Alex Beer: Der zweite Reiter

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Alex Beer: Der zweite Reiter
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783809026754

Informationen zum Buch

Seiten
384

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Schlagworte
Erster Satz
"Jost! Gefreiter Jost!", ertönte es aus dem Unterholz, doch er ignorierte das Rufen.

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Handlungsort

Stadt
Kontinent
Handlungsorte
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Er ist dem Grauen der Schlachtfelder entkommen, doch in den dunklen Gassen Wiens holt ihn das Böse ein ...

Wien, kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs: Der Glanz der ehemaligen Weltmetropole ist Vergangenheit, die Stadt versinkt in Hunger und Elend. Polizeiagent August Emmerich, den ein Granatsplitter zum Invaliden gemacht hat, entdeckt die Leiche eines angeblichen Selbstmörders. Als erfahrener Ermittler traut er der Sache nicht über den Weg. Da er keine Beweise vorlegen kann und sein Vorgesetzter nicht an einen Mord glaubt, stellen er und sein junger Assistent selbst Nachforschungen an. Eine packende Jagd durch ein düsteres, von Nachkriegswehen geplagtes Wien beginnt, und bald schwebt Emmerich selbst in tödlicher Gefahr...

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Kaum sind die österreichischen Soldaten mehr oder weniger dem Grauen des Großen Krieges entkommen, versinkt ihre Heimatstadt, die ehemals schillernde Metropole und Weltstadt Wien, im nächsten Elend: Hunger und Kälte sind drängendste Probleme.

Rayonsinspektor August Emmerich war selbst im Krieg und hat seitdem mit einem steifen Bein zu kämpfen. Die Verwundung, durch einen Granatsplitter verursacht, versucht er so gut es eben geht zu verbergen - will er doch auf keinen Fall in den Innendienst versetzt werden, sondern am liebsten baldmöglichst Fälle der Abteilung "Leib und Leben" bearbeiten.
In der Zwischenzeit beschäftigt er sich vor allem mit den Gaunereien, die in Nachkriegszeiten Blüte tragen, und bekommt zu allem Unglück nun einen jungen Assistenten Ferdinand Winter zugeteilt, der mit seiner unerfahrenen Aufgeregtheit mehr Klotz am Bein als Hilfe ist.

Der Erste Weltkrieg beeinflusst nach seinem Ende jedoch nicht nur die Psyche und den Alltag vieler Menschen - jetzt betrifft es auch noch einen Fall, den Emmerich zu gerne bearbeiten würde: bei der Verfolgung eines Ganoven stolpern der erfahrene Gendarm und der Neuling über eine Leiche. Schnell scheint klar zu sein, dass es sich um einen Selbstmörder handelt - doch Emmerich traut dieser allzu offensichtlichen Annahme nicht. Da er seinen Vorgesetzten, einen hochdekorierten Offizier der K.-u.-k-Armee, der von Polizeiarbeit nicht allzu viel versteht, nicht vom Gegenteil überzeugen kann, beginnt er gemeinsam mit seinem Assistenten eigene Nachforschungen anzustellen.
Doch schon bald zeigt sich, dass diese eigenmächtigen Ermittlungen brisant sind - bis sogar Emmerich selbst in größter Gefahr schwebt...

Hinter dem Pseudonym Alex Beer steckt Daniela Larcher, eine österreichische Autorin, die mit "Der zweite Reiter" den Auftakt einer Krimireihe um den im 22. Bezirk Wiens tätigen Ermittler August Emmerich vorgelegt hat.

Mich hat von der ersten Seite an die Atmosphäre einer in den Nachwehen des Ersten Weltkriegs liegenden Stadt Wien gepackt. Wie kann man als heimgekehrter Soldat nach all den traumatischen Ereignissen weiter existieren? Wie kann man zum Alltag übergehen, nachdem man den Schock des Erlebten im Grunde nie überwunden hat? Doch was passiert, wenn man es nicht schafft?
Und wie geht es den Menschen, die war nicht im Krieg waren, aber dennoch von all dem beeinflusst sind? Die schauen müssen, wie sie sich - und möglicherweise ihre Kinder - halbwegs über die Runden zu bringen?
Vor allem am Beispiel der Hauptfigur August Emmerich gelingt es der Autorin perfekt, all diese inneren Kämpfe und die schwierigen Alltagssituationen darzustellen. Aber auch ihre anderen Figuren sind durchweg glaubhaft.
Ich denke, dass Alex Beer für diesen Krimi eine enorme Recherchearbeit geleistet hat, die das entbehrungsreiche Leben in dieser Zeit sehr gut einfangen konnte - und trotzdem ist der Roman an keiner Stelle überfrachtet. Nicht häufig habe ich einen solch in sich stimmigen historischen Krimi gelesen, der dazu dermaßen viel Freude beim Lesen macht.
Auf mich wirkt es so, als wäre ein Stück Wiener Geschichte lebendig gemacht worden - alleine dieses Können hat mich schon überzeugt. Dass die Autorin es zusätzlich geschafft hat, die historischen Fakten mit sehr realistischen Figuren, einer gekonnten Atmosphäre und vor allem einer super spannenden Krimihandlung zu verknüpfen, lässt mich eigentlich nur eines rufen: Mehr davon!

Fazit: Vielleicht hat Alex Beer in meinen Augen einen kleinen Vertrauensvorschuss erhalten, da mich diese Zeit und der Ort einfach grundsätzlich interessiert - aber nach wenigen Seiten war klar: Hier beherrscht jemand seine Erzählkunst vollends!
Unbedingt lesen!

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Düstere Zeiten

Hunger und Not sind in Wien kurz nach dem Ersten Weltkrieg überall gegenwärtig. Der Schleichhandel blüht und Polizeiagent August Emmerich soll diesen Leuten, allen voran Kolja, ihr Handwerk legen. Aber dann wird ein Toter gefunden und Emmerich ist im Gegensatz zu seinen Kollegen nicht davon überzeugt, dass es sich um Selbstmord handelt. Er macht sich mit seinen Assistenten Winter an die Ermittlungen und bald schon gibt es weitere Tote. Die Sache lässt Emmerich keine Ruhe und er gerät selbst in Gefahr.
Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Die Autorin schafft es, die düstere Atmosphäre im damaligen Wien gut und sehr authentisch darzustellen. Es gibt wenige Menschen, die weiterhin im Luxus leben, den meisten fehlt das Nötigste zum Leben. Gute Zeiten für Schwarzhändler, welche die Gunst der Stunde nutzen und ihre Waren zu Wucherpreisen an den Mann bringen.
August Emmerich ist ein Kriegsinvalide, aber er versucht mit allen Mitteln, seine Behinderung zu verstecken, denn er möchte nicht in den Innendienst abgeschoben werden. Am liebsten würde er in der Abteilung Leib und Leben arbeiten, aber dafür müsste er erst einmal Erfolge vorweisen können. Da er aber seine Ermittlertätigkeiten im Fall Kolja vernachlässigt, sieht es mit den Aufstiegschancen nicht gut aus. Emmerich hat ganz bestimmte Vorstellungen von Recht und Gerechtigkeit und die vertritt er auch nach außen. Er geht sehr pragmatisch bei seinen Ermittlungen vor. Wenn man was erfahren will, dann muss man auch unangenehme Wege gehen. Damit hat Winter, der aus einer ganz anderen Gesellschaftsschicht stammt, anfangs so seine Probleme. Emmerich hält zunächst nicht viel von dem Frischling Winter, aber unter Emmerichs Anleitung entwickelt der sich zu einem sehr fähigen Assistenten, der seinen Vorgesetzen bereitwillig unterstützt. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass Emmerich durch seine Eigenmächtigkeiten Ärger mit seinem Vorgesetzen Sander bekommt. Darüber hinaus gibt es noch eine ganze Reihe von Charakteren, die individuell und sehr authentisch gestaltet sind.
Zum Verlauf der Geschichte will ich nichts weiter verraten, aber es ist vom Anfang bis zum Ende spannend. Zum Schluss gibt es dann überraschende Wendungen, die ich so wirklich nicht erwartet habe.
Ich bin begeistert von diesem historischen Krimi.

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toller Histo-Krimi

Als Fan der Nachkriegsromane von Cay Rademacher hat mich diese neue Krimireihe brennend interessiert. Handlungsort ist zwar Wien – und es handelt sich um den ersten und nicht den zweiten Weltkrieg - aber die Lebensumstände, in denen die Menschen sich befinden, erinnern stark an das zerstörte Berlin. Hunger und Beschaffungskriminalität sind an der Tagesordnung. Viele Männer kehren als Invaliden aus dem Krieg zurück. Eigentlich gehört August Emmerich auch zu ihnen. Aber er verbirgt seine Verletzung und wird so wieder in den Außeneinsatz bei der Kriminalpolizei geschickt. Zusammen mit seinem Kollegen Ferdinand Winter ermittelt er alsbald in einem Mordfall. Anfangs ist von Selbstmord die Rede. Aber Emmerich hat ein Gespür dafür und weiß bald, dass etwas ganz Anderes dahinterstecken muss.

Mir hat die Geschichte ausnehmend gut gefallen. Zum einen liegt das am Erzählstil der Autorin. Ich dachte ja erst, es wäre ein Mann, der hier die manchmal sarkastisch-scharfe Schreibfeder geführt hat. Nachdem ich eines Besseren belehrt wurde finde ich, sie hat die männlichen Figuren sehr treffend und realistisch gezeichnet und dabei noch die ein oder andere Frauenfigur eingefügt, die mir ans Herz gewachsen ist. Außerdem schafft sie es, einen spannenden Plot mit einem stetig ansteigenden Spannungsbogen zu erzählen.

Man merkt dem Buch die intensive Recherche an. Im positiven Sinne, denn die geschichtlichen Fakten werden sehr unterhaltsam und unaufdringlich mit der fiktiven Handlung verwoben. Ich würde mich freuen, bald wieder von dem Wiener Ermittlerduo lesen zu dürfen. Für Liebhaber von Gereon Rath kann ich es auch gepfehlen.

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