Ulla Scheler: Und wenn die Welt verbrennt

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Ulla Scheler: Und wenn die Welt verbrennt
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783453271425
Empfohlenes Alter

Informationen zum Buch

Seiten
432

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Manchmal reicht ein Blick, um einen Menschen zu sehen.

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Handlungsort

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Er ist ein Junge mit bunten Kreiden, der Menschen in Bildern auf dem Asphalt einfängt. Sie ist ein Mädchen mit einem dunklen Geheimnis, das niemanden an sich heranlässt. Felix und Alisa. Beide leben in ihrer eigenen Welt, bis sie sich durch Zufall begegnen. Und plötzlich ist es ausgerechnet Alisa, die Felix versteht wie niemand sonst. Zusammen sind sie stark, fast unschlagbar. Bis ein Haus brennt und Alisa von den Schatten der Vergangenheit eingeholt wird ...

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Wenn einen die Vergangenheit nicht loslässt

Die erfolgreiche Nachwuchsautorin Ulla Scheler hat nach ihrem hochgelobtem Erstling nun einen zweiten Roman mit dem Titel "Und wenn die Welt verbrennt" herausgebracht. Darin wird die Geschichte der beiden Einzelgänger Felix, einen talentierten Straßenmaler, und Alisa, einer Medizinstudentin, erzählt, die mit sich und dem Erwachsenwerden hadern.

Felix hat sein Abitur in der Tasche und in München mit ein BWL-Studium begonnen. Letzteres interessiert ihn nur am Rande, denn seine Leidenschaft gilt der Malerei. Auf Münchens Straßen fängt er täglich die Passanten und deren Charakter in Form von bunten Kreidebildern ein. Felix' besonderes Talent offenbart sich darin, dass er den fremden Menschen mit einem Blick in die Seele schauen kann. Dies ist auch bei Alisa der Fall. Die eigenbrötlerische Medizinstudentin lässt sich von ihm malen und erschrickt über Felix' unverstellten Blick in ihr Inneres. Erst nach einer gewissen Zeit begreift sie, dass Felix der Einzige zu sein scheint, der sie aus ihrer inneren Leere und von ihren Lebenszweifeln befreien kann. Im Laufe der Handlung erfährt man, dass es eine Geschichte aus der Vergangenheit ist, die ihr bis zum heutigen Tage zusetzt.

Es ist dieses ungemein spannend und effektvoll Vabanquespiel aus Hoffnung und Beklommenheit, das den Leser ab der ersten Seite fesselt und bis zum Schluss nicht mehr loslässt. Die zarte, aufkeimende Liebe zwischen den beiden verletzten Seelen und Alisas ständige Flashbacks aus der Kindheit und Jugend bei ihren Pflegeeltern prägen die Story. Hierbei bedient sich Scheler auch des passenden Mittels des Erzählerwechsels. D.h., mal wird die Geschichte aus Sicht von Felix und mal aus Sicht von Alisa erzählt. Auf diese Weise kommt der Leser den beiden Hauptcharakteren sehr nah und kann mit ihnen mitfühlen und mitleiden. Die Gebrochenheit von Felix und Alisa, die sich gegenseitig stützten, und Schelers authentischer wie poetisierender Sprachstil machen dieses Buch so lesenswert.

FAZIT
Ein Wechselbad der Gefühle, das sich auf 432 Seiten entfaltet und den Leser bis zum letzten Wort in seinen Bann zieht. Eine absolut empfehlenswerte Lektüre, nicht nur für Jugendliche.

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Alltäglich und besonders

Alisa und Felix sind beide Studenten Anfang 20. Sie begegnen sich, während er mit Kreide Menschen auf den Asphalt malt. Sofort ist da eine Verbindung zwischen ihnen. Doch Alisa hat ein Geheimnis, dass sie sehr belastet. Wird sie sich Felix anvertrauen und ihre Vergangenheit hinter sich lassen können?

Auf den ersten Blick könnte es sich hier um eine normale Liebesgeschichte handeln - läge da nicht ein ganz besonderer Zauber über dem Geschehen. Ulla Scheler, die zu Recht für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017 nominiert wurde, schafft mit ihrem Schreibstil wie bereits in ihrem Erstlingswerk "Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen" eine spezielle Atmosphäre, die dafür sorgt, dass man sich als Leser mit der Geschichte treiben lassen kann. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive der beiden Protagonisten, die sich in kurzen Abschnitten abwechseln.

Da ist einerseits Alisa. Sie ist spontan und witzig, aber gleichzeitig auch in sich gekehrt und einzelgängerisch. Ihr großes Geheimnis scheint mit einem Wendepunkt in ihrem Leben zusammenzuhängen, der sie innerlich zerstört hat. Und andererseits gibt es Felix. Felix ist einfühlsam und nett, aber auch von Selbstzweifeln erfüllt. Seine große Leidenschaft ist das Malen. Mit Kreide fängt er auf der Straße das ein, was die vorübergehenden Passanten ausmacht und schaut dabei hinter ihre Fassaden. Alisa und Felix ergänzen sich wie zwei Puzzlestücke und es ist schön, ihre gemeinsame Entwicklung zu beobachten.

Die Geschichte erstreckt sich über einen Zeitraum von einem halben Jahr, so dass trotz des Funkens, der direkt beim ersten Blick der beiden überspringt, genügend Raum bleibt, um eine realistische Beziehung entstehen zu lassen. Ich habe mich beim Lesen keine Sekunde gelangweilt und zusammen mit Felix gerätselt, was sich wohl hinter Alisas Geheimnis verbirgt, das sie manchmal so traurig und ängstlich werden lässt.

Das Buch hat mich verzaubert, auch wenn das letzte Drittel ernster war. Durch die Auflösung des Geheimnisses wurde die lockere, entspannte Atmosphäre gestört, was jedoch auch verhinderte, dass "Und wenn die Welt verbrennt" zu einer langweiligen, austauschbaren Liebesgeschichte wurde. Ich freue mich schon auf weitere Bücher von Ulla Scheler, die für mich mit ihre beiden bisherigen Titeln zu den vielversprechendsten deutschen Nachwuchsautorinnen gehört.

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