Graf Leo N. Tolstoi, Lew Tolstoi: Anna Karenina

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Graf Leo N. Tolstoi, Lew Tolstoi: Anna Karenina
Verlag
ET (D)
1877
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Anna Karenina
ISBN-13
9783446234093

Informationen zum Buch

Seiten
1284

Sonstiges

Originalsprache
russisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, jede unglückliche Familie ist unglücklich auf ihre Weise.
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Kontinent
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Anna Karenina ist eine wundervolle junge Frau. Sie scheint alles zu besitzen, was glücklich macht. Dann tritt der glanzvolle Offizier Graf Wronskij in ihr Leben, und sie opfert alles: den Mann, den Sohn, sogar die Achtung der Gesellschaft, in der sie lebt. Doch ihre bedingungslose Liebe scheitert und führt zu Eifersucht, Hass und Verzweiflung. Die Tragödie einer Frau wird bei Tolstoi zum unerbittlichen Porträt der adligen Gesellschaft im Russland des 19. Jahrhunderts. Rosemarie Tietze, die ihre Übersetzungen immer wieder "zu einem Kunstwerk eigenen Ranges" (Begründung zum Voß-Preis) macht, hat dem Meisterwerk eine moderne Gestalt gegeben und es mit Nachwort und Kommentaren versehen.

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Anna Karenina

Leo Tolstois „Anna Karenina“ ist etwas ganz Besonderes. Lange habe ich gezögert, mich an einen der „Grossen Russen“ heranzuwagen, doch ich bin froh, dass ich es getan habe.

Erst einmal will ich anmerken, dass die Übersetzung von Hermann Röhl wirklich angenehm zu lesen ist. Keine Schlangensätze, wie ich es erwartet hatte, keine Ausdrücke, über die man stolpert, und keine ellenlangen Reden. Röhl behält die Sprache des 19. Jahrhunderts bei, was dem Buch seinen Charme lässt. Dennoch war ich überrascht, wie flüssig und süffig sich ein Tolstoi lesen lässt.

Doch nicht nur deswegen war ich bald in der Welt der Anna Karenina versunken. Tolstoi hat ein Auge fürs Detail. Er beschreibt das Leben und das Lieben im damaligen Russland liebevoll und detailliert. Natürlich entstehen auf diese Weise auch gewisse Längen, die ich nur quer gelesen habe. Aber das Bild im Ganzen ist sehr lebendig und faszinierte mich. Man erfährt so Vieles über das Leben von damals. Oftmals war ich baff, dass die Geschichte eigentlich „erst“ etwa 150 Jahre alt ist. Die Gepflogenheiten von früher sind ganz anders als unsere heutigen.

Trotzdem ist „Anna Karenina“ eine zeitlose Geschichte, die sich mit Themen befasst, die auch im 21. Jahrhundert noch überaus aktuell sind. Die Liebe, das Betrügen, die richtige Entscheidung treffen. Annas Hunger nach Liebe. Aufstehen, nachdem man hingefallen ist. Mit seiner speziellen Beobachtungsgabe hat es Leo Tolstoi fertig gebracht, Figuren zu zeichnen, mit denen man mitfühlen und mitleiden kann. Die Charaktere sind so plastisch beschrieben, dass man meint, man sässe neben ihnen und höre sie sprechen. Alle auftretenden Figuren haben ihre guten und ihre schlechten Seiten und Tolstoi macht sich die Mühe, sie alle aufzuzeigen. Kein Mensch ist einfach nur gut oder einfach nur schlecht.

Besonders beindruckt hat mich auch Tolstois Beschreibungen der Gefühle. Er lässt nicht nur jeden Charakter zu Worte kommen (sogar den Hund), sondern er lässt den Leser tief in die Gefühlswelt der Protagonisten eintauchen. Ich war verblüfft, an einigen Stellen meine eigenen Gefühle wiederzuerkennen. Dabei fragte ich mich, wie es ein Mann schafft, die Gefühlswelt einer Frau derart treffend zu beschreiben. Tolstoi über- und untertreibt nicht, er beschreibt bloss, was in den Figuren vor sich geht.

„Anna Karenina“ ist ein Buch zum Weinen und zum Lachen. Manchmal muss man den Kopf schütteln, vielleicht versteht man nicht immer, wieso gewisse Figuren so handeln, wie es tun. Aber ist so nicht das Leben? Tolstoi beschreibt auch das richtige Leben. Das Leben von damals. Wie Bauern ihre Arbeit verrichten. Die Haltung der höher Gestellten. Wie man Kinder erzog. Auf diese Weise erhält man einen einzigartigen Einblick in eine Welt, die längst vergangen ist. Doch Tolstoi lässt sie für uns wieder auferstehen.

Fazit: Ein absolut lesenswertes Werk, ich bin sehr froh, dass ich mich an „Anna Karenina“ gewagt habe. Das Buch ist faszinierend, wenn es auch Stellen aufweist, von denen ich dachte „Wieso muss ich das wissen?“.

Es mag kein Buch für jedermann sein. Man muss geduldig sein, mit den Figuren, aber auch mit den knapp tausend Seiten. Ich wurde dafür mit einer ausgezeichneten und unkitschigen Liebesgeschichte belohnt, die ihresgleichen sucht.

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