Veronica Roth: Der Rat der Neun - Gezeichnet

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Veronica Roth: Der Rat der Neun - Gezeichnet
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Carve the Mark
ET (Original)
2017
ISBN-13
9783570164983

Informationen zum Buch

Seiten
608

Sonstiges

Originalsprache
amerikanisch
Erster Satz
Die Rauschblumen blühten nur in der längsten Nacht.

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Handlungsort

Handlungsorte
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In einer Galaxie, in der Gewalt und Rache das Leben der Völker beherrschen, besitzt jeder Mensch eine besondere Lebensgabe, eine einzigartige Kraft, die seine Zukunft mitgestaltet. Doch nicht jeder profitiert von seiner Gabe …

Cyra ist die Schwester des brutalen Tyrannen Ryzek. Ihre Lebensgabe bedeutet Schmerz, aber auch Macht – was ihr Bruder gezielt gegen seine Feinde einsetzt. Doch Cyra ist mehr als bloß eine Waffe in Ryzeks Händen: Sie ist stark und viel klüger, als er denkt.

Akos stammt aus einem friedliebenden Volk und steht absolut loyal zu seiner Familie. Als Akos und sein Bruder von Ryzek gefangen genommen werden, trifft er auf Cyra. Er würde alles dafür tun, seinen Bruder zu retten und mit ihm zu fliehen, doch mächtige Feinde stehen ihm im Weg. Akos und Cyra müssen sich entscheiden: sich gegenseitig zu helfen oder zu zerstören …

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Gemischte Gefühle

In einem fernen Sonnensystem gibt es Planeten, die nur aus Wasser und Müllinseln bestehen. Es gibt Planeten, die sehr heiß und trocken sind und Planeten, die von weiten Federgraswäldern durchzogen sind. Jeder dieser Planeten wird von einem Volk besiedelt, welches je ein Mitglied für den Rat der Neun aussendet, um die Galaxie zu verwalten. Nur das Volk der Shotet, ein kriegerisches Volk mit gemischten Wurzeln ist auf der Suche nach seiner Identität und einer Heimat. Die Shotet haben sich auf Thuve niedergelassen, brechen aber mit einem großen Reiseschiff einmal im Jahr auf Beutezug in die Galaxie auf, um an wertvolle Materialien zu kommen.

Jeder Mensch der Galaxie besitzt eine besondere Lebensgabe, die sich auf seine Zukunft auswirkt. Diese Kraft ist manchmal nur schwer zu ertragen und so bedeutet Cyras Noaveks Lebensgabe Schmerz. Die junge Frau leidet seit ihrer Kindheit an permanentem unterträglichem Schmerz, den sie auf andere Menschen übertragen kann und so nutzt Ryzek, der junge tyrannische Anführer der Shotet seine Schwester als Waffe, um zu immer mehr Macht zu gelangen.

Akos Kereseth lebt friedlich mit seiner Familie auf Thuve bis schließlich Ryzeks Soldaten ihn und seinen Bruder Eijeh entführen und ihren Vater dabei ermorden. Die Mutter der beiden, ein berühmtes Orakel, versteckt sich und die Schwester Cici überlebt nur knapp. Akos und Eijeh wachsen als Sklaven der Shotet auf, ganz im Dienste der Familie Noavek, doch Akos hat nur ein Ziel: Seinen Bruder wieder gesund nach Hause zu bringen.

Nach ihrer Trilogie "Die Bestimmung" waren die Erwartungen an Veronica Roth hoch. Mit "Rat der Neun. Gezeichnet" beginnt sie eine zweiteilige Fantasy-Saga für Jugendliche und junge Erwachsene. In den USA sah sich das Buch massiver Kritik ausgesetzt. Rassismusvorwürfe wurden laut und ich habe mich im Zuge der Rezension ebenfalls damit beschäftigt. Beim Lesen konnte ich als Nicht-Betroffene die Vorwürfe nicht nachvollziehen, wollte sie aber gerne verstehen, denn meine Wahrnehmung ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss.

Sehr gerne hätte ich deshalb mit Betroffenen über das Buch diskutiert, allerdings führte eine Nachfrage auf Twitter nur zu dem Vorwurf, ich sei sowieso nur eine ignorante Weiße, die nicht akzeptiere, wenn People of Color etwas als rassistisch bezeichnen. Sei es drum. Es gibt einen englischen Artikel, den ich nun eben für mich selbst diskutiere.

Vorab sollte man wissen: Beide Völker, die Thuve und die Shotet, sind mit einander verwandt. Sie zeichnen sich sowohl durch helle, als auch durch dunklere Hautnuancen aus. Basierend auf dieser Tatsache bin ich ratlos, welche Stereotype sich worauf aufbauen. Dem Buch wird vorgeworfen, dass eines der Völker als barbarisch beschrieben werde. Dass die Sprache nicht so schön guttural sei. Dass Menschen versklavt werden.

Was mich nun zu den Fragen kommen lässt: Dürfen keine barbarischen Völker existieren? Dürfen Tötungsmale nicht beschrieben werden? Darf ein friedliches Volk das nicht als verwerflich empfinden? Dürfen die Völker, mit nach wie vor gemeinsam-unterschiedlichen Hautfarben, keine unterschiedlichen Haare besitzen?

Darf in einer Geschichte niemand verschleppt oder versklavt werden? In "Rat der Neun" hat Akos den helleren Hautton. Wäre es nun besser gewesen, die Autorin hätte aus dem Sklaven einen Menschen mit dunklerem Hautton gemacht?

Das sind die Fragen, die mich ernsthaft umtreiben. Ich erkenne die Kritik an Stereotypen, aber ich frage mich dennoch: Was wären die Alternativen? Friedliche Völker mit identisch grüner Haut und keinerlei Konflikten, weil sie nichts voneinander unterscheidet? Keine Naturvölker mehr in Büchern, keine unterschiedlichen Sprachen (oder ausschließlich schön klingende Sprachen)?

Sollte sich jemand mit mir auf Augenhöhe über das Buch unterhalten wollen, dann freue ich mich darüber, wenn meine Wahrnehmung in ein anderes Licht gerückt wird.

"Rat der Neun. Gezeichnet" ist ein Buch, das mich mit gemischten Gefühlen zurück lässt. Ich fühlte mich über weite Strecken unterhalten und nahm die Handlung auch als sehr divers wahr. Es gibt die besagten unterschiedlichen Hautfarben, es gibt unterschiedliche Völker, Cyra ist eine unglaublich starke weibliche Hauptfigur, deren Schickal aber leider doch wieder mit Männern zusammenhängt, sei es mit ihrem Buder oder Akos. Es gibt sogar ein lesbisches Liebespaar, dessen Geschichte aber nur gestreift wird. Insgesamt bieten die knapp 600 Seiten durchaus einige Längen, aber auch viel Stoff zum Nachdenken. Ich bin gespannt auf den zweiten Teil.

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Erste Hälfte langatmig, zweite Hälfte spannend

Inhalt:
Cyra lebt in einer Galaxie, wo die Gewalt herrscht. Die Menschen haben besondere Gaben, ganz verschiedene. Cyras Gabe ist Schmerz – Schmerz, den sie selbst empfindet, aber auch jeder, den sie berührt. Ihr Bruder Ryzek setzt sie deshalb als Waffe gegen seine Feinde ein. Doch Cyra will sich nicht von Ryzek missbrauchen lassen.

Akos und sein Bruder werden von Cyras Volk entführt. Akos muss Cyra dienen, und sein Bruder wird von Ryzek ausgenutzt. Akos will seinen Bruder befreien und wieder nach Hause bringen. Wird Cyra ihm dabei helfen?

Meine Meinung:
Gleich zu Beginn werden so viele Völker, Familien und einzelne Personen eingeführt, die alle mit ungewöhnlichen und unbekannten Namen daherkommen. Das machte es für mich unheimlich schwer, mir die Namen zu merken und die einzelnen Charaktere auseinanderzuhalten. Die Hauptfiguren hat man natürlich schnell verinnerlicht, aber die Nebenfiguren habe ich bis zum Schluss durcheinander geworfen. Außerdem wartet die erste Hälfte mit unheimlich vielen detaillierten Beschreibungen auf, die mir unwichtig erschienen und wo meine Gedanken immer wieder abschweiften. Ich musste öfter ein paar Seiten zurückgehen, um zu sehen, ob ich etwas Wesentliches verpasst habe. Es war mir einfach zu wenig Handlung und viel zu viel Theorie.

Wie schon erwähnt, bietet die erste Hälfte des Buchs nicht allzu viel Handlung, gemessen an der Länge. Dafür bekommt man ein umfassendes Bild der verschiedenen Völker und Planeten und auch von den Protagonisten. Vieles davon wird sicherlich erst im Folgeband von Bedeutung sein. Die Ideen, die Veronica Roth hier einbringt, sind erstaunlich vielfältig und zum Teil wirklich neu.

Die zweite Hälfte des Buchs ist dann wesentlich lebendiger. Hier kommt Schwung in die Geschichte, Spannung kommt auf, und Veronica Roth kann mit einigen unerwarteten Wendungen überraschen. Es gibt eine Rebellion, politische Ränkespiele und persönliche Kleinkriege, von denen man nicht immer ahnen kann, wie sie ausgehen werden.

Die Protagonisten Cyra und Akos haben mir ausgesprochen gut gefallen. Sie sind beide sehr vielschichtig. Cyra ist dabei nicht unbedingt leicht zu durchschauen. Sie macht eine enorme Entwicklung durch, was mir sehr gut gefallen hat. Akos ist von Anfang an ziemlich sympathisch. Obwohl Cyra anfangs nicht besonders nett zu ihm ist, entwickelt sich mit der Zeit doch eine sehr schöne Beziehung zwischen den beiden.

Fazit:
Die Grundidee ist gut, aber die Welt ist zu komplex und zu detailliert beschrieben, anstatt etwas mehr Handlung einzubringen. Besonders die vielen außergewöhnlichen Namen von Menschen und Dingen machen Probleme.

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Wenn du deinem Schicksal zu entrinnen suchst ...

Ein Planet, zwei Völker, und eine Feindschaft, die kein Ende nimmt. Die Mitglieder verschiedener Familien treffen aufeinander, Intrigen entspinnen sich, Bündnisse werden geschmiedet und Familienbande gebrochen. Denn jeder von ihnen hat ein Schicksal zu erfüllen, vor dem es kein Entrinnen gibt, auch wenn man es noch so sehr versucht.

Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven von Cyra und Arkos erzählt, wobei Cyra aus der Ich-Perspektive spricht, während bei Arkos ein Erzähler spricht. Die beiden gehören den verfeindeten Völkern der Thuvhesi und Shotet an. Während die Thuvhesi ein friedliebendes Volk sind, leben die Shotet für den Kampf und tragen Male auf den Armen, die für die von ihnen getöteten Menschen stehen. Da die beiden Völker sich einen Planeten teilen, ist wahrscheinlich leicht verständlich, dass es zwischen den beiden zu Konflikten kommt. So werden Arkos und sein Bruder von den Shotet entführt. Während Arkos zum Krieger ausgebildet wird, und so schließlich Cyra kennen lernt, muss sein Bruder sich seinem Schicksal unterwerfen.

Mit der Geschichte und auch den Charakteren habe ich mich anfangs etwas schwer getan. Es gibt mehr als nur den einen Planeten und die Menschen sind in der Lage, zwischen diesen hin und her zu reisen. Obwohl ich das Geflecht der Verbindungen zwischen den Planeten noch nicht ganz durchschaut habe. Am Anfang ist es schwierig, sich die Namen von Völkern und den vielen Protagonisten zu merken. Vor allem, wenn man das ganze nur als Hörbuch hört und die Namen nicht liest. Aber irgendwann kommt man schließlich rein.

Im Großen und Ganzen dreht sich die Story in diesem ersten Teil hauptsächlich um den Konflikt zwischen Thuvhesi und Shotet, die Schicksale der wichtigsten Charaktere, allen voran Cyras Buder Rizek, der mit allen Mitteln versucht, sein Schicksal zu ändern, und natürlich die vorhersehbare Liebesgeschichte zwischen Arkos und Cyra.

Mit den Charakteren hatte ich am Anfang so meine Probleme. Arkos mochte ich zwar, aber seine Verbissenheit was seinen Bruder angeht, scheint oft sein Urteilsvermögen zu beeinträchtigen, und da er sonst eher besonnen scheint, fand ich das eher unpassend. Und auch Cyra war mir zu Beginn leider nicht sehr sympathisch. Ihre Gabe ist eine große Bürde für sie, ja, aber irgendwie hat sie sich sehr viel selbst Leid getan und es nicht geschafft, sich mal gegen ihren Bruder durchzusetzen. Immerhin hat sie sich im Lauf der Geschichte positiv entwickelt. Schade fand ich, dass man über die meisten anderen Charaktere, obwohl diese sehr zahlreich vorhanden sind, kaum etwas erfährt.

Die Story entwickelt sich zunächst eher langsam, da sehr viele Charaktere vorgestellt werden und die Welt ein bisschen erklärt wird, obwohl es auch weiterhin viele offenen Fragen gibt. Danach kommt die Geschichte zunehmend in Fahrt und man erkennt verschiedene Handlungsstränge, die auf noch unbekannte Ziele zulaufen. Insgesamt fand ich, dass sich die Geschichte etwas gezogen hat und man sicher hier und da etwas hätte kürzen können, vor allem am Anfang.

Die Hörbuch-Umsetzung hat mir insgesamt gut gefallen. Wie gesagt war es so am Anfang wahrscheinlich etwas schwieriger, sich all die Namen zu merken und die Personen richtig zuzuordnen. Ich fand es aber sehr gelungen, dass für die beiden Protagonisten auch verschiedene Sprecher gewählt wurden, und die Geschichte so von einer männlichen und einer weiblichen Stimme erzählt wird.

Fazit

"Rat der Neun - Gezeichnet" ist ein interessanter Auftakt einer Geschichte über die Geschichte zweier Völker, Schicksale, besondere Gaben und natürlich die Liebe. Ich hatte am Anfang etwas Mühe, rein zu kommen und mit den Charakteren warm zu werden. Zum Ende des Buches nahm das Buch aber deutlich an Fahrt auf, und konnte auch mich in seinen Bann ziehen, daher bin ich gespannt, wie es weitergeht.

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