Eliot Pattison: Der fremde Tibeter

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Eliot Pattison: Der fremde Tibeter
Verlag
ET (D)
2000
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
The Skull Mantra
ET (Original)
1999
ISBN-13
9783746618326

Informationen zum Buch

Seiten
492

Serieninfo

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Sie nannten es die Viererwahl.

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Handlungsort

Land
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Fernab in den Bergen von Tibet wird die Leiche eines Mannes gefunden - den Kopf hat jemand fein säuberlich vom Körper getrennt. Shan, ein ehemaliger Polizist, der aus Peking nach Tibet verbannt wurde, soll rasch einen Schuldigen finden, bevor eine amerikanische Delegation das Land besucht. Immer tiefer dringt Shan in die Geheimnisse Tibets ein. Er findet versteckte Klöster, Höhlen, in denen die Tibeter ihren Widerstand organisieren - und muß sich bald entscheiden, auf welcher Seite er steht.

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Inhaltsangabe:

Die Häftlinge eines tibetischen Lagers finden beim Straßenbau einen Toten. Shan, der einzige chinesische Häftling und ehemaliger Ermittler in Peking, erhält vom Kommandanten den Auftrag, die Hintergründe des Mordes aufzuklären.

Widerstrebend macht sich Shan an die Arbeit, denn er weiß, dass er – egal zu welchem Ergebnis er kommen wird – sich damit nur weitere Feinde machen wird und die chinesischen Besatzer an der Wahrheit nur dann interessiert sind, wenn sie ins Politschema passt. Im Laufe der Ermittlungen lernt Shan die tibetische Kultur tiefer kennen und muss sich bald entscheiden, auf welcher Seite er stehen will.

Der erste Satz:

„Sie nannten es die Viererwahl.“

Meine Meinung zum Buch:

Ich habe lange überlegt, wie ich das Buch insgesamt beurteilen soll, komme aber zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis, zu unterschiedlich haben mir die einzelnen Kriterien gefallen.

Sehr schön fand ich die Sprache. Das Buch ist flüssig und ohne Pathos geschrieben, es ist wirklich gut zu lesen. Für die fremdartigen Begriffe aus der tibetischen Kultur gibt es ein kleines Glossar am Ende des Buches, das war sehr hilfreich.

Pattisons Beschreibungen würde ich sogar als brillant bezeichnen. Es ist unglaublich, wie bildhaft er schreibt. Ganz zu Anfang ist eine kleine Szene beschrieben, in der ein Gebetsschal vom Wind hochgetragen wird. Ich hatte dies beim Lesen genau vor Augen, es war richtig toll.

Die Hauptperson Shen ist mir leider sehr fremd geblieben, seine Handlungen erschienen mir oft nicht nachvollziehbar. Ich konnte keine Logik erkennen, alles wirkte sehr ungeplant. Auch erschienen mir seine Freiheiten beim Ermitteln unglaubwürdig – schließlich ist er ein Häftling, den man aus Peking weit weg nach Tibet in den Gulag abgeschoben hat, da kann ich mir schlecht vorstellen, dass er von einer Minute zur anderen machen kann was er will, trotz Aufpasser. Spannend war allerdings, dass Shens Vergangenheit und der Grund, warum er in Tibet als Gefangener Straßen bauen muss, nur langsam gelüftet wird. Das fand ich einen guten Einfall.

Die übrigen Personen sind sehr gut charakterisiert, man kann sie sich immer gut vorstellen. Besonders gut hat mir Choje gefallen – genau so stelle ich mir einen buddhistischen Mönch vor. Auch die Pathologin Dr. Sung war sympathisch. An ihr wird der Spagat zwischen wissenschaftlicher Arbeit und dem Erarbeiten des politisch gewünschten Ergebnisses sehr deutlich.

Verwirrend fand ich die vielen fremdartigen und teilweise sehr ähnlich klingenden Namen. Schon nach wenigen Seiten musste ich zum ersten Mal zurück blättern, weil ich mit den Personen durcheinander kam und das wurde mit der Zeit immer schlimmer, vor allem, als immer mehr und immer unterschiedlichere Spuren auftauchten, denen Shan nachging. Irgendwann in der Mitte des Buches habe ich dann auch mal komplett den Faden verloren. Ich habe dann aber einfach weiter gelesen und irgendwann war ich dann auch wieder dabei.

Die tibetische Kultur kommt natürlich in diesem Buch nicht zu kurz, ich habe viel gelernt, wenn mir auch z. B. der Dämonenglaube und der Glaube an Zauber und Beschwörungen fremd blieben. Für einen „westlich“ denkenden Menschen ist das alles schwer nachvollziehbar, teilweise kamen mir die beschriebenen Riten sehr fantasymäßig vor, was sie natürlich nicht sind. Auf einer Internetseite habe ich gelesen, dass Pattison sehr gut recherchiert habe, also denke ich schon, dass er sich an die tibetische Realität gehalten hat.

Positiv empfand ich noch das überraschende Ende. Das hat mich noch etwas mit dem Buch versöhnt. Trotzdem werde ich die weiteren Bücher um den Ermittler Shen nicht lesen.

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Tibet ist ein Land der Wunder, ein Land des Friedens. Doch nichts ist mehr so wie es war, seitdem die Chinesen in das Land einmarschierten: Seit nunmehr fast 50 Jahren herrschen in dem Land des Buddhismus Menschenverachtung, Zerstörung von Religion und Kultur und Ausbeutung der heiligen Tempel. Wehrlose Mönche werden als Arbeiter im Straßenbau eingesetzt, geschlagen und hingerichtet. Familien unterliegen der Geburtenkontrolle und sogar der Besitz eines Bildes des Dalai Lama ist erst seit kurzem nicht mehr strafbar. Der ehemalige Polizist Shan ermittelte in Korruptionsaffairen, bis er einem Regierungsangstellten zu viel auf die Füße getreten ist. Als Strafe schickt man ihn ohne Gerichtsverfahren in eine Arbeiterkolonne, die 404te. Dort lebt und arbeitet er mit den Mönchen, lernt ihre Kultur und ihren Glauben kennen und zu schätzen.

Als eines Tages während der Arbeiten an der neuen Straße eine kopflose Leiche gefunden wird, erhält Shan von Major Tan den Auftrag, den Fall zu klären. Der vermeintliche Schuldige ist schnell gefunden: Ein Einsiedler, der ein Schweigegelübde abgelegt hat. Doch Shan glaubt an die Unschuld des Mönches, der sich nicht wehren kann und macht sich auf die Suche nach dem wahren Mörder. Dabei dringt er immer tiefer ein in die mystische Welt Tibets.

Eliot Pattison erhielt für "Der fremde Tibeter" im Jahre 2000 den begehrten Edgar Allen Poe Award für das beste Kriminaldebüt des Jahres. Nun stellt sich natürlich die Frage: Hat das Buch diesen Preis überhaupt verdient? Die Antwort ist meiner Meinung nach nicht so leicht zu finden, denn einerseits stopft Pattison "Der fremde Tibeter" mit so vielen buddhistischen Fachausdrücken voll, dass einem schon nach kurzer Zeit der Kopf schwirrt. Das karge Glossar ist da nur eine schwache Hilfe. Das Lesen fällt erheblich leichter, wenn man sich zum einen sehr für die tibetische Kultur interessiert und sich zum anderen bereits mit dem Thema befasst hat. Auf mich traf nur der erste Punkt zu und dennoch hat mich dieses Buch für sich eingenommen.

Pattison schafft es, das ganze Buch nicht nur mit fremden Worten auszuschmücken, sondern auch eine unglaublich dichte Atmosphäre aufzubauen. Tibet wird greifbar, man versinkt in dieser faszinierenden Welt. Während des Lesens wurde ich immer nachdenklicher. Ich begreife bis heute nicht, warum niemand eingriff, als China Tibet "befreite". Bis zum heutigen Tag ist dieses wunderbare Land besetzt, der Dalai Lama lebt in Indien im Exil.

Einziger Kritikpunkt - der für mich nicht sonderlich ins Gewicht fiel - das Buch ist teilweise sehr verwirrend. Oft hat man keine Ahnung, worum es geht, welche Spur Shan verfolgt oder warum er das tut. Zum Schluß klärt sich jedoch alles auf - und wartet sogar noch mit einer Überraschung auf. Für mich auf jeden Fall eines meiner diesjährigen Highlights, hat mir "Der fremde Tibeter" doch ein Land, dessen Kultur und Menschen näher gebracht.

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Das Buch wurde mir von einem Kollegen wärmstens ans Herz gelegt, der mir seitdem keine Bücher mehr ausgeliehen hat, weil ich das hier ziemlich niedergemacht habe :-)

Die tibetische Kultur und die Unterdrückung durch China ist an sich kein uninteressanter Stoff, aber mir blieb diese fremde Welt zu fremd, ich fand keinen Zugang zu dem Buch, es war mir zu lang und zu verworren. Zwar ließ mich immer wieder irgendeine kleine Wendung doch dranbleiben, aber dennoch: Leider keine Empfehlung.

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Was wäre eine Krimigeschichte ohne Rätsel? Ohne die Frage nach dem Mörder, dem Motiv? Dass Pattison einerseits ein scheinbar unlösbares Geflecht an Fragen aufbaut und den Leser Rätsel aufgibt, ihn im Unklaren lässt, liegt in der Natur eines Kriminalromans. Dass es Pattison darüber hinaus gelingt, dass ganze nicht nur an einen fremden Schauplatz zu versetzten, sondern auch noch mit großer Sachkenntnis der tibetischen Kultur eine spannende, dichte Atmosphäre zu schaffen, macht das Buch für den Krimi-Freund unverzichtbar. Das Buch fesselt -trotz oder gerade wegen der Vielzahl an Personen, Beschreibungen der Gebräuche, Erläuterungen der tibetischen Kultur. Dabei dienen die Beschreibungen keinem Selbstzweck sondern sind integraler und damit notwendiger Bestandteil der Geschichte, der Motive und Handlungen. Dem Leser wird dabei ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit, Interesse und auch Konzentration abverlangt, das über bloßes Bücherverschlingen hinausgeht. Ein lohnendes Opfer, denn am Ende sehnt sich der Leser nach weiteren Geschichten der traurigen Hauptfigur Shan in diesem faszinierenden Land der Wunder....

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Der fremde Tibeter

Dieses Buch ist ein Krimi, es gibt einen grausamen Mord, viele Verdächtige und einen interessanten Ermittler, aber das war nicht das besondere an dem Buch und auch nicht das, was den Reiz ausmachte.
Zunächst einmal handelt es sich hier um einen sehr aussergewöhnlichen Handlungsort für einen Krimi. Tibet, ein Land von dem wir auch heute noch wenig wissen, welches nach wie vor seine Geheimnisse hat und welches die meisten von uns nur durch Erzählungen kennen.
Ich muss gestehen, dass ich anfänglich Probleme damit hatte mit den vielen, mir fremden Namen und Bezeichnungen nicht durcheinander zu geraten. 
Dem Autor ist es gelungen dieses Land, seine Einwohner und die Kultur so zu beschreiben, dass man unweigerlich beeindruckt ist. Er fängt die Faszination Tibets, der Landschaft, der Klöster und dem Leben der Mönche sehr gut ein, allerdings werden auch die unschönen Seiten zur Sprache gebracht und dies ist oft sehr bedrückend. Die chinesische Besatzungsmacht, das Militär, die Gulags und der erbarmungslose Umgang mit der tibetischen Bevölkerung, schnüren einem zuweilen die Kehle zu, was auch daran liegt, dass man weiß, dass dies keine Fiktion ist.
Dennoch ist es Pattison gelungen, nicht auf eine einseitige schwarz-weiß Malerei zu verfallen. So gibt es auch chinesische Menschen, denen die tibetische Bevölkerung am Herzen liegt, die Mitgefühl und Scham empfinden über das was ihr Land diesem aussergewöhnlichen Volk antut.
Der Autor vermittelte hier sehr interessante Einblicke in die tibetische Kultur und doch ist das lediglich die Oberfläche.
Aus diesem Grund erweckte das Buch in mir ein ein sehr großes Interesse an Tibet und den Wunsch, mehr über dieses Land und seine Menschen zu erfahren.

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