Tanja Bern: Schattenhauch. Ruinen der Dämmerung

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Tanja Bern: Schattenhauch. Ruinen der Dämmerung
Verlag
ET (D)
2014
Ausgabe
E-Book
Format
ISBN-13
B00KDKKONK

Informationen zum Buch

Seiten
301

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Mit gerafften Röcken lief Ella Halwis zu der Lichtung, an der drei Sommerlinden ihre Zweige ausstreckten.

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Handlungsort

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Die siebzehnjährige Amelie ist einer der wenigen übrig gebliebenen Menschen einer veränderten Welt. Umringt von riesigen Festungswällen führen sie und die anderen Dorfbewohner ein einfaches naturverbundenes Leben ohne Strom, Gas und allem, was seit der zerstörerischen Chemiekatastrophe vor dreißig Jahren vernichtet wurde. Amelie kennt es nicht anders, sie ist glücklich. Mögen da draußen im undurchdringlichen Urwald die Schatten lauern, sie weiß, dass ihr nichts passieren kann, so lange sie hinter den Barrieren bleibt. Aber dann geschieht etwas, was sie zum Verlassen des Dorfes zwingt. Und zwar ausgerechnet mit dem Jungen an ihrer Seite, den man einst in den düsteren Wäldern gefunden hat...

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Die Natur schlägt zurück

Die Welt hat sich sehr verändert. Nach eine großen Chemiekatastrophe leben die Menschen in kleinen Dörfern im Wald, die Natur hat sich einen Großteil der Welt zurückerobert. Moderne Errungenschaften wie Strom und die meiste Technik sind verlorengegangen, man lebt ein recht einfaches Leben in den Dörfern.
Amelie ist ein junges Mädchen und kennt kein anderes Leben. Nur aus Erzählungen ihrer Eltern weiß sie, dass die Welt früher eine andere war. Sie selbst kennt nur das Dorf und das Leben innerhalb der Wälle, die es einrahmen und beschützen. Doch sie ist glücklich damit, ihr fehlt es an nichts.
Sie ist ein nettes Mädchen und als ihre Kameraden sie mit einer Wette anstacheln, dem sonderbaren Derlyn einen Streich zu spielen, ist ihr nicht wirklich wohl dabei. Doch auch sie selbst ist neugierig auf Derlyn, der zwar ebenfalls schon seit Jahren im Dorf lebt, aber von draußen kommt und irgendwie anders ist als die anderen Jugendlichen ihres Alters.
Bei einem Schulausflug verschwindet ein anderes Mädchen nach draußen und Amelie und Derlyn gehen auf die Suche nach ihr. Diese Suche verändert ihr Leben, denn nun erfährt Amelie mehr über die Welt außerhalb des Dorfwalles und die Geschichte der Menschen.

Autorin Tanja Bern habe ich zum ersten Mal mit ihren Geschichten über die Sidhe Irlands kennengelernt, seitdem lese ich praktisch jedes neue Buch von ihr und bin immer wieder begeistert über ihre Phantasie. Die Natur und der Respekt vor ihr spielen bei ihr immer eine große Rolle, so auch hier, aber ansonsten gleicht keines ihrer Bücher dem anderen, immer wieder gibt es neue Wesen und ihre Geschichten zu entdecken. In Schattenhauch hat sie eine höchst interessante Welt geschaffen, die darin beschriebene Entwicklung der Menschen fand ich sehr spannend. Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte, das ist von Anfang an klar, aber darauf liegt nicht das Hauptaugenmerk, sondern sie fügt sich harmonisch in die Handlung mit ein.

Mir hat diese Dystopie sehr gut gefallen und ich würde mir wünschen, dass sie auch als Printbuch erscheint, damit sie auch von allen gelesen wird, die nicht über einen ebook-Reader verfügen!

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Dystopie über die Folgen des menschlichen Energiehungers

Das Buch beginnt wie ein normaler Jugendroman: eine Clique, zu der die 17-jährige Amelie gehört, ein jugendlicher Außenseiter, Derlyn, Schulalltag und -ausflug sowie gemeinsames Abhängen.
Und doch wird bereits im Prolog klar, daß sich dem Leser eine ihm unbekannte Welt eröffnet: vor 30 Jahren hat der skrupellose Energiehunger der Menschen zu einer Katastrophe ungeahnten Ausmaßes geführt, in dessen Folge das sogenannte Chemiefieber grassierte, dem ein Großteil der Bevölkerung zum Opfer fiel. Die Überlebenden haben sich zu kleinen Gemeinschaften zusammengefunden und verschanzen sich hinter hohen Holzbarrieren, um zu verhindern, daß die mysteriösen und bedrohlichen Schatten, die wenige Jahre nach Ausbruch des Chemiefiebers aufgetaucht sind, in ihre Täler eindringen.

Die ehemaligen großen Städte sind nur noch verlassene Ruinen, die immer noch von dem Gift verseucht sind, niemand wagt sich mehr dorthin. Außerhalb der geschützten Täler und der verseuchten Städte erobert sich die Natur ihren Lebensraum zurück, dabei fällt auf, daß das Wachstum sowohl der Bäume als auch der Tiere größer als früher ist.

Als die junge Lillyn für eine Mutprobe heimlich ihr Dorf verlässt, wird ein Suchtrupp zusammengestellt, zu dem auch Amelie und Derlyn gehören: schnell wird klar, daß Lillyns Spur zu den Ruinen der Städte führt.

Obwohl das Buch die schrecklichen Konsequenzen der damaligen Katastrophe anspricht, ist es dennoch kein düsteres Buch: es gibt Hoffnung auf einen Neubeginn und mahnt gleichzeitig an, sich nicht mit Gewalt über die Natur hinwegzusetzen, denn das Szenario der Katastrophe ist kein reines Phantasiekonstrukt, sondern könnte sich so oder ähnlich durchaus ereignen.

Die Charaktere sind sehr liebevoll dargestellt, allen voran Amelie, die sich einerseits in ihrer Clique wohlfühlt und sich deswegen auf eine peinliche Wette einläßt, die den Außenseiter Derlyn betrifft, andererseits ist sie aber auch von dem fremdartigen jungen Mann fasziniert. Derlyn fällt unter den Dorfbewohnern auf: er wurde als kleines Kind von der Dorfbewohnerin Ella im Wald vor einem Schatten gerettet, niemand weiß, von wo er herstammt. Sein Aussehen ist fremdartig: es sind nicht nur die androgynen Gesichtszüge, sondern auch die langen Haare, die sich farblich der Umgebung anpassen können, die ihn gerne zur Zielscheibe des Spotts bei den Jugendlichen macht.

Sehr gut hat mir auch der Arzt Viktor gefallen, einer der Überlebenden der damaligen Katastrophe – und der ein Geheimnis mit sich trägt, das ihm schwer zu schaffen macht.

Die Handlung konnte mich mit einigen unvorhergesehenen Wendungen überraschen, manchmal ging mir die Lösung zwar zu glatt, aber das hat meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan. Sehr gelungen sind die Beschreibungen der verseuchten Stadtruinen, die mir mehr als einmal Gänsehaut beschert haben.

Ein schönes Buch, daß nicht zu finster ist, Hoffnung gibt, aber auch mahnt – und den Leser auffordert, Neuem und Unbekanntem nicht mit Mißtrauen, sondern mit wohlwollender Neugier zu begegnen.

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Eine tolle Dystopie!!!

Schattenhauch. Ruinen der Dämmerung von Tanja Bern
Zum Inhalt:
Die Autorin Tanja Bern, erschafft in dieser Geschichte eine Zukunftswelt, die vielleicht sogar vorstellbar ist. Nach einer Chemiekatastrophe, die durch das Fracking ausgelöst wird, wird die Menschheit stark dezimiert. Nur einige kleine Gruppen überleben die Katastrophe und passen sich den neuen Gegebenheiten an. Die neue Lebensweise ist wieder sehr naturverbunden, ohne die technischen Hilfen, die wir heute nutzen. In einer dieser Gruppen leben unsere Hauptcharaktere Amelie und Derlyn.
Amelie ist 17 Jahre alt und heimlich fasziniert von dem etwas anderen und dadurch geheimnisvollen Derlyn. Als sie eine Wette ihrer Mitschüler annimmt und auf einem Schulausflug in die Tat umsetzt, bringt sie das nahe an Derlyn heran und sie stellt fest, das sie den Jungen mag. Als in der Nacht des Schulausflugs ein Mädchen verschwindet, sind es Derlyn und Amelie, die sofort zu einer Suche aufbrechen. Um nach Lillyn zu suchen, müssen sie den Schutz des Dorfes verlassen und sich außerhalb der Schutzwälle wagen. Gemeinsam mit dem Arzt der Gruppe, Viktor, machen sie sich auf die Suche und treffen auf die gefürchteten Schatten.
Meine Meinung:
Mir hat diese Dystopie von Tanja Bern ausgesprochen gut gefallen. Der Schreibstil der Autorin liest sich sehr flüssig und sie hat es geschafft, eine durchaus realistische Welt nach einer Katastrophe aufzuzeigen. Nach und nach erfährt der Leser was es mit den veränderten Menschen auf sich hat, wie diese Veränderungen zustande kamen und wie eine weitere Zukunft aussehen kann.
Amelie und Derlyn haben mir als Hauptpersonen gut gefallen. Gleich von Anfang an ist klar, das die beiden zusammen kommen. Die Liebesgeschichte der beiden ist nicht das Hauptthema der Geschichte, ist aber sehr gut nebenher dargestellt.
Innerhalb der vielen Dystopien die es gibt, ist diese Geschichte für mich auf jeden Fall eine die hervorsticht und die ich jedem Leser dieses Genres ans Herz lege.

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Schattenhauch

Inhalt: Eine real existierende Gefahr wird in die Zukunft gedacht und zum Mittelpunkt einer Katastrophe. Die Älteren kennen die Welt noch, wie sie heute ist, aber den Jugendlichen ist nur die neue Lebensweise bekannt. Als eines Tages ein Mädchen bei einer Mutprobe verschwindet, müssen sich alle der Vergangenheit stellen. Amelie lernt dabei nicht nur die erschreckenden Folgen der Katastrophe kennen, sondern verliebt sich auch noch in einen besonderen jungen Mann.

Meine Meinung: Eine Dystropie, die besonders durch ein innovatives Thema besticht. Der Sprachstil ist angenehm zu lesen. Der Spannungsbogen wird langsam aufgebaut und lebt durch die „Entdeckungen“, die die Protagonisten im Laufe der Geschichte machen. Die Charaktere sind sehr sympathisch gezeichnet. Amelie ist dabei besonders hervorzuheben, da sie eine starke weibliche Hauptfigur ist, ohne dabei konstruiert zu wirken. Ein empfehlenswertes Buch.

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Anders als erwartet

Das Buch ist gut geschrieben, liest sich flüssig und enthält wunderschöne Szenen in der Welt, die Tanja Bern erschaffen hat.
Der Prolog und der Epilog sind besonders schön geschrieben und runden das Buch sehr gut ab, in dem sie zum Einen auf ruhige Art und Weise Spannung erzeugen und zum Anderen dann ein offenes Ende schaffen, über das man noch weiter nachdenken kann.
Die Geschichte ist gut durchdacht, beschäftigt sich mit den Folgen heutiger Entwicklungen (zentrale Frage der Wissenschaftsethik!) und ist an einzelnen Stellen sogar interessant.

Mir hingegen ging alles zu glatt, so dass es mir schwer fiel, mich in die Geschichte reinzudenken. Ich habe die Welt und einige sehr schön beschriebene Szenen genießen können, die Charaktere und die Story jedoch weniger.

Die meisten Charaktere werden in dem Buch erst einmal missverstanden, aber es kommt im Nachhinein immer raus, dass eigentlich alle nur Frieden wollen. Genau so ist es mit der Welt an sich.

Die Probleme, mit denen die Charaktere zu kämpfen haben, wechseln im Laufe des Geschehens mehrere Male vollkommen und tauchen teilweise vorher so gut wie gar nicht auf. Die Lösung liegt zwar nicht immer nahe, ist dann aber recht schnell da und meist ohne große Verluste.

Ich hätte mir von dem Klappentext her ein bisschen mehr von dem Buch erwartet.

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