Alex Beer: Die rote Frau

 
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Alex Beer: Die rote Frau
Untertitel
Ein Fall für August Emmerich
Verlag
ET (D)
2018
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783809026761

Informationen zum Buch

Seiten
416

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Dichte Wolken zogen über den Himmel von Wien.

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Handlungsort

Stadt
Kontinent
Handlungsorte
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Wien, 1920: Die Stadt von Kriminalinspektor August Emmerich ist ein Ort der Extreme, zwischen bitterer Not, politischen Unruhen und wildem Nachtleben. Während seine Kollegen den aufsehenerregenden Mordfall an dem beliebten Stadtrat Richard Fürst bearbeiten, müssen Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter Kindermädchen für eine berühmte Schauspielerin spielen, die um ihr Leben fürchtet. Dabei stoßen sie nicht nur auf eine ominöse Verbindung zu Fürst, sondern kommen einem perfiden Mordkomplott auf die Spur. Es beginnt ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit, der sie in die Abgründe der Stadt und deren Einwohner blicken lässt.

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Sehr guter historischer Krimi

März 1920. Rayonsinspektor August Emmerich ist mit seinem Assistenten Ferdinand Winter bei der Abteilung „Leib und Leben“ der Wiener Polizei tätig. Die Hauptstadt der noch jungen österreichischen Republik ist geprägt von den Extremen dieser Zeit: auf der einen Seite Dekandenz, auf der anderen Hunger und Kälte.
Auch bei der Arbeit haben die beiden Ermittler schon bessere Zeiten gesehen, denn auch wenn Emmerich endlich in der ersehnten Abteilung angekommen ist, so sind sie dort im Grunde zu Schreibtischarbeiten verdonnert. Oder sie müssen auf eine beliebte Schauspielerin acht geben, da diese aufgrund eines Fluches um ihr Leben bangt - während die Kollegen im Fall des ermordeten angesehenen Stadtrates Richard Fürst ermitteln.
Überraschenderweise findet sich eine Verbindung und Emmerich und Winter entdecken ein mögliches Komplott. Fragt sich nur, wer den beiden, die auf dem Abstellgleis verharren, Glauben schenken soll… Aber Emmerich wäre nicht Emmerich, wenn er seinem Instinkt nicht trauen und die Herausforderung annehmen würde.

August Emmerich, der durch eine Kriegsverletzung mit einem Bein starke Probleme hat, ist ein unkonventioneller Ermittler, der ab und an durchaus mit seiner persönlichen Situation handert - verständlicherweise, wenn man bedenkt, dass er von seinem derzeitigen Vorgesetzten als Teil der Krüppelbrigade gesehen wird, der man keinen ersthaften Fall anvertraut. Bei all seinem Handeln - so kritisch man es mitunter auch betrachten kann - bleibt Emmerich sehr sympathisch, wenn auch nicht ohne Fehler. Zum Beispiel die Tatsache, dass er seinen Assistenten, den er anfangs (im ersten Fall „Der zweite Reiter“) nicht sonderlich geschätzt hat, immer noch unhöflich duzt, kann man ihm ankreiden. Nicht nett, aber für mich macht das die Figur Emmerich noch einen Tick glaubhafter als sie es eh schon ist.

Der anfängliche Auftrag für den Rayonsinspektor und Winter ist wirklich hanebüchen - zum Glück lässt es sich auf Emmerichs Art ziemlich rasch lösen. Doch dann entpuppt sich die undankbare Aufgabe unverhofft als eine Verbindung zum aufsehenerregenden Fall, der gerade halb Wien beschäftigt. Natürlich lässt sich Emmerich die Chance nicht entgehen und beschert den Leser*innen somit eine spannende Ermittlung, die nicht nur in die Unterwelt Wiens führt, sondern auch an diverse Orte, die die weit geöffnete Schere des damaligen Lebens verdeutlichen.

Mich hat die Mischung aus Lokalkolorit und historisch Wissenswertem sehr fasziniert - zusammen mit einem spannenden Fall, der aufgrund der politischen Situation bestens funktioniert und mich rundherum überzeugt hat.

„Die rote Frau“ ist nicht bloß Krimi, sondern transportiert Fakten und allerlei interessante Details - für mich ein perfekt gelungender historischer Krimi. Hier kommen auch die gesellschaftlichen Zusammenhänge zwischen den Weltkriegen bestens zur Geltung. Chapeau! Ich freue mich auf den dritten Fall um Emmerich - und weitere.

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Ein toller historischer Krimi

Wien gibt nach dem 1. Weltkrieg ein elendes Bild ab. Die Not ist allerorts zu spüren, aber es gibt auch Menschen, denen es so gut geht wie vor dem Krieg. Dann wird der beliebte Stadtrat Richard Fürst ermordet und die Abteilung „Leib und Leben“ unter der Leitung von Brühl hat schnell einen Schuldigen ausgemacht und ins Gefängnis gesteckt. Unterdessen müssen sich Kriminalinspektor August Emmerich und sein Assistent Winter mit Schreibarbeiten und mit einem Fluch bei einem Filmprojekt beschäftigen. Doch Emmerich wird in seiner Unterkunft darauf aufmerksam gemacht, dass der inhaftierte Peppi es nicht gewesen sein kann. Daher beginnt er mit eigenen Ermittlungen und wird dabei von seinem Assistenten Winter unterstützt, was natürlich den Unmut seines Vorgesetzten hervorruft. Ihm bleibt nicht viel Zeit, diesen Fall aufzuklären.
Dies ist nach „Der zweite Reiter“ der zweite Band um den Kriminalinspektor August Emmerich.
Da Emmerich den letzten Fall so vorbildlich gelöst hat, wurden er und Winter endlich in die Abteilung „Leib und Leben“ übernommen. Doch was die beiden dort erledigen sollen, schmeckt Emmerich überhaupt nicht, denn er ist ein Kriminalinspektor und will richtige Polizeiarbeit leisten. Aber er macht sich bei Vorgesetzten und Kollegen nicht gerade beliebt mit seiner Halsstarrigkeit. Um zum Ziel zu kommen, schiebt er oft auch die Regeln beiseite und ermittelt risikoreich nach seinem Gefühl. Auch wenn er kriegsversehrt ist, so nimmt er bei seinen Recherchen auf seine Beschwerden wenig Rücksicht. Er ist ein guter Ermittler, der beharrlich sein Ziel verfolgt und auch auf sein Bauchgefühl hört. Bei diesem Fall stößt er aber nicht nur seine Vorgesetzten vor den Kopf, sondern auch eine ganze Reihe von angesehenen Bürgern aus dem Umfeld von Fürst.
Winter kommt aus so gänzlich anderen Verhältnissen als Emmerich. Er ist vorsichtig und hat oft Bedenken, wenn Emmerich vorprescht. Aber er ist eine treue Seele und unterstützt Emmerich immer, was manchmal ganz schön brenzlig werden kann. Als Team sind die beiden unschlagbar.
Es sind Ermittlungen der kleinen Schritte und obwohl viele Hinweise in eine Sackgasse führen, kommen Emmerich und Winter doch langsam voran. Aber die Zeit drängt.
Nebenher erfährt man historische Fakten und viel über das Leben der Menschen in Wien. Ich bin mit Emmerich durch Wien gelaufen und habe viele Örtlichkeiten gleich wieder vor Augen gehabt. Dass einige der Charaktere auch Dialekt (wirklich nur wenig) gesprochen haben, sorgt dafür, dass es sehr authentisch war.
Dieser historische Krimi ist informativ, unterhaltsam und sehr spannend. Ich kann das Buch nur empfehlen und freue mich schon auf den nächsten Fall mit Kriminalinspektor August Emmerich und seinem Assistenten Winter.

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Emmerich und Winter, ein starkes Ermittlerteam

" Die rote Frau" von Alex Beer ist ein sehr spannender Krimi, der mich voll und ganz mitfiebern ließ.

Kriminalinspektor August Emmerich hat ein feines Gespür für die Morde, die gerade in Wien im Jahr 1920, geschehen. Es gibt nur ein Problem, er und sein Assistent Winter sind auf das Abstellgleis befördert worden und müssen niedere Arbeiten erledigen.
Zu gerne würde Emmerich in der Abteilung " Leib und Leben " bei den Mordfällen mit ermitteln. Er und Winter werden arg beleidigt und Krüppelbrigade genannt, denn Emmerich hat eine Kriegsverletzung und Winter hat eine Schulterverletzung.
Bevor es überhaupt dazu kommen kann, dass er überhaupt noch einmal ermitteln kann, soll er den Bewacher für die Schauspielerin Haidrich spielen, da sie um ihr Leben fürchtet. Dann bekommt er die Gelegenheit den Mord an Stadtrat Fürst aufzuklären. Es gibt nur ein Problem, er hat zu wenig Zeit und muss sich mit Winter ganz schön ins Zeug legen.
Plötzlich gibt es noch eine Tote, durch Zufall waren Emmerich und Winter in der Nähe, als eine Frau sie verzweifelt um Hilfe bittet.
Beim Betrachten der toten Frau, fällt Emmerich etwas auf. Doch es gibt ein großes Problem, offiziell dürfen sie nicht ermitteln und ihr Vorgesetzter Brühl schickt sie vom Tatort weg.
Das schreckt das Ermittlerteam Emmerich und Winter keinesfalls ab und von da an beginnen sie heimlich zu recherchieren. Dabei fügen sie ein Puzzleteil mit dem nächsten zusammen, wobei sie oft in die Irre geführt werden. Und ihnen läuft die Zeit davon.
In Wien herrscht nach dem ersten Weltkrieg grosse Armut, Hunger und Wohnungsnot. Da bleibt es nicht aus, dass es viele dubiose Gestalten gibt die ihr Unwesen treiben. Doch ist es dieser Schlag Menschen, die mit der Not leben müssen, die die Morde begangen haben? Oder geht es in die gehobene Schicht von Wien, die ihre eigenen Interessen durchsetzen wollen? Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Mord von Stadtrat Fürst und der toten Frau?

Meine Meinung:
Leider kenne ich den Vorgänger "Der zweite Reiter" nicht, was ich aber sofort nachholen werde, um mich dann auf den dritten Teil in der Zukunft freuen zu können. So begeistert bin ich vom Schreibstil der Autorin gewesen.
Alex Beer hat einen Krimi geschaffen, bei dem der Leser auch noch mit interessanten historischen Hintergründen versorgt wird. Emmerich wie Winter sind mir mit ihren unterschiedlichen Charakteren sehr sympathisch gewesen. Das sie so unterschiedlich sind hat mir gut gefallen. Sie ergänzen sich im Denken und Handeln und genau das macht sie zu diesem tollen Ermittlerteam.
Ein fabelhaftes, spannendes Verwirrspiel, dass bis zum Ende alles offen lässt.

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Emmerich und Winter ermitteln wieder

Wien, März 1920. Der Krieg ist zu Ende, die Monarchie Vergangenheit und Österreich ist eine junge, instabile Republik, in der verschiedenste politische Kräfte um die Macht kämpfen. Das Leben der Menschen ist gekennzeichnet von bitterer Armut, hoher Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, unzureichender medizinischer Versorgung und Hunger. Der Krieg wurde überlebt – aber dieses Überleben war für viele Menschen nur Kampf, Demütigung und Sorge.

Vor diesem Hintergrund ermitteln Rayonsinspektor August Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter. Die beiden könnten nicht gegensätzlicher sein: Emmerich wuchs in einem Waisenhaus auf, hat bereits von Kind an Elend und Not kennengelernt. Im Krieg schwer verwundet, bereitet ihm diese Verletzung nach wie vor immer wieder Schmerzen und auch sein Privatleben erscheint nach der Trennung von seiner Geliebten hoffnungslos. Er ist draufgängerisch, ehrlich und hat eine sehr differenzierte Ansicht von Recht und Gerechtigkeit.

Winter hingegen stammt aus einer adeligen Familie, die zwar verarmt ist, aber trotzdem noch gesicherte Verhältnisse bietet. Er lebt mit seiner Großmutter in einem Haus, während Emmerich in einem Männerlogierheim schläft. Winter ist klug, vorsichtig, zurückhaltend, wohlerzogen und seinem Vorgesetzten gegenüber unbedingt loyal. Aber gerade durch diese Gegensätzlichkeit ergänzen die beiden einander perfekt und bilden ein außergewöhnliches Ermittlerduo mit zahlreichen Ecken und Kanten.

Binnen kurzer Zeit ereignen sich in Wien zwei grausame Morde: der Stadtrat Fürst und Frau Abele werden ermordet – beides hochangesehene Bürger, allseits beliebte und geachtete Wohltäter. Die Polizei findet rasch einen Täter, der ist allerdings unschuldig. Emmerich und Winter kommen nur über Umwege zu diesen Ermittlungen. Sie sind in der Abteilung „Leib und Leben“ nicht gut angesehen und außerdem sind sie die einzigen, die von der Unschuld des Inhaftierten überzeugt sind. Folglich müssen ihre Untersuchungen im Geheimen stattfinden. Und diese Ermittlungen führen sie in Bordelle und Bäder, illegale Wettlokale, wo Kämpfe stattfinden (und Emmerich sicher den seltsamsten Kuss seines Lebens erlebt), in den Wiener Untergrund ebenso wie in höchste gesellschaftliche Kreise oder in die Welt der Filme und Stars.

Emmerich und Winter arbeiten bei ihrer Suche nach der Wahrheit konsequent, manchmal mit recht hohem persönlichen Einsatz, immer unkonventionell und oft genug am Rande der Legalität. Soviel darf hier verraten werden: sie lösen den Fall extrem einfallsreich, dramatsich und spektakulär – ganz großes Kino mit einem sehr realen Ende!

Alex Beer ist hier eine großartige Mischung gelungen. Einerseits gefällt mir die logisch konstruierte Kriminalgeschichte - extrem spannend und außerdem hat sie mich gleich mehrmals in die Irre geführt. Andererseits ist dieser Krimi auch sehr interessant, weil ich ganz nebenbei vieles über die damalige Zeit, die historisch wichtigen Ereignisse, ebenso wie über die Lebensumstände der Menschen erfahren konnte. Die Atmosphäre der Stadt ,die irgendwie eine heimliche Hauptrolle spielt, wird lebendig vermittelt – auch weil die Autorin ihre Protagonisten immer wieder in gemäßigtem Dialekt sprechen lässt. Cornelius Obonya hat dies in der Hörbuchversion übrigens genial umgesetzt!

Egal ob Buch oder Hörbuch - es ist ein spannender Kriminalroman mit viel historisch interessanten Details und sympathischen Protagonisten, die hoffentlich bald wieder ermitteln werden!

Großartiges Lesevergnügen!

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spannend mit viel Lokalkolorit

1920 ermitteln die Inspektoren der Sektion „Leib und Leben“ in Wien den Mord an Stadtrat Fürst. Er schien auf den ersten Blick ein allseits beliebter und sozial engagierter Politiker. Aber der Eindruck kann täuschen.

August Emmerich würde nur zu gerne diesen Ermittlungen zugeteilt werden, aber noch immer ist sein Status in der Abteilung schlecht. Deshalb entschließt er sich dazu, heimlich eigene Nachforschungen zu betreiben, vor allem, als er zufällig als Erster bei einem weiteren Mord zur Stelle ist und Verbindungen zu Fürst vermutet. Assistent Ferdinand Winter ist zwar nicht begeistert aber steht ihm treu zur Seite.

Der Krimi lebt vom sperrigen Charakter seines Hauptdarstellers und vom Lokalkolorit einer Stadt, die noch unter den Verletzungen des ersten Weltkrieges leidet und bereits den Nährboden freigibt für das Aufkommen der Fundamentalisten und Faschisten. Emmerich leidet an einer Kriegsverletzung und der Trennung von seiner Freundin Luise. Er lebt beengt in einem Wohnheim und nimmt schon mal Naturalien oder Geld als kleine „Unterstützung“. Wenn es sein muss, dann dehnt er die Regeln und Gesetzte gerne nach seinem Gutdünken, wobei er aber immer die Verfolgung der Verbrecher im Auge hat. Und die Erfolge geben seinen unkonventionellen Mitteln sehr oft recht, so dass sein Kollege Winter ihm nicht wirklich böse sein kann und ihn nach besten Kräften unterstützt und auch schon mal aus prekären Situationen raushaut.

Ein hochinteressanter Kriminalfall, der das Wien der 20ger Jahre einfängt. Der Plot ist gut durchdacht und zieht zum Ende hin das Tempo noch mal gehörig an. Emmerich ist ein Held nach meinem Geschmack. Er hat zwar keine weiße Weste aber das Herz am rechten Fleck. Ich freue mich, dass die Autorin schon am dritten Band knobelt und hoffe nur, dass sie ihrem Hauptdarsteller jetzt auch mal ein paar gute Tage gönnt. Vor allem, was sein Privatleben betrifft.

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