Fred Vargas: Bei Einbruch der Nacht

Fred Vargas: Bei Einbruch der Nacht

Hot
 
4.0
 
0.0 (0)
1626   1  
Bewertung schreiben
Add to list
Fred Vargas: Bei Einbruch der Nacht
Verlag
ET (D)
2000
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
L'Homme à l'envers
ET (Original)
1999
ISBN-13
9783746615134

Informationen zum Buch

Seiten
336

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Zwei Männer kauerten im Gestrüpp.

Kaufen

[Werbung / Affiliate-Link]

Bei Amazon kaufen Bei Booklooker kaufen Bei LChoice kaufen

Handlungsort

Handlungsorte
Karte anzeigen (Gesamtübersicht)
Camille, Komponistin, sehr zart, sehr jung, ein Gesicht wie eine ägyptische Königin, Jeans und Stiefel selbst bei großer Hitze, lebt mit dem kanadischen Grizzly-Forscher Lawrence einen Sommer lang in den französischen Alpen. Während Lawrence im Mercantour, nahe der italienischen Grenze, Wölfe beobachtet, sitzt Camille an ihrem Keyboard, sucht musikalische Inspiration für eine Seifenoper, klempnert ein bißchen bei den Leuten und entspannt sich bei der Lektüre von Werkzeugkatalogen. Da passiert etwas Ungeheuerliches, das uralten Aberglauben wieder lebendig werden läßt: Ein riesiger Wolf, nein, ein Wolfsmensch, so sagen die Leute, zieht nach Einbruch der Dunkelheit mordend durch die Dörfer, reißt Schafe und hat in der letzten Nacht die Bäuerin Suzanne getötet. Verzweifelt über die Gleichgültigkeit der Polizei, machen sich Suzannes halbwüchsiger Sohn und ihr wortkarger alter Schäfer in einem klapprigen Viehtransporter allein an die Verfolgung des Mörders. Und sie überreden Camille, den stinkenden Wagen zu fahren. Ein Roadmovie über gefährliche Bergstraßen Richtung Norden beginnt, aber immer ist ihnen der Mörder einen Schritt voraus. Erschöpft geben die drei auf, und Camille entschließt sich schweren Herzens, einen Profi hinzuzuziehen: Kommissar Adamsberg aus Paris, den Mann, den sie so sehr geliebt hat und mit dem sie doch nicht leben konnte ...

Autoren-Bewertungen

1 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
3.0  (1)
Charaktere 
 
5.0  (1)
Sprache & Stil 
 
4.0  (1)
Gesamtbewertung 
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
3.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
4.0

Eigensinniger Krimi

Im Mercantour-Massiv in den französischen Alpen leben seit einiger Zeit wieder Wölfe, sehr zur Freude aller Naturliebhaber. Die Schafzüchter der Umgegend sind weniger begeistert, vor allem seit in den letzten Wochen ein besonders großer Wolf, wohl ein gefährlicher Einzelgänger, immer wieder Schafe reißt. Es kommt zu Treibjagden, die intensiviert werden, nachdem der Wolf die Schafszüchterin Suzanne angegriffen und getötet hat. Suzanne hatte vor ihrem Tod allerdings einen Dorfbewohner bezichtigt, ein Werwolf und als solcher für die toten Schafe verantwortlich zu sein. Besagter Bewohner verschwindet auch prompt, woraufhin Suzannes afrikanischer Adoptivsohn, ihr ältester Schafhüter und die Komponistin und Klempnerin Camille (liiert mit einem kanadischen Naturforscher, der sich für die französischen Wölfe interessiert) auf die Jagd nach dem vermeintlichen Werwolf und vermutlichen Mörder. Sie sind ihm zwar dicht auf den Fersen, wie sie anhand weiterer Morde leicht feststellen können, erwischen ihn aber nicht. Daher holen sie sich "professionelle" Hilfe bei Komissar Adamsberg, der schon in früheren Krimis Vargas' eine Rolle spielte.


"Die gefährlichsten Wölfe sind die innen behaarten" (Angela Carter),
nämlich die Werwölfe, die ihr Haarkleid innen tragen, was man nur feststellen kann, wenn man ihnen den Bauch aufschlitzt.
Dies zeigt sich auch in Vargas' Roman, dem mittlerweile 4., den ich von der französischen Krimiautorin lese. Ich schätze ihre Bücher sehr und ging mit entsprechenden Erwartungen an dieses Buch heran.
Auch in diesem Buch zeigt sie sich als Meisterin der Personenbeschreibung. Ihre liebevoll gezeichneten Figuren stehen wie immer eher am Rande der Gesellschaft, wo sie, mit allen ihren Macken und Eigenheiten, eine Nische gefunden haben. So sind sie zwar Außenseiter, aber durchaus keine tragischen, gescheiterten Menschen. Platz ist für alle, man muss nur den richtigen für sich finden! Ungewöhnliche Menschen führen ungewöhnliche Gespräche, und hier kommt es immer wieder zu absurden Dialogen, die ich sehr genieße. Und dass auch die Handlung eher ungewöhnlich ist, geht wohl schon aus der Beschreibung hervor.

Zu den negativen Seiten gehört, dass der Krimi eine sehr lange, etwas schleppende Einleitung hat, und mich erst nach etwa 100 Seiten (und somit einem Drittel) fesseln konnte. Erst als die 3 sich auf die Jagd machen, beginnt für mich das Buch richtig.
Die Auflösung des Falles bietet, wie es sich gehört, eine gehörige Überraschung, leider werden aber die eventuell noch offenen Fragen etwas plump in Form eines Polizeiprotokolls geballt beantwortet. Das hätte Vargas sicher eleganter darstellen können.
Auch die Übersetzung konnte mich nicht voll überzeugen. Die teilweise eigenwilligen Sprachgewohnheiten der verschiedenen Personen wirkten auf mich teilweise gewollt und unnatürlich, was ich der Übersetzung anlaste (vielleicht zu Unrecht; ich kann leider kein französisch und dadurch nicht vergleichen).
Der deutsche Titel ist verglichen mit dem französischen (meinem Wörterbuch zufolge etwa "Der umgedrehte, auf links gezogene Mensch" -> ein deutlicher Hinweis auf das Werwolfmotiv) eher langweilig, und das Titelbild hat nun leider überhaupt nichts mit dem Buch zu tun. Wieso illustriert man ein Buch, das in den spärlich besiedelten Alpen spielt, mit dem Motiv "Stadtbrücke bei Nacht"?

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Benutzerkommentare

In dieser Liste gibt es noch keine Bewertungen.
Bewertung (je höher desto besser)
Plot / Unterhaltungswert
Charaktere
Sprache & Stil
Rezensionen

Für eine werbefreie Plattform und literarische Vielfalt.

unterstuetzen books

 

 

 

Affiliate-Programm von LCHoice (lokaler Buchhandel) und Amazon. Weitere Möglichkeiten, Danke zu sagen.

Tassen, Shirts und Krimskrams gibt es übrigens im

Buchwurm-Shop

I only date Booknerds

Diese Seite nutzt Cookies.

Datenschutz & Widerspruchshinweise

Erlauben
© 2018 Susanne Kasper, Literaturschock

Mobile-Menue