Tomi Adeyemi : Children of Blood and Bone: Goldener Zorn

Tomi Adeyemi : Children of Blood and Bone: Goldener Zorn

 
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Tomi Adeyemi : Children of Blood and Bone: Goldener Zorn
ET (D)
2018
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
children of blood and bone
ET (Original)
2018
ISBN-13
9783841440297
Empfohlenes Alter

Informationen zum Buch

Seiten
621

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Wähl mich! Ich muss mich zusammenreißen, um nicht laut auf mich aufmerksam zu machen.

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Handlungsort

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Zélies Welt war einst voller Magie. Flammentänzer spielten mit dem Feuer, Geistwandler schufen schillernde Träume, und Seelenfänger wie Zélies Mutter wachten über Leben und Tod. Bis zu der Nacht, als ihre Kräfte versiegten und der machthungrige König von Orïsha jeden einzelnen Magier töten ließ. Die Blutnacht beraubte Zélie ihrer Mutter und nahm einem ganzen Volk die Hoffnung.

Jetzt hat Zélie eine einzige Chance, die Magie nach Orïsha zurückzuholen. Ihre Mission führt sie über dunkle Pfade, wo rachedurstige Geister lauern, und durch glühende Wüsten, die ihr alles abverlangen. Dabei muss sie ihren Feinden immer einen Schritt voraus sein. Besonders dem Kronprinzen, der mit allen Mitteln verhindern will, dass die Magie je wieder zurückkehrt …

Autoren-Bewertungen

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Plot / Unterhaltungswert 
 
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3.5  (2)
Sprache & Stil 
 
3.5  (2)
(Aktualisiert: 25 Juli 2018)
Gesamtbewertung 
 
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Plot / Unterhaltungswert 
 
3.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
3.0

Ist der Hype gerechtfertigt?

Erst vor kurzem hatten wir hier im Großen Forum eine Diskussion darüber, ob wir eigentlich mehr Diversity, grade auch in der phantastischen Literatur brauchen. Darüber denke ich nach wie vor nach und auch, wie dieser Aspekt sich langfristig halten kann und nicht als Hype irgendwann wieder verpufft.

Wir sind jetzt in einer Zeit, in der endlich endlich auch große Verlage merken, das es wichtig ist Autoren eine Stimme zu geben die nicht aus einem weißen Umfeld kommen, mit strickt weißen Figuren (oder in denen dann z.B schwarze Figuren nur die Nebenfiguren sind und kaum eigene Handlung haben) und das Diversity auch bedeutet, das die Autoren mit genau diesem Backround darüber schreiben - und nicht eben jene weißen Autoren*innen.

Children of Blood and Bone soll sogar verfilmt werden und das, obwohl es in einem Setting spielt, das im Grunde noch nie einen solchen Hype erfahren hat.

Die Autorin spricht selbst davon, das sie eine Figur schaffen wollte, für schwarze Mädchen, die eine starke Frauenfigur im Mittelpunkt hat und die Menschen in die Schranken weißen, die schwarzen Mädchen absprechen Hermione Granger sein zu können. (Ich nehme an das sie darauf anspielte, welcher Aufschrei heraufbeschworen wurde, als Hermione im Theatherstück "The Cursed Child" mit einer schwarzen Frau besetzt wurde.)

Gerade weil der Roman genau diesen Hintergrund hat, genau weil die Autorin aus eigener Erfahrung schreibt, wollte ich "Children of Blood and Bone" lesen. Und ja das liegt auch daran, das meine Nichte über ihren Vater - meinen Bruder, nigerianische Vorfahren hat. Ich will das meine Nichte Bücher lesen kann, die ihre Hautfarbe einschließt und Heldinnen zeigt, mit denen sie sich identifizieren kann. Am liebsten wäre mir dabei eigentlich, das die Hautfarbe keine Rolle spielt. Aber wir Leben in einer Gesellschaft in der es nach wie vor eine Rolle spielt. Und ja, deshalb sind Bücher wie das vorliegende wichtig. Sprache hat Macht, wer nicht genannt wird, nur nett mitgemeint, der ist nicht sichtbar. Auch wenn uns das oftmals im Alltag nicht bewusst ist - es ist trotzdem die Wahrheit und kann nicht einfach wegdiskutiert werden. Ich kann nicht wegdiskutieren das Rassismus nach wie vor existiert. Stellt euch mal die Frage, wie viele Autor*innen aus afrikanischen Ländern ihr kennt? Kennt ihr oder ich die Hauptstädte dieser Länder? Oder gar wichtige historische Persönlichkeiten - und ja jetzt mal außer Nelson Mandela, den ich hier dadurch nicht schmälern möchte, aber ich hoffe ihr wisst was ich meine?

Hier wird meiner Meinung nach auch thematisiert , was die sogenannten Kolonialmächte angerichtet haben. Die verschiedenen Stämme im Roman, kann man auch auf die Unterdrückung durch die weißen sich selbst als Zivilisiert bezeichnenden Großmächte übertragen. Auch im Roman spielt die Hautfarbe eine Rolle. Die Unterdrückung der Magie kann man als Unterdrückung der Kultur und des Wissens der verschiedenen Stämme verstehen, die durch die Europäischen Länder geschehen ist. Hautfarbe und das aussehen spielen im Roman eine Rolle.

Einerseits weil so auch der Hintergrund der Geschichte betont wird, andererseits weil hier auch Unterschiede aufgetan werden. Je heller desto privilegierter erscheinen die Figuren.

Gleichzeitig bekämpfen sich hier Stämme eines Volkes. Auch das kann man durchaus als Folge der Kolonialzeit verstehen. So hat z.B. die Festlegung der Grenzen Ruandas den Grundstein für den Völkermord in Ruanda gelegt, denn erst durch die Kolonialherren wurde überhaupt zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen so stark differenziert.


Adeyemi spricht sich in ihrem Nachwort klar darüber aus, das sie ihren Roman als Roman versteht, den sie gegen den Hass und den Rassismus für Menschlichkeit und Verständnis geschrieben hat. Sie möchte dazu beitragen das wir uns darüber klar werden, das wir alle Menschen sind. Und das wir nicht so unterschiedlich sind, wie sich das in vielen Köpfen nach wie vor festgesetzt hat.

Und ja, deshalb finde ich den Hype gerechtfertigt. Und zwar deshalb, weil ich möchte, das es irgendwann einfach normal ist das Diversity nicht mehr herausgehoben werden muss. Als etwas Besonderes. Das auch Bücher die z.B die nigerianische Kultur einbinden wie in diesem Fall, oder auch andre Kulturen einbinden, die uns aus europäischem oder USA Blickwinkel unbekannt und fremd erscheinen nicht exotisch erscheinen, sondern durchaus vertraut.

Auf der andren Seite tut es mir gerade deshalb auch leid das mich die Handlung nicht in allen Punkten überzeugen konnte. Vor allem über die Tatsache das an einer bestimmten Stelle so viel Leid erzeugt wird und dann darüber nie wieder gesprochen wird, das kann ich der Autorin tatsächlich nicht verzeihen.

Trotzdem, insgesamt betrachtet möchte ich erfahren, wie es weiter geht. Band 2 wird zumindest im Original bald erscheinen.

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Viel Hype um ein durchschnittliches Buch

Inhalt:
Vor elf Jahren musste die damals sechsjährige Zélie mit ansehen, wie die Soldaten des Königs ihre Mutter töteten, weil sie eine Maji war, eine Magierin. Denn die Magie sollte im ganzen Land ausgerottet werden. Doch in einigen Kindern schlummert sie noch, in den sogenannten Divînés wie Zélie. Als Zélie zufällig ein magisches Artefakt berührt, erwacht die Magie in ihr. Zélie ist von den Göttern ausersehen, die Magie in die Welt von Orisha zurückzubringen. Kann ihr das gegen alle Widerstände gelingen?

Meine Meinung:
Tomi Adeyemi verarbeitet in ihrem Debütroman Mythen aus der nigerianischen Heimat ihrer Vorfahren. Sie will mit ihrer Geschichte gegen die Unterdrückung der Schwarzen durch die Weißen angehen, denn die Divînés und Maji sind dunkelhäutig, während die Königsfamilie und der Adel hellhäutig sind. Es steckt also eine gute Absicht dahinter - leider ist die Umsetzung nicht so gut geglückt.

Der Schreibstil ist größtenteils einfach, zuweilen auch leicht poetisch und eigentlich ganz angenehm zu lesen. Leider haben sich immer wieder ein paar für das Setting absolut unpassende Ausdrücke eingeschlichen, zumindest in der deutschen Übersetzung. Auch sonstige Ungereimtheiten, logische Lücken und Fehler sind vorhanden.

Die Erzählperspektive wechselt zwischen Zélie sowie dem Prinzen Inan und der Prinzessin Amari, die jeweils in der Ich-Form erzählen. Normalerweise führt die Ich-Erzählung dazu, dass man genau weiß, was im Protagonisten vorgeht. Nicht so bei diesem Buch. Viele Gedanken und Gefühle bleiben trotzdem unklar und unverständlich. Alle drei Erzähler entwickeln sich im Lauf des Romans weiter, zum Guten, aber auch zum Schlechten.

Die Welt, in die Adeyemi uns entführt, ist interessant und anders als unsere Welt. Doch konnte ich mir etliche Dinge nicht wirklich vorstellen, weil die Beschreibungen trotz der vielen Seiten eher dürftig sind. Vor allem zur Magie hätte ich mir noch viel mehr Erklärungen gewünscht, sie wirkt ab und an doch ziemlich nebulös und wenig nachvollziehbar.

Die Handlung geht einerseits rasant voran, andererseits ergeben sich aber auch immer wieder Längen. Es gibt sehr viele sehr blutige Kämpfe und grausame Handlungen. Im Film macht das sicher mehr Eindruck als im Buch, und ich kann gut verstehen, dass die Filmrechte bereits verkauft sind.

Der Handlungsverlauf ist relativ geradlinig, es gibt nur wenige Überraschungen. Und wenn sich den Helden schon mal Hindernisse in den Weg stellen, schaffen sie es in der Regel recht leicht, diese beiseite zu räumen.

Der Spannungs“bogen“ geht auf und ab und gipfelt in einem furiosen Showdown am Schluss, der mich ratlos und leicht frustriert mit einem bösen Cliffhanger zurückließ. Wann der 2. Band der geplanten Trilogie auf Deutsch erscheinen wird, wissen die Götter.

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