Yves Grevet: Nox: Unten

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Yves Grevet: Nox: Unten
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Nox - Ici-bas
ET (Original)
2012
ISBN-13
9783423650120

Informationen zum Buch

Seiten
320

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
französisch
Übersetzer/in
Schlagworte
Erster Satz
Es ist nach drei Uhr.

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Handlungsort

Handlungsorte
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Es ist NOX, die dichte Wolke aus Schmutz, die die Stadt in ein Oben und Unten teilt. Wer oben geboren wird, ist auf der Seite der Sieger. Hier wächst man mit Licht und Sonne in Reichtum auf. Der 17-jährige Lucen hat es weniger gut getroffen. In Dunkelheit und Gestank lebt er unter widrigsten Umständen in der Unterstadt, wo Polizei und Miliz die Menschen in Angst und Schrecken versetzen. Sein Freund Gerges aus Kindertagen tritt der Miliz bei. Bald schon wird er Lucen misstrauen und ihn hintergehen. Denn der sympathisiert mit den Aufständischen, die eine Zusammenführung von Unter- und Oberstadt unter Einsatz ihres Lebens erkämpfen wollen. Hinter ihm steht Firmie, seine Freundin, und auch Ludmilla, ein Mädchen aus der Oberstadt. Aber werden sie gegen die Miliz siegen? Lucen ist in größter Gefahr. Und ausgerechnet sein ehemaliger Freund wünscht ihm den Tod.

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Interessanter Auftakt

Altersempfehlung: 14-16 Jahre

1. NOX.Unten
2. NOX.Anderswo (ET: 21.08.2015)

Die Jugendlichen Lucen, Gerges und Ludmilla leben am Hang eines Berges. Während Lucen und Gerges in der Unterstadt wohnen, lebt Ludmilla behütet im Luxus der Oberstadt. Dort gibt es genug Wasser, Energie und saubere Luft.
Getrennt werden die Städte von Nox, einer dichten Wolke aus Schmutz, die dafür sorgt, dass die Menschen in der Unterstadt in Dunkelheit, Schmutz und Armut leben.

Der Titel Nox bedeutet Nacht und bezeichnet die Lichtverhältnisse in der Unterstadt. Dort herrscht ewige Dunkelheit und die Bewohner können nur mithilfe ihrer Stirnlampen draußen etwas erkennen. Den Strom für dieses Licht erzeugen sie selbst durch an den Sohlen angebrachte Ketten, welche die beim Laufen erzeugte Energie an einen Dynamo weiterleiten. Alle elektrischen Geräte in der Unterstadt werden mit Energie betrieben, die durch Muskelkraft erzeugt wurde.
Das ist ein beschwerliches Leben, geprägt von starren Traditionen, brutaler Überwachung durch die Miliz, ungesunder Ernährung und schlechten Luftverhältnissen.

Lucen und Gerges wachsen in diesen Verhältnissen auf, mit der Verpflichtung in die Fußstapfen ihrer Väter zu treten. Besonders für Gerges ist dies schwierig, da sein Vater Mitglied der Miliz ist, die nachts mit Angst und Schrecken die Bevölkerung terrorisiert. Nachdem Gerges der Miliz beigetreten ist, versucht er sich treu zu bleiben. Wie weit wird er gehen, um seinen Vater stolz zu machen?

Das war für mich eines der zentralen Themen dieses Buches: Jugendliche und ihr Umgang mit den Erwartungen, welche die Familie an sie hat. Wie weit lassen sie sich von der Denkweise und den moralischen Werten der Eltern beeinflussen? Genau wie im wirklichen Leben wird es ihnen nicht leicht gemacht, ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen.

Die Handlung wird von den drei Jugendlichen als wechselnden Ich-Erzählern geschildert. Dabei wird ab und zu die gleiche Szene aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt, was dazu führt, dass man sich tiefer in das Geschehen hineinversetzen kann. Leider nimmt es auch etwas den Schwung aus der Geschichte, da es so natürlich langsamer vorangeht.

Der Autor schildert in diesem Band vor allem die Unterstadt detailliert, sodass die dort herrschende düstere und beklemmende Atmosphäre förmlich spürbar ist. Verstärkt wird dieser Eindruck durch den Vergleich mit Ludmillas Leben in der Oberstadt. Dieses macht die soziale Ungerechtigkeit deutlich, weckt aber auch die Hoffnung, dass ein besseres und freies Leben überhaupt möglich ist.

Fazit: Spannender Auftakt einer düsteren Dystopie, der mich neugierig auf die Fortsetzung gemacht hat.

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Beklemmend und düster, und leider recht realitätsnah

Vor einer knappen Woche erreichte mich mein persönliches Leseexemplar für Nox, von Yves Grevet.

Ich hatte gerade die Méto-Reihe gehört (in der Übersetzung von Stephanie Singh, gelesen von Rainer Strecker), deswegen bewarb ich mich spontan als Testleser auf Literaturschock.

Die Méto-Trilogie hatte mir sehr gut gefallen, deswegen war ich sehr gespannt was mich erwarten würde.



Soviel vorab: ich wurde nicht enttäuscht. Es fing schon damit an, dass dies eine besondere Ausgabe ist, speziell für Rezensenten; da fühlte ich mich gleich ganz anders: irgendwie wertvoll. :)



Aber zum Buch:

Irgendeine Katastrophe hat die Erde verseucht. Lange danach gibt es zwei Klassen von Menschen: die, die über der Giftwolke leben, in der sogenannten Oberstadt, und die, die unter der Wolke leben und praktisch wie Sklaven der Oberstadtmenschen sind. Unten ist es dunkel, Strom muss mit Muskelkraft erzeugt werden, und es herrscht eine Diktatur, brutal durchgesetzt von der Miliz.

Lucen und seine Freunde sind beinahe erwachsen und müssen sich entscheiden: schließen sie sich der Miliz an, oder dem bewaffneten Widerstand, der mit IRA-Methoden gegen den Status Quo kämpft?



Auch in der Oberstadt laufen heimliche Bestrebungen, die Menschen zu vereinen. Ludmilla, die Tochter eines einflussreichen, reichen Mannes, steht auch an einer Wegscheide. Ludmilla und Lucens Wege kreuzen sich, und diese Begegnung hat Folgen für beide.



Meine Meinung:



Yves Grevet erschafft ein sehr düsteres Szenario das unter die Haut geht. Es ist nicht meilenweit entfernt von der Realität, man denke nur an das 3. Reich, oder an die ehemalige DDR (sowie an viele andere totalitäre Regime dieser Welt).

Misstrauen, Bespitzelungen, Verleumdungen und Denunziation sind an der Tagesordnung, nicht nur in der Unterstadt. Menschen werden gefoltert, zu Tode geprügelt, oder verschwinden. Lucen ist nicht sehr politisch, gerät aber mehr oder weniger ohne sein Zutun zwischen die Fronten und muss sich für eine Seite entscheiden. Sein Freund Gerges ist in einer ähnlichen Zwangslage. Beide werden manipuliert und in ihre jeweilige Richtung gedrängt.

Es kommt, wie es kommen muss: Gerges fühlt sich von Lucen verraten und schwört Rache.

Lucen hingegen wird von einem ihm sehr nahe stehenden Menschen verraten.

Sie befinden sich beide in einer ziemlich ausweglosen Situation.

Auch Ludmilla, das reiche Mädchen aus der Oberstadt, hat es nicht leicht. Sie ist naiv und unerfahren, und zudem hat sie niemanden, dem sie sich anvertrauen kann.

Erzählt wird aus wechselnden Perspektiven: mal ist es Lucen, mal Gerges, mal Ludmilla, die erzählt.

Natürlich kommt es dabei zu Überschneidungen, denn gewisse Sachen erleben sie gemeinschaftlich, aber trotzdem unterscheiden sich die Abschnitte genauso sehr wie die Personen, die sie erzählen.

Wir bekommen tiefe Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt dieser drei Protagonisten, und so können wir uns ein recht gutes Bild von den Geschehnissen machen.

Das Buch ist fantastisch geschrieben, obwohl die Sprache schlicht ist. Etwas anderes würde hier meiner Meinung nach aber auch nicht passen. Leider endet es recht abrupt; dafür gibt es einen Punktabzug, denn ich bin es langsam wirklich leid, am Ende eines ersten Bandes so in der Luft zu hängen.

Es ist aber so spannend, dass ich jetzt in den sauren Apfel gebissen habe, und mir die Fortsetzung im Original gekauft habe (dabei habe ich seit über 20 Jahren kein Französisch mehr gesprochen), da die Übersetzung erst im September diesen Jahres erscheinen soll.

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NOX. Unten

Fazit:

Ich fand, das Buch war sehr leicht zu lesen. Außerdem war die Geschehenes sehr spannend geschrieben und die Charaktere sind sehr unterschiedlich. So habe ich sehr viel von unten und oben erfahren können. Ein sehr interessante Welt
Ich freue mich auf den zweiten Band.

Bewertung:

Was ich erwarte:
Ich erwarte Spannung! Und drei faszinierende Charaktere, die mich begeistern.

Was sich erfüllt hat:
Das Buch war an den passenden Stellen spannend und die Charaktere hatten jeder andere Züge.

Auf das Buch bin ich über Literaturschock gestoßen, da es sich ganz interessant anhörte, habe ich die Leseprobe durchgelesen und fand den Schreibstil wirklich toll. Daher wollte ich das Buch gerne lesen.

Am Anfang des Buches finde ich ein Interview mit dem Autor und eine kleine Einführung. Beides finde ich eine tolle Idee und lässt mich mehr über den Autor und seine Visionen erfahren.

Ich finde, das unten wie das oben total interessant.
Unten ist man arm und muss sich die Elektrizität mit eigener Muskelkraft besorgen. Also sitzt man am Tisch und schreibt und tritt in die Pedale. Besser als ein paar Kerzen und es ist außerdem noch sportlich. Oben haben sie natürlich Schalter, weil sie reich sind.
Es ist alles ganz anders als bei mir.

Sie sollen mit 17 verheiratet sein und müssen vorher eine Prüfung ablegen, die so aussieht, das sie schwanger wird. Denn sie leben alle zu kurz, um keine Nachkommen zu haben. (unten)
Was ich echt schrecklich finde. Für mich kommt Liebe immer an erster Stelle.

Oben hat es Ludmilla es auch nicht so einfach. Sie hat zwar Geld und ein schönes Leben, aber meistens fehlt ihr die Liebe. Die Hausdame gibt ihr das bis zu einem gewissen Maß. Es fällt mir wieder auf, dass Geld einfach nicht in allem Belangen glücklich machen kann und Liebe kann man sich nicht kaufen. Auch sie ist in ihren Denkbahnen eingeschränkt, weil sie einfach nur das Vorgesetzte kennt. Sie denkt aber nach der Begegnung mit Lucen mehr nach und hinterfragt ab dem Zeitpunkt auch einige Dinge.
Ludmilla ist auch nicht auf den Kopf gefallen und hat durch ihre Kinderfrau sehr viel von Unten gelernt. Dadurch denkt sie genau wie Lucen nicht so einseitig.

Lucen mag ich ganz gerne, er denkt über die Dinge nach und kann auch alleine denken. Er nimmt nicht einfach die Meinung anderer an, außerdem denkt er auch nicht nur über seine Welt nach.
Was ich komisch finde, ist das er Taf einfach so vertraut und das macht, was er will. Auch wenn es gefährlich ist. Das verwirrt mich eher.
Und auch er hat natürlich Seiten, die nicht so gut sind. Außerdem denkt er am Ende eher unüberlegt und denkt nicht über sein Handeln nach.

Gerges ist mir wirklich unsympathisch, er ist eher das Gegenteil von den Anderen beiden und denkt, das was sein Vater ihm beibringt. Ich denke, er liebt die Macht und möchte daher gerne so sein wie sein Vater. Seine Gedanken finde ich wirklich erschreckend, wie er sich einfach alles zurecht denkt, wie er es haben möchte. Nach und nach macht er aber auch schlimmere Dinge, die er eher aus den Affekt heraus macht. Dieses bereut er dann später und denkt auch mehr über alles nach. Das lässt mich ihn sympathischer sehen. Welches am Ende sich aber wieder gibt...

Den Schreibstil finde ich ganz angenehm.
Es wird jeweils aus Ich-Perspektive von Lucen, Ludmilla oder Gerges erzählt. Auch die einzelnen Szenen wiederholen sich aus der jeweiligen Sicht. Das finde ich sehr schön gelöst. So erfahre ich gleich aus der jeweiligen Sicht, was der eine und was der andere denkt ;)
Manchmal nervt es mich auch, da sich die Szene wiederholt. Aber meistens sind die einzelnen Abschnitte kurz gehalten

Das Cover finde ich selbst nicht ansprechend, da die Personen seltsam aussehen.
Je mehr ich lese, desto mehr pass das Cover zu dem Buch.

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Gelungener Auftakt einer neuen beklemmenden Dystopie

Nach seiner erfolgreichen Romantrilogie „Méto“ hat der französische Autor Yves Grevet erneut eine äußerst spannende Dystopie für jugendliche Leser herausgebracht. Der gelungene Auftakt seiner neuesten Romanreihe „Nox - Unten“ kann vor allem mit seiner außergewöhnlich differenziert und stimmig ausgearbeiteten dystopischen Welt überzeugen, die den Leser sehr rasch mit der extrem bedrückenden Darstellung eines totalitären Regimes in seinen Bann zieht.
Geschickt greift er in seiner packenden Geschichte sehr aktuelle Themen wie Umweltverschmutzung, soziale Ungerechtigkeit, Diskriminierung und Unterdrückung der Armen auf und regt seine Leser darüber hinaus zum Nachdenken an über die unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen vor allem der Terrorregime in unserer Welt, Ausbeutung der 3. Weltländer und die Bedeutsamkeit von Freiheit und Selbstbestimmung jedes Einzelnen.
Der Einstieg in die Geschichte rund um die jugendlichen Hauptfiguren aus Unter- und privilegierter Oberstadt geschieht zunächst sehr unmittelbar. Erzählt werden die Geschehnisse in sich abwechselnden Kapiteln aus der Perspektive der drei 17-jährigen Ich-Erzähler Lucen, seinem besten Freund Gerges und der reichen, sehr behütet aufwachsenden Oberschichttochter Ludmilla. Sehr geschickt lässt der Autor nach und nach viele aufschlussreiche Hintergrundinformationen zu den Hauptfiguren, ihren Familien und ihren so völlig unterschiedlichen Lebensbedingungen in die clever konstruierte Handlung einfließen. Dank Grevets knappen, gut lesbaren Schreibstils dauert es aber nicht lange, bis man vollkommen in die düstere und im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubende Erzählung abtauchen kann. Das von ihm entworfene, unglaublich ideenreiche Szenario der Stadt ist sehr detailreich und stimmig angelegt und setzt sehr schnell ein beklemmendes Kopfkino in Gang. Wir erleben eine an einem Hang liegende Stadt, die aufgrund der aus extrem ungesunden Abgasen bestehenden NOX-Wolke in zwei Welten geteilt ist: Die Oberstadt, in der die Reichen und Mächtigen im Überfluss leben, und die im Dunkeln liegende Unterstadt, in der die „minderwertige“ Bevölkerung durch ein ausbeuterisches, ungerechtes Terrorregime in einer Art Kastensystem leben und sich gemäß ihrer Herkunft in ein kurzes Leben ohne natürliches Licht und voller Hunger, Elend und Arbeit fügen muss. Sehr eindringlich zeigt Grevet auf, dass dieses bestehende politische Machtgefüge nur künstlich und durch massive Einschüchterungen der brutalen Milizeinheiten aufrechterhalten wird. Für den Leser ist der Wunsch der unterdrückten Unterschicht nach gesellschaftlichem Aufstieg und eine radikalen Veränderung nachvollziehbar dargestellt. Geschickt werden zudem Hinweise eingestreut, dass sich Widerstand gegen das verhasste Terrorregime längst heimlich formiert hat und auch in der Oberschicht einige auf eine gerechtere Gesellschaft hinarbeiten.
Die einfühlsame, differenzierte Figurenzeichnung der sehr unterschiedlichen Protagonisten gibt sehr spannende Einblicke in den Alltag der Menschen in dieser Stadt voller Unterdrückung, Missgunst und Intrigen, ihrer Sorgen und Nöte und den Herausforderungen, denen sie sich tagtäglich im Überlebenskampf stellen müssen. Je weiter die Geschehnisse eskalieren, desto greifbarer werden die aufgeladene Atmosphäre und Anzeichen eines radikalen Umbruchs. Eine sehr heikle Phase ist angebrochen, in die auch unsere jugendlichen Protagonisten Lucen, Gerges und Ludmilla mit ihren Freunden und Familien auf ganz unterschiedliche Weise hineingezogen werden, und plötzlich jeder einzelne Stellung zu beziehen und verhängnisvolle Entscheidungen zu treffen hat.
Die charakterliche Weiterentwicklung und das Verhalten der Hauptfiguren sind authentisch und überzeugend dargestellt. Auch wenn der Autor leider trotz der verwendeten Ich-Perspektive wenig Einblicke in das Gefühlsleben seiner Figuren gibt, kann man sich recht gut in die angespannte Lebenssituation und Gewissenskonflikte der einzelnen Figuren hineinversetzen. Immer häufiger stellt sich für alle die Frage, wem sie noch vertrauen können und auf welcher Seite sie wirklich stehen wollen.
Als ungewöhnliches und etwas gewöhnungsbedürftiges Stilmittel nutzt der Autor zur Schilderung der Ereignisse zeitversetzte und sich oft überlappende Sequenzen aus anderem Blickwinkel, um die Handlung spannender und abwechslungsreicher zu gestalten. Dem Autor ist es hervorragend gelungen, uns bis zum Ende hin immer wieder mit unvorhersehbaren Verwicklungen und ungeahnten Intrigen in Atem zu halten. Etwas schade finde ich allerdings, dass der Autor selbst bei mitreißenden Geschehnissen auf eine packende und actionreiche Umsetzung verzichtet hat und diese eher beiläufig in wenigen Sätzen abhandelt.
Sehr aufwühlend und packend ist das offene, sehr abrupte Ende des ersten Teils gestaltet, bei dem der Autor uns mit einer überraschenden und sehr schockierenden Enthüllung in der Luft hängen und um das Schicksal unserer Helden bangen lässt. Voller Ungeduld müssen wir nun auf den Fortsetzungsband seiner genialen Dystopie warten.

FAZIT
Ein gelungener, fesselnder Auftakt einer neuen beklemmenden Dystopie für Jugendliche, die vor allem mit seiner außergewöhnlich differenziert und stimmig ausgearbeiteten dystopischen Welt überzeugen kann und zum Nachdenken anregt.

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