Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray

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Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray
Verlag
ET (D)
1891
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
The Picture of Dorian Gray
ISBN-13
9783423124669

Informationen zum Buch

Seiten
287

Sonstiges

Übersetzer/in

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Lord Henry Wotton, ein geistreich-zynischer Dandy, verführt den unverdorbenen, bildschönen Jüngling Dorian Gray dazu, sich ganz der sinnlichen Lust und dem Vergnügen hinzugeben. Vor seinem gemalten Porträt äußert Dorian einen "wahnsinnigen Wunsch": Das Bildnis möge altern, er selbst aber ewig jung, schön und genußfähig bleiben. Dorian beginnt ein wildes, ausschweifendes Leben und verliert in seinen exzentrischen Abenteuern die letzten moralischen Hemmungen. Sein Bildnis jedoch, der "Spiegel seiner Seele", zeigt seinen Verfall: seinen Identitätsverlust, der ihn schließlich in die Katastrophe führt.

In seinem einzigen Roman gestaltete Oscar Wilde den scheiternden Versuch eines Lebens als Kunstwerk, die dramatische Beziehung zwischen Schönheit und Sittlichkeit. Dieses Thema der europäischen Dekadenz war bei seinem Erscheinen auch Wildes ureigenster Konflikt. So wurde der Roman, der bei seinem Erscheinen einen Skandal auslöste, zum Dokument der Krise im künstlerischen Selbstverständnis des Exzentrikers Oscar Wilde.

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Wunderbarer Klassiker

Dorian Gray ist ein ungewöhnlich schöner junger Mann und die große Inspiration des Malers Basil Hayward. Als er ein besonders gelungenes Porträt von sich selbst betrachtet und Basils Freund, Lord Henry Wotton, laut darüber nachdenkt, dass Jugend und Schönheit doch das einzig Erstrebenswerte seien, entfährt Dorian unbedacht der Wunsch, es möge doch das Porträt statt seiner altern.

Nach einiger Zeit stellt Dorian fest, dass offenbar sein Wunsch in Erfüllung gegangen ist, doch er empfindet dabei mehr Schrecken als Freude, und im weiteren Verlauf seines Lebens wird klar, dass es tatsächlich mehr Fluch als Segen ist, denn alle, mit denen er engen Kontakt pflegt, tragen in irgendeiner Form Schaden davon, während er selbst trotz seines ausschweifenden Lebensstils über all die Jahre hinweg immer noch ein hübscher Jüngling von vielleicht zwanzig Jahren bleibt. Äußerlich zumindest.

Oscar Wildes Klassiker entführt uns in die Welt der reichen Müßiggänger im England des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Man isst, trinkt, feiert, gibt sich den Künsten und der geistreichen Konversation hin. Lord Henry spricht beispielsweise fast ausschließlich in wohlgesetzten Bonmots über Gott und die Welt. Seine Ansichten sind teilweise ziemlich haarsträubend, aber ich mochte die vielen kleinen spitzen Seitenhiebe, die in diversen verbalen Schlagabtauschen versteckt waren.

Dorian selbst, am Anfang noch ein formbar wirkender, verträumter junger Mann, macht eine starke Wandlung durch und wird im Lauf der Geschichte nicht unbedingt sympathischer, aber seine Entwicklung fand ich unter dem Aspekt seiner besonderen und ziemlich zweischneidigen "Gabe" äußerst glaubwürdig.

Wilde schafft in seinem höchst eleganten Stil unglaublich viel Atmosphäre, und seine Sprache ist einfach ein Hochgenuss. Zum Niederknien schön! Aus heutiger Sicht fallen natürlich besonders die Passagen ins Auge, die durch die Blume auf Homosexualität hindeuten (auch wenn meine Penguin-Clothbound-Classics-Ausgabe den zensierten Text beinhaltete, waren die Originalwortlaute im Anhang mit abgedruckt - sehr interessant, den direkten Vergleich zu haben).

Abgerundet wird die Penguin-Ausgabe durch eine detaillierte Einführung (die man in Unkenntnis des Werkes aber besser hinterher liest, um sich keine Spoiler einzufangen), die wichtigsten Lebensdaten und - besonders spannend - einige Rezensionen, die kurz nach Erscheinen des Buches veröffentlicht wurden.

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Zyniker Lord Henrys Meinung nach bedeutet es erheblich mehr, schön als gut zu sein. Diese Ansicht verkauft er seinen Zuhörern mit scharfem Witz und beobachterischer Treffsicherheit. Besonders der junge, schöne Dorian Gray zeigt sich beeindruckt und schließlich lässt er sich im Angesicht seines Portraits zu einem unbedachten Satz hinreißen ... "Würde doch nur das Bildnis statt meiner altern" ... Kein Mensch konnte ahnen, dass das Bild daraufhin ein Eigenleben entwickelt, Schande und Schuld auf sich nimmt und Dorian Grays Seele offen legt. Abgestoßen und fasziniert zugleich, versteckt der junge Mann das Portrait in einem abgeschiedenen Zimmer seines Hauses.

Lord Harry Henry - der Zyniker - und Maler Basil Hallward - der Ehrbare -liefern sich scharfe Wortwechsel, zwischen denen sich Dorian wie ein Fähnchen im Wind dreht. Zum einen ist er von Lord Henry Reden fasziniert, denn sie eröffnen ihm eine schöne, dekadente Welt. Andererseits spielt Hallward wiederholt das Gewissen, das um die Reinheit der Seele besorgt ist. Oscar Wilde selbst sah sich als Basil Hallward, wurde von den Lesern aber eher als Zyniker Henry eingeschätzt. Dorian Gray wäre er gerne gewesen. So hat der Autor alle seine Persönlichkeiten in seinem einzigen Roman verpackt und spielt mit Oberflächlichkeit, Dekadenz, Schönheit und Vergänglichkeit.

Besticht einerseits die Schönheit von Wildes Sprache, so kam bei mir oft ein Unverständnis im Angesicht dieser Oberflächlichkeiten auf. Doch genau das war wohl das Ziel des Autors. Leider nehmen die Längen und Wiederholungen ab Mitte des Dorian Gray immer mehr zu, weshalb ich mich schließlich etwas "durchmühen" musste. Dennoch ein zum Nachdenken anregendes Werk, das jeder mal gelesen haben sollte.

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Der "Dorian Gray" war und ist eines meines Lieblingsbücher. Von Oscar Wildes schöner, wie ich finde, beinahe schmeichelnder Sprache abgesehen: Der Kunstgriff, das Poträt altern zu lassen, das einem - wenngleich auch Gegenstand - am Ende beinahe bemitleidenswert scheint, ist im postiven Sinne bespiellos. Daß dann die Erlösung dieses Bildes im Tod dessen liegt, das es darstellt, ist so genial, daß es mir immer wieder eine Gänsehaut macht. Und dann dieser arme, liebende Maler, der eine wandelnde Metapher für die reine, beinahe unschuldige Künstlerseele ist! Ein Buch für Poeten und alle anderen Künstler!

Aber ganz gleich, wer sich an englischer Literatur versucht, er kommt um den Dorian Gray nicht herum und sollte es auch nicht!

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Obwohl ich die Handlung bereits kannte, konnte ich dieses Buch - einmal angefangen - nicht mehr aus der Hand geben. Es hätte nicht lange genug sein können. Unterhaltsame und anspruchsvolle Dialoge und sehr gut ausgearbeitete, faszinierende Charaktere sind die Stärken dieses Buches. Man bewundert den wortgewandten Lord Henry, schlägt sich auf die Seite Basils, fühlt sich unwahrscheinlich vom ewig jungen Dorian Gray in den Bann gezogen und belächelt die Oberflächlichkeit der damaligen Gesellschaft. Ich werde mir dieses Buch wohl noch einmal durchlesen.

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Dieses Buch ist wirklich der Rede wert und es hat mir sehr gefallen. Ich enthält einige Elemente eines Gothic - Romanes und ist hauptsächlich aus direkter Rede, also Dialogen zwischen den einzelnen Charakteren, aufgebaut. Es enthält sehr viele quasi-allgemeingültige Sätze und Aphorismen, die besonders Lord Harry Wotton anführt. Nur ein paar Beispiele, die ich besonders nett fand:

-Nowadays people know the price of everything, and the value of nothing.

-Men marry because they are tired; women, because they are curious: both are disappointed.

-Women are a decorative sex. They never have anything to say, but they say it charmingly.

-Women represent the triumph of matter over mind.

-As long a woman can look ten years younger than her own daughter, she is perfectlysatisfied.

-A grande passion is the privilege of people who have nothing to do. My dear boy, the people who love only once in their lives are really shallow people.

-Faithfulness! The passion for property is in it. There are many things that we would throw away if we were not afraid that others might pick them up

-Good artist exist simply in what they make, and consequently are perfectly unintersting in what they are. A great poet, a really great poet, is the most unpetical of all creatures. But inferior poets are absolutely fascinating. The worse their rhymes are, the more picturesque they look. The mere fact of having published a book of second-rate sonnets makes a man quite irresistible. He lives the poetry that he cannot write. The others write the poetry that they dare not realize.

Wer weiß, vielleicht hat Oscar Wilde da aus seiner eigenen Lebenserfahrung gesprochen. In jedem Fall ist die Verwandlung des Dorian Gray und die Beschreibung der Veränderung des Bildes und die Gefühle des Protagonisten dabei, sehr schön beschrieben. Etwas schade ist, das zuletzt die Geschichte etwas abrupt endet und Lord Wotton mit seiner hedonistischen Lebensphilosophie davonkommt, ohne die Konsequenzen dessen zu erfahren. Ansonsten ist die Vorstellung interessant, dass man an der Physiognomie anderer Menschen deren Lebenswandel sehen könne.

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Dieses Buch zieht sich lange hin, allerdings ist wird es im Laufe der Geschichte immer interessanter. Besonders begeisterten mich die sehr intelektuel hochklassigen Gespräche von und mit Lord Henry Wotton. Ich kann das Buch nur an denjenigen weiterempfehlen der es aufmerksam und vor allem zu ende liest. Das Buch ist nichts für Lessemufel da es Zeit bedarf die Metaphorik des Buches zu verstehen. Im großen und ganzen ist es eine lessenswertes Buch.

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