Christian von Ditfurth: Das Dornröschen-Projekt

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Christian von Ditfurth: Das Dornröschen-Projekt
ET (D)
2011
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783570585009

Informationen zum Buch

Seiten
352

Sonstiges

Erster Satz
Matti erschrak fast, als sich die hintere Tür öffnete, er war in die Lektüre vertieft gewesen.

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Manchmal steckt das Leben voller Überraschungen: Erst steigt Mattis alte Jugendliebe Lily zu ihm ins Taxi - aus der radikalen Weltverbesserin von einst ist eine schicke Anwältin geworden - und dann lässt ein Unbekannter eine DVD im Auto liegen. Und damit hat das beschauliche Leben der drei WG-Freunde - dem Taxifahrer und Fast-Deutschlehrer Matti, dem immermüden Dornröschen mit ihrem hellwachen Verstand und dem dicken, großen Twiggy - ein jähes Ende. Zwei alte Freunde lassen bei dem Versuch, an die Daten heranzukommen, ihr Leben. Am Ende laufen die Fäden in die Chefetagen der Politik. Und war Lilys Auftauchen wirklich bloßer Zufall? Ein spannendes Kriminalstück aus Berlin mit altlinken Originalen, mit denen man als Leser sofort per Du ist ...

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Das Dornröschen-Projekt

Eine altlinke WG in der Berliner Okerstrasse bekommt richtig Ärger, als Taxifahrer Matti aus dem vergessenen Gepäck eines Fahrgastes eine DVD mitgehen lässt. Eigentlich nur eine kleine Rache, weil er zu wenig Trinkgeld bekommen hat. Aber eine, die eine unkontrollierbare Lawine auslöst: Nachdem die WG nur ein paar harmlose Dateien ausmachen kann, soll der Ingenieur Norbi herausfinden, was es damit auf sich hat. Doch kurz darauf wird Norbi ermordet. Argwöhnisch notiert die WG, dass sich die Polizei nicht sonderlich dafür interessiert und die Aufklärung unheimlich schnell in der Versenkung verschwindet. Schon immer mit einem tüchtigen Misstrauen gegenüber staatlichen Aktivitäten gesegnet, forschen Matti, Twiggy und Dornröschen selber nach, warum diese Daten zum Mord anstiften.

Dabei kommen ihnen ihre Erfahrungen aus der politisch aktiven Zeit sehr zugute. Verhöre auf der Polizei lassen alle drei gleichermaßen lässig über sich ergehen - darin haben sie eine ungeahnte Routine, die in den ruhigen WG-Jahren zwischen Mau Mau-Abenden und Küchendienst nicht verloren gegangen ist. Auch auf das alte Netzwerk ist Verlass. Die drei organisieren Beschattungen mit wechselndem Personal und beschaffen unauffällige Autos. Sie haben auch nach Tagen keine richtige Ahnung, mit wem sie sich anlegen, aber wenn eine Sache bis zum Himmel stinkt, lassen sie nicht locker. Zum "Dornröschen-Projekt" wird die Recherche, weil die schlaue Mitbewohnerin das Ruder übernimmt. Dornröschen analysiert sauber die Abläufe und beweist einen scharfen Verstand bei der Einschätzung von Risiken, Hintergründen und möglichen Aktionen.

In der Okerstrasse haben sich bei Matti, Dornröschen und Twiggy die klassischen WG-Strukturen über Jahre erhalten: Alles wird besprochen und offiziell beschlossen. Wer wann was tun muss, wird auf Plänen fixiert. Beruflich sieht es anders aus: Keiner scheint sein Leben jemals aktiv in irgendeine Richtung gelenkt zu haben. Alles, was sie tun, hat sich offensichtlich "irgendwie ergeben". Aber sie kommen gut zurecht und haben ihre Hauptstoßrichtung nie aus den Augen verloren: Gerechtigkeit geht ihnen über alles.

Das Buch ist für meine Begriffe perfekt getaktet: Die Figuren lernt man schnell zu schätzen und ihre Reaktion auf Norbis von der Polizei dezent ausgeblendeten Tod ist nichts als konsequent. Ihr Fundus an Tricks und Kniffen, an Verbündeten und Ideen ist lebendig und bildet einen wunderbaren Gegenentwurf zu den professionell geführten Gegnern, die am Ende doch nicht vollends gegen die Instikte der WG ankommen könnnen. So gestrig das Trio erscheint, so wichtig sind ihre Ideale immer noch. Sie leben in einer Welt, in der sich inhaltlich nicht viel geändert hat. Vielleicht sind die Methoden andere, vielleicht die Technik, aber krumme Dinger "von ganz oben" laufen nach wie vor ab. Kontinuierlich. Nicht umsonst ist die Figur des Antifa-Konny mit einem besonderen Handlungablauf entwickelt worden. Ohne einen konkreten Hinweis hätte ich das übrigens nicht bemerkt, doch umso mehr ergibt diese Person im Nachhinein einen besonderen Sinn.

Wenn die Ansage stimmt, dass Matti, Dornröschen und Twiggy weiterhin in Berlin ihre Augen offenhalten dürfen, bin ich auch bei den kommenden Büchern mit dabei. Wer weiß, wen Matti noch fahren darf, was Dornröschen mit der Redaktion ihrer Stadtteilzeitung auslösen kann oder was Twiggy mit seinem Status als geheimnisvoller Beschaffer leisten muss.

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