Sophie Jordan: Rhapsodie in Schwarz

Sophie Jordan: Rhapsodie in Schwarz

 
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Sophie Jordan: Rhapsodie in Schwarz
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Unleashed
ET (Original)
2015
ISBN-13
9783785583692

Informationen zum Buch

Seiten
384

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in

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Handlungsort

Handlungsorte
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Ich hatte geglaubt, Mörderin genannt zu werden und alles zu verlieren – meine Zukunft, meinen Freund, meine Freunde – wäre das Schlimmste, was mir passieren konnte. Aber ich habe mich getäuscht. Herauszufinden, dass sie recht haben? Herauszufinden, dass ich genau das bin?
Das ist noch viel schlimmer.

Seit Davy positiv auf das Mördergen (HTS) getestet wurde, hat sie alles verloren: ihre Familie, ihre Freunde, ihre Zukunft – und was am schlimmsten ist, sich selbst. Denn obwohl sie verzweifelt dagegen angekämpft hat, ist sie doch zu dem geworden, was sie nie sein wollte: eine Mörderin.

Eine Widerstandsgruppe und ihr Anführer Caden geben ihr ein neues Ziel. Und Caden weckt Gefühle in ihr, zu denen sie glaubte, nie mehr fähig zu sein. Aber die Schuldgefühle lassen Davy einfach nicht los ...

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Kommt nicht an den ersten Band heran

Die Geschichte geht relativ nahtlos dort weiter, wo Band 1 aufgehört hat. Davy und ihre Freunde sind auf der Flucht. Sie sind aus dem Camp entkommen, in dem man sie zu perfekten Killermaschinen erziehen wollte. Nun sind sie auf dem Weg nach Mexiko, wo es auch für sie als Träger des sogenannten Mördergens noch die Möglichkeit auf ein normales Leben gibt.

Doch die Ereignisse hängen Davy noch ziemlich nach. Sie kommt nicht darüber hinweg, dass sie gezwungen wurde, einen Menschen zu töten. Auch wenn sie es tun musste, um ihren Freund Sean zu retten, hat sie schreckliche Träume und ist mittlerweile selbst davon überzeugt, dass alle HTS Träger eine tendenzielle Gefahr für ihre Umwelt sind.
Auf der Flucht wird Davy von den anderen getrennt und landet bei einer Gruppe von Widerstandskämpfern. Nachdem sie anfangs nur schnellstmöglich weiter will, bekommt sie hier nach und nach doch eine andere Sicht auf viele Dinge. Insbesondere Caden, einer der Anführer der Gruppe, gibt ihr wieder Vertrauen in andere Menschen und in sich selbst zurück. Doch ist Davy wirklich bereit, das zuzulassen?

Den ersten Band dieses Zweiteilers hatte ich geradezu verschlungen und dementsprechend gespannt habe ich auf die Fortsetzung gewartet, deren Erscheinen sich leider etwas verzögert hat. Nun war es aber endlich soweit und ich konnte weiterlesen. Grundsätzlich empfehle ich bei derartigen Jugendbuchreihen ja eigentlich das Lesen in der richtigen Reihenfolge. Hier könnte man das aber auch vernachlässigen, denn Band 2 ist meiner Meinung nach problemlos ohne Vorkenntnisse zu lesen. Natürlich wird man ein klein wenig gespoilert, was die vorherigen Ereignisse angeht, aber das hält sich in Grenzen, die Autorin erzählt auch nicht mehr viel aus dem ersten Teil nach. Insbesondere nach der Trennung der Flüchtigen bleibt eigentlich nur noch Davy als Konstante aus dem ersten Band übrig. Die anderen Figuren spielen erstmal keine große Rolle mehr, dafür gibt es neue Protagonisten.

Ich muss leider gestehen, dass meine Erwartungen nicht erfüllt wurden. Ich fand das Buch nicht so spannend wie den ersten Band und die moralischen Fragen haben mich auch nicht mehr so gefesselt. Im Gegenteil, Davys ständiger Selbstzweifel ging mir zunehmend auf die Nerven, auch wenn ich ihre Gedanken und Gefühle grundsätzlich schon nachvollziehen konnte.

Am Ende löst sich vieles in Wohlgefallen auf und ich hatte ein wenig den Eindruck, dass die Autorin fertigwerden wollte. Mir ging das zu schnell und zu einfach und so konnte mich dieser zweite Band leider nicht so richtig überzeugen und für mich nicht an den spannenden ersten Teil anknüpfen.

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(Aktualisiert: 18 März 2017)
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Nicht schlecht, aber im Vergleich zum 1. Band nur lauwarme Brühe

ACHTUNG: Dies ist der 2. Band einer Dilogie. Meine Rezension enthält SPOILER zum 1. Band.

Inhalt:
Davy, Sean, Gil und Sabine sind aus dem Lager Mount Haven geflohen, wo sie zu speziellen Kämpfern ausgebildet werden sollten. Davy war gezwungen worden, einen Mann zu erschießen, um Seans Leben zu retten. Darüber kommt sie nicht hinweg. Durch die Flucht gerät Davy, getrennt von den anderen, in eine Widerstandszelle, wo sie neue Freunde, aber auch Feinde findet. Doch ist ihr Ziel stets, ihre Freunde Sean, Gil und Sabine wiederzufinden.

Meine Meinung:
„Infernale“ war 2016 eins meiner Highlights. Dieses Buch hat mich schwer beeindruckt. Die dort dargestellten gesellschaftlichen Verhältnisse waren sehr spannend – auch für unsere wirkliche Gesellschaft, denn ganz so abwegig ist das alles gar nicht. Nun war ich sehr gespannt, wie Sophie Jordan das Dilemma in diesem finalen Band auflösen würde. Leider hat die Autorin mich hier aber enttäuscht, denn sie machte es sich mit der Lösung meiner Meinung nach viel zu einfach. Die gesellschaftlichen Probleme spielen hier keine so große Rolle mehr. Dagegen stehen Davys Befindlichkeiten und ihr Liebesglück im Vordergrund.

Dem Leser macht die Autorin es anfangs nicht leicht. Denn es gibt kaum Erinnerungen oder Wiederholungen aus dem 1. Band. Die muss man schon selbst auffrischen. Da der 2. Band ja bereits für Juli 2016, also nur wenige Monate nach dem 1. Band, geplant war, kann man das verstehen. Aber da es nun so viel länger bis zum Erscheinungstermin gedauert hat, fiel mir der Einstieg doch sehr schwer.

Wie gewohnt, erzählt Davy in der 1. Person im Präsens. Man erfährt also nur die Dinge, die auch Davy mitbekommt. Das ist einerseits schade, weil man so ihre Freunde ganz aus den Augen verliert, andererseits ist man aber ziemlich nah an der Protagonistin dran. Leider konnte ich trotzdem nicht all ihre Handlungsweisen verstehen. Sie benimmt sich zuweilen recht zickig, was ich gar nicht mag. In anderen Szenen findet sie aber auch wieder zu ihrer alten Stärke zurück und man muss sie einfach bewundern.

Doch nicht nur mit Davy hatte ich von Zeit zu Zeit meine Probleme, auch andere Charaktere handelten für mich unverständlich. Manchmal kam es mir so vor, als würde etwas nur deswegen passieren, damit die Geschichte Spannung erhält, auch wenn es keinen Sinn ergibt.

Der Schreibstil von Sophie Jordan ist aber wieder klasse. Er wirkt lebendig, ist der jeweiligen Situation angepasst und lässt sich einfach ganz locker lesen. Man fliegt nur so durch die Seiten.

Wenn auch vieles vorhersehbar ist, konnte die Autorin mich doch das ein oder andere Mal überraschen. Unvorhergesehene Wendungen würzen die Geschichte und helfen über kurze Durststrecken in der Handlung hinweg.

Die Reihe:
1. Infernale
2. Infernale. Rhapsodie in Schwarz

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anders als erwartet

Infernale – Rhapsodie in Schwarz ist offiziell die Fortsetzung von Infernale. Aber gerade das sollte man sich nicht unbedingt erwarten – eine Fortsetzung der Geschichte, wie sie aus dem ersten Band bekannt ist. Ja, es gibt natürlich immer noch Davy, das Mädchen mit dem angeblichen Mördergen. Und ja, die Story geht fast nahtlos weiter, wo sie aufgehört hat. Davy auf der Flucht. Aber nichts bleibt so, wie es ist und der Leser muss sich auf etwas Neues einstellen und dazu gehört unter anderem auch, dass neue Protagonisten auftauchen und eine neue Liebesgeschichte erzählt wird, bei der die alten Darsteller dann weitgehend überflüssig werden.

Was mir gefallen hat: Sophie Jordan kann einfach ziemlich spannend erzählen. Sie trifft einen Ton, der junge Leute anspricht aber auch „ältere“ Leser fesseln kann. Außerdem wagt sie es, der Geschichte um Davy eine ganz andere Richtung und einen neuen Ton zu geben, den man so nicht erwartet hat und der Abwechslung und Überraschung verspricht. Und sie gibt Davy jede Menge Raum für Zweifel und Entwicklung.
Was mir nicht so gefallen hat: Dass eben gerade die liebgewonnenen Darsteller so schnöde abserviert werden. Dass das Gewicht für meinen Geschmack phasenweise zu sehr auf der Gefühlsduselei liegt und dass Davy ständig fast getötet wird. Dass die Dystophie in den Hintergrund tritt und der fanatische Umbruch der Gesellschaft nur noch am Rande Erwähnung findet obwohl doch Davy und ihre neuen Freunde gerade den vehement bekämpfen.

Fazit: Ganz kommt der zweite Band nicht an den ersten heran. Man muss sich auf den Bruch im Buch einlassen und vielleicht sogar so weit gehen, den ersten Teil ganz zu verdrängen. Dann ist es ein interessantes Jugendbuch. Am Ende wurde die Story ziemlich schnell zu einem Ende gebracht und diesmal bin ich es zufrieden und brauche keine Fortsetzung. 3,5 Sterne auf 4 aufgerundet – gerade eben so.

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