Fran Ray: Der Skandal

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Fran Ray: Der Skandal
ET (D)
2013
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783404169436

Informationen zum Buch

Seiten
432

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Captain Ruth Muller hat die Hände auf dem Verhörtisch gefaltet und sieht Christina durchdringend an.

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Christina Andersson ist der aufsteigende Stern im Morddezernat von Milwaukee, als ihr Bruder brutal ermordet, ihr kleiner Sohn schwer verletzt wird. Alles weist auf einen persönlichen Racheakt hin. Doch Christina hat Zweifel. Und obwohl ihre Vorgesetzten ihr strikt verbieten, sich einzumischen, lässt sie nicht locker. Bald fördern ihre Ermittlungen Unglaubliches zutage: ein riesiger Umweltskandal, von Politik und Wirtschaft vertuscht. Kann Christina es wirklich mit den Mächtigsten des Landes aufnehmen?

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(Aktualisiert: 10 März 2014)

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Politische Ränkespiele um Macht, Geld und Karriere

Christina Andersson ist eine gute Polizistin. Seitdem sie im Morddezernat von Milwaukee ermittelt, hat sich die Aufklärungsrate dort stark verbessert. Ihre Vorgesetzte, Ruth Muller, regiert ihr Team mit fester Hand, denn sie will Karriere machen und Chief Inspector werden. Nach dem erfolgreichen Abschluss eines Kindsmordfalles feiert Christina mit ihren Kollegen in einer Bar, doch als sie nach Hause kommt, bricht ihre bisherige Welt zusammen: Ihr Bruder Tim, der vorübergehend bei ihr wohnte, wurde ermordet und ihr Sohn Jay schwer verletzt. Erst denkt sie an einen Racheakt, doch je mehr sie inoffiziell ermittelt, umso tiefer gerät sie in den Sumpf von Politik, Macht, Intrigen - und deckt dabei einen riesigen Umweltskandal auf. Bald schon ist sie nicht mehr sicher, wem sie überhaupt noch vertrauen kann.

Fran Ray ist das Pseudonym der Autorin Manuela Martini, die Schöpferin der von mir sehr geschätzten Krimiserie um den australischen Detective Shane O’Connor. Sie schreibt außerdem für den Arena-Verlag Jugendthriller und legt nun mit "Der Skandal" als Fran Ray nach "Die Saat" und "Das Syndikat" einen Polizeithriller für Erwachsene vor.

Anfangs hatte ich Schwierigkeiten, mich von der Geschichte einwickeln zu lassen. Die Sätze sind oft sehr knapp und besonders durch das verwendete Präsens fiel meine Eingewöhnungsphase wohl etwas größer aus. Dennoch: Die Geschichte liest sich flüssig und spannend. Zwar kennt der Leser aufgrund der drei parallel verlaufenden Handlungsstränge recht schnell den "Oberschurken", doch wer wirklich alles in die Intrigen und politischen Ränkespiele um Macht, Geld und Karriere verwickelt ist, ergibt sich erst nach und nach.

Christina Andersson als Hauptprotagonistin handelt authentisch. Sie ist in diesem Buch nicht nur eine sehr gute Polizistin, sondern auch eine Mutter, die gerade ihren geliebten Bruder verloren hat und deren Sohn nun im Krankenhaus um sein Überleben kämpft. Es ist ungewiss, was aus dem Kind wird und natürlich ist Christina nahezu ohnmächtig vor Wut. Die Anweisung ihrer Vorgesetzten, sich aus dem Fall herauszuhalten, ignoriert sie natürlich und kaum jemand könnte ihr das wohl verübeln.

"Der Skandal" ist für mich ein Buch über Entscheidungen. Jeder von uns muss Entscheidungen treffen. Manchmal sind sie gut, manchmal sind sie schlecht. Manchmal gereichen sie zu unserem Vorteil ebenso, wie zum Nachteil anderer. In der Politik gibt es wenige Idealisten, die den Bürgern helfen möchten, doch selbst aus den wenigen Idealisten werden unter Umständen irgendwann machtbesessene Menschen, die über Leichen gehen, um ihrer eigenen Sache zu dienen. Gibt es einen "Point of no Return"? Ein Scheitelpunkt, der uns inne halten lässt und sagt: Bis hierher bin ich gegangen. Was soll ich tun? Kann ich Wiedergutmachung leisten oder gehe ich weiter, und verrate die Ideale, die ich einst hatte noch mehr als ich dies vorher schon getan habe?

Witzige Randnotiz: Einer der Detectives ist Veganer (was aktuell sehr im Trend liegt). Über seine Beweggründe erfährt man jedoch nichts, und da er eine Daunenjacke im ewig kalten Milwaukee trägt, ist dies wohl ein Detail, welches die Autorin eventuell etwas unüberlegt in die Geschichte gemixt hat. Sehr authentisch dagegen ist ein Gespräch mit Christina am Mittagstisch, als sie erwähnte, dass sie nie auf Eier verzichten könne. Solche Kommentare lassen mich zwar immer an der Willensstärke dieser Menschen stark zweifeln und auch hier: Ein Mensch, der nicht mal aus eigener Kraft auf so etwas Banales wie Eier verzichten _kann_ ist fähig, Morde aufzuklären? Ich gebe zu, das ist Jammern auf hohem Niveau, weil diese Details kaum jemandem auffallen werden. Als Veganerin hört man diese Floskeln jedoch regelmäßig, was das ganze schon wieder sehr realistisch macht.

Der Anfang des Buches beginnt zwar ein bisschen behäbig, aber schließlich wird es spannender und spannender. Das Thema seltene Erde-Metalle hat Fran Ray mit interessanten Informationen gespickt und man fragt sich irgendwann, ob so manche (Umwelt)Technik eher Fluch oder Segen ist.

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