Honoré de Balzac: Von Edelfedern, Phrasendreschern und Schmierfinken

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Honoré de Balzac: Von Edelfedern, Phrasendreschern und Schmierfinken
Untertitel
Die schrägen Typen der Journaille
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783717523826

Informationen zum Buch

Seiten
320

Sonstiges

Originalsprache
französisch
Übersetzer/in

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Journalisten? Hohle Schwätzer und vorlaute Kläffer! Zeitungsmacher? Elende Opportunisten! Kritiker? Perfide Ignoranten! Für Balzac waren Presseleute so ziemlich das Letzte. In seinem Bestiarium der Pariser Journaille, hier erstmals ins Deutsche übersetzt, wagt der Autor einen satirischen Rundumschlag – respektlos, böse und herrlich einseitig.


Die Herren von der schreibenden Zunft haben in Balzacs Augen samt und sonders etwas maliziös Wankelmütiges, sind offen korrupt oder von eherner Prinzipienlosigkeit. Angelehnt an die zoologische Artenbestimmung knöpft er sich in seiner Typenlehre nun sämtliche Gestalten der Pressewelt vor: den Leitartikler, den Vulgarisator, das Faktotum, den Lobhudler, den Monothematiker, den Sektierer, den Mann fürs Grobe und was sonst alles über die Flure von Zeitungsredaktionen kreucht und fleucht. Die kritische Inventur des modernen Journalismus ist ein origineller Sidekick in der aktuellen Debatte um die Rolle der Medien. Ergänzt wird die heitere Philippika durch Balzacs Appell an Schriftsteller, ihr Urheberrecht zu verteidigen.

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Ein wunderbarer Klassiker, erstmals auf deutsch

Die Zeiten ändern sich nicht. Das, was wir heute diskutieren und kritisieren, ist keine neue Strömung. Lügenpresse? Dafür hatte Balzac vor Jahrhunderten noch harschere Worte. Er bezeichnete Journalisten als hohle Schwätzer und vorlaute Kläffer. Zeitungsmenschen als elende Opportunisten und Kritiker als perfide Ignoranten.

„Wenn es die Presse nicht gäbe, dürfte man sie nicht erfinden“, so Balzac. Seiner Verachtung machte er bereits 1843 in seinem Werk "Monographie de la presse parisienne" Luft. Rudolf von Bittner nahm sich des Buches an und brachte es nun erstmals auf Deutsch heraus. Das Buch "Von Edelfedern, Phrasendreschern und Schmierfinken" trägt den Untertitel "Die schrägen Typen der Journaille" und bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Archetypen des Journalismus, seien es „Spötter“, „Lobhudler“, „Zeilenangler“, „Schlachter“, „Parteigänger“ oder „Schönschreiber“. Selbstverständlich ganz wissenschaftlich aufgeteilt in Klasse, Ordnung, Gattung und Art.

Durch welche Charaktereigenschaften sich diese Typen unterscheiden, beschreibt Balzac in derart schmissigem und unnachahmlichem Ton, der die Zeilen nur so dahinfliegen lässt. Allzu schnell ist es dann auch schon vorbei und wir kommen zum Nachwort des Herausgebers und Übersetzers. Dort werden die Hintergründe dieser Streitschrift beleuchtet im Kontext zu der damaligen politischen Situation und der französischen Presse.

Zwar bestehen durchaus Parallelen zu unserer heutigen Zeit, wir sollten jedoch nicht den Fehler machen, das Buch zu instrumentalisieren, wie es beispielsweise ein neurechter Verlag macht, der "Von Edelfedern, Phrasendreschern und Schmierfinken" in seinem Programm führt. Mit der heutigen Kritik an der angeblichen "Lügenpresse" hat das Buch nämlich gar nichts gemein.

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