Gustave Flaubert: Madame Bovary

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Gustave Flaubert: Madame Bovary
Verlag
ET (D)
1858
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Madame Bovary
ISBN-13
9783257207217

Informationen zum Buch

Seiten
414

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Madame Bovary ist eine Tochter aus bürgerlichem Hause, die mit einem einigermaßen erfolgreichen Landarzt verheiratet wird. Voller Illusionen und großer Mädchenträume stürzt sie sich in die Ehe, die sie bald bitter enttäuscht. Nachdem sich die Liebesgefühle für ihren angetrauten Mann als oberflächlich und flüchtig erweisen, macht sich statt Leidenschaft, Anbetung und wahrer Liebe nur eine unerträgliche Leere in ihrem Herzen breit. Nicht mal Luxus ist ihr beschert. Ihr Mann arbeitet von morgens bis spät abends, um ihren mäßigen Lebensstandard aufrecht erhalten zu können.

Emma Bovary flüchtet sich in lebensferne Romane und durchlebt in Abständen Phasen von Hysterie. Später stürzt sie sich in heimliche Liebesaffären, von denen sie sich ein ewig andauerndes Glück erhofft. Nebenbei versucht sie ihren bohrenden Lebenshunger mit dem Kauf kostbarer Teppiche, wertvoller Möbel und edler Stoffe zu stillen, wobei sie maßlos über ihre Verhältnisse lebt. Emma begreift nicht, daß die Leidenschaft trotz ihrer berauschenden Höhepunkte ein hartes Brot ist, von dem allein man nicht existieren kann. So muß sie am Ende für ihr blindes Umherirren und ihre verzweifelten Ausschweifungen teuer bezahlen.

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Ein zeitloses Lesevergnügen

Inhaltsangabe:

Die Geschichte spielt Mitte des 19. Jahrhunderts in der nordfranzösischen Provinz. Charles Bovary, ein noch junger und nicht besonders aufgeweckter Landarzt, heiratet die hübsche Emma Rouault. Emmas Mutter war früh gestorben, und so wurde sie in einem Kloster erzogen, wo sie Bekanntschaft mit der romantischen, idealisierten Welt der Liebesromane gemacht hatte. Emma glaubt fest an diese Welten, und so ist es nicht verwunderlich, dass sie sich in ihrer Ehe schnell zu langweilen beginnt. Sogar die Geburt ihrer Tochter Berthe bringt sie nicht dazu, sich mit den realen Gegebenheiten auseinanderzusetzen. Emma beginnt eine Affäre mit dem Frauenhelden Rodolphe, doch für ihn ist sie nur eine kleine Episode in seiner Sammlung. Auf Rodolphe folgt Léon, der sich ebenfalls für romantische Ideale stark macht und eine verwandte Seele zu sein scheint. Doch nichts von allem reicht Emma aus; sie steigert sich in Sehnsüchte hinein, verschwendet ihr ganzes Geld, macht Schulden und gerät unter immer größeren Druck. Als sich dann auch noch der Gerichtsvollzieher ankündigt und alles aufzufliegen droht, versucht Emma ihre letzten Möglichkeiten auszuschöpfen ...

Der erste Satz:

„Wir waren beim Studium, als der Direktor eintrat, gefolgt von einem bürgerlich gekleideten Neuen und einem Schuldiener, der ein großes Pult trug.“
(Übersetzung von Maria Dessauer)

Meine Meinung zum Buch:

Ich bin in den letzten Jahren immer wieder auf dieses Buch gestoßen, meistens wurde es als Beispiel herangeführt, wie man bildhafte Beschreibungen in eine Geschichte einbaut. Und natürlich war es mir als Klassiker schon lange vom Namen her bekannt, also war es in diesem Jahr an der Zeit, diese Leselücke endlich zu schließen.

Es hat sich mehr als gelohnt, dieses Buch anzupacken und ich bin sehr froh darüber, es gelesen zu haben. Flauberts Bilder der ländlichen Welt und der Ereignisse dort sind wirklich phantastisch und ich habe sogar seine Beschreibung einer landwirtschaftlichen Ausstellung (nun nicht wirklich mein Interessengebiet) mit Vergnügen gelesen.

Apropos Vergnügen: ich war erstaunt über die witzigen, ironischen Szenen, die immer wieder eingebaut sind. Warum ich bei Klassikern keinen Humor erwarte, weiß ich auch nicht so genau, vermutlich meine ich, dass „ernste“ Literatur eben immer ernst aufbereitet sein muss. Aber das ist hier gar nicht der Fall, wobei das Thema an sich durchaus ernst ist. Aber ich fand es z. B. köstlich, wie Rodolphe und Emma in der besagten landwirtschaftlichen Ausstellung hoch geistvoll flirten, während um sie herum Schafe und Schweine prämiert werden.

Sympathie konnte ich für keine der in der Geschichte auftauchenden Personen empfinden. Charles ist buchstäblich blind vor Liebe und leugnet alles, was Emma in ein schlechtes Licht bringen könnte. In seinem Beruf ist er überfordert und weiß das auch genau, dummerweise lässt er sich trotzdem zu riskanten Behandlungen hinreißen, die ohne Erfolg enden, was ihn noch unsicherer macht.

Tja, und Emma: was für eine dumme, dumme, egozentrische Frau. Sie lebt in ihrer Traumwelt von Rittern, Schlössern und Prinzen und will nicht sehen, dass die Welt eben nicht so ist und dass das, was sie hat, gar nicht so schlecht sein könnte. Es dauert lange, bis ihr Lügengestrick auffliegt, sie hat ihre Märchenwelt mit Dreistigkeit und Geschick aufgebaut. In einigen Rezensionen hier im Thread habe ich gelesen, dass sie als Opfer gesehen werden könnte, das sehe ich allerdings nicht so. Gut, vielleicht ist sie zum Ende hin das Opfer von Lheureux, der seine Wechsel einfordert, aber die Schulden macht sie ja vorher schon ganz alleine. Und dass sie von Rodolphe abserviert wird, nachdem sie ihm zu aufdringlich wird und mit ihm in ein gelobtes Land fliehen will (Option ewiges Glück und heititeiti), macht sie in meinen Augen auch nicht zu seinem Opfer. Emma ist eine treibende Kraft – mit direktem Kurs auf die Katastrophe.

Mit der Sprache kam ich sehr gut zurecht, einige altmodischere Begriffe kannte ich nicht, aber das konnte das Lesevergnügen nicht schmälern.

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Der einfache Titel "Madame Bovary", welchen sich Gustave Flaubert für sein durchaus nicht einfaches Werk gewählt hat, läßt keine Mutmaßungen zu, wer die Protagonistin ist. Die Geschichte beginnt jedoch mit Charles, im Jungenalter... Ein genialer Schachzug, da Emma zunächst nur im Hintergrund auftaucht, die Konturen ihrer Persönlichkeit aber gerade deshalb nur um so messerscharfer hervortreten.

Nachdem Mademoiselle Emma Rouault und Monsieur Charles Bovary zueinander gefunden haben, sollte das vermeintliche Glück der Liebe und Leidenschaft sich entfalten. Emma wird durch die Monotonie des Landlebens und die Unzulänglichkeiten ihres Mannes, in einen Strudel der eigenen Melancholie und Sehnsüchte gerissen. Das romantische Bild, welches sie sich während ihrer Mädchenjahre und verbrachten Zeit im Kloster skizziert hat, verlangt nach Erfüllung.



Eingezwängt in dem Korsett ihrer Logik und ihrers Umfeldes, spielt sie nicht nur mit dem Gedanken, den Verführungskünsten des Gutsherren Rodolphe zu erliegen...

Wie verzweifelt kann eine Frau sein, wenn sich all ihre Illusionen auflösen?

Gustave Flaubert hat es treffend beschrieben.

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