Martin Petersen: Exit Sugartown

 
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Martin Petersen: Exit Sugartown
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783791500072
Empfohlenes Alter

Informationen zum Buch

Seiten
288

Sonstiges

Originalsprache
dänisch
Übersetzer/in

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Handlungsort

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Eine Geschichte, wie sie jeden Tag auf der ganzen Welt geschieht: Die 17-jährige Dawn wächst mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder Charlie in Sugartown auf. Ihr Vater findet immer seltener Arbeit, kommt dafür immer öfter betrunken nach Hause. Ihre Mutter näht zum minimalen Lohn. Als Dawn 16 ist, stirbt ihre Mutter. Doch schließlich muss auch ihr kleiner Bruder den Schulbesuch gegen die Arbeit in einer Ziegelei intauschen. Da lernt sie zwei junge Männer kennen, die von den guten Verdienstchancen der "Weißen Welt" erzählen. Dawn trifft einen schicksalsschweren Entschluss. Um ihrer Familie, allen voran Charlie, zu helfen, lässt sie sich auf eine Schlepperbande ein: der Anfang einer gnadenlosen Flucht.

"Exit Sugartown" von Martin Petersen ist ein Buch, das uns alle betrifft.

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Aktuelles Thema gut aufbereitet

Martin Petersen beschreibt in seinem Jugendroman den Weg eines verzweifelten Mädchens, das versucht, in einem anderen Land ein besseres Leben zu finden. Da ihr legale Möglichkeiten verwehrt sind, wählt sie die illegale Variante. Der Autor hat sich damit eines Themas angenommen, dass derzeit nicht aktueller sein könnte. Dawn wird in LKWs und Schlauchboote gepfercht und durch Flüchtlingslager geschleust, um irgendwann als Salatpflückerin in der City arbeiten zu können. Doch damit ist Dawns Weg noch nicht zu Ende: jede Menge Schulden wollen abbezahlt und ihre Familie in Sugartown versorgt werden.

Der Autor stellt dieses brisante Thema sehr eindrücklich dar. Dawn denkt zwar immer wieder über Alternativen nach, aber eigentlich hat sie keine und irgendwann ist ein Rückzieher unmöglich. Ich denke, dass es gerade in diesen Tagen wichtig ist, jungen Leuten in Deutschland nahe zu bringen, warum so viele Flüchtlinge nach Europa drängen. Dieses Buch kann seinen Teil dazu beitragen, die Motive von sogenannten "Wirtschaftsflüchtlingen" verständlich zu machen. Dawns Gedanken und Gefühle werden offen gelegt und man kann jeden Schritt von ihr nachvollziehen. Vielleicht täte dieses Buch so manchen Erwachsenen auch ganz gut.

Die Handlung findet an Orten statt, die es nicht gibt (z.B. Sugartown / City), die aber so oder so ähnlich irgendwo existieren. Ich fand diesen Kniff ganz gut. Man weiß zwar nicht genau, wo das alles stattfindet, aber man kann sich sehr schnell denken, wo ungefähr. Das alleine gibt schon genug Stoff für zahlreiche Diskussionen, die dieses Buch anregen könnte, her.

Die Handlung wird aus der Sicht von Dawn erzählt. Die Sprache ist einfach gehalten, was sowohl gut zum Buch als auch zur Zielgruppe passt. Für mich persönlich war der Schreibstil manchmal zu simpel, da sich einige Phrasen mehrfach wiederholen und der verwendete Wortschatz nicht übermäßig groß ist. Aber ich gehöre auch nicht unbedingt zur Zielgruppe.

Spannend ist, dass die Ereignisse, die man derzeit täglich in den Nachrichten hört und sieht, aus der Sicht einer Betroffenen erzählt werden. Wörter wie "Flüchtling", "Armut" oder "illegal" kommen nicht vor. Manchmal begreift man erst durch genauere Beschreibungen, wo sich Dawn gerade befindet und verknüpft diese Informationen dann mit den Bildern, die man kennt. Einiges wird auch nur angedeutet und man kann / muss sich seinen eigenen Reim darauf machen.

Insgesamt kann ich das Buch empfehlen. Ich hoffe, dass das Folgende jetzt nicht zu viele abschreckt, aber ich könnte es mir gut als Klassenlektüre vorstellen. Es bietet jede Menge Diskussionsgrundlagen und ein aktuelleres Thema lässt sich derzeit kaum finden.

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EXIT SUGARTOWN

Erster Satz:
"Es sieht echt aus wie ein Handy mit Ohren."

Meine Meinung zum Buch:
Eines vorweg: Mir fällt es unglaublich schwer dieses Buch zu rezensieren, da es sehr viele realistische und authentische Ansätze hat. Sich darüber eine eigene Meinung bilden ist daher wirklich nicht einfach ....

Der Schreibstil von Martin Petersen ist sehr speziell, passt aber sehr gut zu der Umgebung. Die Sprache ist so, wie man sie sich in einem Viertel für benachteiligte Kinder vorstellt - plump, derb, grob, geschmacklos. Es war für mich einfach ein ungewohnter Schreibstil mit all den Ausdrücken, die man so eher selten in anderen Büchern findet.

Die Idee hinter der Story ist einfach Top. Es ist ein Thema das momentan sicher viele beschäftigt, zu der man selbst aber wenig Bezug hat. Vor allem die Vorteile der "Weißen Welt" wurden immer wieder in den Vordergrund gestellt, mit denen schlussendlich Dawn & ihre Freundin Didi angelockt wurden. Es war einfach erschreckend zu lesen, was sich die Flüchtlinge, speziell Dawn und Didi, erhoffen in der "Weißen Welt". Schnelle Dollars, großes Haus, ein freies Leben! Hat man aber wirklich ein freies Leben, wenn man sich auf eine Schlepperbande einlässt und denen in jungen Jahren bereits eine große Stange Geld schuldet?!

Was man in der Story allerdings vergebens sucht sind Emotionen und Gefühle. Man kann einfach keine Beziehung zu Dawn aufbauen, da sie sehr kalt und berechnend rüberkommt. Sie trifft Entscheidungen die ich nicht wirklich verstehen konnte. Zudem fand ich es schade, dass ihr Halt zu ihrer Freundin Didi im Laufe der Story verloren geht. Irgendwann war es nur noch ein ausspielen zwischen Dawn und Didi um die meisten Dollars.

Das Ende des Buches kommt überraschend, aber nicht wirklich unerwartet.

Fazit:
Mit "Exit Sugartown" liefert der Autor Martin Petersen einen sehr beeindruckenden Roman, der zeigt, mit was für falschen Versprechen und Hoffnungen Flüchtlinge in ein anderes Land kommen. Leider konnte mich die Story nicht komplett von sich überzeugen.

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