H.G. Wells: Der Krieg der Welten

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H.G. Wells: Der Krieg der Welten
Verlag
ET (D)
1898
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
The War of The Worlds
ET (Original)
1898
ISBN-13
9783257201710

Informationen zum Buch

Seiten
176

Sonstiges

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H.G. Wells - nach und mit Jules Verne Vater und Meister der Science-fiction - schuf 1898 mit dem "Krieg der Welten" den ersten Roman einer interplanetarischen Invasion, der das Vorbild zahlloser Marsmenschen-Märchen wurde.

Orson Welles produzierte 1938 nach diesem SF-Klassiker das vielleicht berühmteste, sicher wirkungsvollste Hörspiel aller Zeiten: obwohl als Hörspiel angekündigt, brach Panik aus, die Menschen verließen fluchtartig die Städte, schrien, weinten, beteten und glaubten an das Ende der Welt. H.G.Wells ging es weniger um solche Horror-Effekte, dennoch waren sie die Probe auf sein Exempel:wie im Ausnahmezustand die Zivilisations-Tünche abfällt und wie der Einbruch einer imperialistischen Macht auf den technisch Wehrlosen wirken muß.

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Krieg der Welten

«Krieg der Welten» hat bis heute viele Regisseure, Drehbuchautoren, Hörspielproduzenten und Comiczeichner inspiriert, schliesslich wurde in dem Buch vielleicht zum ersten Mal die Landung Ausserirdischer auf unserem Planeten beschrieben. Der Stoff von den bösen Aliens wurde seither in zig Formen (wieder)verwendet, von der berühmten Hörspieladaption von Orson Welles aus den 1930er-Jahren bis hin zu aktuelleren Filmfassungen oder zu Filmen wie «Mars Attacks!» oder «Independence Day», die keine Verfilmungen des Buches darstellen sollen, aber ganz klar dessen Geist atmen. Auch dass wir umgangssprachlich heute noch das Wort Marsmännlein als Synonym für Ausserirdische verwenden, zeigt den ungeheuren Einfluss, den diese Geschichte hatte und immer noch hat.

Umso erschrockener war ich, als ich mir das Original zu Gemüte führte und dabei auf eine unfassbar langweilige Geschichte stiess. Die Geschichte wird aus Sicht eines (namenlosen) Augenzeugen und (in einem Nebenstrang) dessen Bruder erzählt. Beide zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie keine Ahnung haben. Weder davon, was gerade passiert ist, noch was sie als nächstes tun sollen. Das mag zwar im Fall einer solchen Katastrophe äusserst realistisch sein, gleichzeitig ist es aber auch todlangweilig. Als Leser stolpert man den Protagonisten hinterher und wird ständig mit irgendwelchen geographischen Details versorgt, die einem aber nichts helfen, wenn man die Gegend um London nicht fast so gut wie ein Einheimischer kennt. Die ganzen beschriebenen Fluchtrouten sind ziemlich sinnlos, wenn man sich nicht die Mühe macht, das Ganze auf einer Karte nachzuvollziehen. Das wäre mit ein paar erklärenden Sätzen zu verhindern gewesen.

Dazu kommt noch, dass das ganze Buch gleich in mehrfacher Hinsicht veraltet ist oder zumindest so wirkt. Dass es auf dem Mars keine höheren Lebewesen gibt, konnte Wells nicht wissen. Aber dieser (verzeihliche) Irrtum ist geradezu symbolisch für viele weitere Ideen, die er in dem Buch als wissenschaftliche Erkenntnis darstellt und die sich seit der Publikation als nicht richtig herausgestellt haben. Das ist zwar nicht dem Autor anzulasten, aber für den einen oder anderen ungläubigen Augenroller hat es trotzdem gereicht. Es sind aber nicht nur die seither gewonnenen Erkenntnisse, die «Krieg der Welten» alt aussehen lassen. Es ist auch die Bestie Mensch, die seit Publikation des Buches so ziemlich alles in den Schatten stellte, was Wells schon als ultimativen Schrecken beschrieb. Von den Senfgasangriffen im Ersten Weltkrieg über die Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki oder die Napalmabwürfe in Vietnam bis zu den Anschlägen vom 11. September 2001 und unzähligen weiteren realen Greueltaten hat die Realität die fiktiven Schrecken in diesem Buch schon längst überholt.

Das wäre nicht mal so schlimm, wenn dafür wenigstens etwas Emotion reinkäme, die den Schrecken des Erzählers deutlich macht. Natürlich beschreibt er, wie sehr er sich gefürchtet hat und wie schlimm alles war. Allerdings fasst er den Bericht in der Vergangenheitsform ab und zudem macht er schon recht früh Andeutungen, dass man sich des Problems «Marsmenschen» entledigen konnte. Kommt noch dazu, dass man kaum etwas über ihn erfährt, er bleibt extrem profillos und entsprechend liessen mich sein Schicksal und seine Erlebnisse kalt. Sieht so aus, als hätte Wells vor allem mit der Beschreibung dieser zerstörerischen Invasion punkten wollen. Das war wohl das falsche Pferd, auf das er gesetzt hat. Jedenfalls aus heutiger Sicht.

Fazit: Braucht man nicht gelesen zu haben.

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