Michael Tietz: Apfeldiebe

Hot
 
4.3 (2)
 
0.0 (0)
2902   1  
Bewertung schreiben
Add to list
Michael Tietz: Apfeldiebe
Verlag
ET (D)
2011
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783937357522

Informationen zum Buch

Seiten
464

Sonstiges

Erster Satz
Er löschte seine Taschenlampe, einfach so.

Kaufen

[Werbung / Affiliate-Link]

Bei Amazon kaufen Bei Booklooker kaufen Bei Thalia kaufen

Handlungsort

Handlungsorte
Karte anzeigen (Gesamtübersicht)
Fünf Jungen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Ferien. Und eine Entdeckung, die das Leben der Kinder radikal verändern wird. Was als Spiel, als Abenteuer für einen Tag beginnt, endet mit dem spurlosen Verschwinden der fünf und einem Kampf auf Leben und Tod. Denn völlig von der Außenwelt abgeschnitten verwandelt sich Hoffnung in Panik, wird Freundschaft zu Wahnsinn.

Und der einzige Mensch, der etwas über den Verbleib der Jungen ahnt, ist ein alter Mann. Ein alter Mann, der nur noch auf seinen Tod wartet.

Autoren-Bewertungen

2 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
4.3
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.5  (2)
Charaktere 
 
4.0  (2)
Sprache & Stil 
 
4.5  (2)
Gesamtbewertung 
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
4.0

Apfeldiebe?

Sommerferien in einem Dorf im Schwarzwald: Die Äpfel auf der Obstwiese des alten Herrn Seiler sind schon fast reif, doch sind sie längst nicht so eine große Verlockung für die Dorfkinder wie der Dorfgriesgram befürchtet. Alex verbringt den Tag sowieso am liebsten im Wald, manchmal begleitet vom übergewichtigen Max und dessen kleinem Bruder Tim. Kasimir wird wegen seiner langen Haare und seiner Bravheit gehänselt und dient bei ihren Spielen meist nur als Opfer und Rufus, der Neuzugezogene, vergräbt sich sowieso lieber in seine Trauer. Doch als Max zufällig unter der alten Burg einen verschütteten Raum entdeckt, beschließen die fünf, ihn gemeinsam zu erforschen. Doch was dabei geschieht, wird ihr Leben für immer verändern.

Tietz schildert in „Apfeldiebe“ wie sich eine relativ normale Situation, wenn auch von Konflikten und verschleierten Problemen geprägt, durch ein äußeres Ereignis in eine Extremsituation verwandelt und wie sich dadurch auch die Rollen, die die Menschen in ihrer Gruppe einnehmen, wandeln. Das war interessant und gut gemacht, auch wenn von Beginn an etwas zu viel seelischer Ballast auf den Kindern lastete. Der Autor bot so allerdings bei fast allen Figuren Gründe für ihre Handlungen und Eigenschaften an, die auch negative Verhaltensweise zumindest etwas erklärten. Da das für mich aber nicht immer als Entschuldigung reichte, fehlten mir letztlich dann doch Sympathieträger. Dass Max und Alex nicht dazu taugen, war von Beginn an klar und auch Gründe für ihr Verhalten und spätere Veränderungen vermochten diesen Eindruck nicht vollständig revidieren. Die drei schwächeren Kinder der Gruppe blieben mir zu passiv, vollständig konnten sie sich in meinen Augen nicht aus ihrer Opferrolle befreien.

Ganz persönlich mochte ich nicht die Ansätze von Religiosität, die immer mal wieder auftauchten. Es mag ja durchaus gläubige Kinder (vielleicht auch gerade auf dem Land) geben, hier wurde jedoch mehrfach die Religion hervorgezogen und so realistisch die Suche nach etwas, was nach dem Tod kommt, in seinem Angesicht sogar sein mag – ich habe wenig Lust davon zu lesen.

Für mich schwebte das Buch zudem auf einer seltsamen Grenze zwischen Jugend- und Erwachsenenroman. Von der Ausgangssituation her passt es sicherlich in den Jugendsektor, doch im Verlauf der Geschichte überschreitet der Autor so mache Grenzen und wird in seinen Schilderungen auch teilweise recht explizit – nichts für Kinder, würde ich dazu sagen und auch der Handlungsstrang des alten Seiler wirkt nicht, als würden ihn Jugendliche mit Vergnügen lesen. So wirkte „Apfeldiebe“ etwas unrund, so als hätte der Autor keine ganz klare Linie für seine Geschichte gehabt.

Trotz aller Kritik fand ich "Apfeldiebe" sehr unterhaltsam, mein Gesamturteil lautet demnach "ganz nett" und so werde ich das hier noch liegende „Rattentanz“ vom gleichen Autor sicherlich auch noch lesen.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
4.7
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Der Blick in menschliche Abgründe

Rufus, Kasimir, Alex, Tim und Max, das sind fünf Kinder, sehr unterschiedliche Charaktere, die eines gemeinsam haben: Sie leben im Süden des Schwarzwaldes im kleinen Dorf Wittlekofen. Ein Dorf, in dem jeder jeden kennt, ob Ureinwohner oder Zugezogener. Wo es wenige Kinder gibt, da kreuzt sich deren Weg immer wieder und auch wenn man nicht unbedingt auf einer Wellenlänge liegt, so trifft man sich dennoch zum gemeinsamen Spiel. So also kommt es, dass sich die fünf Jungen aufmachen einen von Alex entdeckten Eingang in eine Höhle unter der nahe gelegenen Burgruine zu erkunden. Dieses Abenteuer jedoch birgt Gefahren in sich, von denen die Jungen überrascht werden. Gefahren, die einen Blick in die Seelen der Kinder möglich machen, ihren wahren Charakter zum Vorschein bringen.

Nur einer beobachtet, wie die Kinder sich aufmachen Richtung Burg und dabei die nahe gelegenen Wälder durchstreifen. Der kauzige, alte Gernot Seiler, der als Einsiedler lebt, kaum Kontakte hat und sich am liebsten im Wald aufhält. Einzig sein Hund Hasso ist ihm ein wichtiger und geliebter Begleiter. Der alte Mann und die Kinder, das sind zwei Welten, die nicht harmonieren. Die Kinder sind für Gernot Seiler ein Unruheherd, mit dem er nicht leben kann, sie spielen ihm Streiche, stehlen seine Äpfel und sind ihm einfach ein Dorn im Auge.

Doch nun wird das Schicksal dieser Menschen miteinander verbunden. Die Jungen werden in der Ruine verschüttet. Wird es eine Rückkehr von diesem als spannendes Abenteuer geplanten Ausflug geben?

Der Autor, Michael Tietz, präsentiert dem Leser hier seine Protagonisten sehr eindringlich. Jeder Charakter wird für sich einzeln vorgestellt, seine Vergangenheit, seine Gefühle und sein Leben werden eindringlich geschildert. So entstehen schnell Sympathien und Antipathien und hinterlassen nachhaltige Emotionen.

Die Handlung ist stetig spannend und gewährt Einblicke in die Abgründe menschlichen Verhaltens. Eine Ausnahmesituation bringt Wesenzüge ans Tageslicht, die man vielleicht nicht vermuten würde, bringt Tatsachen ans Licht, die vielleicht besser verborgen geblieben wären. Hier unterscheiden sich die Kinder nicht von dem alten Mann.

Sehr bildreich und detailliert ist der Schreibstil des Autors. Krasse Gegensätze werden hier sehr deutlich. Spannung baut sich hier weniger durch große Ereignisse als mehr durch die Aktionen und das Verhalten der einzelnen Charaktere auf.

„Apfeldiebe“ ist in sich einfach stimmig. Der Titel passt perfekt zur Geschichte. Das Cover mit dem abgebildeten Apfel passt zum Buch und zum Titel. Der Kern des Apfels kann hier als Eingang zur Höhle gesehen werden, entweder zur tatsächlichen Höhle unter der Burgruine oder zur Höhle im Innern eines jeden Menschen.

Nach „Rattentanz“ hält auch das zweite Buch des Autors „Apfeldiebe“ was es verspricht: Spannung auf hohem Niveau und Menschen in extremen Situationen, denen sie nicht immer gewachsen sind.

Lieber Leser, treten sie ein in eine Geschichte, die unvorstellbare Dinge vorstellbar macht.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Benutzerkommentare

In dieser Liste gibt es noch keine Bewertungen.
Bewertung (je höher desto besser)
Plot / Unterhaltungswert
Charaktere
Sprache & Stil
Rezensionen

Für eine werbefreie Plattform und literarische Vielfalt.

unterstuetzen books

 

 

Affiliate-Programm von Amazon, um Literaturschock zu unterstützen. Weitere Möglichkeiten, Danke zu sagen.

Tassen, Shirts und Krimskrams gibt es übrigens im

Buchwurm-Shop

I only date Booknerds

Diese Seite nutzt Cookies.

Datenschutz & Widerspruchshinweise

Erlauben
© 2018 Susanne Kasper, Literaturschock

Mobile-Menue