Kaja Bergmann: Der Mephisto-Deal

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Kaja Bergmann: Der Mephisto-Deal
Verlag
ET (D)
2014
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783956690129

Informationen zum Buch

Seiten
192

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Der Duft frischer Waffeln hing noch in der Luft, als Mephisto mit Faust den Pakt besiegelte.

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Handlungsort

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Ich sitze hier mit sieben anderen in einem öden Klassenzimmer und diskutiere mit unserer Deutschlehrerin über Goethes »Faust«. Stoff nachholen fürs Abitur, na prima. Ansonsten ist die Schule verwaist, nur Herrn Udoriwitschs Mathekurs im Nebengebäude schwitzt über Formeln, nachsitzen wegen eines Streichs. An einem Samstag, damit’s auch richtig wehtut. Okay, und jetzt wird’s heftig: Mitten im Diskurs über Mephisto springt der Schullautsprecher an und eine knarrende Stimme befiehlt Frau Sommer, die Tafel hochzuschieben. Dahinter stehen die Worte »Ich will, dass Udoriwitschs Kurs stirbt!« Die Stimme erklärt uns freundlich, dass wir alle krepieren werden, wenn wir diesen Satz nicht unterschreiben. Oder wenn wir zu lange zögern. Wir haben vergiftete Waffeln gegessen, Udoriwitschs Leute auch; wer als Erstes unterschreibt, bekommt das Gegenmittel, der andere Kurs stirbt. In wahrscheinlich zwei Stunden sind wir alle tot. Ich bin Finn, 18 Jahre alt. Ich stehe auf Fotosynthese - und mag seit Kurzem keine Waffeln mehr.

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Wette oder Pakt?

Eine Gruppe von 8 Schülern und ihrer Lehrerin trifft sich Samstagmorgens in der Schule, um ausgefallenen Unterricht nachzuholen und sich somit für das Abitur vorzubereiten. Thema: Goethes Faust. Abgesehen von einem Mathekurs im anderen Teil des Gebäudes haben sie die Schule für sich.
Doch der langweilige Unterricht wird jäh unterbrochen, als eine Stimme über den Lautsprecher verkündet, dass sie alle sterben werden. Außer sie unterschreiben den an die Tafel geschriebenen Satz, dass die Teilnehmer des anderen Kurses sterben sollen. Sie alle seien vergiftet worden. Der Kurs, der als erster unterschreibt, erhält ein Gegenmittel und bleibt am Leben, die anderen sterben.

Nach dem ersten Schock machen sich der Erzähler Finn und zwei weitere Jungen auf die Suche nach einem Ausweg. Doch die Schule ist ausbruchssicher verschlossen, eine Kommunikation nach außen scheint unmöglich.

Das Buch besticht durch einen temporeichen Schreibstil und eine streckenweise recht ungewöhnliche Erzählweise aus Sicht eines der Schüler, der immer mehr unter der schleichenden Vergiftung leidet und dessen Gedanken dadurch zusehends sprunghafter und merkwürdiger werden.

Die Handlungsweisen der Figuren fand ich nicht immer unbedingt nachvollziehbar, lassen sich aber doch durch den Schockzustand und natürlich auch das jugendliche Alter der Personen größtenteils erklären.

Spannend ist natürlich vor allem die moralische Frage, die allem zugrundeliegt: Rettet man das eigene Leben, auch auf Kosten von anderen? Wie schnell ist man bereit, den Tod anderer in Kauf zu nehmen, um selbst zu überleben? Eine Situation, die man in der Theorie wahrscheinlich nicht beantworten kann – man kann nur hoffen, sie nie in der Praxis beantworten zu müssen!

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Der Mephisto Deal

Finn ist 18 Jahre alt, besucht ein Gymnasium und steht kurz vor seinem Abitur. Aufgrund einer längeren Erkrankung seiner Deutschlehrerin fehlt dem Kurs jedoch eine Menge an erforderlichem Stoff und Wissen und so verbringen die Lehrerin Frau Sommer und ein Teil der Schüler (nicht jeder hatte wohl hierzu Lust) einen Samstag in der Schule. Zeitgleich weilt ein Mathe Leistungskurs samt Lehrer in einem anderen Gebäudeteil der Schule. Finn und seine anwesenden Klassenkameraden, insgesamt acht Schülerinnen und Schüler, diskutieren über Faust und in diesem Zusammenhang über die Frage, ob der Teufelspakt wohl eine Wette oder ein Pakt war, als plötzlich mit einem Knacken der Schullautsprecher in Betrieb genommen wird und die Lehrer der anwesenden Kurse aufgefordert werden die Tafel hochzuschieben. In Frau Sommers Klasse ist dort zu lesen:

„Ich will, dass Udoriwitschs Kurs stirbt!“

Diese Aussage soll unterschrieben werden, damit man selbst überlebt. Angeblich sind nämlich alle anwesenden Personen vergiftet worden. Das ist auch durchaus möglich, denn morgens vor dem Unterricht hat jeder Waffeln gegessen und diese sollen das Gift enthalten haben. Das Gegengift bekommt der Kurs, der das Todesurteil des jeweils anderen Kurses zuerst unterschreibt. Fassungslosigkeit macht sich breit unter den Schülern. Was tun? Flucht scheint die Lösung, aber alle Ausgänge scheinen versperrt, Möglichkeiten Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen gibt es anscheinend auch nicht.

Die Autorin Kaja Bergmann schafft mit dieser Ausgangssituation einen spannenden Handlungsbeginn, der sich auf hohem Niveau fortsetzt. Sie legt ihren recht kurzen Roman in fünf Akten an und liefert damit ein modernes Drama ab, das zu begeistern versteht. Auch wenn einige Dinge unklar bleiben und auch Hintergründe und Motive im Verborgenen bleiben, ist diese Geschichte sehr realistisch und hält den Leser gefangen. Sehr deutlich wird hier wie unterschiedliche Menschen in einer solchen Stresssituation agieren, was natürlich auch dadurch bedingt ist, dass das Gift bei jedem Menschen doch eine etwas unterschiedliche Wirkung hat.

Kaja Bergmanns Buch „Der Mephisto Deal“ ist rasant geschrieben und sicherlich einen Ausflug in die Welt des Dramas wert.

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