Clara Weiss: Milchsblut

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Clara Weiss: Milchsblut
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783442483600

Informationen zum Buch

Seiten
480

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Handlungsort

Handlungsorte
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Ein abgeschiedenes Dorf in den Bergen, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint: Seit Generationen ist das Haus nahe der Kapelle die Heimat von Elviras Familie. Das ruhige Leben der Bäuerin wird aber für immer zerstört, als sie eines Tages einen schrecklichen Fund auf dem Nachbarshof macht – ein Toter, auf ein Wagenrad gebunden, grausam hingerichtet. Und dies ist erst der Anfang eines entsetzlichen Mordens, das kein Ende zu nehmen scheint. Da entdeckt Elvira, dass eine alte Heiligenlegende der Schlüssel sein könnte. Doch während sie noch verzweifelt versucht, die Logik des Täters zu begreifen, schneiden Schnee und Eis das kleine Dorf von der Außenwelt ab. Niemand kann mehr entkommen – und Elvira ahnt, dass der Mörder auch sie nicht verschonen wird ...

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Wenn die Idylle zum Horror wird

Elvira lebt mit ihrer Familie, ihrem Vater, Mann und Sohn, recht zurückgezogen auf einem Bauernhof in einem kleinen abgeschiedenen Dorf in den Bergen. Ihr Leben verläuft ruhig und meist eher eintönig, ein wenig Abwechslung bringen die Feriengäste, an die sie vermieten. Normalerweise haben sie nur im Sommer Gäste, doch dieses Jahr bringt ihnen der schöne Herbst noch einen späten Besucher, der die Ruhe und Idylle der Berge genießen will.

Doch dann geschieht eines Tages etwas Grauenvolles. Elvira will ihre Nachbarin besuchen, doch diese ist unerwarteter Weise nicht zu Hause. Sie sucht Resi bei deren Bruder und findet den alten Mann bestialisch ermordet vor. Wer tut so etwas und vor allem: warum?

Die wenigen Einwohner können sich keinen Reim auf die Ereignisse machen. Die Ermittlungen der Polizei verlaufen schleppend und es geschieht ein weiterer Mord!

Ein Wintereinbruch mit heftigem Schneefall und Stromausfall sorgt dafür, dass Elviras Hof von der Außenwelt abgeschnitten wird und sie auf sich allein gestellt sind. Sind sie damit sicher vor dem Mörder oder befindet er sich ganz in ihrer Nähe?

Das Buch beginnt mit einigen blutigen und schockierenden Szenen, lebt aber insgesamt eher von der düsteren Atmosphäre und unheimlichen Stimmung, die sich immer mehr ausbreitet.

Zu Beginn sind alle verdächtig und ich war mir auch lange unsicher, wen ich für den Mörder halten soll. Eine Theorie bezüglich Täter und Motiv hatte ich zwar irgendwann, die genauen Zusammenhänge erschließen sich aber erst gegen Ende und da gibt es noch die eine oder andere Überraschung, so dass die Spannung bis zum Schluss gehalten wird.

Die Beschreibungen des kleinen Dorfes, das wohl in vielen Berggegenden liegen könnte, und seiner Anwohner sind gut gelungen und wirken ziemlich authentisch. Elvira ist eine interessante Hauptfigur, ganz sicher keine klassische Heldin oder mutige Ermittlerin, sondern im Gegenteil eine introvertierte, unauffällige Frau, die sich in gewohnter Umgebung, mit immer gleichen Abläufen und möglichst wenig Menschen um sich herum am wohlsten fühlt. Ihre Art irritiert den Leser streckenweise, aber am Ende gibt es auch hierfür eine Erklärung. Diese psychologischen Aspekte im Kriminalroman haben mir gut gefallen.

Insgesamt konnte mich dieser Debutkrimi auf der ganzen Linie überzeugen und ich bin gespannt auf weitere Bücher der Autorin, die ich sofort lesen würde!

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Mit viel Schaudern: Milchsblut - Clara Weiss

Elvira lebt mit ihrer Familie, ihrem Vater, ihrem Mann und ihrem Sohn, in einem sehr kleinen Weiler in den Bergen. Nur eine Handvoll Nachbarn gibt es, das Dorf ist eine Autofahrt entfernt. Als Elvira ihren Nachbarn ermordet und auf ein Wagenrad gebunden vorfindet, ist es mit der Ruhe, Einsamkeit und Beschaulichkeit vorbei. Am gleichen Tag verschwindet ihre Freundin Resi spurlos und Elvira ahnt, dass dies erst der Anfang ist. Als sie auf eine alte Heiligenlegende stößt, findet sie den Leidensweg der heiligen Katharina in den Geschehnissen wieder. Doch wer und vor allem warum ermordet jemand die Bewohner? Als der Weiler einschneit, wird die Lage für Elvira und ihre Familie immer brenzliger.

Ein kleiner Weiler, nur ein paar Häuser, vorwiegend ältere Leute, die noch ein wenig Landwirtschaft betreiben oder Feriengäste bewirten. Es ist November und die Stimmung düster und neblig. Ein einziger Feriengast ist übrig, die winterliche Einsamkeit legt sich wie eine Decke über den Weiler. Die Atmosphäre des Buches ist schon vor dem Einschneien beklemmend und bedrückend. Die Kälte ist fast zu spüren und man fühlt sich selbst ganz klamm. Der Schnee überzuckert die Landschaft nicht, sondern erschlägt sie mit einer Masse an weißen Flocken, das Dorf ist abgeschnitten und die Einsamkeit wird bedrohlich. Die Morde sind nun nur noch das I-Tüpfelchen, welches die Beklemmung greifbar macht und einen mit fiebern lässt. Selten habe ich ein Buch gelesen, dessen Atmosphäre so eindrücklich und dicht über mich gekommen ist. Ein fast schon schauriges Leseerlebnis.

Elvira war mir von Anfang an sympathisch, auch wenn sie nicht die typische Heldin ist. Zurückgezogen lebt sie, dass sie überhaupt jemals geheiratet hat, war für mich verwunderlich. Die Stadt bzw. eigentlich das Dorf jagt ihr Angst ein und alleine traut sie sich schon gar nicht dorthin fahren. Zuhause, im Weiler, ist sie am liebsten, dort trifft sie nur Leute, die sie kennt, die ihr nahe stehen oder sie eben schon ihr Leben lang begleiten. In der Familie erfüllt sie die Funktion der bäuerlichen Frau, von Essen kochen bis Kühe melken, doch täglich hält sie ihre Gedanken fest und hat so schon einige Kladden vollgeschrieben. So viel scheint ihr anfangs gar nicht an der Auflösung zu liegen, sie sorgt sich natürlich um ihre Familie, aber sie ist der Dreh- und Angelpunkt der Familie und so stößt sie nach und nach auf die Legende.

Es geschehen noch mehr Morde im Weiler und der Kreis der Verdächtigen, die gut eingeschlossen durch den Schnee, noch im Weiler sind, ist sehr eng gesteckt. Trotzdem gelingt es der Autorin gut, den Täter lange Zeit zu verstecken und mich als Leser immer wieder auf falsche Spuren zu locken – abgesehen von der ersten Verhaftung, welche die Polizei vornimmt, denn weder ich noch meine Mitleser in der Leserunde konnten das glauben. Irgendwann kurz vor Schluss ist Elvira gemeinsam mit dem Leser auf den Täter gestoßen, doch die Autorin eröffnet dahinter noch einige Abgründe, so dass nicht nur die Suche und das Finden des Täters eine knifflige Rätselarbeit bieten, sondern das Ende noch mit einer Auflösung mit weitreichendem Ausmaß aufwarten kann.
Das Ende beinhaltet noch ein, zwei Kniffe, die ein wenig unglaubwürdig sind, da sie schon an ein Wunder grenzen, doch bei der Dichte der Toten in dem Buch mag man der Autorin ein paar zu gute Nachrichten zum Schluss verzeihen.

Fazit:
Ein kriminelles Rätselraten in einer wirklich stimmigen Umgebung. Auf zum Gruseln in die Berge – aber nicht einschneien lassen….

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Bedrückende Atmosphäre

November in einem abgeschiedenen Dorf in den Bergen, der Winter steht bevor und nur noch ein Feriengast wohnt bei Elvira im Haus. Im Sommer ist etwas mehr los. Bald schon ist es vorbei mit der Beschaulichkeit. Elvira vermisst ihre Nachbarin Resi und will dann schauen, ob sie bei dem Bruder ist. Dort macht sie eine grauenhafte Entdeckung. Resis Bruder wurde grausam ermordet. Die Polizei scheint nicht so professionell vorzugehen. Doch dann gibt es weitere Tote und wieder ist Elvira diejenige, die diese furchtbare Entdeckung machen muss. Wer hat es da plötzlich auf die Dorfbewohner abgesehen?

Dann kommt der Winter mit voller Macht. Sie werden eingeschneit und sind von der Außenwelt abgeschnitten. Der Strom fällt aus und damit auch die Heizung und das Telefon. Keine schöne Situation, doch umso schlimmer, weil man davon ausgehen muss, dass der Mörder noch im Dorf weilt.

Die düstere Atmosphäre dieses Krimis ist erschreckend und fesselnd zugleich. Man möchte nicht in der Haut der Dörfler stecken. Die Menschen in diesem Dorf sind sehr authentisch beschrieben. Die Einsamkeit, in der sie hier leben, hat sie geprägt und sie kommen Außenstehenden etwas seltsam vor. Elvira ist die Hauptprotagonistin. Sie füllt sich unter vielen Menschen nicht wohl und ist am liebsten zu Hause. Dort hat sie ihre gewohnte Umgebung, nur wenige vertraute Menschen um sich und alles geht seinen gewohnten Gang. Am Ende erfahren wir, warum sie so ist wie sie ist und danach ist ihr Verhalten logisch.

Dann bricht das Morden in Elviras Idylle ein. Obwohl sie dadurch verunsichert ist, macht sie sich nicht allzu viele Gedanken und macht weiter wie immer. Doch als alle von den Schneemassen eingeschlossen sind, kommen erste Zweifel und jeder im Haus könnte der Täter sein. Ihren Sohn Matthias zieht nichts aus dem Dorf, obwohl er an die dreißig ist, was mir sehr merkwürdig vorkommt. Ihr Mann Hans tauchte vor einem Jahr wieder auf, nachdem er vor dreißig Jahren klammheimlich verschwand. Selbst Elviras grantiger Vater scheint etwas zu verbergen. Auch der Feriengast, der Pfarrer und der heruntergekommene Knecht Michael sind verdächtig.
Die Polizei macht auch nicht gerade einen sehr kompetenten Eindruck. Als Elvira mitteilt, dass die Legende der Heiligen Katharina Hinweise geben könnte, wird sie nicht ernst genommen. Elvira ahnt, dass sie auch in Gefahr ist.

Die angespannte Situation ist so gut geschildert, dass man beim Lesen ständig unter Spannung steht. Die Geschichte hat mich vom Anfang bis zum schlüssigen Ende gefesselt.

Diesen überzeugenden Kriminalroman kann ich nur empfehlen.

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Düster, blutig, spannend

Elvira hat noch eine halbe Stunde bevor sie mit den Vorbereitungen für das Mittagessen anfängt, also möchte sie kurz ihre Freundin auf dem Nachbarhof besuchen. Sie trifft niemanden an, geht zum Nachbarn um sich zu erkundigen und schon fängt das blutige Schlamassel an.

Elvira findet eine blutige Leiche nach der nächsten. Die meisten Menschen wären schreiend davon gelaufen, aber Elvira nimmt sich zusammen, macht ihren Haushalt und funktioniert bis zum Fund der nächsten blutigen Leiche. Als sie dann auch noch eingeschneit sind und der Mörder unter ihnen sein muss, wird die Spannung schon fast unerträglich.

Clara Weiss schafft es, aus alltäglichen Situationen spannende Momente zu schaffen. Die Stimmung in den uralten Gemäuer, in den verlassenen Bauernhöfen und dem verschneiten Wald ist düster, gruselig und spannend. Bei jedem Knarren und jedem Rascheln steigt die Spannung. War es der Mörder oder nur eine Maus? Die Spannung wird bis zu Schluss aufrecht erhalten.

Der Leser kann mit kleinen Hinweisen spekulieren, wer der Mörder ist. Die Auflösung ist vollkommen logisch und eigentlich könnte der Leser auch selbst drauf kommen.

"Milchsblut" ist ein extrem spannendes und blutiges Buch. Die Geschichte ist sehr gut durchdacht und wird ganz logisch aufgelöst. Das Buch ist nichts für Menschen mit schwachen Nerven, Liebhabern von blutigen und spannenden Geschichten kann ich das Buch wärmstens empfehlen.

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