Sabine Thiesler: Der Kindersammler

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Sabine Thiesler: Der Kindersammler
Verlag
ET (D)
2006
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783453024540

Informationen zum Buch

Seiten
528

Sonstiges

Erster Satz
Die Atmosphäre im Tal war eigentümlich.

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Handlungsort

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Anne und ihr Mann Harald erleben den Albtraum aller Eltern: Während eines Toscana-Urlaubs verschwindet ihr Kind spurlos. Die Suche der Polizei verläuft ergebnislos, und sie müssen ohne ihren Sohn Felix nach Hause fahren. Zehn Jahre später kehrt Anne an den Ort des Geschehens zurück, um herauszufinden, was damals passiert ist. Sie ahnt nicht, wie nah sie dem Täter kommt - und er ihr.

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In den 80er Jahren geben drei Mordfälle an Kindern der Polizei Rätsel auf. Weit voneinander entfernt und im Abstand von mehreren Jahren wurden drei Jungen vom gleichen zarten, blonden Typus getötet und die Leichen wie ein Stilleben am Tisch sitzend oder in einer liebevoll errichteten Sandburg arrangiert. Es gibt kaum verwertbare Spuren, der Fall verläuft sich im Sand, doch die Polizistin Mareike Koswig kann diese seltsamen Fälle nie ganz vergessen.

Der Mörder der drei Jungen ist ein unauffälliger, stiller Einzelgänger, der sich geschickt jeglicher Verfolgung entzieht, von seiner freudlose Kindheit in eine glücklose Ehe gestürzt ist und der nach außen hin freundlich und höflich wirkt, einer, den niemand verdächtigen würde.

2004 kehrt Anne Golombek zurück in die Toskana, wo zehn Jahre zuvor ihr einziger Sohn Felix beim Spielen am Bach vor dem Ferienhaus spurlos verschwand. Ihre Ehe ist seitdem zerrüttet, sie hat niemanden, dem sie sich anvertrauen kann, und um sich ihrem verschollenen Sohn nahe zu fühlen, reist sie alleine an den Ort seines Verschwindens zurück und kauft dort ein abgelegenes, schön renoviertes altes Haus, das ihrem Bedürfnis nach Ruhe und Abgeschiedenheit nur zugute kommt. Außer dem Vorbesitzer, einer Nachbarin und dem Immobilienmakler, der ihr das Haus verkauft hat, hat sie kaum Kontakte und versucht, sich in der Stille über einige Dinge klarzuwerden.

Bei diesem Psychothriller stimmt das abgedroschene Etikett "nichts für schwache Nerven". Das Thema Kindesmissbrauch und -mord geht vielen Lesern stark an die Nieren, doch ich konnte bei den meisten Büchern erfolgreich denken "Ist ja nur ein Buch". Hier aber erlebt man gerade zu Beginn die Geschehnisse aus der Sicht des Täters, der mit einer Selbstverständlichkeit und beinahe nebenher diese furchtbaren Verbrechen begeht, die auch mich sehr aufgewühlt hat.

Mit vielen Perspektivenwechseln und einem leicht unheimlichen Setting (alte, abgelegene Häuser mitten im Wald, eine harmlose, aber furchteinflößende "Dorfirre") wird Spannung erzeugt, ohne allzu plumpe Cliffhanger-Taktik. Die Personenzeichnung ist für einen Thriller ziemlich rund, Anne beispielsweise ist nicht nur die arme, bedauernswerte Mutter, die ihren Sohn auf mysteriöse Weise verloren hat, sondern vor allem am Anfang nicht unbedingt eine große Sympathieträgerin.

Die Handlung steuert unaufhaltsam auf einen explosiven Höhepunkt hin, der zwar ab einem gewissen Punkt zumindest in Teilen vorhersehbar war, mich aber trotzdem nägelkauend weiterblättern ließ.

Ein beklemmendes und leider auch stets aktuelles Thema, das Sabine Thiesler in ihrem Erstling stimmig und spannend umgesetzt hat.

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Im Abstand von drei Jahren veschwinden kleine Jungen - alle blond, zart und lieb. Der Mörder setzt seine Opfer in Szene und führt die Polizei an der Nase herum. Über ein Jahrzehnt überlässt er Eltern ihrer Verzweiflung und seine Entdeckung wird unwirklicher denn je - doch plötzlich hören die Morde auf, die Akten werden geschlossen, die Fälle bleiben ungeklärt. Kurze Zeit später verschwinden blonde Jungen in der Toskana und tauchen nie wieder auf. Bis eine findige Polizistin und eine Mutter sich auf die Suche machen und dem Täter immer näher kommen.

"Der Kindersammler" beginnt mit Rückblenden und mehreren Zeitsprüngen im Wechsel. Wir lernen sowohl Täter als auch Opfer kennen, erfahren mehr über die Beweggründe des ersteren und so werden wir - im Gegensatz zu der ermittelnden Polizei - allwissend. Der Mörder begegnet uns schon auf den ersten Seiten und hinterlässt eine traurige Spur in unserem Herzen. Der "Kindersammler" agiert schonungslos und eiskalt, seine Opfer sind die Schwächsten der Gesellschaft. Sabine Thiesler schildert in ihrem Debütroman den Alptraum aller Eltern: Die Entführung ihres Kindes, dessen Missbrauch und Ermordung. Durch die Rückblenden, Zeitsprünge und vielen Protagonisten - fast alle Opfer und Eltern erhalten ihren eigenen Raum - erscheint das Buch anfangs etwas wirr und unübersichtlich, doch man gewöhnt sich recht schnell daran.

Der Leser schlüpft nicht nur in die Rolle der Opfer sondern auch in die des Täters und lernt alle Seiten kennen - eine Allwissenheit, die das Buch sehr anstrengend macht. Man braucht viel Kraft zum Lesen - nicht etwa, weil das Buch schwierig konzipiert wäre, sondern weil es alles andere als ein leichtes Thema behandelt. Die Autorin schont weder Opfer noch Leser und alle Eltern werden nach der Lektüre keine Ruhe mehr haben, sobald ihre Kinder alleine unterwegs sind. "Der Kindersammler" ist ein realistisches, aufwühlendes und sehr düsteres Buch und man wünschte sich oft einen Funken Hoffnung am Horizont - den Sabine Thiesler nicht zu schenken bereit ist.

Über 500 Seiten Düsternis können auch den optimistischsten Leser zur Verzweiflung bringen und so ist wohl der einzige Wermutstropfen an diesem Buch, dass sich zwischendurch einige Kapitel etwas in die Länge ziehen. Überraschenderweise verzichtet die Autorin auf die Beschreibung von Missbrauch und Todeskampf der Kinder, doch diese unnötige Effekthascherei hat das Buch auch gar nicht nötig. Die Grausamkeit ist deutlich genug - auch ohne genauere Beschreibungen. Ein Debüt, das ich nur mit einer Einschränkung empfehlen kann: Haben Sie starke Nerven, denn der Kindersammler ist ein 500seitiger Alptraum von erschreckender Realität.

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"Der Kindersammler" behandelt ein Thema das von Eltern verdrängt wird. Das schrecklichste was einem Kind, das wir Erwachsenen alle einmal waren, einer Mutter, einem Vater wiederfahren kann wird beim lesen dieses Buches durchlebt.Das Grauen auf fünfhundert Seiten. Nur Alora sorgte für ein wenig Entspannung. Ich hatte mich oft, beim lesen gefragt, wie man die Nerven und die Fantasie entwickeln kann um ein solches Buch zu schreiben. Wenn ich mir auch vorstellen könnte meinen Sohn in einer solchen Situation rächen zu wollen, so bin ich doch davon überzeugt dass eine Haftstrafe die größere und realistischere Strafe für den Täter gewesen wäre.

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