Antal Szerb: Reise im Mondlicht

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Antal Szerb: Reise im Mondlicht
Verlag
ET (D)
2003
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Utas és holdvilág
ET (Original)
1937
ISBN-13
9783423243704

Informationen zum Buch

Seiten
259

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
In der Eisenbahn ging noch alles gut.

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Handlungsort

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Dem Vater zum Gefallen und mit der Absicht, fortan ein bürgerliches Leben zu führen, ist Mihály vor kurzem dem Budapester Familienunternehmen beigetreten und hat endlich geheiratet. Mit Erzsi an seiner Seite will Mihály den jugendlichen Bohémien nun für immer hinter sich lassen. Ohne zu wissen, dass er für seine Braut der willkommene Anlass war, aus der Enge ihrer ersten Ehe mit einem wesentlich älteren Mann auszubrechen, wird Mihály jedoch bereits auf der Hochzeitsreise in Italien durch die unerwartete Begegnung mit einem alten Freund von melancholischen Erinnerungen an seine rebellische Jugend überwältigt, und erste Fantasien über das Ende ihrer Beziehung beschleichen ihn.Als er seine Frau auf der Weiterreise an einem kleinen Bahnhof aus Versehen »verliert«, begreift Mihály dies als ein Zeichen, und eine ganz andere Reise beginnt, eine Schattenreise zum Selbst: Erschöpfungszustände, Schwindel und Bewusstlosigkeit führen ihn zunächst über Perugia in ein umbrisches Kloster und schließlich nach Rom, wo er, einsam und mittellos, erkennt, dass er sich auf dem Weg zur inneren Freiheit von den Geistern seiner Jugend befreien muss.

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ein passives Leben

Mihály und Erzsi sind ganz klassisch nach Venedig gefahren, als Auftaktziel ihrer Hochzeitsreise. Auch wenn sie glücklich sind, einander zu haben, merken sie schnell, dass die ganz große innere Nähe (noch) nicht da ist. Die wird es auch nicht geben, denn schon kurz darauf steigt Mihály versehentlich (oder in unterbewusster Absicht) in einen anderen Zug als Erzsi und beschließt, nicht zu ihr und all den Zwängen, die seit Jahrzehnten auf ihm lasteten und von denen die Hochzeit nur der letzte Schritt war, zurückzukehren. Auch wenn es jetzt ziemlich vorurteilbehaftet klingt: „Reise im Mondlicht“ wirkte auf mich durch diese spezielle Mischung aus Beklagen und Ertragen (und bei Gelegenheit in Alkohol ertränken) unerwünschter Umstände „typisch osteuropäisch“, daran änderten auch die Schauplätze in Italien und Frankeich wenig.

Stilistisch hat das Buch ein wenig mehr Aufmerksamkeit gefordert und das lag nicht nur daran, dass ich bei fast jedem Namen erst mal ergründen musste, ob sich eine männliche oder weibliche Person dahinter versteckte. Die „Reise im Mondlicht“ war voller plastischer Beschreibungen der Außenwelt, die allerdings eine Tiefe suggerierten, die die Figuren nicht hatten - was jedoch nicht an der mangelnden Kunst des Autors lag, sondern daran, dass sie einfach so wenig Persönlichkeit besaßen. Dabei sahen beide in der Hochzeit das Mittel zur positiven Veränderung ihres Lebens, unglücklicherweise suchten sie jedoch beide im anderen genau die Eigenschaften, die dieser durch die Hochzeit abzulegen versuchte.

Leider fehlte mir jedoch das ganze Buch hindurch irgendwie ein Ziel, auf das die Geschichte zusteuert, wobei das wiederum eigentlich stimmig ist, da sich Mihály ja gerade durch seine Ziellosigkeit auszeichnet. Man möchte ihn die ganze Zeit schütteln und dazu drängen, doch mal etwas zu tun und sich nicht nur treiben zu lassen, allerdings mündet jegliche "Entscheidung" von ihm nur in noch mehr Passivität. Am Ende kehrt er erneut in die Anpassung zurück, die er so fürchtete, doch es gelingt es ihm, wenn auch wiederum ohne eigenes Zutun, sich von den Gespenstern der Vergangenheit zu lösen und so gibt es meiner Meinung nach für ihn zumindest eine kleine Chance auf ein Leben, das diesen Namen verdient.

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