Britta Bolt: Das Büro der einsamen Toten

Britta Bolt: Das Büro der einsamen Toten

 
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Britta Bolt: Das Büro der einsamen Toten
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
Originaltitel
Heldhaftig
ET (Original)
2012
ISBN-13
9783453438385

Informationen zum Buch

Seiten
384

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Erster Satz
Eine Straßenbahn donnert über die Eisenbrücke und übertönt jedes Geräusch, als der Körper ins Wasser fällt.

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Handlungsort

Kontinent
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Er ist kein Polizist, kein Privatdetektiv – und trotzdem dreht sich in seinem Leben alles um den Tod. Im »Büro der einsamen Toten« in Amsterdam kümmert sich Pieter Posthumus um die vergessenen Toten – Menschen ohne Angehörige, Menschen, die keiner vermisst – und richtet ihnen ein würdiges Begräbnis aus, mit Musik und Gedichten. Bei seinen Recherchen stößt er auf so manche Ungereimtheit und gerät mitten in seinen ersten Fall: Eine Leiche ist in der Prinsengracht gefunden worden ...

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Das Büro der einsamen Toten

Pieter Posthumus ist 47 Jahre alt, lebt in Amsterdam und arbeitet im "Büro der einsamen Toten" der Stadtverwaltung. Das bedeutet, er kümmert sich um anonyme Tote. Er versucht, Angehörige aufzuspüren und sorgt dafür, dass die Toten ein würdiges Begräbnis erhalten. Eines Tages wird die Leiche eines Marokkaners aus der Gracht gefischt. Der Tote ist scheinbar ertrunken, doch war es ein Unfall oder Mord? Der Fall lässt Pieter nicht mehr los...

Mein Leseeindruck:

Die Geschichte rund um Pieter Posthumus und seine Kollegen führt uns Leser nach Amsterdam. Dieses Setting hat mir sehr gut gefallen. Die Beschreibungen der Stadt habe ich als sehr authentisch wahrgenommen.

Auch die Charaktere haben mir gefallen. Pieter Posthumus war mir von Beginn an sympathisch. Auch er wirkte sehr echt und authentisch mit all seinen kleinen Eigenheiten.

Die Handlung konnte mich ebenfalls überzeugen. Zwar ist die Krimihandlung eher ruhig, aber gerade das mochte ich. Auch ist das Thema mehr als aktuell (Einwanderung, Terrorismus, usw.).

Das Buch hat mich nachdenklich gestimmt und auch betroffen gemacht. Ich konnte mich in die Geschichte gut hineinfühlen und werde auch jetzt, nach dem Beenden des Buches, sicherlich noch einige Zeit darüber nachzudenken haben.

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gelungener Auftakt für einen ungewöhnlichen Ermittler

In Amsterdam gibt es im „Amt für Katastrophenschutz und Bestattungen“ eine kleine Abteilung, die sich um unbekannte Tote kümmert. Die Mitarbeiter dort finden heraus, ob es doch noch Verwandte gibt, die entweder erben könnten oder das Begräbnis bezahlen sollen und kümmern sich in letzter Konsequenz auch darum, die Verstorbenen würdevoll zu bestatten. Dieser Teil der Arbeit liegt Pieter Posthumus besonders am Herzen, zudem macht er seine Arbeit nicht nur oberflächlich, sondern verbeißt sich durchaus in einen Fall, um aus den kleinsten Indizien noch auf Identität und daraus der Herkunft oder mögliche Verwandte eines Toten zu schließen. Diesmal versteckt sich ein Verbrechen hinter einer der Akten, die auf seinem Schreibtisch landen. Parallel dazu ermittelt ein Anti-Terror-Team in der Stadt und versucht einen Anschlag zu vermeiden, von dessen unmittelbarem Bevorstehen ihr karrierewütiger Chef überzeugt ist.

Noch vor Beginn war ich etwas irritiert, dass das Buch aus dem Englischen übersetzt ist, die Originalausgabe erschien aber auf Niederländisch. (Sie ist wohl ebenfalls aus dem Englischen übersetzt). Das Autorenteam, das sich hinter Britta Bolt verbirgt, setzt sich aus einer Deutschen und einem Südafrikaner zusammen, die beide in Amsterdam leben.

Möglicherweise aus diesem Grund legen sie besonders viel Wert darauf, die Stadt als stimmungsvollen Hintergrund aufzubauen. Eine Vielzahl von Straßennamen und Vierteln und so einige Beschreibungen der Wege, die die Figuren zurücklegen, erzeugen durchaus ein entsprechendes Lokalkolorit, manchmal war es schon zu viel, immerhin ist dankenswerterweise im Umschlag ein Stadtplan abgebildet, der hilft gewaltig. Zwar kann Bolt nicht widerstehen, malerische Klischees einzubauen, aber immerhin werden sie bewusst eingesetzt, wie zum Beispiel das Touristenpaar, das die Nachbarin in weitem Rock auf blumengeschmücktem Fahrrad fotografiert und dann von Posthumus weggeklingelt wird.

Posthumus ist eine sympathische Figur, etwas behäbig und eigenwillig, er arbeitet darauf hin, ein echtes Original zu werden. Sein Alltag ist liebevoll mit Details ausgestaltet, die allerdings manchmal etwas unausgearbeitet wirken. So taucht sein Faible für gutes Essen inkl. entsprechender Kochkünste zwischendurch einmal sehr prominent auf, um den Rest des Buches nur ein Nebensatzdasein zu fristen, ähnlich ergeht es auch anderen charakteristischen Details aus seinem Leben. Die Nebenfiguren, sowohl in seinem Umfeld, wie auch die Marokkaner oder die Antiterrorbeamten sind erst recht viel zu zahlreich, wodurch zu wenig Platz bleibt, um ihnen ein echtes Profil zu verpassen. Das ist schade, denn der erste Eindruck von einigen von ihnen ist ziemlich vielversprechend. Hier kann man nur hoffen, dass zumindest ein Teil von ihnen in den Folgebänden erneut auftaucht und dann ihre Persönlichkeiten besser herausgearbeitet werden.

Der Zusammenhang zwischen den Ermittlungen, also Posthumus einzelne Fälle, seine Nichte, dazu das Anti-Terror-Team ist leider dann auch ein wenig zu dicht, um glaubwürdig zu sein. Hier wären ein paar weniger Verwicklungen besser für das Buch gewesen, es muss nicht jeder mit jedem in irgendeiner Art von Verbindung stehen.

Nichtsdestotrotz mochte ich das Buch, ganz besonders gefiel Posthumus würdevolles Durchwühlen der Leben unbekannter Toter, davon will ich mehr lesen. Den nächsten Band hatte ich schon in der Hand und freue mich darauf, ihn in Kürze zu lesen.

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Tod in der Prinzengracht

Pieter Posthumus, 47, von seinen Freunden PP genannt, arbeitet bei der Stadtverwaltung Amsterdam in der Abteilung für Bestattungen. Zusammen mit seinen Kollegen Sulung und Maja widmet er sich speziell den „einsamen“ Toten, die keine Angehörigen haben bzw. er versucht, deren Angehörige ausfindig zu machen. Auch die Begräbnisse versucht er einigermaßen würdevoll z.B. mit kleinen Gedichten zu gestalten.

Von Mittwoch, dem 11. Mai bis Mittwoch, den 15. Juni bin ich mit PP in Amsterdam unterwegs. In dieser Zeit lerne ich besonders ihn und sein Umfeld etwas näher kennen und bin ganz nahe dran an den Ermittlungen, von denen er mit seiner Akribie nicht die Finger lassen kann.

Diesmal beißt er sich an einem jungen Ausländer fest, der eine Djellaba trägt und in einer Gracht ertrunken ist. Fremdverschulden wird zunächst ausgeschlossen, woran PP aber nicht glaubt. Und er sollte Recht haben...

Die Autoren nehmen mich mit in eine Stadt, die ich schon einmal kennenlernen durfte. Daher kam es hier und da vor, dass ich eine ungenaue Vorstellung hatte, wo die Geschichte gerade spielte. Der auf den Innenseiten des Buches abgedruckte Stadtplan hat mir da sehr weitergeholfen und ich war immer direkt am Geschehen dabei. Die Stadt mit ihrem ganz eigenen Flair, mit ihren vielen Fahrradfahrern, den wunderschönen alten Häusern, den Grachten, Brücken, den Menschen, aber auch den weniger sehenswerten Teilen der Stadt bekomme ich in diesem Buch sehr gut vermittelt. Ich kann mir vorstellen, dass man da „Appetit“ bekommt, die Stadt einmal selbst zu besuchen.

Pieter Posthumus ist mir von Anfang an sehr sympathisch. Mit seiner etwas behäbigen, sich zeit lassenden Art kann ich ihn mir sehr gut vorstellen. Aber auch die anderen Protagonisten kann ich mir recht bald vor mein inneres Auge aufrufen.

Die Geschichte, in der es hauptsächlich um Emigranten aus Marokko und terroristische Aspekte geht, bekomme ich aus zwei verschiedenen Gesichtswinkeln zu sehen. Einerseits bin ich mit PP unterwegs, andererseits ermittelt aber auch der Geheimschutz NASD. Hier sind es besonders Onno Veldhuizen, der Chef, der nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht, und Lisette Lammers, die meine Sympathie auch schnell gewinnen konnte.

Obwohl dieser Krimi nicht durch Rasantheit oder undurchsichtige Wendungen besticht, sondern durch sehr genaue Recherchen des Hauptprotagonisten, leise, hintergründige Töne und eine Geschichte, die heute aktueller ist denn je, habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen und es bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung.

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