Anne Holt: Der norwegische Gast

Anne Holt: Der norwegische Gast

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Anne Holt: Der norwegische Gast
Verlag
ET (D)
2008
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
1222
ET (Original)
2007
ISBN-13
9783492257183

Informationen zum Buch

Seiten
317

Serieninfo

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Da nur der Lokomotivführer ums Leben kam, kann von einer Katastrophe keine Rede sein.

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Handlungsort

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Seit Stunden wütet über dem unzugänglichen norwegischen Bergdorf Finse ein Schneesturm. Der einzige Zug dorthin ist in einer Schneewehe entgleist, die Passagiere, unter denen auch die ehemalige Kommissarin Hanne Wilhelmsen ist, finden Zuflucht im nahen Hotel. Man macht sich bekannt, und bald drehen sich die Gespräche vor allem um eines: Was haben die Wachen vor den Türen zu bedeuten? Wen sollen sie schützen? Die königliche Familie, einen ausländischen Ter­roristen? Während die Vermutungen ins Kraut schießen, geschieht ein brutaler Mord - ein mitgereister Pastor, der durch seine Fernsehauftritte große Bekanntheit genoss, liegt erschossen im ­Schnee vor dem Haus. Panik macht sich unter den Eingeschlossenen breit, und als Hanne ­Wilhelmsen glaubt, einen Zeugen gefunden zu haben, wird auch er ermordet.

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Guter Locked-Room-Plot

Großes Glück gehabt, denken sich die Passagiere eines Zuges, der mitten in der norwegischen Berglandschaft entgleist. Die Passagiere können in ein nahe gelegenes Hotel gebracht werden, wo es trotz aller notdürftigen Umstände ausreichend zu essen gibt, wo es warm ist und wo sie das Ende des tobenden Sturms abwarten können. Doch das kleine, unerwartete Abenteuer gerät zur harten Belastungsprobe, als ein Mitreisender erschossen vor dem Haus liegt. Der Sturm schneit das Hotel immer stärker ein und die ungewohnte Enge sowie ein zweiter Mord lassen es fast zur Meuterei kommen. Die Situation wird unvorhersehbar.

An diesem Krimi faszinierten mich zwei Dinge. Zum einen war es die klaustrophobische Atmosphäre, die durch den Schneesturm in diesem abgelegenen Ort erzeugt wird. Nicht einmal die Nachbarhäuser können erreicht werden und der Mikrokosmos Hotel birgt Leute, die unter dem nervlichen Druck unberechenbar werden. Da wird der mysteriöse Passagier aus dem zusätzlichen Zugwaggon zu einem Objekt wilder Vermutungen, aber die eigentliche Angst löst er nicht aus. Zum anderen ist es die Art, wie der Krimi sich auf einen minimalen Schauplatz beschränkt - gesteigert durch Ex-Kommissarin Hanne Wilhelmsen, die sich nur im Rollstuhl und im Hotel nur sehr beschränkt fortbewegen kann. Holt beschreibt sehr gut, was Hanne von ihrer Perspektive aus erlebt: Sie hält sich fast ausschließlich an der Rezeption auf und erlebt, wie ich die Menschen verändern und sie ist aufgrund ihres ehemaligen Berufs erste Anlaufstelle für die Verantwortlichen des Hotels.

Aus der Hand legen? Das fiel mir bei diesem Krimi ungeheuer schwer. Der ganze Krimi überspannt nur wenige Tage und obwohl Hanne ein wahrlich gallige Zeitgenossin ist, trägt sie die ganze Handlung.
Als besonderes Detail gefielen mir die zwölf Kapitelüberschriften: Sie sind nach den Windstärken benannt, versehen mit den jeweiligen, immer stärker werdenden Auswirkungen auf Mensch und Natur.

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Gut für verschneite Tage

Nach einem durch heftigen Sturm verursachten Zugunglücks in den Bergen werden die Passagiere in einem Hotel in der Nähe untergebracht. Eingeschneit und eng zusammengepfercht ist die Stimmung nicht die beste, auch wenn sie vorerst noch durch Spekulationen um einen geheimen Waggon einigermaßen aufrecht erhalten wird. Bewaffnete Wachposten und das Verschwinden eines Mannes mit der folgenden Erkenntnis, dass ein Mord geschehen ist, lässt dann aber bei einigen Gästen die strapazierten Nerven reißen. Und es bleibt nicht bei einem Toten… Unter den Reisenden befindet sich allerdings auch die ehemalige Kommissarin Hanne Wilhelmsen, die der Lösung des Falles Stück für Stück näher kommt.

Ich kenne bisher kein Buch von Anne Holt, so dass mir die Kommissarin nicht vertraut ist. Das ist einerseits sehr schade, da ich deren Entwicklung nicht mitbekommen habe und mir so die Nähe zu ihr und ihren Eigenarten fehlte. Andererseits bin ich jetzt sehr neugierig auf sie und ihre bisherigen Erlebnisse und Fälle geworden, so dass ich sie einfach nachholen werde.

Aber auch ohne die vorherigen Fälle gelesen zu haben, wurde mir Hanne im Laufe der Geschichte immer sympathischer. Fand ich sie anfangs ziemlich arrogant und kalt, so gefiel mir ihre teils trockene und ironische Art später sehr gut. Es hat mir gut gefallen, ihre Gedanken und Überlegungen zu den einzelnen Personen und Vorgängen zu verfolgen. Durch ihre Augen konnte ich mir die Menschen und ihre Reaktionen sehr gut vorstellen. Es war dabei sehr interessant zu beobachten, wie sich die Menschen in dieser Extremsituation verhalten. Die Stimmungsschwankungen auf diesem beengten Raum waren gut zu spüren. Verstärkt wurde dies durch die Beschreibungen des Sturms und der Kälte, die zu der bedrückenden Atmosphäre beitrugen.

Doch nicht nur Charaktere, Stimmung und Atmosphäre haben mir gut gefallen, auch der Kriminalfall an sich hat mir viel Spaß gemacht. Weit entfernt von hoch technisierter Aufklärungsarbeit waren es Beobachtungsgabe, Gespräche und Überlegungen, die zur Lösung führten und das alles auf einem begrenzten Raum. Man konnte mitbeobachten und miträtseln und erfreulicherweise habe ich lange nicht gewusst, wer der Täter war. Ein zweiter Erzählstrang, die Frage zu dem geheimen Gast, hat mich etwas irritiert, weil ich lange nicht wusste, wie er mit dem Krimi in Verbindung steht. Abgesehen von den begleitenden Umständen, die für den Krimi von Bedeutung waren, fand ich aber im Nachhinein die „Auflösung“ dazu recht witzig.

Ein schöner Krimi im klassischen Stil, der mir Lust auf mehr von Anne Holt und ihrer Kommissarin Hanne gemacht hat. Zu betonen ist auch, dass das Cover perfekt zur Handlung passt, was ja nicht immer der Fall ist, und mir ausgesprochen gut gefällt.

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Ich fand "Der norwegische Gast" von Anne Holt recht gelungen. Mir gefiel von Anfang an die kammerspielartige Inzenierung dieses Kriminalfalls, der sich komplett in einem norwegischen Hotel abspielt. Bereits das vorangegangene Zugunglück mit seinen seltsamen Umständen gibt einige Rätsel auf, aber als sich im Hotel langsam aber sicher die Toten stapeln, steigt die Spannungskurve steil an. Besonders intensiv kommt dabei die zweifache Bedrohung zum Ausdruck; innerhalb des Hotels durch einen (?) Mörder, außerhalb tobt ein orkanartiger Sturm, der droht, das Gebäude zu zerstören.

Mittendrin in diesem ganzen Chaos: ein ehemalige Kommissarin, heute nur noch Rollstuhlfahrerin. Dieser nordisch unterkühlte Charakter von Hanne Wilhelmsen hat für mich sehr gut in die Geschichte gepasst. Ihre Unnahbarkeit zusammen mit ihrer Hilflosigkeit hat interessante Szenen und Gedankengänge zur Folge, so dass auch unabhängig vom Fall eine spannende Studie der menschlichen Psyche zur Geltung kommt. Auch die weiteren Figuren sind gekonnt gezeichnet, zumal die Extremsituation die Menschen in ihrem wahren Licht zeigt. Nur ist einer von ihnen ein Mörder...

Die Suche nach dem Täter unter diesen schwierigen Bedingungen hält Hanne Wilhelmsen und ihre Vertrauten ganz schön auf Trab. Daneben läuft parallel eine dubiose Aktion ab, die auf den ersten Blick nichts mit den Morden zu tun hat und den aufmerksamen Leser zu den wildesten Spekulationen einlädt.

Dies alles ist in einem nordisch-trockenen, aber sehr gut lesbaren Schreibstil geschrieben, der mir sehr gut gefallen hat. Einzig ein paar winzige Logikfehler am Ende haben dem Roman ein paar Punkte gekostet. Aber trotzdem finde ich das Buch sehr empfehlenswert, für Krimi-Fans und solche, die es werden wollen.

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