Alex Berg: Tochter der Angst

 
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Alex Berg: Tochter der Angst
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783426513194

Informationen zum Buch

Seiten
352

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Wassertropfen perlten von dem Fenster, während die Maschine der Air France auf der Landebahn ausrollte und ihre Parkposition ansteuerte.

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Als die Oberärztin Marion sich in Paris auf einen Auslandseinsatz bei „Ärzte ohne Grenzen“ vorbereitet, lernt sie bei einer befreundeten Familie das syrische Flüchtlingsmädchen Zahra kennen. Marion allein gelingt es, das Vertrauen des verstörten Kindes zu gewinnen, und bald schon schließt sie die Kleine in ihr Herz. Was sie nicht weiß: Es handelt sich um die Tochter eines politisch sehr einflussreichen Wirtschaftsbosses aus Syrien, die ganz und gar nicht zufällig nach Frankreich gelangte, sondern Teil eines äußerst brisanten Deals ist. Ehe sichs Marion versieht, geraten sie und das Mädchen zwischen die Fronten und in Lebensgefahr.

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Krimi mit hochaktuellem Bezug

Marion will in ihrem Leben etwas Neues wagen. So überlegt sie, zu den Ärzten ohne Grenzen zu gehen. Ihr Vorbereitungsseminar beginnt in Paris, wo sie bei alten Bekannten unterkommt. Dort trifft sie auf Jean, ein Mann aus dem sie nicht schlau wird und Zahra, ein verstummtes Flüchtlingskind. Doch nicht nur die Personen, die in ihr Leben treten, haben etwas Rätselhaftes an sich, im Allgemeinen geschehen zu viele merkwürdige Dinge um sie herum, als das alles nur Zufall sein könnte...

Als ich das erste Mal von dem Buch las, wollte ich es aufgrund des aktuellen Bezuges unbedingt lesen. Die Flüchtlingsthematik ist hochaktuell, die Nachrichten sind voll davon, so dass ich gespannt war, einen Roman dazu zu lesen. Doch es stellte sich schnell heraus, dass über Flüchtlinge weniger geschrieben wurde, die Thematik wurde eher gestriffen und das daraus entstandene Setting für den Plot genutzt. Diese Verstrickungen fand ich sehr intelligent und fein herausgearbeitet, so dass es viel Spaß machte, Marions Schicksal zu verfolgen. Allerdings sollte man keinen spannenden Thriller erwarten. Es ist viel mehr ein interessanter, aber nicht hochspannender Kriminalroman.

Es wurde in dem Roman viel Wert auf die Beziehungen der Personen untereinander gelegt und wie wer zu wem steht, wie alles miteinander verbunden oder auch nicht verbunden ist, war das eigentliche Rätsel des Buches. Dabei waren die Hinweise so gestreut, dass man gut mitraten konnte, aber doch nicht alles wusste, bevor man das Buch nicht zu Ende gelesen hatte. Das gefiel mir sehr gut an diesem Buch.

Einen kleinen Minuspunkt gibt es höchstens, weil ich fand, dass das Ende doch recht offen war und mich der Fortgang davon wirklich sehr interessiert. Für mich begann die Geschichte gerade erst und dann war es leider auch schon zu Ende. Das hat natürlich auch mit den tollen Personen zu tun, die im Laufe der Geschichte immer interessanter und dessen Entwicklung toll dargestellt wurde.

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Verfolgt

In der Ehe von Marion und ihrem Mann läuft es nicht mehr richtig, daher entschließt sich Marion ein Jahr lang Abstand zu nehmen und sich bei "Ärzte ohne Grenzen" zu engagieren. Die Vorbereitungen sollen in Paris stattfinden, so dass sie bei Freunden, Louise und Greg Bonnier, wohnen kann, die sie schon seit ihrer Kindheit kennt. Louises Neffe Jean Morel bringt überraschend ein kleines Mädchen , um das sich Louise kümmern soll. Die kleine Zahra ist traumatisiert und redet nicht. Bei einem Ausstellungsbesuch entdeckt Marion das Bild einer Frau, die ihr überraschend ähnlich sieht. Das lässt ihr keine Ruhe und sie forscht nach. Wer ist diese Frau?
Die Geschichte wird uns aus den unterschiedlichsten Perspektiven erzählt. So lernen wir Marions Sichtweise kennen, aber auch die von Jean und Baptiste. Der Schreibstil ist schnörkellos und lässt sich gut und flüssig lesen.
Jean hat Zahra auf Wunsch der Mutter Elaine aus Syrien gebracht. Doch welche Mutter lässt ein so kleines Kind alleine? Er will Elaine nachholen. Doch dann sind ihm irgendwelche Leute auf den Fersen und er gerät in Gefahr. Aber wer ist hinter ihm her?
Claude Baptiste und sein Kollege Lecroux wollen einen Mord aufklären und sie stoßen bei ihren Ermittlungen auf Jean. Der ist aber nicht aufzutreiben, um eine Aussage zu machen. Als Baptiste Zahra bei den Bonniers sieht, kommt ihm das merkwürdig vor. Louise Bonnier ist ziemlich verschlossen.
Marion ist eine sympathische Frau, die ihr festgefahrenes Leben nicht so weiterführen möchte. Bei ihrem Einsatz für "Ärzte ohne Grenzen" will sie herausfinden, wie ihre Zukunft aussehen soll. Mit Geduld und Einfühlung gelingt es ihr, Zahra zu Sprechen zu bringen.
Baptiste hat einiges hinter sich, dass er noch nicht verarbeitet hat. Es treibt ihn an. Bei seinen Ermittlungen verlässt er sich auch auf sein Bauchgefühl. Er ist fasziniert von Marion.
Die unterschiedlichen Stränge kommen nach und nach zusammen und zeigen eine Geschichte, die ich so nicht erwartet hatte. Die politischen Aspekte im Bürgerkriegsland Syrien wurden nicht vertieft. Am Ende bleibt einiges offen.
Die Geschichte war spannend und hat mir gut gefallen.

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Kein einmaliges Phänomen: Tochter der Angst - Alex Berg

Mit Alex Bergs neustem Werk habe ich mal wieder in den Randgebieten des Genres gewildert, denn sowohl die Autorin als auch ich würden das Buch als Spannungsroman bezeichnen. Das Thema hätte sich durchaus auch für einen waschechten Krimi/Thriller geeignet, doch die vorliegende Umsetzung kann da durchaus sehr gut mithalten und bietet auch noch ein brandaktuelles Thema: Flüchtlinge.

Marion, eine Ärztin in der Mitte ihres Lebens, in einer festgefahrenen Ehe und mit einem Job, der keine Herausforderungen mehr bringt, beschließt einen Einsatz mit „Ärzte ohne Grenzen“ zu wagen. Ein Jahr in einem Krisengebiet, ohne Mann, ohne Kinder, ohne sicheren Job, aber mit jeder Menge Herausforderungen. Als sie zur Vorbereitung nach Paris fährt und dort bei alten Freunden übernachtet, trifft sie auf das Flüchtlingskind Zahra. Zahra spricht nicht, doch nach und nach öffnet sie sich Marion. Gleichzeitig sind noch zwei Ermittler, ein Menschenschmuggler, einige Unbekannte, eine herrisch-freundliche Dame und ein Mann mit Beziehungen beteiligt, die sich gegenüberstehen und Marion und Zahra in Bedrängnis bringen…

Im Gegensatz zu meiner sonstigen Lektüre wird hier nicht gleich mit der Tür ins Haus gefallen und der Fokus liegt auf den Charakteren, allen voran natürlich Marion. Sie ist hin und her gerissen zwischen ihrem alten und neuen Leben, versucht ihre Ehe zu kitten und gleichzeitig den Verlockungen zu widerstehen, die Pariser Freundschaften so mit sich bringen. Mitunter wirkt sie unsicher und überhaupt ist sie eher eine vorsichtige Person, der eine solche Entscheidung fast nicht zuzutrauen ist. Ihr Vater ist ihre einzige Stütze und ab und an blitzt auf, dass ihre Töchter wohl nicht sehr viel von ihr halten – wobei das auch meine Spekulation sein könnte, doch so wirkte es auf mich. Als Zahra immer mehr auftaut und die beiden Ermittler Baptiste und Leroux in Marions Leben auftauchen, gerät der neue Job ein wenig ins Hintertreffen und wird von den aktuellen Ereignissen verdrängt. Hierzu zählt auch ein altes Foto, welches Marion in einer Ausstellung im Museum zum Thema Flüchtlinge findet, dass eine Frau zeigt, welche ihr zum Verwechseln ähnlich sieht. Die Nachforschungen schiebt sie ein wenig vor sich her, doch letztendlich kann sie dem Sog dieses Geheimnisses nicht widerstehen.

Der aktuelle Bezug um das Thema Flüchtlinge und auch der Verweis, dass Flüchtlinge an sich nicht plötzlich aufgetaucht sind, sondern es ständig und immer wieder Flüchtlinge gibt, gab und geben wird ist geschickt in die Geschichte eingewoben und erinnert einen daran, dass die Flüchtlinge, die im Moment da sind, kein einzigartiges Phänomen sind. Erst wenn die Geschichte der Menschheit keine Kriege, keine Gewalt und keine unterdrückendenden Staatsformen mehr hervorbringt, wird es keine Flüchtlinge mehr geben. Bis dahin sind Flüchtlinge ein Teil unserer Gesellschaft – und waren es auch immer.

Nun wird die Geschichte ja aus Marions Sicht beschrieben, doch da hätten wir ja noch die beiden Ermittler und den Menschenschmuggler Jean, der auch Zahra nach Frankreich gebracht hat. Als Krimi-Fan hätte ich mir den Fokus mehr auf diesen beiden Erzählsträngen gewünscht, doch fand ich es erfrischend auch mal von der anderen Seite hinein zu sehen, von einer unbeteiligt reinrutschenden und gar nicht ermittelnden Seite. Wobei natürlich auch die Perspektiven von Jean und den Ermittlern Baptiste und Leroux nicht zu kurz kommen und die Geschichte in einem brisanten und brenzligen Finale enden lässt.

Fazit:
Ein Roman, der mit einer ruhigen, aber beständigen Spannung und einer hin und hergerissenen Hauptfigur punkten kann. Der aktuelle Bezug macht die Sache noch interessanter und komplettiert das Leseerlebnis. Für mich ein gelungener Ausflug aus meiner Komfortzone.

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