Carola Dunn: Miss Daisy und der Tote auf dem Eis

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Carola Dunn: Miss Daisy und der Tote auf dem Eis
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Death at Wentwater Court
ET (Original)
1994
ISBN-13
9783746633688

Informationen zum Buch

Seiten
236

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Erster Satz
Ciro’s, um Mitternacht.

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Miss Daisy ermittelt England in den wilden zwanziger Jahren: Nach dem Tod ihres Vaters fasst Daisy Dalrymple, an Luxus gewöhnt, einen eigenwilligen Entschluss: Sie will ihr Leben selbst in die Hand nehmen und als Journalistin arbeiten. Eigentlich soll sie für ihren ersten Auftrag einen Artikel über Wentwater Court schreiben, das idyllisch gelegene Gut des gleichnamigen Grafen und seiner Frau. Aber der schöne Schein trügt: Auf dem zugefrorenen See wird eine Leiche gefunden. Zusammen mit dem attraktiven Inspector Alec Fletcher von Scotland Yard nimmt Miss Daisy die Ermittlungen auf.

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schöner englischer Landhauskrimi

Miss Daisy Dalrymple gehört zur besseren Gesellschaft, hat es aber geschafft ein relativ selbstbestimmtes Leben zu führen. Ihre Tätigkeit als Journalistin für ein Gesellschaftsmagazin gehobenen Niveaus (Ich stelle mir die Zeitung als eine Art „Jagd, Hund und Schloss“ vor) wird halbwegs akzeptiert. Sie müsste ja nicht arbeiten, sondern könnte auch brav als unverheiratete Verwandte bei ihrer Familie leben und überhaupt gab es durch den Ersten Weltkrieg auch eine Zäsur, was die gute Gesellschaft betrifft. Die genaueren Details ihrer Teilhabe an der arbeitenden Bevölkerung behält sie aber schon lieber für sich.

Für eine Reihe über die Landsitze wichtiger Familien besucht sie die Familie seienr Lordschaft Wentwater. Die winterlichen Vergnügungen wie Bridgeabende und Schlittschuhlaufen auf dem Teich werden jäh durch eine Leiche in diesem unterbrochen. Ausgerechnet der unbeliebteste Gast liegt nicht auf dem Eis, wie der Titel fälschlich angibt, sondern ist eingebrochen. Nicht einfach nur ein Unfall, wie sie schnell schlussfolgert und so wird ein diskreter Scotland Yard Mitarbeiter zur Untersuchung abgestellt. Alec Fletcher heißt er, ist sowieso gerade in der Gegend und die sofortige Sympathie zwischen ihm und Daisy, nimmt schnell die gesellschaftlich unakzeptable Form echter Freundschaft an.

Damit platziert die Autorin die Voraussetzungen für eine ganze Reihe von Krimis, die die beiden miteinander lösen werden.

Daisy ist sympathisch, etwas emanzipierter und moderner als der Rest, dabei aber weiterhin in ihrer Schicht und Rolle verhaftet, so dass sie eine glaubwürdige Figur abgibt. Die Autorin schildert die Geschehnisse durch ihre Augen, wodurch die Informationen über den männlichen Protagonisten Fletcher etwas dünn geraten sind, aber da sie sich gerade erste kennenlernen, erwarte ich da einige zusätzliche Details für die weiteren Bände. Die Nebenfiguren sind schon fast zu zahlreich, ich musste mich manchmal orientieren, wer mit wem in welcher Beziehung steht. Sie hätten gerne detaillierter beschrieben werden dürfen, aber durch die Daisy‘sche Perspektive hat man trotzdem nicht das Gefühl, dass sie flach oder eindimensional geraten wären. Die Ermittlungen nehmen einen nachvollziehbaren und logisch sinnvollen Verlauf und auch wenn das Ende eher zu einem Gesellschaftsroman als zu einem echten Krimi passt, wirkt es glaubwürdig.

Da auch in der Übersetzung noch genügend englische Landhausstimmung übriggeblieben ist, hat der Roman meine Erwartungen insgesamt ganz gut erfüllt, nur ein wenig tiefgründiger hätte er sein könne. Aber so kann man ihn immerhin auch nach einem schweren Abendessen mit einem Whisky in der Hand vor dem Kaminfeuer noch ganz genüsslich lesen. Ich werde zwar nicht sofort dem nächsten Band hinterherrennen, aber für einen gemütlichen Krimi zwischendurch werde ich mir die Reihe merken, genügend Bände für viele lange Winterabende hat sie ja.

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Unterhaltsam und amüsant: Teatime-Crime!

Hampshire, England - Winter 1923:
Daisy Dalrymple (25), Journalistin aus London, erhält den Auftrag, eine Reportage über "Wentwater Court", ein Herrenhaus auf dem Land, zu schreiben und begibt sich auf die Reise...

Selbst von 'blauem Blut', wird sie mit Begeisterung über ihr Vorhaben von der illustren Gesellschaft, die ihr teils bekannt ist, empfangen. Nachdem die geschwätzige Lady Josephine aus dem Nähkästchen und der Vergangenheit des ehrwürdigen Hauses und der Familie erzählt, nimmt Daisy mit Freuden an den üppigen Dinnern teil, fühlt jedoch die teils recht angespannte Atmosphäre bei Tisch. Die anderen Gäste überreden sie, am nächsten Morgen am nahe gelegenen See Schlittschuhe zu laufen - wozu es dann aber nicht kommen sollte: Im Eis finden die erschrockenen Schlittschuhläufer einen Toten....

Es handelt sich dabei um jemandem, dem niemand aus dem illustren Kreis große Sympathien entgegenbrachte. Ein gerade wegen eines Diebstahls von Schmuck in der Nähe weilenden Inspectors von Scotland Yard wird dieser kurzerhand nach Wentwater geschickt, um den Fall zu untersuchen: DCI Alec Fletcher macht die Bekanntschaft von Daisy, die sich - sehr talentiert, wie sie ist - gerne als Assistentin von Alec anbietet und fotografische sowie stenografische Kenntnisse besitzt. Wie Fletcher feststellt, ist sie auch mit einer guten Kombinationsgabe und Klugheit ausgestattet: Sie versuchen also mit Sgt. Tring und Piper, Zusammenhänge in beiden Fällen zu suchen.
Im Falle des Toten im See ist nicht klar, ob es sich um einen Unfall oder einen Mord handelt. Daisy steht auf Wunsch mancher Bewohnerinnen, so Lady Annabel z.B., der zweiten Frau des Viscount, in den nun folgenden Vernehmungen seitens Scotland Yards zur Seite.

Die Auflösung des Ablebens des Toten im See passt bestens zu dem etwas tradierten Stil, in dem dieser nette und vor allem unterhaltsame "Tea-Time-Krimi" geschrieben wurde. Der Stil Carola Dunn's ist flüssig und sehr leicht zu lesen, die Winterlandschaft im ländlichen England sehr gut vorstellbar, da atmosphärisch geschildert.

Wer kriminalistische Unterhaltung in "Downton Abbey" Ambiente liebt, dem sei die Reihe um 'Miss Daisy' empfohlen; wer jedoch anspruchsvollere Krimikost lesen möchte, kann diese getrost auslassen. Ich für meinen Teil bevorzuge aus dem England dieser Zeit z.B. die Kriminalromane von Rennie Airth, die mehr in die Tiefe gehen und spannender zu lesen sind (man möge es mir verzeihen).

Pluspunkte kann jedoch auf jeden Fall die sympathische Miss Dalrymple, Daisy verbuchen, die auf ihre Art eine emanzipierte, vielseitig talentierte und für diese Zeit recht unabhängige darstellt, die hier auch kriminologischen Spürsinn aufweist, gewürzt mit einer Prise Romantik und weiblichem Scharfsinn. Ich vergebe 3 Sterne am Krimi-Firmament und 85° auf der "Krimi-Couch".

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