Bewertungsdetails

Mit Stärken und Schwächen
Gesamtbewertung
 
3.0
Plot / Unterhaltungswert
 
3.0
Charaktere
 
2.0
Sprache & Stil
 
4.0
Im Rahmen seiner Autobiographie beschäftigte sich der amerikanische Literat Mark Twain auch mit dem englischen Dichter William Shakespeare, genauer gesagt mit der Frage, ob der William Shakespeare aus Stratfort-upon-Avon der eigentliche Verfasser all der Werke war, die man ihm gemeinhin zuschreibt.

Pointiert berichtet Twain, welchem Umstand er seiner nahen Bekanntschaft mit Shakespeare verdankt und wie er sich im Laufe der Zeit zu einem "Brontosaurianer" entwickelte - einem Mensch, der weiß, dass der Shakespeare aus Stratfort die Werke nicht geschrieben hat und eine starke Vermutung, aber keine endgültige Gewissheit darüber hat, dass Francis Bacon als graue Emminenz hinter der Maske "Shakespeare" steckt. Er stellt sich mit seiner Position neben die Baconisten und gegen die Shakespearianer. Die humorvolle Anekdote, warum er für seine Position den Ausdruck "Brontosaurianer" wählt, ist einer der kleinen Höhepunkte, mit der die erste Hälfte aufwartet.

In der zweiten Hälfte flacht die Begeisterung für Twains Schrift ab. Er verbeisst sich in einem einzigen Argument, das zugegeben schlüssig klingt - Shakespeares intimes Wissen über juristische Fachsprache, das in seine Stücke eingeflossen ist. Dieses exakte Wissen kann man bei einem Mann mit William Shakespeares einfacher Herkunft zu der damaligen Zeit eigentlich kaum erwarten. Die Ernüchterung liegt auch nicht in Twains einseitiger Sichtweise begründet.

Dass in dieser kurze Abhandlung keine ausführliche Beleuchtung beider Seiten zu erwarten ist, leuchtet ein. Auch dass man relativ wenig über William Shakespeare selbst erfährt, versteht sich von selbst. Bei einer dürftigen Faktenlage gibt es wenig zu berichten. Die Anmaßung, mit der Twain die Shakesperianer herabkanzelt, gefällt schon weniger. Ironische Überzeichnung ist das eine, eine derb ausufernde Beschimpfung allerdings das andere. So bleibt bis zu einem gewissen Grad das schale Gefühl, der teilweisen Selbstmontage eines ältlichen Egozentrikers beizuwohnen, der mit seinem Essay weit über das Ziel hinausgeschossen hat.

Es ist sicher keine Verlust, wenn man das Büchlein gelesen hat. Ein Gewinn aber auch nicht.
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