurück. Sie weiß nicht, was sie machen oder wie sie sich verhalten soll und flieht schnurstracks in ihr Marienkäferhaus. Zum ersten Mal ist sie dort allein und findet nach und nach immer weitere Schnipsel aus ihrer Vergangenheit.

Das Cover zeigt die Atmosphäre dieser Geschichte schon ziemlich gut. Sommertage - leichte Tage? Das sicherlich nicht. Uticha Marmons Schreibstil fängt die Atmosphäre allerdings noch um ein vielfaches besser ein, dieser ist unglaublich schön und passt einfach perfekt zur Geschichte. Die Tage, die Elin im Marienkäferhaus verbringt, kann man somit richtig spüren. Und auch sonst bleibt dem Leser nichts anders übrig als Elin einfach zu spüren. Man befindet sich direkt in ihrem Kopf und da sind so viele Gedanken, die raus möchten, gehört werden sollen und erst nach und nach einen zusammenhängenden, nicht-verwirrenden Sinn ergeben. Überall, bei jeder Kleinigkeit ist man also dabei, ob sie nun also zickig, traurig, verwirrt oder nachdenklich ist. Mir persönlich hat genau diese Perspektive besonders gefallen.

In dieser Geschichte erfährt man viel über Elins Vergangenheit, so wie sie vermeintlich und wie sie wirklich war. Dabei begegnen wir natürlich auch weiteren Charakteren und so zeigen sich nach und nach weitere Schicksale, die genauso berühren. Dieses Buch ist mit seinen rund 220 Seiten nicht besonders lang und doch vollgepackt mit mehreren Leben.

Marienkäfertage ist nicht nur ein Sommerbuch und auch nicht nur ein Jugendbuch. Die Charaktere sind jugendlich und auf der so wichtigen Suche nach ihrer Identität. Dies passiert mal ruhig, mal mit viel rums. Für mich ist diese Geschichte eine ganz besondere und nicht nur für Jugendliche empfehlenswert, sondern für alle, die gerne besondere Geschichten lesen, die zum Nachdenken und Diskutieren einladen.

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