Gina Mayer: Alle Augen auf dich

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Gina Mayer: Alle Augen auf dich
Verlag
ET (D)
2014
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783839001653

Informationen zum Buch

Seiten
336

Sonstiges

Originalsprache
deutsch

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Handlungsort

Handlungsorte
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Eine Entführung, die online übertragen wird; Lösegeld, das per Crowdfunding finanziert werden muss – Gina Mayer erzählt einen spannenden psychologischen Thriller über das Verbrechen im Zeitalter von YouTube und Facebook. Myriam Bellinger, Star der Internetserie Missing, wurde entführt. Die Täter hinterlassen keine Spuren, und Hauptkommissarin Amelie Fröhlich, die die Ermittlungen leitet, tappt völlig im Dunkeln. Da erscheint auf der Fanpage der Serie ein Videoblog. Man sieht – Myriam Bellinger, gefesselt, misshandelt und gefangen in einer winzigen Zelle. Tag für Tag kann die schockierte Öffentlichkeit Myriams Leiden nun online mitverfolgen. Dabei scheint sie sich zunehmend in einen ihrer Entführer zu verlieben. Die Kommentare der Internetgemeinde werden immer emotionaler, und die Klickzahlen schießen in die Höhe. Erst recht, als die erste Lösegeldforderung eintrifft: Zwei Millionen Euro, zu finanzieren über Crowdfunding!

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Alle Augen auf dich

Miriam, eine Schauspielerin aus einer gestreamten Onlineserie, wird entführt. Das Ermittlerteam rund um Amelie untersucht den Fall, aber dreht sich im Kreis. Derweil nimmt die Öffentlichkeit immer mehr an dem Verbrechen anteil, da Videos von der Gefangenen im Internet auftauchen. Der Fall beginnt immer mehr Ähnlichkeit mit der Serie zu bekommen...

Leider ist die Genre-Einteilung dieses Buches nicht ganz gelungen. Unter einem Thriller - auch wenn er für die Jugend ist - stelle ich mir doch auch eine etwas "blutrünstigere" Geschichte vor. Diese Geschichte entspricht für mich viel mehr einem Krimi. Ein kleiner, aber feiner Unterschied, der falsche Erwartungen an das Buch wecken könnte.
Allerdings hat es mich eher weniger gestört. Schwieriger war es hingegen einen Zugang zu den doch teilweise sehr verkorksten Charakteren zu bekommen. Auf ihre eigene Art sind sie alle irgendwie nett, aber auch sehr schwierig. Das führt dazu, dass man schnell genervt sein könnte. Nichtsdestotrotz haben sie teilweise Entwicklungspotenzial, welches sie ausschöpfen und so kommt es dann doch so Wendungen, die mir sehr gefielen, vor allem Jo sticht dabei sehr heraus.
Als Leser erlebt man die Ermittlungsarbeiten hautnah. Vor allem in diesem Fall eine spannende Angelegenheit, weil er sehr verzwickt ist und die Beweislage eher dürftig. Man fängt an die wildesten Theorien zu spinnen und am Ende weiß man selbst gar nicht mehr, was man nun eigentlich glauben soll oder nicht. Also Spekulationsraum bietet das Buch auf jeden Fall viel.
Der Schreibstil gefiel mir - wie immer bei der Autorin - sehr gut. Es liest sich flüssig, ist aber auch nicht platt. Das Cover passt dabei hervoragend zum Stil und Plot, so dass es ein rundum schönes Erscheinungsbild hat.

Alles in allem nicht das beste Buch der Autorin, aber ein schöner Krimi für entspannte Schmöckerstunden. Mir hat es gefallen!

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Spannender Jugendthriller

Inhalt:
Die junge Schauspieler Myriam Bellinger wurde entführt. Sie hatte die Hauptrolle in der Internet-Serie „Missing“, in der es auch um eine Entführung geht. Wie in der Serie kann die Außenwelt die Gefangenschaft und die Leiden von Myriam über ein Videoblog beobachten. Nimmt sich der Täter die Serie zum Vorbild? Als eine Lösegeldforderung an den Produzenten Erik Holm eingeht, steht die Fan-Welt kopf. Denn Holm ist bankrott, das Geld muss über Crowdfunding hereinkommen, also über Spenden der Fans.

Meine Meinung:
Wieder einmal ist Gina Mayer ein spannender Jugendthriller gelungen. Er kommt ohne Blut aus, dafür befasst er sich mit Themen, die die Jugend interessieren: Serien, Internet, Foren, Drogen, Liebe, Familie.

Von Anfang an gibt es eine Reihe von Verdächtigen, die sich im Verlauf des Buches in der Favoritenrolle abwechseln. Alle haben mehr oder weniger starke Motive und Möglichkeiten für die Tat, und doch traut man es keinem wirklich zu. Allmählich kommen immer mehr Details ans Tageslicht, sodass man als Leser schließlich einen guten Überblick über die beteiligten Personen hat. Trotzdem bleibt die Geschichte bis zum Schluss undurchsichtig. Die Auflösung ist dann aber logisch. Überrascht hat sie mich nicht unbedingt, es war einfach eine von mehreren Möglichkeiten, die es gab.

Gina Mayers Schreibstil gefällt mir sehr gut. Er lässt sich leicht und locker lesen. Durch viele Dialoge wirkt die Handlung sehr lebendig. Erzählt wird aus zwei verschiedenen Perspektiven, einmal aus der Sicht von Amelie Fröhlich, der ermittelnden Kommissarin, zum anderen aus der Sicht von Jo Steiner, dem Freund der Entführten. Dadurch ergibt sich ein rundes Bild.

Leider ist mir Amelie mit ihrer ewigen Unentschlossenheit und ihren körperlichen Befindlichkeiten ziemlich auf die Nerven gegangen. Auch die meisten anderen Figuren strotzen nicht gerade vor Sympathie. Doch sind sie alle gut charakterisiert, daher kann ich auch ohne Sympathieträger auskommen.

Fazit:
Klasse Jugendthriller! Undurchsichtig bis zum Schluss.

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Interessante Idee, aber eine sehr anstrengende Hauptkommisarin

Myriam Bellinger ist die Hauptfigur in einer ziemlich erfolgreichen Online-Serie, in der es um die Entführung der Hauptdarstellerin geht. Als Myriam im echten Leben entführt wird, sind gleich einige Verdächtige zur Hand: unter anderem ihr Freund Jo, der sich mehr Recht als schlecht über Wasser hält, aber auch der Produzent der Serie. Hauptkommisarin Amelie Fröhlich, die auch noch Probleme mit dem Chef und ihrem Privatleben hat, tappt sehr lange im Dunkeln, während die Entführer Videos von ihrem misshandelten Opfer posten. Wer steckt hinter der Entführung und warum?

Mit den Figuren in diesem Buch wurde ich leider bis zum Ende nicht wirklich warm. Jo ist ein ziemlicher Versager, der seinen Kummer mit Alkohol ertränkt und den ich oft am liebsten einfach geschüttelt hätte. Myriam taucht erst gegen Ende des Buches wirklich als Figur auf und am meisten genervt war ich irgendwann von der Hauptkommisarin. Die meiste Zeit kämpfte sie mit ihren eigenen Problemen, anstatt auf Zwischentöne bei den Befragungen zu achten und auch wenn ich schon bald eine Vermutung hatte, woher die Probleme kommen könnten, musste ich mich noch mehr über diese Figur aufregen, die sich einfach nicht damit befassen möchte.
Am besten hat mir noch Lily, Myriam's Mitbewohnerin, gefallen.

Gute dreiviertel des Buches dreht sich die Polizei und damit der Leser ziemlich im Kreis. Ich denke, dass das wahrscheinlich ziemlich realistisch geschildert ist, auch wenn mir diese Polizei-Arbeit doch etwas Angst macht. Trotz allem hat mir teilweise die Spannung in dem Buch gefehlt und da mir die meisten Figuren einfach nicht sympathisch waren, konnte ich auch nicht wirklich mit einer Person mitfiebern.

Das letzte drittel des Buches führte dann zu einigen überraschenden Wendungen und die Auflösung am Ende hat mich wirklich komplett überrascht. Damit hatte ich nicht gerechnet und war entsprechend entsetzt, als die Wahrheit ans Tageslicht kam. Auch einige der Figuren zeigten dann gegen Ende eine richtig gute Entwicklung und konnten mich mit einigen zähen Szenen zu Beginn wieder versöhnen.

Insgesamt eine interessante Idee, für deren Umsetzung ich mir nur eine toughere Hauptkommisarin gewünscht hätte. Leider konnte mich das Buch daher nicht komplett überzeugen und ich vergebe 3 von 5 Sternen.

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Eine Fernsehserie wird Wirklichkeit

Die junge Schauspielerin Myriam Bellinger wird entführt, kurz darauf erscheinen Videos von ihr im Netz, die in ihrem Inhalt fatal der Fernsehserie ähneln, in der Myriam ein Entführungsopfer spielt. In kürzester Zeit findet sich die Entführung in sämtlichen Medien wieder. Die Kommissare Amelie Fröhlich und Hans-Jürgen Dürr suchen verzweifelt nach Spuren, kommen in ihren Ermittlungen aber nicht weiter. Welche Rolle spielt Myriams Freund Jo Steiner, der in illegalen Drogengeschäften zu stecken scheint und seine Sorgen gerne im Alkohol ertränkt? Wie war das Verhältnis zu Lily, der Schauspielkollegin, mit der sie in einer WG wohnt? Oder hat der Filmproduzent Erik Holm etwas mit der Entführung zu tun, der von der Entführung finanziell profitiert?

Der Autorin gelingt es mit diesem Thriller hervorragend, eine Menge falscher Spuren auszulegen, so daß ich zwar bis zum Schluß viele Theorien entwickelt hatte, aber mir schlußendlich nicht sicher war, welche zutreffen wird. Tatsächlich hat sich dann meine bevorzugte Theorie bewahrheitet, wenn auch etwas weniger dramatisch, wie ich es mir ausgemalt hatte. Zudem gab es ein paar Entwicklungen, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte und ich konnte mir nie sicher sein, welche Handlungsstränge oder Charaktere etwas mit deren Entführung zu tun haben oder nicht.

Myriam Bellinger lernen wir nur über Erzählungen Dritter und über die Videos ihrer Entführung kennen: sie ist die brave Tochter einer intakten Familie, der Vater ist Pfarrer, die Mutter sozial engagiert. Myriam hat sich über den Berufswunsch ihrer Eltern hinweggesetzt und wurde Schauspielerin. Die Online-Fernsehserie Missing, in der sie ein Entführungsopfer spielt, hat Erfolg, aber dennoch ist Myriam nicht sehr glücklich darüber, sie träumt von einer Karriere am Theater.

Umso erstaunlicher ist der Gegensatz zur Myriams Freund Jo Steiner, der als erfolgloser Drehbuchautor an chronischem Geldmangel leidet und deswegen illegale Pillen verkauft, außerdem ist er alkoholabhängig – zudem erleidet er öfters einen Filmriss. Aber seine Beziehung zu Myriam bedeutet ihm viel, er möchte sie nicht verlieren. Trotz seines chaotischen Lebenswandels mochte ich Jo recht gerne, weil er das Herz am rechten Fleck hat.

Lily ist Myriams Kollegin und Mitbewohnerin, sie wurde niedergeschlagen, als Myriam entführt wurde. Ich wußte lange nicht, wie ich sie einschätzen sollte: sie erscheint einsam und verletzlich, oder ist sie eher aus Eifersucht berechnend?

Der Filmproduzent Erik Holm ist ein schmieriger Charakter, der in finanziellen Schwierigkeiten steckt und durch die in die Höhe schnellenden Klicks seiner Serie Missing, als Folge von Myriams Entführung, reichlich profitiert. Warum wird die Lösegeldforderung von 2 Millionen ausgerechnet an ihn gestellt?

Die Kommissarin Amelie Fröhlich kommt mit dem Fall nicht vorwärts, zudem macht ihr Vorgesetzter mit seinen Macho-Sprüchen ihr zu schaffen. Privat läuft es auch nicht so rund, ihr Freund befindet sich mit seinen Eltern im Urlaub, für den sie – mal wieder – beruflich bedingt keine Zeit hatte. Außerdem plagt sie eine immer wieder auftretende Übelkeit, ohne daß sie sich um die Ursache kümmert; in den Momenten hätte ich sie am liebsten geschüttelt.

Das Ende ist überraschend undramatisch und für meinen Geschmack lösen sich manche Fragen zu schnell und zu einfach auf. Aber insgesamt konnte mir die Autorin wieder spannende Schmökerstunden verschaffen.

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Benutzerkommentare

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Brandaktuell und spannend!

Gina Mayer ist immer wieder für eine Überraschung gut. In ihrem aktuellen Jugendthriller hat sie ein brandaktuelles Thema aufgegriffen, das nicht nur für junge Leser höchst interessant ist. Und sie lenkt die Geschichte in eine ganz andere Richtung als ich anfangs – natürlich durch den Klappentext beeinflusst – vermutet habe. Denn es geht nicht um das Stockholm-Syndrom und eine entsprechend dramatische Liebesgeschichte. Gina Mayer hatte etwas ganz anderes im Sinn. Ich war sehr erstaunt, was technisch heute alles möglich ist und wie manipulierbar wir doch alle sind. Crowdfunding war bisher ein Begriff, den ich zwar am Rand wahr genommen habe, aber ich habe mich noch nie damit beschäftigt.

Gina Mayer hat die topakutellen Themen in einen spannenden Jugendthriller gepackt und Charaktere ins Rennen geschickt, die zunächst undurchsichtig und auch nicht auf den ersten Blick Sympathieträger sind. Da ist erst mal Jo, der Freund der entführten Myriam. Er ist ziemlich verpeilt, der klassische Loser. Er kann die Finger weder vom Alkohol noch von anderen Drogen lassen und hat schon mal ein paar Aussetzer. Und dennoch wurde aus der anfänglichen Antipathie schnell Sympathie. Ihm ist ein Erzählstrang gewidmet und so werde ich Zeuge seiner verzweifelten Gedanken und seiner Sorge um Myriam.

Der andere Strang hat Hauptkommissarin Amelie Fröhlich zur Hauptperson. Sie ist durch und durch unperfekt, macht Fehler und tappt sowohl im Entführungsfall als auch in ihrem Privatleben im Dunkeln. Hier war es genau umgekehrt. Anfangs fand ich sie ziemlich taff, so nach und nach ging mir ihre Art immer mehr auf die Nerven. Auch die anderen Personen wurden nicht zu Statisten verdammt, sondern waren ebenso vielschichtig wie undurchsichtig.

Gina Mayer erzählt abwechselnd aus der Sicht von Jo und Amelie, die auf verschiedenen Seiten stehen – eine sehr gelungene Mischung. Und natürlich hat Gina Mayer wieder viele falsche Fährten gelegt, denen ich natürlich gefolgt bin. Es war schon ein bisschen verwirrend und irgendwann hatte ich jeden mal in Verdacht, an der Entführung beteiligt zu sein.

Sehr authentische Dialoge und kurze prägnante Sätze, dann wieder Vergleiche, die für mich sprachliche Besonderheiten sind, das alles rundet diese Geschichte sehr gut ab. Schon nach den ersten Sätzen wusste ich wieder, warum ich die Bücher von Gina Mayer so mag. Denn die für sie so typische Sprache begeistert mich immer wieder aufs Neue. Es war spannend, es war sogar lehrreich. Und es gibt einige versteckte Wegweiser für junge Menschen zwischen den Zeilen. Ein gutes Buch, das mich dennoch nicht so sehr begeistern konnte wie die beiden anderen Jugendtriller von Gina Mayer.

Fazit: Ein gut konstruierter und sehr moderner Thriller nicht nur für junge Leser!

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Ein Krimi mit Augenmerk auf der polizeilichen Ermittlung


Klappentext
„Myriam Bellinger, Star der Internetserie Missing, wurde entführt. Die Täter hinterlassen keine Spuren, und Hauptkommissarin Amelie Fröhlich, die die Ermittlungen leitet, tappt völlig im Dunkeln. Da erscheint auf der Fanpage der Serie ein Videoblog. Man sieht – Myriam Bellinger, gefesselt, misshandelt und gefangen in einer winzigen Zelle. Tag für Tag kann die schockierte Öffentlichkeit Myriams Leiden nun online mitverfolgen. Dabei scheint sie sich zunehmend in einen ihrer Entführer zu verlieben. Die Kommentare der Internetgemeinde werden immer emotionaler, und die Klickzahlen schießen in die Höhe. Erst recht, als die erste Lösegeldforderung eintrifft: Zwei Millionen Euro, zu finanzieren über Crowdfunding!“

Gestaltung
Schlichtes rot mit weißen Köpfen und einem schwarzen – erstmal wirkt das Cover so recht unauffällig, aber der Zusammenhang von dem Bild und dem Buchtitel sowie Inhalt stechen doch sofort ins Auge. Der schwarze Frauenkopf könnte Myriam sein, die von vielen Menschen, den weißen Köpfen, beobachtet wird. Es ruhen sozusagen „alle Augen auf ihr“. Das Interessanteste an diesem Buch ist allerdings, dass die Oberfläche leicht geribbelt ist und somit auch für den Tastsinn ein Erlebnis darstellt.

Meine Meinung
Erzählt wird „Alle Augen auf dich“ aus zwei unterschiedlichen Perspektiven in der 3. Person. So erfährt der Leser zum einen die Erlebnisse von Myriams Freund Jo und zum anderen die Erlebnisse und Ermittlungsarbeiten aus Sicht der Kommissarin Amelie Fröhlich.
So kam es auch zu zwei parallel verlaufenden Handlungssträngen, die unabhängig voneinander waren. Ich hatte mir erhofft, dass diese beiden Handlungsstränge irgendwann zusammenlaufen, einander berühren oder irgendeine Bedeutung füreinander haben. Leider war dies nicht der Fall. Amelie ermittelt alleine „vor sich hin“ und auch Jo ermittelt für sich alleine, da er einen Filmriss hat und in Folge dessen eine Frau sucht, die ihm Geld gestohlen hat. Diesen Handlungsstrang hätte man meiner Meinung nach entweder ganz weglassen können, da er für die Geschichte um Myriam ohne Bedeutung war, oder man hätte ihn besser mit der Handlung an sich verweben können. So kam es mir allerdings eher vor, wie zwei nebeneinander her verlaufende Geschichten.

Ich habe diesen Roman auch nicht als Thriller empfunden, da der Leser die ganze Zeit einfach nur die Polizeiarbeiten und nebenbei ein wenig Jos „Recherchen“ miterlebt, aber sonst? Thrill kam bei mir jedenfalls nicht auf. Ich würde „Alle Augen auf dich“ eher als trockenen Krimi beschreiben und nicht als Jugendthriller. Ich fand es auch irgendwie ziemlich vorhersehbar. Schon zu Beginn des Romans ahnte ich, wer Myriam entführt hat und dann war es am Ende auch so.

Da es die ganze Zeit über immer nur um die polizeilichen Ermittlungsarbeiten ging, war es teilweise schon sehr langweilig. Natürlich habe ich mitgerätselt und spekuliert, wer denn die Entführer sein könnten, aber richtige Spannung wollte einfach nicht aufkommen. Die Videos, die die entführte Myriam zeigen, spielten zum Beispiel eher nur eine Nebenrolle und wurden immer nur nebenbei mal erwähnt sowie beschrieben, wenn einer der Ermittler sich eines angesehen hat. Wäre das Augenmerk mehr auf diese Videos sowie die Entführung an sich gelegt worden und nicht auf die Ermittlungsarbeiten, so hätte auch mehr Thrill oder Spannung eingebracht werden können. Auch eine weitere Erzähkperspektive neben der von Jo und Amelie, vielleicht aus Sicht des unbekannten Entführers, hätten die Spannung vielleicht steigern können.

Fazit
Die Handlung plätschert nur so vor sich hin, sodass ich mich manchmal wirklich nach deren Sinn gefragt habe. Im Klappentext geht es hauptsächlich um Myriam, sodass man denken könnte, es würde ein wenig mehr Augenmerk auf ihr liegen. Aber „Alle Augen auf dich“ konzentriert sich wirklich ausschließlich auf die Ermittlungsarbeiten der Polizei, sodass es eher einem Krimi gleicht und keinem Thriller. Dennoch rätselt der Leser mit, wer die Entführer sind, sodass es zu kurzweiliger Unterhaltung kommt.
Knappe 3 von 5 Sternen!

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