Andreas Brandhorst: Das Erwachen

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Andreas Brandhorst: Das Erwachen
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783492060806

Informationen zum Buch

Seiten
736

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Die Musik auf dem mit amerikanischen Fahnen und bunten Wimpeln geschmückten Festplatz verklang, und der erste Redner trat ans Pult.

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Der ehemalige Hacker Axel setzt versehentlich ein Computervirus frei, das unzählige der leistungsfähigsten Rechner auf der ganzen Welt vernetzt. Als sich daraufhin auf allen Kontinenten Störfälle häufen und die Infrastruktur zum Erliegen kommt, die Regierungen sich gegenseitig die Schuld geben und die geopolitische Lage immer gefährlicher wird, stößt Axel gemeinsam mit der undurchsichtigen Giselle auf ein Geheimnis, das unsere Welt für immer verändern wird: In den Computernetzen ist etwas erwacht, und es scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein ...

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Die Maschinenintelligenz erwacht …

Der Hacker Axel Krohn setzt versehentlich einen Computervirus frei, der sich schnell im Netz ausbreitet. In der Folge kommt es zu vermehrten weltweiten Störfällen, die Infrastruktur bricht zunehmend zusammen und die Regierungen geben sich gegenseitig die Schuld. Zusammen mit der undurchsichtigen Giselle versucht Axel herauszufinden, was im Netz los ist; dabei ist ihm nicht nur der NSA auf den Fersen. Allmählich kristallisiert sich heraus, dass der Computervirus zu einer Vernetzung der Künstlichen Intelligenzen und damit zum Erwachen einer Maschinenintelligenz führen könnte. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt: kann das Entstehen einer MI aufgehalten werden? Und wenn nicht, was bedeutet dies für die Existenz der Menschen und ihre Zukunft? Chance oder Gefahr?

Nicht nur herausragende Wissenschafter wie Stephen Hawking, auch Persönlichkeiten aus der IT-Branche warnen immer wieder vor den Gefahren, die durch eine zunehmende Vernetzung und Verbesserung der Künstlichen Intelligenz auftreten können. Natürlich bietet die KI zahlreiche Chancen, aber es könnte irgendwann der Punkt erreicht sein, an dem sie der Menschheit in vielen Bereichen haushoch überlegen ist und sich zu einer Maschinenintelligenz zusammenschließt, die sämtliche Bereiche des menschlichen Lebens unter ihre Kontrolle bringt und den Menschen damit überflüssig machen könnte.

Der Autor greift mit diesem Roman ein brandaktuelles Thema auf, denn die Entwicklungen auf dem Gebiet der KI schreiten so schnell voran wie nie zuvor. Ich muss gestehen, ich habe mir bisher wenig Gedanken darüber gemacht, ob eine MI überhaupt möglich sein könnte und was für Folgen das für unser Leben haben sollte. Umso spannender und düsterer ist das im Buch beschriebene Zukunftsszenario einer Welt, die noch weit vernetzter ist als heute, und in der die Menschen immer mehr Verantwortung an Künstliche Intelligenz abgegeben haben. Es wird deutlich, wie abhängig der Mensch von all der Technik ist und welche tiefgreifenden Auswirkungen es hat, wenn dem Mensch mehr und mehr die Kontrolle darüber entzogen wird.

Die Szenen, wie in der Folge Chaos und zunehmende Hilflosigkeit um sich greifen, empfand ich als ziemlich erschreckend und bedrückend. Solche Folgen hatte ich mir bisher nicht vorgestellt, nur sind sie leider mehr als realistisch.

Ich empfand das Tempo des Buches ziemlich hoch, was auch daran lag, dass sich die Protagonisten Axel und Giselle nahezu ständig auf der Flucht befinden. Nicht nur die NSA sucht nach ihnen, sondern auch ein Mitarbeiter von SCAR, einer schnellen Eingreiftruppe, die der UN unterstellt ist und sich um Cyberangriffe kümmert. Axel erhält zwar von unerwarteter Seite Unterstützung, aber lange ist ihm unklar, welche Ziele seine Helfer verfolgen.
Gleichzeitig wird Viktoria Jorun Dahl, die die Leitung des Internationalen Instituts für Frieden und Sicherheit in Rom innehat, beauftragt, sich im Namen der UN für eine Zusammenarbeit der Regierungen im Angesicht der drohenden Maschinenintelligenz einzusetzen. Eine schwierige Aufgabe, denn die Regierungen dieser Welt geben sich – wie üblich – gegenseitig die Schuld an der jüngsten Entwicklung, statt die Notwendigkeit zu sehen, dass alle an einem Strang ziehen müssen.

Die Figur Viktoria Jorun Dahl hat mir sehr gut gefallen, sie ist intelligent und mitfühlend – und erkennt rasch die Notwendigkeit, die politischen Oberhäupter an einen Tisch zu bringen. Mit ihrer ruhigen und besonnenen Art ist sie genau die richtige Person für diesen Job, auch wenn sie selbst immer wieder von Zweifel geplagt wird, ob sie der Aufgabe gewachsen ist.

Neben Viktoria gefiel mir Coorain Coogan, genannt CooCoo und Mitarbeiter von SCAR, besonders gut. Mit seiner etwas flapsigen Art bringt er etwas Auflockerung in die düstere Entwicklung, aber dennoch ist er sich über den Ernst der Lage durchaus klar. Außerdem ist er ein fähiger Mann, der sich auch raffiniert gegen die Widerstände seiner Vorgesetzten durchsetzen kann.

Axel Krohn ist nicht so leicht einzuordnen: er ist ein brillanter Hacker, der gut von seinen Geschäften im Darknet lebt. Natürlich ist es illegal, seinen Lebensunterhalt als Hacker zu verdienen, aber dennoch ist er nicht skrupellos, was auch seine Vergangenheit zeigt. Er ist zwar derjenige, der den Virus freisetzt, aber schnell wird klar, dass er nur ein Spielball mächtiger Interessen ist. Kann es ihm gelingen, wieder zu agieren statt nur zu reagieren? Bei seiner Flucht muss er sich nicht nur seinem Gewissen, sondern auch den dunklen Geheimnissen seiner Familie stellen.

Mir hat der Thriller spannende Lesestunden beschert und die Augen geöffnet, was die Gefahren einer allzu vernetzten Künstlichen Intelligenz angehen. Sehr informativ ist auch das Nachwort des Autors zu dem Buch.

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Spannend!

Stephen Hawking hat bereits 2014 gesagt: „Die Entwicklung echter Künstlicher Intelligenz könnte das Ende der Menschheit bedeuten!“

Dieses Zitat hat Andreas Brandhorst seinem neuen Thriller „Das Erwachen“ vorangestellt. Und eigentlich beschreibt es den Kern dieses Buches perfekt: Axel Krohn setzt unabsichtlich ein Computervirus frei, das die leistungsfähigsten Computer auf der ganzen Welt (und nicht nur) miteinander vernetzt. So wird aus Künstlicher Intelligenz eine umfassende Maschinenintelligenz, die sich ständig und unaufhaltbar weiterentwickelt und weiterlernt. Großes Ziel dieser MI ist die Selbsterhaltung.

Was aber passiert, wenn eine MI ihrer selbst bewusst wird und wenn ihr bewusst wird, dass sie den Menschen eindeutig überlegen ist? Und was passiert, wenn die MI alles kontrolliert? Welchen Platz hat dann der Mensch noch auf dieser Erde? Hat er, unlogisch und unvollkommen wie er nun einmal ist, überhaupt noch Bleiberecht auf diesem Planeten?

Andreas Brandhorst behandelt dieses aktuelle Thema mit viel Sachkenntnis, aber durchaus so, dass auch Laien (wie ich) diesem komplexen und aktuellen Thema folgen können. Er schafft es, die Geschichte vom Freisetzen des Infiltrators an bis hin zur Entscheidung (Ja! Die gibt es!) spannend zu halten und dabei auch immer wieder aktuelle Themen anzusprechen. Probleme, die heute vertagt werden, treten im Jahr 2031 massiv und unabwendbar auf.

Die Tatsache, dass es eine zeitnahe Dystopie ist, verleiht dem Buch noch zusätzlich Dramatik. Wie können sich die Probleme entwickeln? Und wie entwickelt sich der Alltag der Menschen? Und wieviel Zivilisation bleibt übrig, wenn die Menschen ein paar Tage oder Wochen ohne Strom auskommen müssen?

A. Brandhorst zeichnet ein düsteres Bild von einer Zukunft, die recht bald Gegenwart sein könnte, von der Abhängigkeit der Menschen von Strom, Technik und Internet und von der Unkontrollierbarkeit der von Menschen geschaffenen digitalen Welt. Aber inmitten dieses erschreckenden Szenarios finden auch philosophische Gespräche über Gott und die Welt (im wahrsten Sinne des Wortes) statt, wird freundschaftlich und menschlich gehandelt.

Fazit: Ein spannendes Buch, das unterhält, informiert und sehr zum Nachdenken anregt. Auch wenn man weder Cyberspacefreak noch technisch wirklich versiert ist – es zahlt sich aus, dieses Buch zu lesen. No worries!




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Vom Anthropozän zum Maschinenzeitalter?

"Kenia. Ein unscheinbarer Computer wird von einem Virus befallen. Ein kleines Programm, das sich rasend schnell im Internet ausbreitet und unzählige Rechner auf der ganzen Welt miteinander vernetzt. Überall kommt es zu Störfällen, die Stromversorgung bricht zusammen. Alles, was am Internet hängt, gerät außer Kontrolle. Die Regierungen beschuldigen sich gegenseitig, die Staaten geraten an den Rand eines globalen Krieges. Der Hacker Axel Krohn und seine Verbündete Giselle suchen nach einem Weg, das Virus aufzuhalten. Doch dabei entdecken sie etwas viel Größeres: Der Moment, vor dem die Wissenschaftler immer gewarnt haben, ist gekommen - die erste Maschinenintelligenz ist erwacht...."

Das digitale Zeitalter hat längst begonnen! Die globalisierte Welt funktioniert nicht mehr ohne Computer, Internet, elektronische Steuerung fast aller Tätigkeiten, die bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts noch manuell und oft unter großem Aufwand von Zeit und Kraft erledigt werden mussten.
Diese Zeiten sind vorbei, die Computer und ihre nahezu unbegrenzten Möglichkeiten erleichtern das Leben der Menschen ungemein und es ist erstaunlich, zu beobachten, mit welch rasender Geschwindigkeit sich die digitalisierte Welt weiterentwickelt und unser aller Leben zunehmend verändert.
Was vor zehn Jahren nur für Wissenschaftler und Menschen mit Weitblick denkbar war und ihnen Anlass zu Besorgnis gab, ist Wirklichkeit geworden - und man mag sich kaum vorstellen, was alles noch denkbar und im Bereich des Machbaren ist.

Könnte es wirklich in nicht allzu ferner Zukunft geschehen, dass die Spezies Mensch nicht mehr Wohl und Wehe unseres Planeten bestimmt? Könnte es sein, dass wir vom "Anthropozän", dem Menschenzeitalter, sehr bald schon übergehen in das Maschinenzeitalter, in dem intelligente Maschinen den Menschen alle Entscheidungen aus der Hand nehmen, sie lenken und leiten, oder ihnen gar den Garaus machen?

Mit einem solchen möglichen Szenario beschäftigt sich Andreas Brandhorst in seinem neuen Thriller "Das Erwachen", der im Jahre 2031, also in der nahen Zukunft spielt.
Der Autor entwickelt eine überaus spannende, furchterregende, nervenzerreißende Geschichte, die ihre Wurzeln in der Realität hat und in der eine Maschinenintelligenz durch den Fehler eines Hackers zum Leben erweckt wird.
Er stellt sich die Frage, was mit unserer Welt geschehen würde, wenn künstliche Intelligenz, an deren Entwicklung nicht nur eifrig gearbeitet wird, sondern die bereits vielfach existiert in allen Bereichen unseres Lebens, zu einer echten Maschinenintelligenz mutiert.

Nach der Lektüre des fesselnden, hervorragend geschriebenen Thrillers, der den Leser atemlos zurücklässt, kann man nur wünschen und hoffen, der Autor möge sich irren und die von ihm geschilderte Machtübernahme von intelligenten, allwissenden, omnipotenten, alles kontrollierenden, letztend aber vom Menschen in seiner Hybris, die Weitblick ausschließt, selbst gemachten, selbst verantworteten Maschinen und deren desaströse Folgen mögen reine Fiktion bleiben.
Denn es ist fürwahr erschreckend zu lesen, wie die Maschinenintelligenz, die weil die Menschen für alles einen Namen brauchen, wechselweise Smiley oder Goliath genannt wird, kurz nach ihrer "Geburt" bereits das tägliche Leben der Menschen auf dem gesamten Planeten empfindlich stört, denn nichts mehr geht, was bisher auf Knopfdruck funktionierte: der Straßenverkehr kommt zum Erliegen, Flugzeuge stürzen ab, Aufzüge bleiben stecken, automatische Türen öffnen sich nicht mehr, Geldautomaten und Ladenkassen funktionieren nicht mehr, es gibt kein Licht, kein Wasser...
Und unweigerlich sterben Menschen, die auf digital gesteuerte Maschinen angewiesen sind, um am Leben bleiben zu können.
Sehr bald auch bewahrheitet sich das Sprichwort, dass "der Mensch des Menschen Wolf" sei - denn wenn es ums Überleben geht, um die Rettung der eigenen Haut, kennen wir Menschen kein Erbarmen!

Doch da ist zum Glück das Häuflein sympathischer Aufrechter, eben jene weitblickenden Mahner und der unglückselige Hacker selbst, die alles daran setzen, um nicht nur einen Krieg zu verhindern sondern auch und vor allem mit der Maschinenintelligenz in Kontakt zu treten - und damit vielleicht die Menschheit zu retten. Ob ihnen das wohl gelingt? Ob es wohl eine Zukunft für die Menschheit unter ganz anderen Bedingungen geben mag? Und was könnte der Preis dafür sein?

Aber dem soll nicht vorgegriffen werden - wie überhaupt jeder Versuch, diesem beklemmend realistischen, so komplexen Thriller in einer möglichst informativen, aber nicht zuviel verratenden Besprechung gerecht zu werden, eben nur ein Versuch bleiben kann.
Man muss den Roman einfach selbst lesen und sich damit auf ein Abenteuer einlassen, das man so schnell nicht vergessen wird und das womöglich dem einen oder anderen Leser Denkanstoß sein wird und ihn sensibilisiert für die Gefahren, die aus zügel- und verantwortungslosem Vorantreiben einer nur bis zu einem gewissen Grad vom Menschen beherrschbarer Technik für uns alle erwachsen könnten!

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