Que Du Luu: Im Jahr des Affen

 
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Que Du Luu: Im Jahr des Affen
ET (D)
2016
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783551560193
Empfohlenes Alter

Informationen zum Buch

Seiten
288

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Ich bog in den kleinen Weg ein, spazierte am Wall entlang und kurz darauf sah ich schon die Tische auf der schmalen Terrasse.

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Mini ist eine Banane: außen gelb und innen weiß. Ihr Vater hingegen bleibt durch und durch gelb: Er spricht nur gebrochen Deutsch und betreibt ein Chinarestaurant. Als ihr Vater ins Krankenhaus kommt, muss Mini im Restaurant schuften, sich mit dem trotzigen Koch streiten – und sie kann Bela nicht wiedertreffen, bei dem sie so viel Ruhe gefunden hat. Dann reist auch noch Onkel Wu an. Der traditionsbewusste Chinese holt die Vergangenheit wieder hoch: das frühere Leben, die gefährliche Flucht als Boatpeople aus Vietnam. Poetisch, klug, unterhaltsam: Der ungewöhnliche Roman erzählt von der Tragik des Andersseins, der Suche nach Heimat – und der Suche nach Glück.

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(Aktualisiert: 29 März 2016)
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Hast du schon Reis gegessen?

Inhalt:

Mini möchte nichts lieber sein als ein typischer Teenager. Im Freundeskreis gelingt ihr das auch, nicht so jedoch in ihrer Familie, oder im Chinarestaurant, welches ihr Vater betreibt. Als dieser ins Krankenhaus kommt, muss Mini das Restaurant führen und sich gleichzeitig um ihren Onkel kümmern, der zu Besuch aus Australien angereist ist. Dabei ist Mini frisch verliebt und würde sich am Liebsten nur um Bela kümmern - so heißt der Junge ihrer Träume.


Meine Meinung:

Es ist gar nicht so einfach den Inhalt zusammenzufassen ohne zuviel Preis zugeben.

Mini hat mit diversen Problemen zu kämpfen, und zwar von allen Seiten. Die Deutschen können es nicht verstehen, dass Mini so gar keine Erinnerung an ihre Flucht aus Vietnam hat (dabei war sie erst drei Jahre alt als ihr Vater mit ihr floh), und dass sie auch nicht übermäßig daran interessiert ist. Sie lebt aber im Hier und Jetzt, und ist ein ganz normaler Teenager mit all den Problemen die das mit sich bringt.

Als ihr Onkel (der ältere Bruder ihres Vaters) zu Besuch kommt, ist dieser empört dass Mini weder die chinesische Sprache beherrscht, noch etwas über die Kultur oder ihre Vergangenheit weiß.

Ungerechterweise lastet er das Mini an, obwohl doch ihr Vater ganz offensichtlch versäumt hat, Mini diese Dinge zu vermitteln. Ihr Vater hat aber anscheinend seine Vergangenheit verdrängt -- jedenfalls ist er anfangs nicht zu glücklich, dass sein Bruder das alles wieder aufrührt.

Nach einem Herzinfarkt und einem weiteren Zusammenbruch kommt Minis Vater ins Krankenhaus, und jetzt hat Mini plötzlich das Restaurant und die beiden Mitarbeiter am Bein (von Onkel Wu ganz zu schweigen).

Mit Bao, dem Koch, streitet sie sich, erfährt dann aber von ihm so einiges über die Flucht. Der andere Mitarbeiter, Ling, hat keine Arbeitsgenehmigung.

Das Restaurant läuft sehr schlecht, ich habe mich das ganze Buch über gefragt, wie es überhaupt laufen kann, denn Geld kommt wenig herein. Anscheinend bekommen Bao und Ling fast kein Geld, und es gibt diverse offene Rechnungen, wie Mini erfährt als sie die Post öffnet.

Es gibt diverse Verwicklungen, und wir Deutschen bekommen einen Spiegel vorgehalten, die Chinesen aber auch. Die Situationskomik die sich aus dem Aufeinanderprallen zweier so verschiedener Kulturen ergibt ist wundervoll beschrieben.

Überhaupt vereint der Roman diverse Genres sehr gelungen: es ist ein bisschen eine Komödie, ein Bildungs- und Entwicklungsroman. Es gibt hier keinen vorgehaltenen Zeigefinger, keine Vorwürfe oder dergleichen, trotzdem erfährt man eine Menge, und wer ehrlich ist, wird sich selbst wiedererkennen.

Es gibt eine Szene in einem noblen Café-Restaurant die urkomisch ist, gleichzeitig aber aufzeigt, wie verschieden die Kulturen sind -- etwas, das auch durch die Sprache erklärt wird, denn es sind oft chinesische Worte eingestreut, die erklärt werden und das Buch und die Leser bereichern.

Oft sind es Kleinigkeiten, die die Unterschiede ausmachen, wie zum Beispiel, dass schmatzen und schlürfen hier verpönt ist. Und auch wenn ich weiß, dass dies (und ausspucken) in China zum guten Ton gehört, finde ich es unangenehm. Zum Glück beruht das auf Gegenseitigkeit, und wir haben viele Eigenschaften, die für einen Chinesen unangenehm oder zumindest absonderlich sind.
Mini durchleidet all diese Situationen. Besonders schlimm wird es, als ihr Onkel Minis Schwarm Bela mit einbezieht. Mini schämt sich eh schon wegen ihres Pickels, ihrer Klamotten, und überhaupt, und dann muss Bela auch noch das Essen mit Wu, Bao und Ling einnehmen. Eine Katastrophe, zumindest in Minis Augen.
Sie fürchtet, dass dies alles Bela endgültig vertreiben wird, zumal sie vermutet, dass er nicht aus einem derart ärmlichen Elternhaus kommt wie sie.

Es hat mir großen Spaß gemacht, auf diese leichte und humorvolle Weise einen Spiegel vorgehalten zu bekommen, und wie Mini habe auch ich eine Menge Stoff zum nachdenken bekommen.

Ein sehr vergnügliches Buch mit Biss das man unbedingt lesen sollte.

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Im Jahr der Banane

Que Du Luu - Im Jahr des Affen - Koenigskinder-Verlag

Herford, NRW
Mini ist eine Banane: Außen gelb und innen weiß. Mini weiß gar nicht was Bao damit sagen will, doch als Onkel Wu es ihr erklärt, kommt sie ins Grübeln..
Minis Familie, das ist ihr Vater Thien und sie..und das Chinarestaurant.
Mini ist ein ganz normaler Teenager im discofähigem Alter, wo sie auch jeden Freitag mit ihren Freundinnen, Sarah und Micha abtanzt, die drei stehen füreinander ein und eigentlich kann nichts ihre gute Laune trüben..eigentlich..
Als Mini erfährt, dass Sarahs neuester Schwarm Bela, Sarah für zu pummelig hält, küsst sie ihn vor Sarahs Augen auf die Backe. Irgendwie geht der Schuss nach hinten los, denn Sarah merkt nicht, das sie nur vor erneutem Liebeskummer gerettet werden soll. Mini bleibt mit Bela allein zurück und findet ihn sogar ganz nett.
Daheim hilft sie ihrem Vater im Restaurant. Wenn sie beide zusammen abwaschen, ist das wie eine stille Kommunikation, ein Einverständnis zwischen den Welten.
Mini sieht aus, wie ihre Muttersprache, doch da sie in Deutschland aufgewachsen ist, spricht sie kein perfektes Chinesisch, doch ihr Vater versteht sie.
Mini mag lieber einen verregneten Sommertag, wenn es zu warm ist, bleibt der Laden leer und ihr Vater ist dann ein wenig traurig, ist es voll, dann dreht er richtig auf und ist glücklich.
Als ihr Vater nach Geschäftsschluss nicht nach Hause kommt, geht Mini ihn suchen und findet ihn zusammengebrochen auf dem Bürgersteig. In einer dramatischen Aktion hält Mini ein Auto an und fährt mit dem Vater direkt ins Krankenhaus, er überreicht ihr den Schlüssel zum Restaurant.
Zufälligerweise reist gerade Onkel Wu aus Australien an. Ob es Segen oder Fluch ist, weiß Mini noch nicht, denn der störrische Wu möchte am liebsten gleich zwei riesige Wächterlöwen vor die Tür stellen und überprüft die Energie des vorbeifließenden Wassers. Für Mini ist es eine Mischung aus Esotherik und Aberglaube, für Onkel Wu bedeutet es Tradition.

Ein ganz wunderbares Buch, aus dem man laufend zitieren könnte, das Innencover zieren chinesische Drachen, schlägt man es auf, weiß man, was mit "Banane" gemeint ist..
Spannende und fließende Poesie, nie war Energie so unterhaltsam, man schöpft Kraft, aus diesem Roman. Aber hauptsächlich ist es eine tolle Geschichte - Nebenwirkungen erwünscht!
Ein kleines Feuerwerk, bitte mehr davon!

"Als wir unser Restaurant betraten, war ich richtig froh, hier zu sein. Hier wunderte sich niemand über uns. Wir passten zu der Einrichtug."

"Ich dachte an die Filme, in denen kleine asiatische Männer immer lispelten und die letzten Trottel waren. Wenn so ein Film lief, griff mein Vater nach der Fernbedienung, schaltete um und sagte: Bruce Lee, hätte diesen Regisseur verhauen."

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Wer bin ich eigentlich?

Der Buchtitel klang so witzig und als ich dann das äußerst hübsche Cover sah, da war meine Neugierde geweckt und ich begann mit der Lektüre.

Im Buch geht es um Mini, die chinesische Wurzeln hat, aber von klein auf in Deutschland lebt. Für die Deutschen ist sie eine Chinesin, für die Chinesen eine Deutsche. Gefangen zwischen den beiden Kulturen versucht sie ihr Leben zu meistern. Wird ihr dies trotz aller Umstände gelingen?

Mini, die eigentlich Minh Thi heißt, agiert hier als Ich- Erzählerin. Dadurch ist man ganz nah am Geschehen und erhält Einblicke in ihre Gedankenwelt. Ihre Zerrissenheit zwischen den Kulturen war spürbar und erst dadurch wird einem erst bewusst wie groß eigentlich die Unterschiede sind, was ich anfänglich gar nicht gedacht habe.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr nüchtern und macht es einem daher nicht leicht Zugang zur Geschichte und zu den Figuren zu finden. Fast möchte man die Schreibe als emotionslos bezeichnen. Durch diese Erzählweise hatte ich eher das Gefühl als Beobachter zu fungieren, aber nicht wirklich in der Geschichte anzukommen bzw. abtauchen zu können.

Die Einblicke in die chinesische Kultur durch das Traditionsbewusstsein von Minis Onkel waren interessant und sorgen für Wissenszuwachs. Allerdings wird der Roman dadurch nicht gerade zu leichter Kost.

Ich schätze mal, dass die Autorin hier anhand eigener Erfahrungen die Handlung ausgedacht hat, was es nicht gerade einfacher macht das Buch zu rezensieren, da solch persönliche Erfahrungen immer subjektiv sind und vom Leser gar nicht so gewertet werden können wie von demjenigen, der selbst betroffen ist.

Das Jugendbuch passt auf jeden Fall in unsere heutige Zeit und sorgt dafür sich besser in Flüchtlinge und Zuwanderer hineinversetzen zu können. Allerdings liest man hier keine beschwingte Unterhaltungslektüre, weshalb man für diese Geschichte in der richtigen Stimmung sein sollte, nicht dass sie einen emotional nach unten zieht, denn Minis Leben ist alles andere als leicht.

Fazit: Eine durchaus lehrreiche Geschichte, die sich etwas schwergängig lesen ließ. Von mir daher nur eine bedingte Leseempfehlung.

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