Charlotte Link: Die Entscheidung

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Charlotte Link: Die Entscheidung
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783764504410

Informationen zum Buch

Seiten
576

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Sie brauchte tatsächlich nur ein paar Sekunden, um das Türschloss zu öffnen.

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Handlungsort

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Eigentlich will Simon mit seinen beiden Kindern in Südfrankreich ein ruhiges Weihnachtsfest feiern. Doch dann kommt alles ganz anders: Die Kinder sagen ihm kurzfristig ab, seine Freundin gibt ihm den Laufpass, und auf einem Strandspaziergang begegnet er einer jungen, völlig verwahrlosten Frau: Nathalie, die weder Geld, Papiere noch eine Unterkunft hat, die fürchterlich abgemagert und hochgradig verängstigt ist. Sie tut ihm leid, und er bietet ihr seine Hilfe an. Nicht ahnend, dass er durch diese Entscheidung in eine mörderische Geschichte hineingezogen wird, deren Spuren bis nach Bulgarien führen. Und zu Selina, einem jungen Mädchen, das ein besseres Leben suchte und in die Hände skrupelloser Verbrecher geriet. Ihr gelingt die Flucht, doch damit löst sie eine Kette von Verwicklungen aus, die Simon und Nathalie, tausende Kilometer entfernt, in der Provence zum Verhängnis werden …

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Aktuelles Thema Menschenhandel - spannend und realistisch aufbereitet


Der 40jährige Simon kriegt sein Leben nicht richtig in den Griff. Obwohl geschieden, tanzt seine Ex-Frau ihm immer noch auf der Nase herum und hält ihn in einer ungesunden Abhängigkeit, in dem sie ihm die Kinder mal vorenthält, dann doch wieder spontan vorbei schickt und so alle seine Planungen oder auch den Versuch sich eine neue Beziehung aufzubauen geschickt torpediert. Simon schafft es nicht aus dieser unguten Verbindung auszubrechen und strandet so zu Weihnachten alleine in dem Ferienhaus in Frankreich, da seine Ex-Frau den geplanten Besuch der Kinder in letzter Minute doch noch abbläst und seine neue Freundin nach dem ewigen Hin und Her auch keine Lust mehr hat. Genau in dieser absolut düsteren Phase seines Lebens begegnet er der total verängstigten und sich auf der Flucht befindenden Natalie und beschließt ihr zu helfen. Er weiß nicht, dass sie gnadenlos verfolgt wird und er so jetzt auch in den Fokus der Verfolger gerückt ist.

Parallel zu der Handlung um Simon und Natalie lernt der Leser ein Ehepaar in Bulgarien kennen, dass verzweifelt nach seiner verschwundenen Tochter sucht.

Das neue Buch von Charlotte Link habe ich diesmal ohne große Erwartungen zu lesen begonnen, da ich von einigen ihrer letzten Bücher sehr enttäuscht worden bin. Auch diesmal baute die Autorin schön die Spannung auf und durch die vielen parallelen Erzählstränge und Rückblicke gewann das Buch ordentlich an Fahrt. Bei diesem Buch schaffte es Frau Link aber den Bogen bis zum Ende aufrecht zu erhalten und ein gelungenes und in sich stimmiges Ende zu präsentieren bei dem wirklich alle Handlungsstränge zusammengeführt wurden.

Die Charaktere sind, wie aus den Büchern von Charlotte Link bekannt, mit einigen Problemen und Komplexen beladen und diesmal auch für einige Überraschungen gut. Es gab diesmal einige Figuren, die ich zuerst ganz anders eingeschätzt hatte und die dann plötzlich ganz andere Seiten von sich zeigten. Schön war auch gerade bei Simon eine Entwicklung zu erkennen, wie er sich von einem, der sich immer hin und her schubsen lässt, zu jemandem entwickelt, der für sich selber einstehen kann und sich nicht mehr unterbuttern lässt.

Für die Handlung selber hat Charlotte Link ein sehr aktuelles Thema - Menschenhandel - aufgegriffen und das sehr gut und spannend umgesetzt. Schrecklich dabei ist, dass diese Geschichte zum Teil wohl Tatsachen entspricht und es leider im Moment viel zu viele Mädchen gibt, die aus den Osteuropäischen Ländern in den Westen verschleppt und dort zur Prostitution gezwungen werden. Ein sehr dunkles europäisches Kapitel und die Autorin hat es geschafft, es spannend zu erzählen, dabei gleichzeitig auch noch sehr realistisch zu bleiben.

Obwohl mir das Thema schon nach der Lektüre des Klappentextes klar war, nimmt das Buch doch sehr überraschende Wendungen und auf viele Dinge war ich gar nicht vorbereitet und wurde positiv überrascht. Daher verrät man auch nicht viel von der Handlung, wenn man das Thema Menschenhandel hier in der Rezension schon klar erwähnt.

Alles in allem für mich endlich wieder ein sehr gelungener Roman von Charlotte Link, der mir immer noch gut im Gedächtnis ist und bei dem ich denke, dass ich die Handlung und gerade auch das Thema so schnell nicht vergessen werde.

Alles in allem vergebe ich dafür vier Sterne.

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Re: Charlotte Link - Die Entscheidung


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Während eines Spaziergangs entdeckt der Deutsche Simon eine hilflose und verwahrloste junge Frau, die er kurzerhand in sein Ferienhaus an der französischen Mittelmeerküste mitnimmt. Sie heißt Nathalie und erzählt ihm ein haarsträubende Geschichte: Sie ist auf der Flucht, weil sie in Lyon möglicherweise einen Mann getötet hat. Wider besseren Wissens beschließt Simon, ihr zu helfen. Als er die Hintergründe für ihre Flucht erfährt, ist es bereits zu spät, sich unbeschadet aus der Affäre herauszuziehen. Zu gleicher Zeit ist in Bulgarien eine Mutter auf der Suche nach ihrer Tochter, die einem Menschenhändlerring in die Hände gefallen ist und ins westliche Ausland verschleppt wurde. Beide Vorfälle haben miteinander zu tun, doch das ist den Beteiligten noch nicht klar.


Anfangs ist die Geschichte undurchsichtig, weil mehrere Handlungsstränge parallel zu einander aufgebaut werden, ohne dass sich Gemeinsamkeiten zeigen. Es dauert geraume Zeit, bis man zu den Protagonisten halbwegs positive Gefühle wie Zuneigung oder Verständnis entwickelt. Sie sind fast durchwegs negativ gezeichnet, erscheinen hilflos, labil oder verantwortungslos, durchlaufen in einigen Fällen aber eine positive Entwicklung. Nathalie als die widersprüchlichste und streckenweise unsympathischste Figur war für mich trotz allem am interessantesten. In separaten Kapiteln erzählt sie selbst ihren alles andere als einfachen Lebenslauf bis zu dem Zeitpunkt, als er mit den aktuellen Geschehnissen auf gleicher Höhe ist. Von den anderen Charakteren ist Simon noch interessant, der ebenfalls in einer Krise steckt, aber durch seine Beteiligung einen komprimierten Reifeprozess ganz persönlicher Art aufgezwungen bekommt. Die anderen Figuren lernt man nur oberflächlich kennen, obwohl zumindest im Fall der bulgarischen Mutter Ivana durchaus mehr Potenzial vorhanden gewesen wäre.

Charlotte Link hat ein aktuelles Thema in die Handlung aufgenommen: den organisierten Menschenhandel, in diesem Fall die Verschleppung junger Frauen, die in westlichen Industrieländern in die Prostitution gezwungen und dort ohne Papiere und Geld festgehalten werden. Doch neben der zerbrochenen Ehe, einer manischen Liebe und Charakteren, die emotional instabil sind, gerät der illegale Menschenhandel zu sehr ins Hintertreffen. Zwar erlebt man die Situation aus der Sicht der Eltern zur Abwechslung aus einem sonst vernachlässigten Blickwinkel, aber der große Rest blieb im Unklaren. Dagegen war der allgemeine Ablauf zu vorhersehbar. Bis auf eine oder zwei Überraschungen, die einigermaßen für Spannung sorgten, war das Niveau für einen Krimi oder Thriller zu niedrig. Echte Sympathieträger unter den Protagonisten fehlen. Ein Nachteil ist auch, dass das Ende nicht „live“ stattfand, sondern nacherzählt wurde. So endet die Geschichte ähnlich unspektakulär wie gesamte Handlung.

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